{"id":16902,"date":"2014-12-20T21:32:27","date_gmt":"2014-12-20T21:32:27","guid":{"rendered":"http:\/\/eco123.info\/?p=16902"},"modified":"2015-04-23T13:25:36","modified_gmt":"2015-04-23T13:25:36","slug":"tourismus-wirtschaft-umwelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eco123.info\/de\/wirtschaft\/tourismus-wirtschaft-umwelt\/","title":{"rendered":"Tourismus, Wirtschaft und Umwelt"},"content":{"rendered":"<p>Nach Angaben der Welttourismusorganisation war das Jahr 2013 Schauplatz f\u00fcr 1.087.000 Urlaubsreisen weltweit. Laut Expertenmeinung wird diese Zahl sogar noch steigen auf mehr als 1.400 Millionen im Jahr 2020 und 1.800 Millionen im Jahr 2030.<\/p>\n<p>Da dabei haupts\u00e4chlich das Flugzeug als Transportmittel genutzt wird, ist der Aussto\u00df an klimasch\u00e4dlichen Gasen mit all seinen negativen Auswirkungen f\u00fcr die Umwelt astronomisch hoch.<\/p>\n<p>Nach den viertelj\u00e4hrlichen Statistik-Bulletins Nr. 17, 18, 19 und 20 des INAC (Instituto Nacional de Avia\u00e7\u00e3o Civil, dem portugiesischen Luftfahrt-Bundesamt), konnten die Flugh\u00e4fen auf dem portugiesischen Festland im Verlauf des Jahres 2013 245.079 Flugbewegungen verzeichnen mit einem Gesamtvolumen von 32.522.844 Passagieren. Wir sprechen hier von durchschnittlich 671 Start- und. Landebewegungen pro Tag! Und dabei z\u00e4hlt Portugal nach dem &#8222;Mastercard Global Destination Index 2013&#8220; noch nicht einmal zu den Top 20 der weltweit beliebtesten Ferienziele.<\/p>\n<p>Der Flugverkehr steht zweifellos an erster Steller der Ursachen f\u00fcr die negativen Auswirkungen des Tourismus auf die Umwelt. Dazu kommen noch die anderen w\u00e4hrend des Urlaubs auf kurze und mittlere Distanz genutzten Verkehrsmittel: Busse, Mietwagen, Taxis, Schiffe f\u00fcr See- und Flussfahrten&#8230; alle sto\u00dfen Schadstoffe aus.<\/p>\n<p>Portugiesische Forscher sind dabei, einen Biokraftstoff f\u00fcr Verkehrsflugzeuge zu entwickeln, der aus Mikroalgen mittels eines Bioraffinerie-Prozesses gewonnen werden soll. Das w\u00e4re eine M\u00f6glichkeit, sch\u00e4dliche Emissionen zu reduzieren, aber wann wird es soweit sein und dieser in ausreichender Menge zur Verf\u00fcgung stehen? Beim neuen Airbus A-350 wurde durch eine Struktur aus kohlenstofffaserverst\u00e4rktem Kohlenstoff das Gewicht reduziert und damit der Treibstoffverbrauch um 25 % gesenkt. Nur leider wird die nationale Fluggesellschaft dieses Flugzeug nicht vor 2017 bekommen. Auch die Autohersteller sind dabei, abgasarme oder sogar abgasfreie Fahrzeuge zu konstruieren. Aber Anschaffungskosten und geringe Reichweite stehen einer verbreiteten Nutzung zur Zeit noch im Wege.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-16879\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Palmares-manteve-vegeta\u00e7\u00e3o-aut\u00f3ctone-300x300.jpg\" alt=\"Palmares Golf - manteve vegeta\u00e7\u00e3o aut\u00f3ctone\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Palmares-manteve-vegeta\u00e7\u00e3o-aut\u00f3ctone-300x300.jpg 300w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Palmares-manteve-vegeta\u00e7\u00e3o-aut\u00f3ctone-150x150.jpg 150w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Palmares-manteve-vegeta\u00e7\u00e3o-aut\u00f3ctone-55x55.jpg 55w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Eine anderes als katastrophal f\u00fcr die Umwelt betrachtetes Marktsegment sind die Golfpl\u00e4tze, vor allem wegen des