{"id":19287,"date":"2015-09-21T01:12:18","date_gmt":"2015-09-21T00:12:18","guid":{"rendered":"http:\/\/eco123.info\/?p=19287"},"modified":"2015-12-15T16:49:35","modified_gmt":"2015-12-15T16:49:35","slug":"das-ende-der-ozeane","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eco123.info\/de\/portugal-de\/interviews\/das-ende-der-ozeane\/","title":{"rendered":"Das Ende der Ozeane?"},"content":{"rendered":"<p><em>Interview mit Prof. Dr. Mojib Latif (61) GEOMAR, Kiel in Deutschland<\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_19279\" aria-describedby=\"caption-attachment-19279\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-19279 size-medium\" title=\"Prof. Dr. Mojib Latif\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Mojib-Latif-3-300x300.jpg\" alt=\"Prof. Dr. Mojib Latif\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Mojib-Latif-3-300x300.jpg 300w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Mojib-Latif-3-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-19279\" class=\"wp-caption-text\">Prof. Dr. Mojib Latif<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>ECO123: Wir machen ja nun eine Zeitschrift, in der wir immer wieder versuchen, Wirtschaft und \u00d6kologie miteinander in Einklang zu bringen. Meinen Sie denn das geht?<\/strong><br \/>\n<strong>Mojib Latif<\/strong>: Ja, ich bin mir sicher, dass das geht. Man redet heute ja immer sehr viel \u00fcber Nachhaltigkeit, ein Begriff, der allerdings schon sehr abgenutzt ist. Ich glaube, der Begriff m\u00fcsste eher von den Medien als Zukunftsf\u00e4higkeit interpretiert werden. Wenn man ihn so versteht, dann sieht man sofort, dass \u00d6konomie und \u00d6kologie keine Gegens\u00e4tze sind, sondern nur gemeinsam funktionieren k\u00f6nnen. Leider sind wir im Moment dabei, unsere Zukunft zu verspielen, weil wir die \u00d6kosysteme derart belasten, dass auf lange Sicht gesehen sich die Lebensbedingungen auf unserem Planeten verschlechtern. Deswegen geh\u00f6ren \u00d6kologie und \u00d6konomie einfach zusammen.<\/p>\n<p><strong>M\u00f6chten Sie das einmal etwas n\u00e4her ausf\u00fchren?<\/strong><br \/>\nAlso nehmen wir zwei Beispiele. Das eine ist die Artenvielfalt. Die Biologen sagen, dass wir Menschen von einem bestimmten Grad an von der Artenvielfalt abh\u00e4ngen. Das Paradebeispiel sind die tropischen Regenw\u00e4lder und der Verlust an Artenvielfalt, weil man die Region in ihrer Urspr\u00fcnglichkeit komplett zerst\u00f6rt. Das zweite Beispiel ist die Art und Weise wie wir Energie erzeugen. Auch hier belasten wir die \u00d6kosysteme extrem. In meinem Buch habe ich beschrieben, dass wir jede Menge \u00d6l ins Meer einleiten, was dann auch das Leben gef\u00e4hrdet. Es passiert tagt\u00e4glich. Das ist schon ein ganz normaler Vorgang, dass pausenlos \u00d6l ins Meer flie\u00dft. Es wird uns aber immer nur bewusst, wenn es gro\u00dfe Unf\u00e4lle gibt. Das Gleiche gilt f\u00fcr Radioaktivit\u00e4t und andere Giftstoffe.<\/p>\n<p>Irgendwann kippen die \u00d6kosysteme, wenn wir sie nicht gleich von vornherein wie bei den Regenw\u00e4ldern komplett vernichten. Die \u00d6kosysteme k\u00f6nnen sich zwar zu einem gewissen Grad anpassen, aber irgendwann kippen sie und meistens ohne Vorwarnung. Das ist ja das Verh\u00e4ngnisvolle. Denn wenn man das Gef\u00fchl hat, alles ist gut, die Natur kann sich anpassen, aber irgendwann kommt einfach \u201eThe Point Of No Return\u201c. Den verschlafen wir, weil wir es gar nicht merken.