{"id":16036,"date":"2014-09-19T18:37:53","date_gmt":"2014-09-19T18:37:53","guid":{"rendered":"http:\/\/eco123.info\/?p=16036"},"modified":"2015-01-03T13:01:18","modified_gmt":"2015-01-03T13:01:18","slug":"haltbarkeit-abgelaufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eco123.info\/de\/portugal-de\/interviews\/haltbarkeit-abgelaufen\/","title":{"rendered":"Haltbarkeit abgelaufen?"},"content":{"rendered":"<p><strong>ECO123: Sie er\u00f6ffneten den ersten Intermarch\u00e9 Supermarkt in Portugal in Guarda. Nun geh\u00f6ren Ihnen die Intermarch\u00e9s in Monchique, Lagoa, Porches und Messines. Welche soziale Verantwortung hat man da?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Philippe Bourroux<\/strong>: Dass in jeden Laden die B\u00fccher stimmen und alle Mitarbeiter immer p\u00fcnktlich ihre Geh\u00e4lter bekommen. In diesem Moment besch\u00e4ftigen wir rund 250 Menschen und die Zahlung der Geh\u00e4lter gestaltet sich recht schwierig. Sozial hei\u00dft f\u00fcr mich aber auch, die Leistung eines Supermarktes vor Ort zu garantieren: alle Produkte anzubieten, die Menschen zum Leben brauchen. In Monchique zum Beispiel, von seiner Lage, mitten in den Bergen, 30 km oberhalb von Portim\u00e3o, bringt der Intermarch\u00e9 von Monchique auch Aktivit\u00e4t ins Leben des Dorfes.<\/p>\n<p><strong>Was bedeutet das f\u00fcr die Bauern und ihre Landwirtschaft?<\/strong><br \/>\nIch w\u00fcrde sehr gerne mit lokalen Produzenten zusammenarbeiten. Ich versuche, lokale Produkte, das hei\u00dft Medronho-Schnaps, Honig und Wurst vom schwarzen Schwein zu verkaufen. Und es w\u00e4re richtig gut, das Gleiche auch beim lokalen Obst und Gem\u00fcse zu machen. Aber es gibt ein ernstes Problem in der Logistik, beim Bezug von lokalen Produkten. In Monchique gibt es bisher keine Genossenschaft, um die Produkte aller Kleinproduzenten f\u00fcr die Superm\u00e4rkte zu koordinieren. Unabh\u00e4ngig von den Produktionskosten, k\u00f6nnen wir nicht mit jedem kleinen Lieferanten, wohl aber mit einer Genossenschaft zusammenarbeiten.<\/p>\n<div class=\"box shadow  alignleft\" style=\"width:90%\"><div class=\"box-inner-block\"><i class=\"fa tie-shortcode-boxicon\"><\/i>\n\t\t\t\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-16018\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/pb-150x150.png\" alt=\"pb\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/pb-150x150.png 150w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/pb-55x55.png 55w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/>Ich w\u00fcrde sehr gerne mit lokalen Produ- zenten zusammenarbeiten. Aber es gibt ein ernstes Problem in der Logistik, beim Bezug von lokalen Produkten.\n\t\t\t<\/div><\/div>\n<p><strong>Welche Verantwortung empfinden Sie auf dem Gebiet der \u00d6kologie?<\/strong><br \/>\nWir und unser Vertrieb sind in der Regel nicht auf die \u00d6kologie fokussiert. Wir verkaufen verpackte Ware und hinterlassen damit Tonnen von M\u00fcll. Das k\u00f6nnte tats\u00e4chlich recycelt werden, aber wir wissen auch, dass wir immer noch in unserer Gesellschaft ein gro\u00dfes Problem mit dem Recycling haben. Ich denke, dass die Superm\u00e4rkte noch nicht reif sind f\u00fcr die \u00d6kologie. Es ist offensichtlich, dass wir in der Zukunft immer mehr und in unterschiedlicher Weise R\u00fccksicht darauf nehmen m\u00fcssen, wie unsere Produkte f\u00fcr den Vertrieb verpackt werden, um das eigene Produkt und nicht die Verpackungen und ihre Werbung zu verkaufen.