Abholzens von W\u00e4ldern und Ausr\u00e4umens der Landschaft f\u00fcr das Spielfeld und in angrenzenden Zonen. Der hohe Wasserverbrauch und Chemikalieneinsatz sind ebenfalls negativ zu bewerten. Allerdings gibt es inzwischen in diesem Bereich einige Verbesserungen zur Reduzierung der Betriebskosten und der sch\u00e4dlichen Auswirkungen auf die Natur. In Palmares (Lagos) lie\u00dfen wir uns von dem f\u00fcr die Wartung zust\u00e4ndigen Direktor Joel Nunes und seinem Stellvertreter und Leiter der Bew\u00e4sserungsprogramms, S\u00e9rgio Guerreiro, beide in Agrarwissenschaften ausgebildet, erkl\u00e4ren und vorf\u00fchren, was in den letzten f\u00fcnf Jahren gegen die obengenannten Probleme unternommen wurde. Von den 70 Hektar sind in Palmares 20 Hektar f\u00fcr Brachland und Naturwanderwege abgestellt, um die einheimische Flora, bestehend aus Feigen-, Johannisbrot-, Mandel- und Olivenb\u00e4umen, zu erhalten. Wir schauen uns die Art und Weise der Wassernutzung an. Die moderne Bew\u00e4sserungsanlage wird von Satelliten gesteuert, die die Bodenfeuchtigkeit messen und stets nur die erforderliche Wassermenge den entsprechenden Stellen zuweist. Durch Wiederauffangbecken k\u00f6nnen bis zu 60% des verspr\u00fchten Wassers wieder verwendet sowie Regenwasser gesammelt werden. Die Fairways sind mit trockenheitsresistentem Bermudagras bepflanzt. Im \u00fcbrigen sind nur 5% der Fl\u00e4che mit Gras bewachsen, das einen erh\u00f6hten Wasserbedarf hat. F\u00fcr eine 27-Loch-Anlage liegt der durchschnittliche Wasserverbrauch bei etwa 250.000 Litern t\u00e4glich. Das ist etwas die H\u00e4lfte von dem, was noch vor 15-20 Jahren f\u00fcr eine 18-Loch-Anlage ben\u00f6tigt wurde. Die \u00fcberwiegende Menge kommt aus dem Bravura-Stausee, von dem auch noch zwei weitere Golfpl\u00e4tze mit Wasser versorgt werden. Nach den Worten von Joel Nunes gab es in den letzten Jahren mehr Wasser im Stausee als ben\u00f6tigt wurde. \u201eWenn es nicht von den Golfpl\u00e4tzen genutzt werden w\u00fcrde, ginge es glatt verloren, da es keine Bauern mehr gibt, die es verwenden. Es sieht im Moment sogar so aus, dass ohne den Verbrauch der Golfpl\u00e4tze das Wasser f\u00fcr die Landwirte teurer w\u00e4re und es g\u00e4be nicht genug Geld, um die Kan\u00e4le zu reparieren.&#8220;<\/p>\n<p>Die D\u00fcngemittel werden in einem Beh\u00e4lter gel\u00f6st und nach dem vom Satellitensystem festgestellten Bedarf computergest\u00fctzt der Berieselungsanlage zugef\u00fchrt, um eine \u00dcberd\u00fcngung zu vermeiden.<\/p>\n<p>Leider gibt es bisher keine Alternative zur Stromversorgung durch das \u00f6ffentlichen Netz. Laut der beiden Zust\u00e4ndigen ist der Verbrauch zu hoch, um durch eigene alternative Energieerzeugung gedeckt werden zu k\u00f6nnen. Aber man versucht, die Kosten der Bew\u00e4sserung durch die Vermeidung der Spitzenlastzeiten niedrig zu halten. Auf unsere Frage, ob auch in anderen Bereichen eine Entwicklung zu mehr Umweltschutz zu beobachten ist, antwortete Joel Nunes ohne zu z\u00f6gern: \u201eIch denke schon, aus einem ganz einfachen Grund: Das Geld ist knapp. Ein h\u00f6herer Verbrauch an Wasser und Energie bedeutet h\u00f6here Kosten.