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WETNET ?!

Neulich bekam ich eine E-mail. In der stand geschrieben: „Guten Abend. Ich würde gerne eine Online-Demonstration sehen, da ich aus Porto komme. Gibt es in dieser Region eines Ihrer Projekte, das Sie mir zeigen könnten? Ich bereite mich gerade darauf vor, ein Haus in einer ländlichen Gegend mit einer Geschichte von Waldbränden in S. zu bauen. Ich suche nach einem System, das präventiv arbeitet und im Notfall eingreift. Vielen Dank…“

Ich habe mich entschieden, die Person mit dem Telefon in der Hand sofort zurückzurufen. Ich habe sie persönlich nach Monchique eingeladen. Immer samstags zeigt die Genossenschaft Esgravatadouro, was unsere Waldbrand-Prävention kann und soll und wie sie funktioniert. Wir haben WetNet, so haben wir das Feuerlöschsystem genannt, während des letzten großen Waldbrandes im August 2018 konzipiert. Das war zu der Zeit, als ich noch mit einem Gartenschlauch in der Hand die Feuer in unserem Pinien- und Korkeichenwald löschte und mir dabei dachte, dass man das Löschen durchaus noch perfektionieren könnte…

Nachdem die Feuer gelöscht waren, was acht Tage in Anspruch nahm, schlief ich mich erst einmal aus und nahm dann ein Blatt Papier und einen Zeichenstift zur Hand und malte mir die Anlage von der Seele. Ein ganz wichtiger Bestandteil dieses Feuerlöschsystems ist die Zisterne, gefüllt mit Regenwasser, welches von den Dachrinnen unseres Hauses in das geschlossene Becken geleitet, aufgefangen und gesammelt wird. Das Prinzip lautet: fange den Winterregen für die trockenen und heißen Sommermonate auf. Dieses gesammelte Wasser ist ausschließlich für das Löschen von Waldbränden reserviert. Wir leben und arbeiten in einem Hochrisikogebiet, in dem schnell entzündliche Eukalyptus-Monokulturen um uns herum angesiedelt wurden und wir mit unseren drei Hektar diversem Wald eine Oase in der Wüste darstellen. Unser Wald ist ein Mischwald aus alten und jungen Baumkulturen, sehr divers mit mehr als einhundert verschiedenen Baumarten, von Johannisbrotbäumen über Schirmpinien bis zu Monchique-Eichen (lat.: quercus canariensis). Alte Korkeichen stellen das kulturelle Naturerbe der Region dar.

Gleichzeitig haben wir eine kleine Baumschule gegründet, mit der wir die Vielfalt der Baumkulturen unterstützten. Um unser feuerresistent gebautes Haus haben wir zudem eine Brandmauer gebaut. Seit 1991 haben wir fünf Waldbrände überlebt. Wir betrachten uns als Spezialisten beim Thema Waldbrand und wie man sich davor schützen kann…

Bodenvorbereitung

Eine unterirdisch verlegte Wasserleitung führt von der Zisterne in einen kleinen Kommandostand, der den Wasserfilter, die Spezialpumpe und Wasserhähne von zehn Sprinklern beherbergt. Ein Notstromaggregat garantiert unabhängig von der normalen Stromversorgung, das es auch im Fall eines großen Waldbrandes immer Elektrizität gibt. Wir zeigen und erklären unser Sprinklersystem jedem Interessenten, damit die Menschen und ihre Häuser nicht hilflos dem Feuer ausgeliefert sind … Und wir bieten neben Beratung auch Seminare an, in denen wir die Montage des Sprinklersystems erklären und vorführen. Wer uns dann mit dem Bau eines solchen Systems beauftragt, dem installieren wir ein maßgeschneidertes System. In 2025 installierten wir ein erstes System mit sechs Sprinklern bei einem langjährigen Abonnenten von ECO 123 in der Nähe von Aljezur, der seine Ferienunterkünfte damit absichern wollte.

Jetzt beginnt im März die Zeit, sich auf die trockenen und heißen Sommermonate vorzubereiten. Eine Sprinkleranlage, die im richtigen Moment Häuser und Wald naß spritzt und das Risiko der Waldbrände minimiert, bietet einen Extraschutz zu solide gebauten Häusern und zu einem diversen, gepflegten Waldgrundstück. Für de Fall, dass Sie eine gute Haus- und Brandschutzversicherung haben, wird sie sich bei der Berechnung der Prämie vermutlich erkenntlich zeigen.

Nächste Vorführung WetNet am Samstag, dem 28. März um 10 Uhr in Caldas de Monchique. Schriftliche Voranmeldung: theobald.tiger8550@gmail.com .

Uwe Heitkamp (66)

ausgebildeter Fernsehjournalist, Buchautor und Hobbybotaniker, Vater von zwei erwachsenen Kindern, kennt Portugal seit 35 Jahren, Gründer von ECO123.
Übersetzer: Dina Adão, John Elliot
Fotos: Jeremy Walton

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