Montag, April 24, 2017
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Was ist ECO?

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ECO ist die Suche nach dem Sinn. Diese einfache Aufgabe sollte sich die Volkswagen AG in der tiefsten Krise ihrer Geschichte stellen, in der lineares Denken und Handeln Wirtschaft zerstört. Es geht nicht mehr einfach immer so weiter. Vermutlich wird die Einsicht viele Millionen Menschen arbeitslos machen. Auch die Geldstrafen in Milliardenhöhe für den Betrug täuschen nicht darüber hinweg, dass sich die gesamte Autoindustrie in einer Sackgasse befindet und das Problem damit gelöst wäre. Die Strafen werden bezahlt und dann was? Geld könnte sinnvoller investiert werden: in gesunde, zukunftsfähige Arbeitsplätze. Wenn wir uns ein nachhaltiges Leben vorstellen wollen, so soll dieses Leben weniger Benzinverbrauch, weniger Abgase, weniger CO2 Belastung, weniger Staus, weniger Unfälle und weniger Stress beinhalten. Dabei geht es nicht mehr um Wirtschaftswachstum, sondern um eine Abwärtsspirale des „immer weniger“. Die radikal wirksamen Lösungen beginnen im Kopf, nämlich bei der einfachen Frage: Wozu das Ganze? Wozu dieser ungeheure Aufwand an menschlichem Geist und Ressourcen, um in Zukunft Mobilität zu ermöglichen?* Wie sollen zehn Milliarden Menschen sich fortbewegen, außer mit ihren eigenen Beinen? Es gibt ganz einfache Lösungen. Vom Unsinn des selbstgesteuerten Autos ist es doch nur noch ein kleiner Schritt zur Bahn und zum Bus und zu einem modernen kollektiven Transportsystem, das wir längst haben und nur weiterentwickeln bräuchten. Die Automobilindustrie steuert auf dem Höhepunkt ihrer Geschichte in ihre tiefste Krise. Es ist auch eine narrative. Von welchen Rekorden sollen wir noch berichten? Wie viele Autos haben denn noch Platz auf unserem Planeten? Es ist schon die Ironie der Geschichte, das genau diese Volkswagen AG 1970 die am MIT** erstellte Studie „Grenzen des Wachstums“ des Club of Rome finanzierte.

ECO ist Teil der Lösung und nicht Teil des Problems, darum kann ECO123 am Greenwashing des Greenfests in Lissabon nicht teilnehmen. Sponsoren sind zwar wichtige Partner eines Geschäft, aber warum lädt der Veranstalter Volkswagen und Portucel/Soporcel und nicht z.B. CP, CARRIS und TESLA ein? Wir brauchen Visionen und ganz einfache Wege dorthin. Vor langer Zeit entschieden sich (nicht nur) die Autohersteller für den Weg des Immer Mehr. Sie gingen diesen Weg und verloren nicht nur das Ziel aus den Augen, sondern auch den Weg. Das ist wie bei dem Wanderer, der sich trotz GPS verlaufen hat. Er muss wohl oder übel den ganzen Weg zurück bis zur Wegegabelung gehen und den anderen, den richtigen Weg zum Ziel nehmen. Die Zukunft Portugals basiert weder auf Öl, Gas oder Kohle, noch auf Eukalyptus und auch nicht auf industrieller Massentierquälerei und … auch nicht auf Massentourismus. Auf der Suche nach dem Sinn müssen wir wieder die Erde unter den Füßen spüren, in ursprünglichem Leben und bei ureigener Geschwindigkeit. Das ist je nach Gelände zwischen drei, vier und fünf Kilometern Fortbewegung in der Stunde. Wer Orientierung gewinnen möchte, sollte sein Auto besser stehen lassen und wandern gehen. Beim Wandern schärfen sich Gedanken. Im Wald tief Luft holen, den Körper fühlen, intensiv Sauerstoff aufnehmen, dafür wenig Kohlendioxyd ausstoßen. Wer wandert, fühlt sich selbst. Wandern macht gleich und Wanderreisen (ohne Flugzeug) sind Klimaschutz und Freizeit zu gleichen Teilen. Dabei könnte unser Land ein Paradies sein, dann wenn wir den Eukalyptus durch vielfältigen Baumbestand ersetzen werden.

* Ulrich Grober, Publikation: Der leise Atem der Zukunft, Editora Oekom, Munique

*Cambridge/Massachusetts Institute of Technology

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