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Tourismus, Wirtschaft und Umwelt

Nach Angaben der Welttourismusorganisation war das Jahr 2013 Schauplatz für 1.087.000 Urlaubsreisen weltweit. Laut Expertenmeinung wird diese Zahl sogar noch steigen auf mehr als 1.400 Millionen im Jahr 2020 und 1.800 Millionen im Jahr 2030.

Da dabei hauptsächlich das Flugzeug als Transportmittel genutzt wird, ist der Ausstoß an klimaschädlichen Gasen mit all seinen negativen Auswirkungen für die Umwelt astronomisch hoch.

Nach den vierteljährlichen Statistik-Bulletins Nr. 17, 18, 19 und 20 des INAC (Instituto Nacional de Aviação Civil, dem portugiesischen Luftfahrt-Bundesamt), konnten die Flughäfen auf dem portugiesischen Festland im Verlauf des Jahres 2013 245.079 Flugbewegungen verzeichnen mit einem Gesamtvolumen von 32.522.844 Passagieren. Wir sprechen hier von durchschnittlich 671 Start- und. Landebewegungen pro Tag! Und dabei zählt Portugal nach dem “Mastercard Global Destination Index 2013” noch nicht einmal zu den Top 20 der weltweit beliebtesten Ferienziele.

Der Flugverkehr steht zweifellos an erster Steller der Ursachen für die negativen Auswirkungen des Tourismus auf die Umwelt. Dazu kommen noch die anderen während des Urlaubs auf kurze und mittlere Distanz genutzten Verkehrsmittel: Busse, Mietwagen, Taxis, Schiffe für See- und Flussfahrten… alle stoßen Schadstoffe aus.

Portugiesische Forscher sind dabei, einen Biokraftstoff für Verkehrsflugzeuge zu entwickeln, der aus Mikroalgen mittels eines Bioraffinerie-Prozesses gewonnen werden soll. Das wäre eine Möglichkeit, schädliche Emissionen zu reduzieren, aber wann wird es soweit sein und dieser in ausreichender Menge zur Verfügung stehen? Beim neuen Airbus A-350 wurde durch eine Struktur aus kohlenstofffaserverstärktem Kohlenstoff das Gewicht reduziert und damit der Treibstoffverbrauch um 25 % gesenkt. Nur leider wird die nationale Fluggesellschaft dieses Flugzeug nicht vor 2017 bekommen. Auch die Autohersteller sind dabei, abgasarme oder sogar abgasfreie Fahrzeuge zu konstruieren. Aber Anschaffungskosten und geringe Reichweite stehen einer verbreiteten Nutzung zur Zeit noch im Wege.

Palmares Golf - manteve vegetação autóctone

Eine anderes als katastrophal für die Umwelt betrachtetes Marktsegment sind die Golfplätze, vor allem wegen des Abholzens von Wäldern und Ausräumens der Landschaft für das Spielfeld und in angrenzenden Zonen. Der hohe Wasserverbrauch und Chemikalieneinsatz sind ebenfalls negativ zu bewerten. Allerdings gibt es inzwischen in diesem Bereich einige Verbesserungen zur Reduzierung der Betriebskosten und der schädlichen Auswirkungen auf die Natur. In Palmares (Lagos) ließen wir uns von dem für die Wartung zuständigen Direktor Joel Nunes und seinem Stellvertreter und Leiter der Bewässerungsprogramms, Sérgio Guerreiro, beide in Agrarwissenschaften ausgebildet, erklären und vorführen, was in den letzten fünf Jahren gegen die obengenannten Probleme unternommen wurde. Von den 70 Hektar sind in Palmares 20 Hektar für Brachland und Naturwanderwege abgestellt, um die einheimische Flora, bestehend aus Feigen-, Johannisbrot-, Mandel- und Olivenbäumen, zu erhalten. Wir schauen uns die Art und Weise der Wassernutzung an. Die moderne Bewässerungsanlage wird von Satelliten gesteuert, die die Bodenfeuchtigkeit messen und stets nur die erforderliche Wassermenge den entsprechenden Stellen zuweist. Durch Wiederauffangbecken können bis zu 60% des versprühten Wassers wieder verwendet sowie Regenwasser gesammelt werden. Die Fairways sind mit trockenheitsresistentem Bermudagras bepflanzt. Im übrigen sind nur 5% der Fläche mit Gras bewachsen, das einen erhöhten Wasserbedarf hat. Für eine 27-Loch-Anlage liegt der durchschnittliche Wasserverbrauch bei etwa 250.000 Litern täglich. Das ist etwas die Hälfte von dem, was noch vor 15-20 Jahren für eine 18-Loch-Anlage benötigt wurde. Die überwiegende Menge kommt aus dem Bravura-Stausee, von dem auch noch zwei weitere Golfplätze mit Wasser versorgt werden. Nach den Worten von Joel Nunes gab es in den letzten Jahren mehr Wasser im Stausee als benötigt wurde. „Wenn es nicht von den Golfplätzen genutzt werden würde, ginge es glatt verloren, da es keine Bauern mehr gibt, die es verwenden. Es sieht im Moment sogar so aus, dass ohne den Verbrauch der Golfplätze das Wasser für die Landwirte teurer wäre und es gäbe nicht genug Geld, um die Kanäle zu reparieren.”