<\/p>\n<p><strong>Wie bringen wir \u00d6konomie und \u00d6kologie so zusammen, so dass sie im Einklang miteinander stehen? Haben Sie einen Masterplan?<\/strong><br \/>\nDas h\u00e4ngt mit der Art und Weise zusammen, wie man Wirtschaft betreibt. Das kurzfristige Denken und Handeln durchdringt die gesamte Weltwirtschaft. Das ist verh\u00e4ngnisvoll f\u00fcr die Umwelt. Da geht es nur um Gewinnmaximierung so schnell wie m\u00f6glich und alles was langfristig passiert, wird ausgeblendet. Wir m\u00fcssen bei den Studenten ansetzen, dass wir das traditionelle Wachstumsbild, das ja fast allen Wirtschaftswissenschaftlern gemein ist, reformieren.<\/p>\n<p><strong>Da m\u00fcssten Sie eigentlich Wirtschaft unterrichten statt Ozeanographie.<\/strong><br \/>\nIm Prinzip ja. Sie glauben gar nicht, was f\u00fcr Konflikte ich da mit den Kollegen aus den wirtschaftswissenschaftlichen Fakult\u00e4ten habe. Aber anders geht es nicht. Nehmen wir die \u00dcberfischung. Wenn man kurzfristig zu viel Fische aus dem Meer holt, sehen wir das Resultat. Wir haben Studien ver\u00f6ffentlicht, die zeigen, dass wenn man die Fischbest\u00e4nde ein paar Jahre in Ruhe l\u00e4sst, also nicht mehr so stark fischt, dann k\u00f6nnen sie sich wieder erholen. Dann holt man hinterher umso mehr Fische raus. Aber dieses \u201esich Zeit\u201c nehmen, einige Jahre mal etwas k\u00fcrzer zu treten, um dann auch mehr Gewinn zu haben, das passiert eben nicht.<\/p>\n<p><strong>Also \u201eWeniger ist Mehr\u201c w\u00e4re der Leitspruch, den wir auch f\u00fcr die Sardinenfischerei anwenden k\u00f6nnten?<\/strong><br \/>\nGenau.<\/p>\n<p><strong>Wie l\u00f6sen wir denn das Problem einer Weltwirtschaft, die sich eine Flotte von 53.000 Handelsschiffe leistet, Tendenz steigend, und die j\u00e4hrlich neun Mrd. Tonnen G\u00fcter \u00fcber die Seewasserwege transportiert? Die kann man ja nicht von einem Tag auf den anderen abschaffen?<\/strong><br \/>\nWir m\u00fcssen es ja nicht immer global betrachten, wir k\u00f6nnen ja bei uns in Europa, in Deutschland, in Portugal anfangen\u2026<\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-19282\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Mojib-Latif-300x300.jpg\" alt=\"Prof. Dr. Mojib Latif\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Mojib-Latif-300x300.jpg 300w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Mojib-Latif-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>\u2026einer muss immer anfangen\u2026<br \/>\n<\/strong>Ja. Ich frage mich, ob es n\u00f6tig ist, ein Produkt wie Joghurt oder Eier von Norden nach S\u00fcden transportieren zu lassen und umgekehrt. Wir produzieren ein Wachstum, dass nur ein Scheinwachstum ist, das eigentlich niemandem dient, au\u00dfer das man Profit macht. Der Grund warum das alles funktioniert ist, weil Transport fast gar nichts kostet. Transport zahlen wir aus der Portokasse. Wenn man sich irgendetwas von Australien oder China mit dem Containerschiff kommen l\u00e4sst, kostet das fast nichts. Das geht in die Kalkulation fast gar nicht ein. Transport ist sehr billig. Da muss man ansetzen.<\/p>\n<p><strong>Ich sehe schon, Sie sind ein Freund des neuen transatlantischen Freihandelsabkommens TTIP.<\/strong><br \/>\nWenn man es ironisch meint, ja. Das ist eben genau die falsche Richtung, in die wir uns bewegen.<\/p>\n<p><strong>Die richtige Richtung hie\u00dfe dann Transition und Gen\u00fcgsamkeit?