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_16891\" aria-describedby=\"caption-attachment-16891\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-16891 size-full\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Palmares-lagoa-principal-de-recupera\u00e7\u00e3o-de-\u00e1gua.jpg\" alt=\"Palmares - Wasserspeicher\" width=\"1000\" height=\"357\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-16891\" class=\"wp-caption-text\">Palmares &#8211; Wasserspeicher<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wenn wir den Zustand aufgegebener Felder betrachten, m\u00fcssen wir uns der Frage stellen, wie es hier in Bezug auf Produktivit\u00e4t und Feuergefahr aussehen w\u00fcrde, wenn kein Golfplatz errichtet worden w\u00e4re. Und wir denken, dass in Waldgebieten liegende Golfpl\u00e4tze zumindest als Brandschutzzonen gegen massive Waldbr\u00e4nde und Zerst\u00f6rung von H\u00e4usern n\u00fctzlich sind. Unsere Regierung will davon nichts wissen und h\u00e4lt hohe Instandhaltungskosten dagegen. Aber kann man diese Kosten wirklich gegenrechnen gegen die Zerst\u00f6rung von Hab und Gut und den Verlust von Menschenleben durch Waldbr\u00e4nde?<br \/>\nZahlreiche, in Ferienquartieren zu beobachtende Verhaltensweisen, derer sich die Mehrheit der Menschen gar nicht bewusst ist, haben signifikant Auswirkungen auf das \u00d6kosystems unseres Planeten, wenn sie t\u00e4glich von Millionen von Touristen vorgenommen werden. Das sind oft nicht einmal Gewohnheiten, die man au\u00dferhalb der Ferien pflegt, sondern resultieren aus der Haltung: \u201eIch darf das, ich habe ja daf\u00fcr bezahlt.\u201c<\/p>\n<p>Einige Abl\u00e4ufe, die einst per Gesetz eingef\u00fchrt worden waren, werden gewohnheitsm\u00e4\u00dfig beibehalten, obwohl sie l\u00e4ngst \u00fcberholt sind. Ein Beispiel daf\u00fcr ist der Wechsel der Bettw\u00e4sche und Handt\u00fccher in Hotels. Auch im Jahr 1995 noch verlangte das portugiesische Recht, dass sie alle zwei Tage gewechselt werden. In 4 und 5-Sterne-Hotels war sogar t\u00e4glicher Wechsel obligatorisch. Obwohl im Jahr 1997 das entsprechende Gesetz dazu ge\u00e4ndert wurde dahingehend, dass &#8222;die W\u00e4sche midestens einmal pro Woche gewechselt wird und bei jedem G\u00e4stewechsel&#8220;, m\u00f6chten viele Klienten nicht auf den t\u00e4glichen Austausch verzichten, mit dem in der Praxis der Konsum von Wasser, Reinigungsmitteln und Energie zum Waschen, Trocknen und B\u00fcgeln verbunden ist.<\/p>\n<p>Die Duschen sind eine weitere Quelle der Verschwendung von Ressourcen. W\u00e4hrend wir zu Hause den Wasserhahn schlie\u00dfen, solange wir uns einseifen, lassen in Hotels viele Menschen w\u00e4hrend der gesamten Dauer des Duschens den Wasserhahn ge\u00f6ffnet. Vor einigen Jahren durchgef\u00fchrte Tests haben gezeigt, dass dadurch die Menge an Wasser von zwanzig auf achtzig Liter pro Bad zunimmt, dass hei\u00dft, sich vervierfacht! Und selbst in der gr\u00f6\u00dften Sommerhitze wurde hei\u00df geduscht, mit dem daraus folgenden Energieverbrauch. Das Wasser w\u00e4hrend des Z\u00e4hneputzens oder Rasierens laufen zu lassen, ist ein weiterer Grund f\u00fcr Verschwendung.<\/p>\n<p>Der Missbrauch von Zimmerklimaanlagen ist ein Problem in Hotels. Abgesehen davon, dass sie oft stundenlang laufengelassen werde, ohne dass sich jemand im Raum aufh\u00e4lt, stehen w\u00e4hrend des Betriebes h\u00e4ufig auch die Balkont\u00fcren zum L\u00fcften auf. Durch die hei\u00dfe Luft von drau\u00dfen l\u00e4uft das Ger\u00e4t pausenlos auf Hochtouren. Einzig die Montage von Drucksensoren in den Balkont\u00fcren und Fenstern schaffen Abhilfe.