Die Düngemittel werden in einem Behälter gelöst und nach dem vom Satellitensystem festgestellten Bedarf computergestützt der Berieselungsanlage zugeführt, um eine Überdüngung zu vermeiden.

Leider gibt es bisher keine Alternative zur Stromversorgung durch das öffentlichen Netz. Laut der beiden Zuständigen ist der Verbrauch zu hoch, um durch eigene alternative Energieerzeugung gedeckt werden zu können. Aber man versucht, die Kosten der Bewässerung durch die Vermeidung der Spitzenlastzeiten niedrig zu halten. Auf unsere Frage, ob auch in anderen Bereichen eine Entwicklung zu mehr Umweltschutz zu beobachten ist, antwortete Joel Nunes ohne zu zögern: „Ich denke schon, aus einem ganz einfachen Grund: Das Geld ist knapp. Ein höherer Verbrauch an Wasser und Energie bedeutet höhere Kosten.“

Palmares - Wasserspeicher
Palmares – Wasserspeicher

Wenn wir den Zustand aufgegebener Felder betrachten, müssen wir uns der Frage stellen, wie es hier in Bezug auf Produktivität und Feuergefahr aussehen würde, wenn kein Golfplatz errichtet worden wäre. Und wir denken, dass in Waldgebieten liegende Golfplätze zumindest als Brandschutzzonen gegen massive Waldbrände und Zerstörung von Häusern nützlich sind. Unsere Regierung will davon nichts wissen und hält hohe Instandhaltungskosten dagegen. Aber kann man diese Kosten wirklich gegenrechnen gegen die Zerstörung von Hab und Gut und den Verlust von Menschenleben durch Waldbrände?
Zahlreiche, in Ferienquartieren zu beobachtende Verhaltensweisen, derer sich die Mehrheit der Menschen gar nicht bewusst ist, haben signifikant Auswirkungen auf das Ökosystems unseres Planeten, wenn sie täglich von Millionen von Touristen vorgenommen werden. Das sind oft nicht einmal Gewohnheiten, die man außerhalb der Ferien pflegt, sondern resultieren aus der Haltung: „Ich darf das, ich habe ja dafür bezahlt.“

Einige Abläufe, die einst per Gesetz eingeführt worden waren, werden gewohnheitsmäßig beibehalten, obwohl sie längst überholt sind. Ein Beispiel dafür ist der Wechsel der Bettwäsche und Handtücher in Hotels. Auch im Jahr 1995 noch verlangte das portugiesische Recht, dass sie alle zwei Tage gewechselt werden. In 4 und 5-Sterne-Hotels war sogar täglicher Wechsel obligatorisch. Obwohl im Jahr 1997 das entsprechende Gesetz dazu geändert wurde dahingehend, dass “die Wäsche midestens einmal pro Woche gewechselt wird und bei jedem Gästewechsel”, möchten viele Klienten nicht auf den täglichen Austausch verzichten, mit dem in der Praxis der Konsum von Wasser, Reinigungsmitteln und Energie zum Waschen, Trocknen und Bügeln verbunden ist.

Die Duschen sind eine weitere Quelle der Verschwendung von Ressourcen. Während wir zu Hause den Wasserhahn schließen, solange wir uns einseifen, lassen in Hotels viele Menschen während der gesamten Dauer des Duschens den Wasserhahn geöffnet. Vor einigen Jahren durchgeführte Tests haben gezeigt, dass dadurch die Menge an Wasser von zwanzig auf achtzig Liter pro Bad zunimmt, dass heißt, sich vervierfacht! Und selbst in der größten Sommerhitze wurde heiß geduscht, mit dem daraus folgenden Energieverbrauch. Das Wasser während des Zähneputzens oder Rasierens laufen zu lassen, ist ein weiterer Grund für Verschwendung.