<\/strong><br \/>\nJa. Transformation. Nat\u00fcrlich. Das ist die L\u00f6sung in vielerlei Hinsicht. Das hat nat\u00fcrlich auch mit einer Wertedebatte zu tun. Wir geben uns ja Scheinwirklichkeiten hin. Wenn wir auf die Stra\u00dfen gucken, egal ob in Europa oder den USA, sehen wir Gel\u00e4ndewagen. Wer braucht in unseren St\u00e4dten, und es werden immer mehr davon, einen Gel\u00e4ndewagen? Es gibt keinen vern\u00fcnftigen Grund, warum man das tut. Da sind wir wieder bei \u201eweniger ist mehr\u201c. Ein Gel\u00e4ndewagen ist kein Wert. Familie und Kinder, Freundschaften, auch gutes Essen, langes miteinander gut essen und reden, das sind Werte.<\/p>\n<p><strong>Sind Sie noch Optimist oder eher schon Pessimist?<\/strong><br \/>\nIch bin ein hoffnungsloser Optimist. Das hat verschiedene Gr\u00fcnde. Ich glaube, am Ende des Tages haben wir gar keine andere Wahl, diesen neuen Weg, der eigentlich ein alter ist, den wir nur vergessen haben, zu gehen. Denn im Prinzip ist ja niemand dagegen, diesen Weg der Harmonie zu gehen. Wir werden lernen, anders zu denken. Denn wenn wir mit dem fortfahren, was wir jetzt machen, werden unsere Probleme immer gr\u00f6\u00dfer. Ich bin fest davon \u00fcberzeugt, dass diese Einsicht wachsen wird. Ein Indiz daf\u00fcr ist, dass Barack Obama jetzt sein Klimapaket vorgestellt hat, noch rechtzeitig vor Paris.<\/p>\n<p>Wenn wir jetzt die Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6me sehen, w\u00e4re es fantastisch zu glauben, dass sich das Problem von selbst l\u00f6st. Das werden immer mehr werden. Da muss man sich irgendwann doch mal fragen, und die ersten Leute fangen jetzt an, sich das zu fragen, warum ist das denn so? Wo kommen die denn her? Weil es eben diese Ausbeutung zwischen Nord und S\u00fcd gibt und weil wir auf Kosten der anderen hier leben. Deswegen bin ich mir sicher, dass diese Einsicht wachsen wird. Das tut nat\u00fcrlich im ersten Moment weh. Wir m\u00fcssen die Probleme an der Wurzel anpacken und dort l\u00f6sen.<\/p>\n<p><strong>Wie l\u00f6sen wir das Problem CO2?<\/strong><br \/>\nGanz einfach. Mit erneuerbaren Energien. In Portugal ist das doch \u00fcberhaupt kein Problem. Nicht mal in Nordeuropa. Wir sind auf unserer Erde umgeben von Sonne, Wind und Wasser. Warum nutzen wir sie nicht? Weil es offensichtlich ein paar Leute in ein paar L\u00e4ndern gibt, die uns von fossilen Brennstoffen abh\u00e4ngig machen. N\u00fcchtern betrachtet, ist diese Art des Wirtschaftens undemokratisch. Wirtschaft muss sich doch orientieren an den Bed\u00fcrfnissen der Menschen. Ich meine, es ist doch nicht das Bed\u00fcrfnis der Menschheit, von \u00d6l, Gas und Kohle abh\u00e4ngig zu sein. Wir m\u00fcssen dahin, dass die Wirtschaft f\u00fcr den Menschen da ist und nicht die Menschen f\u00fcr die Wirtschaft.<\/p>\n<p><strong>Wie machen Sie das f\u00fcr sich selbst?<\/strong><br \/>\nIch habe ein kleines Auto und fahre mit einer Geschwindigkeit von nur 100 auf der Autobahn und ich fahre viel mit dem Fahrrad. Leider fliege ich zu viel.<\/p>\n<p><strong>K\u00f6nnen Sie sich pers\u00f6nlich vorstellen, im Jahr mit 3.000 kg CO\u00b2 Emissionen auszukommen? Stichwort Kyoto.<\/strong><br \/>\nIm Prinzip geht das nat\u00fcrlich. Dann m\u00fcsste ich meine Flugt\u00e4tigkeit einstellen und k\u00f6nnte nicht mehr auf Konferenzen sprechen. Aber man muss die Welt um sich herum auch ein bisschen konditionieren, sonst geht das nicht. Videokonferenzen, wenn man sich unterhalten will, ja. Nat\u00fcrlich kaufe ich in Deutschland keine \u00c4pfel aus Spanien und auch keine Erdbeeren zu Weihnachten. Brauchen wir Salzstreuer mit Licht aus China? Wie viel Bl\u00f6dsinn braucht unsere Konsumgesellschaft noch? Wir leben verschwenderisch und werfen die H\u00e4lfte unserer Lebensmittel weg.