<\/p>\n<p><strong>Falls ein Supermarkt alle seine Produkte lokal beziehen w\u00fcrde, w\u00e4re das Ergebnis a. weniger Plastikverpackung und b. noch weniger w\u00fcrde mit dem Ablauf des Haltbarkeitsdatums in den M\u00fcll wandern.<\/strong><br \/>\nSicherlich. Ich denke, unsere Lieferketten m\u00fcssten hier mit einbezogen werden. Die Art und Weise, wie wir konsumieren, bedarf aber auch einer anderen Form des Kaufverhaltens. Gehen wir mit einem Beh\u00e4lter einkaufen und legen das Produkt dort hinein. Ist das Produkt aber nicht verpackt, stellen wir uns das einmal beim Reis vor, verkaufen wir es als loses Korn und packen es wieder in einen Beutel und die Situation ist wiederum die Gleiche. Der Kunde m\u00fcsste also seine Verpackung selbst mitbringen. Das wiederum bedeutet, dass der Verbraucher sein Verhalten \u00e4ndert, nicht nur der Supermarkt. Generell muss es eine Ver\u00e4nderung der Verbrauchermentalit\u00e4t geben.<\/p>\n<p><strong>M\u00fcssen Superm\u00e4rkte nicht mit einem guten Beispiel vorangehen? Um Ihnen ein Beispiel zu geben: verzichten Sie mal auf die Plastikt\u00fcten an den Kassen.<\/strong><br \/>\nAngesichts der derzeitigen Situation des Wettbewerbs im Einzelhandel, kann ein Supermarkt allein diese Entscheidung nicht treffen. Diese Entscheidung sollte von oben kommen. Wie das in Frankreich vor kurzem passiert ist, ein Gesetz zum Verbot von Plastikt\u00fcten.<\/p>\n<p><strong>Sch\u00f6n. Was aber machen wir unterdessen in Portugal?<\/strong><br \/>\nIch denke, dieses Gesetz wird zwangsl\u00e4ufig auch in Portugal eingef\u00fchrt. Aber die Plastikt\u00fcre ist eine einfache L\u00f6sung f\u00fcr den Kunden. Stellen Sie sich einmal vor, ein Supermarkt w\u00fcrde \u2013 im Gegensatz zur Konkurrenz \u2013 allein entscheiden, es passierte, dass der Konsument zu dem Supermarkt wechseln w\u00fcrde, der die Plastikt\u00fcten weiterhin ausgibt.<\/p>\n<p><strong>Ich kaufe meine Lebensmittel doch nicht deswegen in einem Supermarkt, weil ich am Ende daf\u00fcr eine Plastikt\u00fcte zum Verpacken erhalte\u2026<\/strong><br \/>\nIch spreche \u00fcber die Mehrheit der Kunden, die heute noch nicht so denken wie Sie. Die Mehrheit der Kunden sagt, beim Intermarch\u00e9 bezahle ich die Plastikt\u00fcten, bei der Konkurrenz bekomme ich sie umsonst. Es gibt n\u00e4mlich immer noch solche, bei denen der Kunde sie umsonst in die Hand gedr\u00fcckt bekommt.<\/p>\n<p><strong>Genau das ist doch der Grund, weshalb ich da gar nichts mehr einkaufe. Nun habe ich mich noch dazu entschieden, nur noch Wasser in Glasflaschen zu kaufen. Aber in Ihrem Intermarch\u00e9 finde ich keine. Warum eigentlich nicht?<\/strong><br \/>\nIch kann nicht nur Wasser in Glasflaschen verkaufen. Um diese Option haben zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tige ich die M\u00f6glichkeit, diese aus meinem Zentrallager zu bestellen. Und wenn die das Produkt nicht kaufen, kann ich es nicht verkaufen. Das muss meine Zentrale managen; die Lieferung und auch die Abholung der Flaschen, wie wir es bereits beim Bier machen.