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MENSCHEN UND FLÜSSE VERBINDEN

Rede Convergir – Nord

MENSCHEN UND FLÜSSE VERBINDENIm Jahr 1997 in Spanien entwickelt und dort erfolgreich umgesetzt, wurde ab 2006 das Projekt “Rios” auch in Portugal initiiert. Projektleiterin Manuela Oliveira erklärt, dass das Hauptanliegen in einer bedeutenden Verbesserung der Wasserqualität von Flüssen und Bächen besteht. Dazu sollen die umliegenden Gemeinden einbezogen werden. Es geht um die Einführung nachhaltiger Lösungen, wie z.B. die Einrichtung eines Überwachungsnetzwerkes und um die “Adoption” von Flussabschnitten durch Freiwillige aus lokalen Vereinen. Diese Gruppen übernehmen nach einer standardisierten, klaren und einfachen Methode für einen kleinen, selbst gewählten Flussabschnitt (500 Meter) die Verantwortung für Überwachung und Schutz. Das führe zu einer effektiven Rehabilitation dieser Abschnitte durch die direkte Intervention der einzelnen “Fluss-Polizei”-Gruppen. Es führe aber auch zu einer langfristigen Qualitätsverbesserung der Wasserläufe und Wasserressourcen.

Seit Urzeiten spielten Flüsse für die Menschheit eine wichtige Rolle bei der Gründung von Siedlungen, als Nahrungsquelle dienend und zur Vernetzung untereinander. Die enge Beziehung zwischen Menschen und Flüssen besteht schon ewig und erwies sich jahrtausendelang als ausgewogen und vorteilhaft. In den letzten Jahrhunderten aber und besonders in den letzten Jahrzehnten werden die negativen Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Wasserwege deutlich.

Die ungestrafte und weit verbreitete Nutzung der Flüsse zur Einleitung von Abwässern und Abfall führte nicht nur in Portugal in großem Umfang zu einer fortgeschrittenen Zerstörung der natürlichen Ökosysteme vieler Flüsse. Veränderungen, selbst positive, wie die Erweiterung des Trinkwassernetzes oder die Entlastung der Flüsse von Handel und Transport, verstärkten die Entfremdung der Anrainer von ihren Flusslandschaften.

 Manuela Oliveira
Manuela Oliveira

Laut Manuela Oliveira hat die Entwicklung des Projekts “Rios” in Portugal die erhofften Erwartungen und Ziele erfüllt. Gegenüber ECO123 betont sie, dass “man in einigen Fällen bereits positive Auswirkungen feststellen kann. Vor allem bemerken wir erstmals, dass die Bereitschaft der Gemeinden steigt, Umweltverschmutzung zu registrieren, anzuzeigen und ihr Gebiet zu schützen.“ Manuela Oliveira fügt dem hinzu: “Auch bei der regelmäßigen Überprüfung der Wasserqualität lassen sich schon Verbesserungen verzeichnen.” Als konkrete Beispiele neben weiteren führt sie den Rio Paiva in Castelo de Paiva oder auch Santa Maria da Feira an. “Dies sind zwei Beispiele, bei denen das gesellschaftliche Engagement sowie die Überwachung der Wasserqualität sehr gut funktionieren”, betont sie.

In Bezug auf eine Übernahme der Verantwortung für einen 500 Meter langen Flussabschnitt gibt Manuela Oliveira zu bedenken, dass es dabei eigentlich weit über Umweltaspekte hinausgeht. Sie erklärt: “das ist ein Projekt, das auch die Bereiche Wirtschaft und Gesellschaft mit einschließt, dadurch, dass sich die Teilnehmer sozial weiterentwickeln und lernen, Wasser effizienter zu nutzen und damit verbundene Kosten zu verringern.”

Kurzinterview

ECO123: Wurde das Projekt gleichmäßig im ganzen Land eingeführt?
Manuela Oliveira: Noch ist es zurzeit eher im Norden vertreten, wobei jedoch daran gearbeitet wird, es in ganz Portugal umzusetzen.

Wie bildet man eine Gruppe?
Inzwischen hören die Menschen bereits vom Projekt und treten an uns heran. Wir führen auch Info-Veranstaltungen durch. Aber der Großteil schließt sich uns zurzeit an, wenn gesehen wird, was wir tun, und durch Informationen über Aktionen, die Gruppen durchführen. Das motiviert sie, auch einen Flussabschnitt zu übernehmen.

Welches sind die zukünftigen Ziele des Projekts?
Vor allem geht es um die Konsolidierung des bestehenden Projektes. Natürlich arbeiten wir auch daran, weiter zu wachsen, bis wir in allen Gemeinden Portugals aktiv sind. Welche gesellschaftlichen Gruppen haben sich “Rios” angeschlossen? Der Großteil der Teilnehmer sind Schulen. Allerdings interessieren sich jetzt auch Gemeinden dafür und wollen “Rios” für ihre Städte übernehmen.

Gibt es eine Aktion oder Initiative, die besonders geschätzt wird?
Es ist sehr befriedigend, die Menschen dabei zu beobachten, wenn sie beginnen, das Projekt “Rios” bei sich einzuführen und ihren eigenen Flussabschnitt definieren. Häufig fühlen sie sich motiviert, über eine einfache Überwachung hinaus zu engagieren. Sie identifizieren sich immer mehr mit dem Fluss und seiner ständigen Fortentwicklung.

 

Kontakt:

Pavilhão da Água, Estrada da Circunvalação, Parque da Cidade do Porto, nº 15443
Entrada Norte – 4100-183 Porto lat: 41,17191 lang: -8,67997
Name: Manuela Oliveira (Projektkoordination in Portugal)
E-Mail: projetorios@aspea.org
www.projetorios.org
Tel.: 917 096 825

Gründungsjahr: 01.10.2005
Projekttyp: Kultur und Bildung
Verfügbarkeit für Besuche: Vorbehaltlich nach Anmeldungs-Bestätigung
Projektraum: städtisch und ländlich
Umfang: 5.000 bis 10.000 Menschen
Zielgruppe: Allgemein Interessengebiete: Bildung, Soziale Anleitung

Vasco Trindade

 

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