Der Missbrauch von Zimmerklimaanlagen ist ein Problem in Hotels. Abgesehen davon, dass sie oft stundenlang laufengelassen werde, ohne dass sich jemand im Raum aufhält, stehen während des Betriebes häufig auch die Balkontüren zum Lüften auf. Durch die heiße Luft von draußen läuft das Gerät pausenlos auf Hochtouren. Einzig die Montage von Drucksensoren in den Balkontüren und Fenstern schaffen Abhilfe.

In Bezug auf den Missbrauch der Beleuchtung wird immer wieder festgestellt, dass in einem Großteil der Zimmer das Licht im Bad ständig an ist, auch wenn es gerade nicht benutzt wird oder sogar niemand im Zimmer ist. Und das von Leuten, die bei sich zu Hause immer darauf achten, kein Licht unnütz brennen zu lassen. Etliche Klienten brüsten sich sogar damit, wie leicht es ihnen gelungen ist, die schlüsselkartengesteuerte Lichtanlage auszutricksen, die eigentlich den Hauptschalter unterbrechen soll, wenn das Zimmer verlassen wird.

Viele Hotels haben aus wirtschaftlichen Gründen mit Aufklärungskampagnen begonnen, an das ökologische Gewissen ihrer Klienten zu appellieren. Aber die erst allmählich spürbaren Ergebnisse sind noch weit von den Erwartungen entfernt.

Aufmerksame Beobachtungen und Gespräche mit Köchen und Kellnern aus verschiedenen Hotelanlagen lassen vermuten, dass geschätzte 15% der Gerichte täglich im Müll landen, mit allen anhängigen Auswirkungen auf die Umwelt: zusätzlicher Energie- und Wasserverbrauch zur Herstellung, mehr Geschirr muss gewaschen und getrocknet werden (Wasser, Energie und Waschmittel), Vergrößerung des Müllberges, mehr Frittierfette sind zu recyclen usw.

buffet

Das Buffet-Konzept ist geradezu eine Einladung zu Verschwendung, denn “die Augen essen mehr, als der Bauch“. Die Leute füllen ihre Teller, essen nur die Hälfte und holen sich neue Speisen, die sie auch wieder nicht aufessen, in ihrem Eifer, alles probieren zu wollen. Und, spätestens wenn sie an die Tischkante eines reichhaltigen Buffets kommen, unterscheiden sich Angestellte nicht mehr von Arbeitern…

Neuerdings entscheiden sich die Veranstalter immer häufiger, den Gästen nur noch kleine Teller anzubieten, sozusagen als psychologische Bremse beim Auftun. Und, wie sie ECO123 berichten, funktioniert es. Aber das ist auch schon alles, was erreicht werden kann, denn die Angestellten, sei es aus Bequemlichkeit, wegen der Komplexität der Lebensmittelsicherheitsstandards oder aus einem anderen Grund, verwerten nichts vom Buffet für sich selber, auch wenn es in einwandfreiem Zustand ist. Sie greifen einfach nach den Müllsäcken und werfen alles der Reihe nach hinein.

Seit einiger Zeit gibt es humanitären Organisationen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, diese Reste teilweise einzusammeln, um damit Bedürftige zu ernähren. Aber trotz allem endet immer noch zu viel gutes Essen in den Müllcontainern der Hotels, aus den unterschiedlichsten bedauerlichen Gründen.

Wenn wir uns die Algarve in der Zeit vor ihrer Entdeckung durch die Touristen anschauen, sehen wir, dass die Wirtschaft in erster Linie auf der Produktion von Trockenfrüchten, Fisch und Fischkonserven basierte. Durch die touristischen Entwicklung gingen dieser die Arbeitskräfte verloren. In der Landwirtschaft konnte in Kleinstbetrieben nicht mehr als das Existenzminimum erwirtschaftet werden. Und der Trend geht weiterhin hin die gleiche Richtung. Mit Feldarbeit mag man seinen Hunger bekämpfen oder zum Familienbudgets beitragen, aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass damit eine Alternative zum Tourismus bezogen auf Verdienst und Arbeitszeit geschaffen werden kann.