<\/p>\n<p><strong>M\u00fcllvermeidung bedeutet, mit einem Pfandsystem beginnen, zu arbeiten.<\/strong><br \/>\nDas existiert bereits in Belgien, dort gibt es sehr viel mehr Pfandflaschen als in Portugal\u2026<\/p>\n<p><strong>&#8230; und in Frankreich haben die Intermarch\u00e9s mit einer Kampagne begonnen, die sich \u201cInglorious foods\u201d nennt. Das sind Lebensmittel, die nicht die Norm erf\u00fcllen, sowohl bei der Farbe als auch bei der Gr\u00f6\u00dfe und der Form. Wann k\u00f6nnen wir damit bei Ihnen in Portugal beginnen?<\/strong><br \/>\nJa, habe ich gesehen. Ich sage Ihnen jetzt mal was. Ich arbeite seit 23 Jahren im Vertrieb in Portugal. Als wir begannen, entsprachen alle Fr\u00fcchte aus portugiesischer Produktion durchweg nicht der Norm. Und seitdem bem\u00fchen sich Landwirte in Portugal ihre Produkte zu verbessern, um der Qualit\u00e4t und des guten Aussehens willens. Und nun sagen sie mir, wir sollen wieder dahin zur\u00fcck. Das scheint mir\u2026<\/p>\n<p><strong>&#8230;ich gucke in erster Linie nicht danach, wie Fr\u00fcchte aussehen, sondern entscheide mich nach einem anderen Kriterium, ob sie regional produziert wurden und schmecken, selbst wenn sie vom Baum gefallen sind.<\/strong><br \/>\nDie Orangen der Algarve sind wirklich nicht die sch\u00f6nsten, nicht alle, im Vergleich zu den spanischen Apfelsinen. In Lagoa kaufen beispielsweise die Urlauber die Orangen der Algarve. Weil sie einfach besser schmecken. Abschlie\u00dfend k\u00f6nnen wir sagen, das Aussehen der Frucht ist nicht der wichtigste Aspekt. Es ist schon wichtig, denn es l\u00e4sst sich mit einem guten \u00c4u\u00dferen einfach besser verkaufen, aber das Wichtigste ist die Qualit\u00e4t des Produktes. Die Frucht darf h\u00e4sslich, aber die Qualit\u00e4t muss makellos sein.<\/p>\n<p><strong>Und lokale Produkte verkaufen sie hier?<\/strong><br \/>\nSicher doch. Wir verkaufen Orangen, Zitronen, Kartoffeln. Aber die Produkte der Jahreszeit, ob h\u00e4sslich oder nicht, der Kunde wei\u00df auch Qualit\u00e4t zu kaufen. Das lokale Produkt, das er identifiziert und dessen Qualit\u00e4t er kennt, kauft er auch.<\/p>\n<p><strong>Was machen sie eigentlich mit Lebensmitteln, die sie nicht verkaufen. Die schmei\u00dfen sie sicherlich in den M\u00fcll, oder?<\/strong><br \/>\nErstens: Produkte, die wir nicht verkaufen, sind ein enorm teurer Kostenfaktor. Ein Ladenbesitzer wird sich immer darum bem\u00fchen, seine Kosten zu minimieren. Unser Ziel ist es, ein Maximum an Verlusten zu vermeiden.<\/p>\n<p><strong>Wie viel Tonnen Lebensmittel landen durch Ihren Supermarkt jedes Jahr im M\u00fcll?<\/strong><br \/>\nDas kann ich Ihnen nicht sagen.<\/p>\n<p><strong>Prozente?<\/strong><br \/>\nIn Prozenten ausgedr\u00fcckt, sind das&#8230;<\/p>\n<p><strong>&#8230; 20, 30, 50%?<\/strong><br \/>\nWir arbeiten mit Gewinnmargen von 15%. Wir k\u00f6nnen uns das gar nicht leisten 50% wegzuschmei\u00dfen. Beim Joghurt haben wir beispielsweise zwei Prozent.<\/p>\n<p><strong>Und wie schmei\u00dfen Sie die Lebensmittel weg?<\/strong><br \/>\nWir engagieren eine Firma, die Laktose-Produkte abholt. Ich habe nicht das Recht, wenn das Haltbarkeitsdatum abgelaufen &#8211; selbst wenn das Lebensmittel noch zehn bis 15 Tage genie\u00dfbar w\u00e4re \u2013 es an Personen oder K\u00f6rperschaften gratis abzugeben. Im Falle einer Lebensmittelvergiftung, und speziell bei einem Produkt, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, und eine Person durch die Gratis-Einnahme Schaden n\u00e4hme, werde ich verantwortlich gemacht.