<\/p>\n<p><strong>Warum hei\u00dft Ihr Buch \u201eDas Ende der Ozeane?\u201c<\/strong><br \/>\nIch habe versucht, ein Buch \u00fcber die Faszination der Meere zu schreiben. Gerade in der Tiefsee gibt es noch viele unentdeckte Tiere, auch Fische, die aussehen wie Monster. Dort gibt es noch viel zu entdecken und zu verstehen.<\/p>\n<p>Andererseits wollte ich deutlich machen, dass wir die Meere immer mehr belasten, die Einleitung von Giften wie \u00d6l und Radioaktivit\u00e4t, aber auch wie wir das Meer nutzen, die \u00dcberfischung, auch die S\u00fcnden, die wir an Land und in den Flussm\u00fcndungen begehen, Stichwort Aquakultur mit Antibiotika.<\/p>\n<p>Es gab zwei Ereignisse, die mich bewogen haben, dieses Buch zu schreiben: das eine war der gr\u00f6\u00dfte \u00d6lunfall aller Zeiten im Golf von Mexiko in 2010. Die Menschen und das Meer leiden noch heute darunter, besonders unter dem L\u00f6sungsmittel Corexid, dem Gift, das man auf den \u00d6lteppich gespritzt hat, um \u00d6l in Wasser aufzul\u00f6sen. Das wiederum f\u00fchrte dazu, dass die \u00f6labbauenden Bakterienarten, aber auch Fischlarven und Kleinstlebewesen vergiftet wurden. Man erh\u00f6ht die Giftigkeit von Roh\u00f6l um etwa das F\u00fcnfzigfache. Eine Methode, Presse und Politik zu manipulieren. Das \u00d6l sollte aus den Augen der \u00d6ffentlichkeit verschwinden. Greenwashing.<\/p>\n<p>Das andere war der Atomunfall von Fukushima und das gigantische Ausma\u00df an radioaktivem Meerwasser, das die Kernschmelze der havarierten Atomkraftwerke k\u00fchlen sollte und hinterher wieder in den Pazifik eingeleitet wurde.<\/p>\n<p>Ich habe dieses Buch auch geschrieben um zu dokumentieren, wie die Partikularinteressen von Konzernen wie BP und TEPCO die Politik dominieren gegen die elementaren Interessen des Gemeinwohls.<\/p>\n<p><strong>Wie sehen Sie die Beziehung der Wissenschaft zur Wirtschaft? Sie forschen und ver\u00f6ffentlichen ja. Kommt es nicht vor, dass die Wissenschaft mit ihren Forschungsergebnissen die Wirtschaft erst dazu anregt, das Meer und seine Rohstoffe auszubeuten?<\/strong><br \/>\nJa, die Gefahr besteht immer, dass wir ausgenutzt werden. Sicherlich aber ist es keine L\u00f6sung auf Wissenschaft zu verzichten oder nicht mehr zu publizieren. Wir versuchen ja, die Welt um uns herum zu verstehen und das ist auch eine gro\u00dfe Errungenschaft der Menschheit. Aber dieses Ausnutzen gibt es, das ist wahr. Ich habe als Meteorologe und Meeresforscher angefangen, das El Ni\u00f1o Ph\u00e4nomen zu erforschen und damit die Erw\u00e4rmung des pazifischen Ozeans und die weltweiten klimatischen Auswirkungen dieser Erw\u00e4rmung, z.B. D\u00fcrre in Asien, Namibia und Kalifornien. Einige haben das zum Anlass genommen, W\u00e4lder abzufackeln.<\/p>\n<p>Es muss Regeln geben, wie wir uns zu benehmen haben. Ich habe einmal die Frage gestellt, warum m\u00fcssen wir, der Staat oder wer auch immer nachweisen, dass das, was ein Unternehmen macht, sch\u00e4dlich f\u00fcr die Umwelt ist? Warum muss ein Unternehmen nicht nachweisen, dass es unsch\u00e4dlich arbeitet? Man muss die Beweislast umkehren und das Verursacherprinzip anwenden. Das Regelwerk ist von gestern und stimmt nicht mehr. Wir sehen das auch bei der Finanzwirtschaft. Es braucht sehr wohl eine neue Ethik, die unsere \u00d6konomie in der \u00d6kologie verankert.