Auf See und den damit verbundenen Industriezweigen war das anders: viele Menschen waren dort beschäftigt, aber trotzdem verkümmerte dieser Wirtschaftsbereich. Was sind die Gründe? Joaquim Lopes de Mendonça, der damalige Präsident des Verbandes der Fischkonserven-Hersteller der westlichen Algarve führte im Jahr 1966 im Vergleich zum Vorjahr „eine 20%ige Erhöhung der Lohnkosten auf das Abwandern der Frauen in mit dem Tourismus verbundene Aktivitäten“ zurück. Insbesondere die Kosten für die mit Handarbeit in der Fertigung Beschäftigten erfuhr eine Steigerung von 73,58% zwischen 1962 und 1966.

Andersherum betrachtet half der Tourismus jedoch, Arbeitslosigkeit und Armut zu vermindern, als der Sardinenfang in Portimão von 13.639 Tonnen im Jahr 1960 in neun Jahren auf 4.149 Tonnen wegen Überfischung sank und der durchschnittliche Kilopreis für Sardinen von 3$42 auf 7$20 stieg.

Pesca tradicional
Pesca tradicional

Es wird jedoch angenommen, dass die Zukunft der Algarve im Meer und seiner damit verbundenen Vielfalt liegen wird, deren Bewirtschaftung, wenn auch zaghaft, ein paar Schritte in die Zukunft zu machen beginnt. Das Projekt WindFloat, ein Offshore-Windpark, wurde vollständig in Portugal gebaut. Es spielt eine Vorreiterrolle und hat schon Wellen von 17 Metern widerstanden. Trotzdem könnten einige Lösungen, wie die Offshore-Aquakultur, zu Umweltschäden führen. Aber gibt es eine menschliche Tätigkeit, die keine Auswirkungen auf die Natur hat?

Zur Vertiefung dieses Themas schlägt Ihnen ECO123 folgendes Buch vor: “Portugal und das Meer” von Tiago Pitta e Cunha – Francisco Manuel dos Santos Stiftung (FFMS), als Anregung für einige Möglichkeiten, die wir an der Algarve erproben können, alternativ – oder ergänzend – zum Tourismus.

ECO123 fragte den Präsidenten der Vereinigung der Gewerbetreibenden der Algarve (ACRAL), Dr. Victor Guerreiro:

Falls die Tourismusbranche der Algarve in naher Zukunft einen plötzlichen Einbruch erleben würde, gäbe es konkrete Studien mit verschiedenen Szenarien, wie die wirtschaftlichen Probleme und die damit aufziehende Arbeitslosigkeit bewältigt werden könnten?

Dr. Victor Guerreiro, Präsident der Vereinigung der Gewerbetreibenden der Algarve
Dr. Victor Guerreiro, Präsident der Vereinigung der Gewerbetreibenden der Algarve

Bei der Frage kann es den Verantwortlichen der Algarve nicht darum gehen, eine Teillösung zu einem gravierenden Problem zu finden. Denn sollte dieser Einbruch eintreten, wäre dieser wohl kaum mit Notfallmaßnahmen in den Griff zu bekommen sein.
Wichtig wäre es, die Wirtschaft mittel- und langfristig umzustrukturieren, um generell auf Schwankungen im Tourismussektor besser reagieren zu können. Wir müssen einen Ausweg finden, um die Algarve aus der kompletten Abhängigkeit ihrer Wirtschaft vom Tourismus herauszulösen, worin sie sich seit mehr als 30 Jahren befindet.
Schon seit langem ist das Problem der Abhängigkeit vom Tourismus bekannt. Das ist ein Gewerbe, in dem die Nachfrage nicht planbar ist. Auf einen plötzlichen Rückgang der durch externe Effekte verursacht wird, haben wir keinen Einfluss. Anders gesagt, es gibt gegenwärtig keinen einzigen konkreten Lösungsansatz für die möglicherweise über uns hereinbrechende Katastrophe. Aber es sind einige Wege angedacht, die beschritten werden können, um die Auswirkungen abzufedern: Fragen der Sicherheit, der öffentlichen Gesundheit, Naturkatastrophen.