<\/p>\n<p><strong>Aber sie k\u00f6nnten das Produkt doch kurz vor dem Ablauf des Datums im Preis heruntersetzen.<\/strong><br \/>\nJa, aber die Mengen, mit denen wir es hier zu tun haben, sind nicht signifikant. Wir sprechen von maximal drei Prozent. Beim Blumenkohl beispielsweise bel\u00e4uft sich der Verlust auf 1,2 Prozent. Ihr Aussehen beeintr\u00e4chtigt den Verbrauch.<\/p>\n<p><strong>Beim Fleisch und Fisch doch auch.<\/strong><br \/>\nBeim Fleisch sind die Fette der Verlust. Beim Fleisch ist das erkl\u00e4rte Ziel, gar nichts wegzuschmei\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Aber auch hier gilt ein Verfalldatum. Was machen sie dann?<\/strong><br \/>\nSie sollten einmal hier unseren Supermarkt managen. Beim Fleisch haben wir keine Verluste. Ein guter Fleischer schmei\u00dft normalerweise nichts weg. Wenn ich hier Verluste mache, dann ist der Fleischer nicht kompetent. Weil wir nicht warten, dass unser Fleisch vergammelt. Wir bestellen t\u00e4glich das Fleisch frisch und das wird anderntags angeliefert. Wir haben immer frisches Fleisch, das kommt. Das Rindfleisch k\u00f6nnen wir w\u00e4hrend f\u00fcnf bis sechs Tagen verkaufen. Dann darf es nicht mehr verkauft werden. Es hat nicht nur einen Tag Haltbarkeit zum Verkauf. Was ich damit sagen will ist, dass nur Fette und Fleischteile, die nicht zum Verzehr geeignet sind, weggeworfen werden.<\/p>\n<p><strong>Wie sieht es beim Fisch aus? Ist das nicht viel schwieriger?<\/strong><br \/>\nJa, beim Fisch ist alles viel schwieriger, aber auch hier versuchen wir nichts in den M\u00fcll zu werfen. Unser oberstes Ziel ist es, keine Verluste zu haben. Weil wir eine Gewinnspanne von nur 15 Prozent haben. Wenn wir zwei Prozent wegwerfen w\u00fcrden, h\u00e4tten wir nur noch eine Spanne von 13 Prozent.<\/p>\n<p><strong>Erkl\u00e4ren sie uns ihre Gewinnspanne von 15 Prozent.<\/strong><br \/>\nDie operative Marge ist die Differenz vom Kaufpreis des Kunden minus Gro\u00dfhandels-Einkaufspreis, ohne Mehrwertsteuer. Immer, wenn Sie 100 Euro in einen Laden tragen, gehen 85 Euro f\u00fcr den Kauf des Produkts drauf und 15&#8230;<\/p>\n<p><strong>&#8230; ist der Gewinn?<\/strong><br \/>\n\u2026 ist nicht der Gewinn, weil wir noch alle Kosten abziehen m\u00fcssen: Personal, Elektrizit\u00e4t \u2026<\/p>\n<div class=\"box shadow  alignright\" style=\"width:70%\"><div class=\"box-inner-block\"><i class=\"fa tie-shortcode-boxicon\"><\/i>\n\t\t\t\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-16022\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/P1080742-150x150.jpg\" alt=\"P1080742\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/P1080742-150x150.jpg 150w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/P1080742-55x55.jpg 55w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/>Das ist nicht m\u00f6glich und entspricht auch nicht die Wahrheit, dass Lebens mittelgesch\u00e4fte mit Gewinnspannen von 50 Prozent und mehr arbeiten. Ich w\u00e4re richtig reich und h\u00e4tte keine Probleme, alle meine Arbeiter zu bezahlen. Das ist nicht der Fall.