<\/p>\n<div class=\"box shadow  alignleft\" style=\"width:90%\"><div class=\"box-inner-block\"><i class=\"fa tie-shortcode-boxicon\"><\/i>\n\t\t\t\n1. Die <strong>Helmholtz Gemeinschaft<\/strong> gibt es seit 1995 als eingetragenen gemeinn\u00fctzigen Verein. Ihr Sitz ist Bonn. Sie betreibt Gesch\u00e4ftsstellen in Bonn und Berlin. Der Verein unterh\u00e4lt 15 Zentren in Deutschland, u.a. das Zentrum f\u00fcr Ozeanforschung in Kiel und drei Auslandsgesch\u00e4ftsstellen in Br\u00fcssel, Moskau und Peking. Das Gesamtbudget des Vereins umfasst 2015 knapp vier Milliarden Euro. In der Helmholtz Gemeinschaft arbeiten 37.939 Menschen, davon 14.734 WissenschaftlerInnen, 6.171 Doktoranden und 1.657 Auszubildende. Laut Satzung betreibt sie Spitzenforschung in sechs Bereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr sowie Schl\u00fcsseltechnologien und Materie.\n\t\t\t<\/div><\/div>\n<div class=\"box shadow  alignleft\" style=\"width:90%\"><div class=\"box-inner-block\"><i class=\"fa tie-shortcode-boxicon\"><\/i>\n\t\t\t\n2. Das<strong> GEOMAR Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Ozeanforschung Kiel<\/strong>\u00a0ist eine der f\u00fchrenden Einrichtungen auf dem Gebiet der Meeresforschung in Europa. Aufgabe des Instituts ist die Untersuchung der chemischen, physikalischen, biologischen und geologischen Prozesse im Ozean und ihre Wechselwirkung mit dem Meeresboden und der Atmosph\u00e4re. Die Forschungsschwerpunkte sind in vier zentralen Bereichen zusammengefasst: Ozeanzirkulation und Klimadynamik, marine Biogeochemie, marine \u00d6kologie, Dynamik des Ozeanbodens. GEOMAR betreibt Meeresforschung. Das Institut tr\u00e4gt mit mehreren international ausgerichteten Studieng\u00e4ngen aktiv zur Ausbildung des Nachwuchses im Bereich der Meereswissenschaften bei.\u00a0Es unterh\u00e4lt vier Forschungsschiffe, Langzeitobservatorien, ein kleines U-Boot und einen Unterwasserroboter, der bis zu 6.000 Meter tief tauchen kann. GEOMAR ist Mitglied des Marine Boards der European Science Foundation. Es besch\u00e4ftigt 850 Mitarbeiter. \n\t\t\t<\/div><\/div>\n<div class=\"box info  alignleft\" style=\"width:90%\"><div class=\"box-inner-block\"><i class=\"fa tie-shortcode-boxicon\"><\/i>\n\t\t\t\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-19273\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Mojib-Latif-4-150x150.jpg\" alt=\"Mojib Latif\" width=\"150\" height=\"150\" \/>3. <strong>Prof. Dr. Mojib Latif<\/strong> (61) studierte vier Semester BWL bevor es ihn zur Meteorologie an die Uni Hamburg zog. Er promovierte und habilitierte in Meereskunde (Ozeanographie) zu dem Thema \u201eEl Ni\u00f1o\u201c. Viele Jahre arbeitete er am Max Planck Institut f\u00fcr Meteorologie. Seit 2003 ist der Wissenschaftler Latif in Kiel am GEOMAR t\u00e4tig. Dort leitet er den Forschungsbereich \u201eOzeanzirkulation und Klimadynamik\u201c. <strong>ECO123<\/strong> besuchte ihn dort und sprach mit ihm \u00fcber \u00f6kologische und \u00f6konomische L\u00f6sungsans\u00e4tze f\u00fcr die Ozeane. Sein aktuelles Buch \u201eDas Ende der Ozeane\u201c (erschienen im Herder Verlag) besch\u00e4ftigt sich mit den Weltmeeren als Grundlage unserer Existenz, dem Ursprung allen Lebens auf der Erde.\n\t\t\t<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interview mit Prof. Dr. Mojib Latif (61) GEOMAR, Kiel in Deutschland ECO123: Wir machen ja nun eine Zeitschrift, in der wir immer wieder versuchen, Wirtschaft und \u00d6kologie miteinander in Einklang zu bringen. Meinen Sie denn das geht? 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