Die Antwort liegt in der Diversifizierung der Schlüsselbereiche unserer regionalen Wirtschaft. Es geht dabei nicht um die Schaffung von anderen Sektoren, die ihre Stärke wiederum aus der Tourismusbranche beziehen, sondern um die Intensivierung anderer Wirtschaftsbereiche, so dass sie einen Rückgang des Tourismus auffangen können. Es muss auf intelligente Spezialisierung gesetzt werden: Investitionen und Innovationen, vor allem in den Bereichen, in denen wir bereits inhärente Fähigkeiten besitzen. Die beste Lösung, das Problem anzugehen, ist die Förderung der traditionellen Bereiche. Wir müssen an das alte Wissen anknüpfen und neues Know-how hinzufügen: Technologie und Qualität schaffen, auch um die Wertschöpfungskette zu optimieren. Und wir müssen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass der Gewinn in der Gegend verbleibt, um damit zur regionalen Bruttowertschöpfung (BWS) beizutragen.
Vieles ist in den letzten Jahren schon geschehen, aber es bleibt auch noch viel zu tun.
Unternehmer aller Generationen der Algarve sollten bemerkt haben, wie gut sie sich entwickelt haben bei dem Versuch, die Spezialisierung der regionalen Kapazitäten zu erreichen, um Wohlstand zu schaffen. Aber das allein reicht noch nicht.
In der Region fehlte und fehlt es an einer umfassenden strategischen Vision. Da erwarte ich Kompetenz und eine schonungslose Bewertung der Ergebnisse und deren tatsächliche Multiplikatoren-Effekte, die zu einem großen Teil auf eine fehlende Infrastruktur zurückzuführen ist. Im Besonderen meine ich aber die Privatwirtschaft, die in der Lage sein sollte, diese Analysen und umfassenden Prognosen zur Entwicklung der Wirtschaftsstruktur zu leisten.
Und durch die Bevölkerung der Algarve müsste ein Ruck der Solidarität gehen. Sie müsste in der Lage sein, langfristige Pläne zu schmieden und diese mit einer gewichtigen Stimme sprechend den entsprechenden Gremien vorzustellen.
Die Antwort auf eine Krise im Tourismussektor liegt im Wesentlichen in harter mittel- und langfristiger Arbeit, die die Algarve befähigt, jede Art von Herausforderung in jedem Moment anzunehmen: ohne Umwege über kleinlichen und blinden Aktionismus.
Weder kann man der Wirtschaft einfach Widerstandsfähigkeit verordnen, noch eine sich anbahnende Krise per Verordnung verbieten.
Es handelt sich nicht darum, eine Krise des Tourismus zu überleben. Es ginge vielmehr darum, die regionale Wirtschaft in dem Maße zu stärken, dass sie nicht unter irgendeiner Krise auf irgendeinem Gebiet zusammenbricht und dass sie letztendlich allen Szenarien standhält.
Dies ist die wirkliche Herausforderung, die es zu bewältigen gilt. Dies wäre eine neue Form des Wirtschaftens, die wir an der Algarve mit aller Nachdrücklichkeit bräuchten. Und trotzdem entziehen wir uns weiterhin der Verantwortung, einen Beginn zu machen. Die Studien sind abgeschlossen, die Ergebnisse sind bekannt. Was fehlt? Aufwachen. Das Reden beenden. Hand anlegen.

Im Vergleich zur heutigen Ausprägung der Tourismusindustrie, wären die Alternativen mehr oder weniger schädlich für die Umwelt?
Was die Bewahrung der Natur angeht, ist es heutzutage möglich, den negativen Impact bei allen Szenarien zur Wirtschaftsentwicklung zu verringern. In dieser Hinsicht muss die Notwendigkeit zu einer strengen Kontrolle betont werden. Wir müssen genau beobachten, welche Auswirkungen die getroffenen ökonomischen Entscheidungen auf die Umwelt haben.
Die Ökonomie darf der Ökologie nicht entgegen stehen. Was wir brauchen, sind nicht so sehr gesetzliche Einschränkungen schon vor einer Investition, unter der hypothetischen Annahme einer Umweltbeeinträchtigung, sondern einen Konsens, dass Achtung vor der Umwelt die Voraussetzung für nachhaltiges wirtschaftliches Handeln ist.

Gesetzesdekret nº 327/95, de 5 de Dezembro, ANEXO II – Capítulo I – artº 10º, nºs 2 e 3
Dekret Regulamentar 36/97, de 25 de Setembro, Secção II, Artº 22º
O Tratado de hotelaria, de Manuel Ai Quintas, INFT, pág. 39, mostra os consumos médios de água, nos hotéis.
Aus der Zeitschrift «Conservas de Peixe», nº 253, Abril de 1967
Aus der Zeitschrift «Conservas de Peixe», nº 289, de Abril de 1970

About the author

José Garrancho stammt aus Sines, lebt aber in Portimão, ist 63 Jahre alt, verheiratet, hat einen Sohn. Pensionierter Hoteldirektor, Ausbilder, Journalist und Fotograf.

 

 

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