\n\t\t\t<\/div><\/div>\n<p><strong>Aus Erfahrung wei\u00df ich, dass Sie ein Getr\u00e4nke-Produkt f\u00fcr 2,50 Euro einkaufen und f\u00fcr mehr als f\u00fcnf Euro wieder verkaufen.<\/strong><br \/>\nWir kaufen auch Produkte f\u00fcr einen Euro und verkaufen sie f\u00fcr einen Euro. Wenn wir \u00fcber eine Gewinnmarge sprechen, ist das die durchschnittliche Marge eines Supermarktes. Das Speise\u00f6l Fula ist ein superpsychologisches Produkt, das alle Gesch\u00e4fte zum Einkaufspreis anbieten und nichts daran verdienen. Am Speise\u00f6l Fula verdient niemand was. Davon gibt es viele Produkte. Der Reis hat eine Gewinnmarge zwischen zwei und vier Prozent. Es gab eine Zeit, in der einige meiner Konkurrenten durchblicken lie\u00dfen, sie arbeiteten mit Gewinnspannen von 50 bis 70 Prozent. Und dass sie diese Gewinne an die Kunden weitergeben w\u00fcrden. Das ist nicht m\u00f6glich und entspricht auch nicht die Wahrheit, dass Lebensmittelgesch\u00e4fte mit Gewinnspannen von 50 Prozent und mehr arbeiten. Ich w\u00e4re richtig reich und h\u00e4tte keine Probleme, alle meine Arbeiter zu bezahlen. Das ist nicht der Fall.<\/p>\n<p><strong>Die Leute auf der Stra\u00dfe denken, dass Supermarktbesitzer reich seien, dass sie richtig Geld mit Lebensmitteln scheffeln.<\/strong><br \/>\nDer Supermarkt hier in Monchique kommt gerade an den Break Even Punkt. Das k\u00f6nnen Sie bei meinem Steuerberater einsehen.<\/p>\n<p><strong>Rekapitulieren wir. Was k\u00f6nnte Ihr Supermarkt Intermarch\u00e9 in Zukunft noch besser machen. Was k\u00f6nnen wir in 2015 erwarten?<\/strong><br \/>\nIch werde alles versuchen, was in meiner Macht steht, aber ich ben\u00f6tige dazu auch Hilfe von au\u00dfen, weil ich pers\u00f6nlich nicht die richtigen Einf\u00e4lle dazu habe. Ich bin in meiner Welt gefangen, die so funktioniert, dass ich verpflichtet bin, in meiner Zentrale einzukaufen. Und wir besitzen nicht viele M\u00f6glichkeiten, uns dem zu entziehen.<\/p>\n<p><strong>Was bedeutet Entwicklung f\u00fcr Sie? K\u00f6nnten Sie beispielsweise schon morgen Fleisch von Tieren verkaufen, das nicht industriell aufgezogen und geschlachtet wurde?<\/strong><br \/>\nDas Problem ist, dass wir grunds\u00e4tzlich nur Fleisch von Tieren verkaufen d\u00fcrfen, dass nach den offiziellen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften in offiziellen Schlachth\u00f6fen get\u00f6tet wurden. Es wird kompliziert, wenn wir von der Beh\u00f6rde nicht zertifiziertes Fleisch verkaufen w\u00fcrden. Ich bin jetzt mehr als zwei Jahre vor Ort, auch um lokales Fleisch vom iberischen schwarzem Schwein aus Monchique durch meinen Fleischer hier im Intermarch\u00e9 zu verkaufen &#8211; es gelingt mir aber nicht. Nicht ein Schweinez\u00fcchter verkauft mir direkt Fleisch, um es in meinem Laden selbst zu verkaufen. Das ist die Wahrheit. Um schwarzes Schwein zu verkaufen, muss ich es bei meinen Zulieferern einkaufen, die wiederum nicht in Monchique einkaufen. Ich w\u00fcrde ja schwarzes Schwein aus Monchique in meinem Intermarch\u00e9 verkaufen, aber das kriege ich seit zweieinhalb Jahren nicht auf die Reihe.<\/p>\n<p><strong>Gibt es au\u00dfer schwarzem Schwein noch andere lokale Produkte, wie Kartoffeln und Zitronen etc.?