<\/p>\n<p>In Bezug auf den Missbrauch der Beleuchtung wird immer wieder festgestellt, dass in einem Gro\u00dfteil der Zimmer das Licht im Bad st\u00e4ndig an ist, auch wenn es gerade nicht benutzt wird oder sogar niemand im Zimmer ist. Und das von Leuten, die bei sich zu Hause immer darauf achten, kein Licht unn\u00fctz brennen zu lassen. Etliche Klienten br\u00fcsten sich sogar damit, wie leicht es ihnen gelungen ist, die schl\u00fcsselkartengesteuerte Lichtanlage auszutricksen, die eigentlich den Hauptschalter unterbrechen soll, wenn das Zimmer verlassen wird.<\/p>\n<p>Viele Hotels haben aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden mit Aufkl\u00e4rungskampagnen begonnen, an das \u00f6kologische Gewissen ihrer Klienten zu appellieren. Aber die erst allm\u00e4hlich sp\u00fcrbaren Ergebnisse sind noch weit von den Erwartungen entfernt.<\/p>\n<p>Aufmerksame Beobachtungen und Gespr\u00e4che mit K\u00f6chen und Kellnern aus verschiedenen Hotelanlagen lassen vermuten, dass gesch\u00e4tzte 15% der Gerichte t\u00e4glich im M\u00fcll landen, mit allen anh\u00e4ngigen Auswirkungen auf die Umwelt: zus\u00e4tzlicher Energie- und Wasserverbrauch zur Herstellung, mehr Geschirr muss gewaschen und getrocknet werden (Wasser, Energie und Waschmittel), Vergr\u00f6\u00dferung des M\u00fcllberges, mehr Frittierfette sind zu recyclen usw.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-16882 size-medium\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/buffett-1-300x300.jpg\" alt=\"buffet\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/buffett-1-300x300.jpg 300w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/buffett-1-150x150.jpg 150w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/buffett-1-55x55.jpg 55w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Das Buffet-Konzept ist geradezu eine Einladung zu Verschwendung, denn &#8222;die Augen essen mehr, als der Bauch\u201c. Die Leute f\u00fcllen ihre Teller, essen nur die H\u00e4lfte und holen sich neue Speisen, die sie auch wieder nicht aufessen, in ihrem Eifer, alles probieren zu wollen. Und, sp\u00e4testens wenn sie an die Tischkante eines reichhaltigen Buffets kommen, unterscheiden sich Angestellte nicht mehr von Arbeitern&#8230;<\/p>\n<p>Neuerdings entscheiden sich die Veranstalter immer h\u00e4ufiger, den G\u00e4sten nur noch kleine Teller anzubieten, sozusagen als psychologische Bremse beim Auftun. Und, wie sie <strong>ECO123<\/strong> berichten, funktioniert es. Aber das ist auch schon alles, was erreicht werden kann, denn die Angestellten, sei es aus Bequemlichkeit, wegen der Komplexit\u00e4t der Lebensmittelsicherheitsstandards oder aus einem anderen Grund, verwerten nichts vom Buffet f\u00fcr sich selber, auch wenn es in einwandfreiem Zustand ist. Sie greifen einfach nach den M\u00fclls\u00e4cken und werfen alles der Reihe nach hinein.<\/p>\n<p>Seit einiger Zeit gibt es humanit\u00e4ren Organisationen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, diese Reste teilweise einzusammeln, um damit Bed\u00fcrftige zu ern\u00e4hren. Aber trotz allem endet immer noch zu viel gutes Essen in den M\u00fcllcontainern der Hotels, aus den unterschiedlichsten bedauerlichen Gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Wenn wir uns die Algarve in der Zeit vor ihrer Entdeckung durch die Touristen anschauen, sehen wir, dass die Wirtschaft in erster Linie auf der Produktion von Trockenfr\u00fcchten, Fisch und Fischkonserven basierte. Durch die touristischen Entwicklung gingen dieser die Arbeitskr\u00e4fte verloren. In der Landwirtschaft konnte in Kleinstbetrieben nicht mehr als das Existenzminimum erwirtschaftet werden. Und der Trend geht weiterhin hin die gleiche Richtung. Mit Feldarbeit mag man seinen Hunger bek\u00e4mpfen oder zum Familienbudgets beitragen, aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass damit eine Alternative zum Tourismus bezogen auf Verdienst und Arbeitszeit geschaffen werden kann.