<\/strong><br \/>\nKartoffeln gibt es in kleinen Mengen. Wir haben immer Kartoffeln aus Monchique. Das Problem ist immer die Menge.<\/p>\n<p><strong>Gibt es etwas, was Sie an innovativen Ideen in Ihrem Supermarkt noch nicht umsetzen konnten? Oder befindet sich alles in bester Ordnung?<\/strong><br \/>\nEs funktioniert alles innerhalb der aktuellen Normen des Vertriebs. Der Unterschied zu anderen Superm\u00e4rkten ist, dass wir unabh\u00e4ngige Besitzer sind. Wir haben eine gewisse Freiheit, um lokal Produkte einkaufen zu k\u00f6nnen. Bisher habe ich einiges umgesetzt, aber wichtig w\u00e4re, dass von Seiten der Produzenten der Wille best\u00fcnde, mit mir zusammenarbeiten zu wollen. Bei mir existiert keine Struktur, die es erm\u00f6glichen w\u00fcrde, mit 50 lokalen Produzenten gleichzeitig zu kooperieren. Ich wei\u00df nicht, wie ich das machen k\u00f6nnte. Abschlie\u00dfend sei gesagt, dass m\u00fcsste nicht nur von mir, sondern auch von Seiten der Produzenten gewollt sein. Ich w\u00fcrde gern schwarzes Schwein aus Monchique in meinen L\u00e4den verkaufen und ich w\u00fcrde mich freuen, wenn ein Schweinez\u00fcchter auf mich zukommen und sagen w\u00fcrde, wir werden eine L\u00f6sung finden.<\/p>\n<p><strong>Vielleicht wollen die Z\u00fcchter ihr eigenes Gesch\u00e4ft und ihre eigenen Metzgereien sch\u00fctzen?<\/strong><br \/>\nIn der Wirklichkeit gibt es f\u00fcnf Metzgereien, die sich damit im Markt sind. Alle von ihnen verkaufen frisches Fleisch vom schwarzen Schwein und beliefern nur ihre eigenen Metzgereien. Und ich wei\u00df nicht, wie ich das \u00e4ndern kann.<\/p>\n<p><strong>Eine Selbsteinsch\u00e4tzung? Wenn wir eine Skala zwischen Null und 20 haben, wo siedeln Sie ihre Zufriedenheit an?<\/strong><br \/>\n15.<br \/>\nDanke f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<div class=\"clear\"><\/div><div class=\"author-info\"><img decoding=\"async\" class=\"author-img\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Uwe-Heitkamp.png\" alt=\"\" \/><div class=\"author-info-content\"><h3>About the author<\/h3>\n\t\t\tUwe Heitkamp, 53, Journalist und Filmemacher, ist seit 25 Jahren in Monchique, Portugal zuhause. Er unternimmt gern lange Wanderungen in den Bergen und schwimmt in Gebirgsb\u00e4chen und Seen. Schreibt und erz\u00e4hlt Geschichten \u00fcber Menschen und ihre Bez\u00fcge zur \u00d6kologie und \u00d6konomie. Sein aktueller Film \u201eErben der Revolution\u201c, erz\u00e4hlt \u00fcber 60 Minuten die Geschichte einer Wanderung durch Portugal. Zehn Menschen berichten aus ihrem Leben. Alle Protagonisten zusammen malen ein Bild vom Leben und Arbeiten in den Bergen Portugals. Der Film offenbart Einblicke in die Sch\u00f6nheit der Natur und das Leben der normalen Menschen. Welcher Weg bestimmt die Zukunft des Landes? (Abonnieren Sie ECO123 und sehen Sie den Film in der Mediathek)\n\t\t\t<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ECO123: Sie er\u00f6ffneten den ersten Intermarch\u00e9 Supermarkt in Portugal in Guarda. Nun geh\u00f6ren Ihnen die Intermarch\u00e9s in Monchique, Lagoa, Porches und Messines. Welche soziale Verantwortung hat man da? Philippe Bourroux: Dass in jeden Laden die B\u00fccher stimmen und alle Mitarbeiter immer p\u00fcnktlich ihre Geh\u00e4lter bekommen. 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