<\/p>\n<p>Auf See und den damit verbundenen Industriezweigen war das anders: viele Menschen waren dort besch\u00e4ftigt, aber trotzdem verk\u00fcmmerte dieser Wirtschaftsbereich. Was sind die Gr\u00fcnde? Joaquim Lopes de Mendon\u00e7a, der damalige Pr\u00e4sident des Verbandes der Fischkonserven-Hersteller der westlichen Algarve f\u00fchrte im Jahr 1966 im Vergleich zum Vorjahr \u201eeine 20%ige Erh\u00f6hung der Lohnkosten auf das Abwandern der Frauen in mit dem Tourismus verbundene Aktivit\u00e4ten\u201c zur\u00fcck. Insbesondere die Kosten f\u00fcr die mit Handarbeit in der Fertigung Besch\u00e4ftigten erfuhr eine Steigerung von 73,58% zwischen 1962 und 1966.<\/p>\n<p>Andersherum betrachtet half der Tourismus jedoch, Arbeitslosigkeit und Armut zu vermindern, als der Sardinenfang in Portim\u00e3o von 13.639 Tonnen im Jahr 1960 in neun Jahren auf 4.149 Tonnen wegen \u00dcberfischung sank und der durchschnittliche Kilopreis f\u00fcr Sardinen von 3$42 auf 7$20 stieg.<\/p>\n<figure id=\"attachment_16896\" aria-describedby=\"caption-attachment-16896\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-16896\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Pesca-tradicional-2-300x300.jpg\" alt=\"Pesca tradicional\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Pesca-tradicional-2-300x300.jpg 300w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Pesca-tradicional-2-150x150.jpg 150w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Pesca-tradicional-2-55x55.jpg 55w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-16896\" class=\"wp-caption-text\">Pesca tradicional<\/figcaption><\/figure>\n<p>Es wird jedoch angenommen, dass die Zukunft der Algarve im Meer und seiner damit verbundenen Vielfalt liegen wird, deren Bewirtschaftung, wenn auch zaghaft, ein paar Schritte in die Zukunft zu machen beginnt. Das Projekt WindFloat, ein Offshore-Windpark, wurde vollst\u00e4ndig in Portugal gebaut. Es spielt eine Vorreiterrolle und hat schon Wellen von 17 Metern widerstanden. Trotzdem k\u00f6nnten einige L\u00f6sungen, wie die Offshore-Aquakultur, zu Umweltsch\u00e4den f\u00fchren. Aber gibt es eine menschliche T\u00e4tigkeit, die keine Auswirkungen auf die Natur hat?<\/p>\n<p>Zur Vertiefung dieses Themas schl\u00e4gt Ihnen <strong>ECO123<\/strong> folgendes Buch vor: &#8222;Portugal und das Meer&#8220; von Tiago Pitta e Cunha &#8211; Francisco Manuel dos Santos Stiftung (FFMS), als Anregung f\u00fcr einige M\u00f6glichkeiten, die wir an der Algarve erproben k\u00f6nnen, alternativ \u2013 oder erg\u00e4nzend &#8211; zum Tourismus.<\/p>\n<div class=\"clear\"><\/div><div style=\"margin-top:10px; margin-bottom:10px;\" class=\"divider divider-normal\"><\/div>\n<p><strong>ECO123<\/strong> fragte den Pr\u00e4sidenten der Vereinigung der Gewerbetreibenden der Algarve (ACRAL), <strong>Dr. Victor Guerreiro<\/strong>:<\/p>\n<p><strong>Falls die Tourismusbranche der Algarve in naher Zukunft einen pl\u00f6tzlichen Einbruch erleben w\u00fcrde, g\u00e4be es konkrete Studien mit verschiedenen Szenarien, wie die wirtschaftlichen Probleme und die damit aufziehende Arbeitslosigkeit bew\u00e4ltigt werden k\u00f6nnten?<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_16912\" aria-describedby=\"caption-attachment-16912\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-16912 size-medium\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Presidente4-300x300.jpg\" alt=\"Dr. Victor Guerreiro, Pr\u00e4sident der Vereinigung der Gewerbetreibenden der Algarve\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Presidente4-300x300.jpg 300w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Presidente4-150x150.jpg 150w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Presidente4-55x55.jpg 55w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-16912\" class=\"wp-caption-text\">Dr. Victor Guerreiro, Pr\u00e4sident der Vereinigung der Gewerbetreibenden der Algarve<\/figcaption><\/figure>\n<p>Bei der Frage kann es den Verantwortlichen der Algarve nicht darum gehen, eine Teill\u00f6sung zu einem gravierenden Problem zu finden. Denn sollte dieser Einbruch eintreten, w\u00e4re dieser wohl kaum mit Notfallma\u00dfnahmen in den Griff zu bekommen sein.<br \/>\nWichtig w\u00e4re es, die Wirtschaft mittel- und langfristig umzustrukturieren, um generell auf Schwankungen im Tourismussektor besser reagieren zu k\u00f6nnen. Wir m\u00fcssen einen Ausweg finden, um die Algarve aus der kompletten Abh\u00e4ngigkeit ihrer Wirtschaft vom Tourismus herauszul\u00f6sen, worin sie sich seit mehr als 30 Jahren befindet.<br \/>\nSchon seit langem ist das Problem der Abh\u00e4ngigkeit vom Tourismus bekannt. Das ist ein Gewerbe, in dem die Nachfrage nicht planbar ist. Auf einen pl\u00f6tzlichen R\u00fcckgang der durch externe Effekte verursacht wird, haben wir keinen Einfluss. Anders gesagt, es gibt gegenw\u00e4rtig keinen einzigen konkreten L\u00f6sungsansatz f\u00fcr die m\u00f6glicherweise \u00fcber uns hereinbrechende Katastrophe. Aber es sind einige Wege angedacht, die beschritten werden k\u00f6nnen, um die Auswirkungen abzufedern: Fragen der Sicherheit, der \u00f6ffentlichen Gesundheit, Naturkatastrophen.<\/p>\n<p>Die Antwort liegt in der Diversifizierung der Schl\u00fcsselbereiche unserer regionalen Wirtschaft. Es geht dabei nicht um die Schaffung von anderen Sektoren, die ihre St\u00e4rke wiederum aus der Tourismusbranche beziehen, sondern um die Intensivierung anderer Wirtschaftsbereiche, so dass sie einen R\u00fcckgang des Tourismus auffangen k\u00f6nnen. Es muss auf intelligente Spezialisierung gesetzt werden: Investitionen und Innovationen, vor allem in den Bereichen, in denen wir bereits inh\u00e4rente F\u00e4higkeiten besitzen. Die beste L\u00f6sung, das Problem anzugehen, ist die F\u00f6rderung der traditionellen Bereiche. Wir m\u00fcssen an das alte Wissen ankn\u00fcpfen und neues Know-how hinzuf\u00fcgen: Technologie und Qualit\u00e4t schaffen, auch um die Wertsch\u00f6pfungskette zu optimieren. Und wir m\u00fcssen die Voraussetzungen daf\u00fcr schaffen, dass der Gewinn in der Gegend verbleibt, um damit zur regionalen Bruttowertsch\u00f6pfung (BWS) beizutragen.<br \/>\nVieles ist in den letzten Jahren schon geschehen, aber es bleibt auch noch viel zu tun.<br \/>\nUnternehmer aller Generationen der Algarve sollten bemerkt haben, wie gut sie sich entwickelt haben bei dem Versuch, die Spezialisierung der regionalen Kapazit\u00e4ten zu erreichen, um Wohlstand zu schaffen. Aber das allein reicht noch nicht.<br \/>\nIn der Region fehlte und fehlt es an einer umfassenden strategischen Vision. Da erwarte ich Kompetenz und eine schonungslose Bewertung der Ergebnisse und deren tats\u00e4chliche Multiplikatoren-Effekte, die zu einem gro\u00dfen Teil auf eine fehlende Infrastruktur zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Im Besonderen meine ich aber die Privatwirtschaft, die in der Lage sein sollte, diese Analysen und umfassenden Prognosen zur Entwicklung der Wirtschaftsstruktur zu leisten.<br \/>\nUnd durch die Bev\u00f6lkerung der Algarve m\u00fcsste ein Ruck der Solidarit\u00e4t gehen. Sie m\u00fcsste in der Lage sein, langfristige Pl\u00e4ne zu schmieden und diese mit einer gewichtigen Stimme sprechend den entsprechenden Gremien vorzustellen.<br \/>\nDie Antwort auf eine Krise im Tourismussektor liegt im Wesentlichen in harter mittel- und langfristiger Arbeit, die die Algarve bef\u00e4higt, jede Art von Herausforderung in jedem Moment anzunehmen: ohne Umwege \u00fcber kleinlichen und blinden Aktionismus.<br \/>\nWeder kann man der Wirtschaft einfach Widerstandsf\u00e4higkeit verordnen, noch eine sich anbahnende Krise per Verordnung verbieten.<br \/>\nEs handelt sich nicht darum, eine Krise des Tourismus zu \u00fcberleben. Es ginge vielmehr darum, die regionale Wirtschaft in dem Ma\u00dfe zu st\u00e4rken, dass sie nicht unter irgendeiner Krise auf irgendeinem Gebiet zusammenbricht und dass sie letztendlich allen Szenarien standh\u00e4lt.<br \/>\nDies ist die wirkliche Herausforderung, die es zu bew\u00e4ltigen gilt. Dies w\u00e4re eine neue Form des Wirtschaftens, die wir an der Algarve mit aller Nachdr\u00fccklichkeit br\u00e4uchten. Und trotzdem entziehen wir uns weiterhin der Verantwortung, einen Beginn zu machen. Die Studien sind abgeschlossen, die Ergebnisse sind bekannt. Was fehlt? Aufwachen. Das Reden beenden. Hand anlegen.<\/p>\n<p><strong> Im Vergleich zur heutigen Auspr\u00e4gung der Tourismusindustrie, w\u00e4ren die Alternativen mehr oder weniger sch\u00e4dlich f\u00fcr die Umwelt?<\/strong><br \/>\nWas die Bewahrung der Natur angeht, ist es heutzutage m\u00f6glich, den negativen Impact bei allen Szenarien zur Wirtschaftsentwicklung zu verringern. In dieser Hinsicht muss die Notwendigkeit zu einer strengen Kontrolle betont werden. Wir m\u00fcssen genau beobachten, welche Auswirkungen die getroffenen \u00f6konomischen Entscheidungen auf die Umwelt haben.<br \/>\nDie \u00d6konomie darf der \u00d6kologie nicht entgegen stehen. Was wir brauchen, sind nicht so sehr gesetzliche Einschr\u00e4nkungen schon vor einer Investition, unter der hypothetischen Annahme einer Umweltbeeintr\u00e4chtigung, sondern einen Konsens, dass Achtung vor der Umwelt die Voraussetzung f\u00fcr nachhaltiges wirtschaftliches Handeln ist.<\/p>\n<div class=\"box info  alignleft\" style=\"width:90%\"><div class=\"box-inner-block\"><i class=\"fa tie-shortcode-boxicon\"><\/i>\n\t\t\t\n<a title=\"turismo mundial\" href=\"http:\/\/www.dadosefatos.turismo.gov.br\/dadosefatos\/estatisticas_indicadores\/estatisticas_indicadores_turismo_mundial\/%20\" target=\"_blank\">www.dadosefatos.turismo.gov.br\/dadosefatos\/estatisticas_indicadores\/estatisticas_indicadores_turismo_mundial\/ <\/a><br \/>\n<a title=\"inac\" href=\"http:\/\/www.inac.pt\/vPT\/Generico\/Paginas\/Homepage00.aspx%20\" target=\"_blank\">www.inac.pt\/vPT\/Generico\/Paginas\/Homepage00.aspx <\/a><br \/>\n<a title=\"Ineg\" href=\"http:\/\/www.lneg.pt\/divulgacao\/noticias-institucionais\/188%20\" target=\"_blank\">www.lneg.pt\/divulgacao\/noticias-institucionais\/188 <\/a><br \/>\n<a title=\"Airbus\" href=\"http:\/\/www.airbus.com\/newsevents\/news-events-single\/detail\/airbus-a350-900-receives-faa-type-certification\" target=\"_blank\">www.airbus.com\/newsevents\/news-events-single\/detail\/airbus-a350-900-receives-faa-type-certification<\/a><br \/>\n<a title=\"Airbus\" href=\"http:\/\/www.publico.pt\/economia\/noticia\/o-novo-airbus-a350-ja-voa-1597336\" target=\"_blank\">www.publico.pt\/economia\/noticia\/o-novo-airbus-a350-ja-voa-1597336<\/a><br \/>\n<a title=\"Skyscraper city\" href=\"http:\/\/www.skyscrapercity.com\/showthread.php?t=551932%20\" target=\"_blank\">www.skyscrapercity.com\/showthread.php?t=551932 <\/a><br \/>\n<a title=\"Palmares-Beach-Golf-Resort\" href=\"http:\/\/www.onyriapalmares.com\/pt\/Onyria-Palmares-Beach-Golf-Resort.aspx\" target=\"_blank\">www.onyriapalmares.com\/pt\/Onyria-Palmares-Beach-Golf-Resort.aspx<br \/>\n<\/a><a title=\"sea4us\" href=\"http:\/\/12%20www.sea4us.pt\" target=\"_blank\">www.sea4us.pt<\/a><a title=\"Palmares-Beach-Golf-Resort\" href=\"http:\/\/www.onyriapalmares.com\/pt\/Onyria-Palmares-Beach-Golf-Resort.aspx\" target=\"_blank\"><br \/>\n<\/a><a href=\"http:\/\/www.principlepowerinc.com\/products\/windfloat.html\" target=\"_blank\">www.principlepowerinc.com\/products\/windfloat.html<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.cpa1835.com\/pt\" target=\"_blank\">www.cpa1835.com\/pt<\/a><br \/>\n<a title=\"portugal e o mar\" href=\"http:\/\/www.ffms.pt\/ensaio\/38\/portugal-e-o-mar\" target=\"_blank\">www.ffms.pt\/ensaio\/38\/portugal-e-o-mar<\/a><a title=\"Palmares-Beach-Golf-Resort\" href=\"http:\/\/www.onyriapalmares.com\/pt\/Onyria-Palmares-Beach-Golf-Resort.aspx\" target=\"_blank\"><br \/>\n<\/a>\n\t\t\t<\/div><\/div>\n<div class=\"box note  alignleft\" style=\"width:90%\"><div class=\"box-inner-block\"><i class=\"fa tie-shortcode-boxicon\"><\/i>\n\t\t\t\nGesetzesdekret n\u00ba 327\/95, de 5 de Dezembro, ANEXO II \u2013 Cap\u00edtulo I \u2013 art\u00ba 10\u00ba, n\u00bas 2 e 3<br \/>\nDekret Regulamentar 36\/97, de 25 de Setembro, Sec\u00e7\u00e3o II, Art\u00ba 22\u00ba<br \/>\nO Tratado de hotelaria, de Manuel Ai Quintas, INFT, p\u00e1g. 39, mostra os consumos m\u00e9dios de \u00e1gua, nos hot\u00e9is.<br \/>\nAus der Zeitschrift \u00abConservas de Peixe\u00bb, n\u00ba 253, Abril de 1967<br \/>\nAus der Zeitschrift \u00abConservas de Peixe\u00bb, n\u00ba 289, de Abril de 1970\n\t\t\t<\/div><\/div>\n<div class=\"clear\"><\/div><div class=\"author-info\"><img decoding=\"async\" class=\"author-img\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/EU.jpg\" alt=\"\" \/><div class=\"author-info-content\"><h3>About the author<\/h3>\n\t\t\tJos\u00e9 Garrancho stammt aus Sines, lebt aber in Portim\u00e3o, ist 63 Jahre alt, verheiratet, hat einen Sohn. Pensionierter Hoteldirektor, Ausbilder, Journalist und Fotograf. \n\t\t\t<\/div><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Angaben der Welttourismusorganisation war das Jahr 2013 Schauplatz f\u00fcr 1.087.000 Urlaubsreisen weltweit. Laut Expertenmeinung wird diese Zahl sogar noch steigen auf mehr als 1.400 Millionen im Jahr 2020 und 1.800 Millionen im Jahr 2030. 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