{"id":55490,"date":"2018-04-02T16:01:07","date_gmt":"2018-04-02T15:01:07","guid":{"rendered":"https:\/\/eco123.info\/de\/?p=55490"},"modified":"2018-07-09T16:02:06","modified_gmt":"2018-07-09T15:02:06","slug":"der-traurige-fluss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eco123.info\/de\/im-mittelpunkt\/der-traurige-fluss\/","title":{"rendered":"Der traurige Fluss"},"content":{"rendered":"<p>Es ist ein Donnerstag im Januar, als ich zum ersten Mal einen B\u00fcrgermeister in einem Dorf im Alentejo weinen sehe. Der Gemeindevorsteher ist ein gestandener Mann, ein Handwerker und seit vielen Jahren im Amt. Doch jetzt wei\u00df er nicht weiter. Seit vergangenem Fr\u00fchsommer sind die Bohrl\u00f6cher im Ort leer. Wie andere umliegende Gemeinden erh\u00e4lt sein Dorf das Trinkwasser mit Lastw\u00e4gen vom Sado-Staudamm Monte da Rocha. Doch in diesem herrscht g\u00e4hnende Leere, er war sogar im letzten Winter nur zu 23% gef\u00fcllt. Damit sinkt auch die Qualit\u00e4t. Schon seit Monaten ist das Wasser in den Haushalten seines Dorfes braun und tr\u00fcbe. Wenn es nicht doch noch signifikant regnet, dann wei\u00df niemand, wie die Bewohner das Jahr \u00fcberstehen sollen. Und der Reisanbau, im vergangenen Jahr bereits halbiert, muss dann wohl ganz eingestellt werden. &#8222;Und noch immer glauben einige Bewohner des Dorfes, sie k\u00f6nnten ganz normal weiterleben, ihre Autos waschen und Rasen sprengen&#8220;, klagt der B\u00fcrgermeister. Und ich denke: In was f\u00fcr einer Zeit leben wir, wo nur noch Tr\u00e4nen den Fluss speisen?&#8220;<\/p>\n<p>Der Sado. Schon sein Name klingt nach Saudade, nach Wehmut und Vergangenem. Einst war er ein m\u00e4chtiger Strom mit Schiffen, die Handel, Reichtum und Informationen zwischen dem Landesinneren und der gro\u00dfen weiten Welt austauschten. Davon zeugen noch alte Prachtbauten in Set\u00fabal und Alcacer do Sal. Man nannte ihn auch den Nil Portugals, aufgrund seines weitreichenden Einzugsgebietes und seiner vielen Zufl\u00fcsse. Zudem ist es der einzige Fluss des Alentejo, der von S\u00fcden nach Norden flie\u00dft. Und immer noch sind die letzten 20 km des Sado ein Naturschauspiel: Meer- und Flusswasser mischen sich zu einem majest\u00e4tischen Lauf. Schilf und Sumpf pr\u00e4gen das Naturreservat Estu\u00e1rio do Sado, gro\u00dfe Vogelschw\u00e4rme und sogar Delphine begleiten ihn, bevor er in einer m\u00e4chtigen Bucht bei Setubal ins Meer m\u00fcndet, dem gro\u00dfartigen Naturpark Serra da Arr\u00e1bida.<\/p>\n<p>Doch zum Nil gibt es eine weitere Parallele: Ebenso wie der \u00e4gyptische Fluss sinkt der Wasserspiegel des Sado dramatisch. Der heute trockenste Fluss Portugals ist im Oberlauf nur noch ein veralgtes Rinnsal, das die anliegenden G\u00e4rten und Felder nicht mehr speist, und einige Zufl\u00fcsse verschwinden w\u00e4hrend des Sommers ganz. Viele D\u00f6rfer und L\u00e4ndereien entv\u00f6lkern sich; ehemals gro\u00dfz\u00fcgige L\u00e4ndereien sind verfallen. Wo einst Vielfalt gedieh, stehen heute Ruinen, liegen Brachland und Monokulturen von Pinien und Eukalyptus, sinkende Grundwasserspiegel, ausgetrocknete Brunnen (po\u00e7os) und Waldbr\u00e4nde im Sommer.<\/p>\n<div class=\"tie-full-width-img\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-55479\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/03_rio-triste.jpg\" alt=\"Rio Sado\" width=\"1280\" height=\"813\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/03_rio-triste.jpg 1280w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/03_rio-triste-768x488.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/div>\n<p>Wie konnte das geschehen? Eine Antwort darauf gibt die Landkarte: S\u00e4mtliche neun Nebenfl\u00fcsse des Sado haben Talsperren, insgesamt gibt es im Einzugsgebiet 13 Staud\u00e4mme. Einer davon ist der Campilhas-Staudamm am oberen Sado. Neben einem kleinen Kraftwerk wird sein Wasser vor allem f\u00fcr die Intensivlandwirtschaft genutzt, wie der Verantwortliche der Betreibergenossenschaft \u201cAssocia\u00e7\u00e3o de Regantes e Benefici\u00e1rios de Campilhas e Alto Sado\u201d bei meinem Besuch erkl\u00e4rt. Das Wasser des oberen Sado erm\u00f6glicht den Anbau von Tomaten, Mais, Bew\u00e4sserungsoliven, Reis &#8211; allesamt wasserintensive Kulturen. Die Tomaten sind f\u00fcr den Export bestimmt und gehen sogar bis nach China. Genau das ist nach Ansicht des Wasserbau-Ingenieurs Bernd M\u00fcller aus dem Landkreis Odemira der gro\u00dfe Systemfehler: \u201cDie Fr\u00fcchte, die da exportiert werden, sind Sado-Wasser in anderer Form, das sp\u00e4ter unserem Flusssystem fehlt. W\u00fcrde kein Wasser aus dem Einzugsgebiet abgef\u00fchrt und k\u00f6nnte der Regen dort in den Boden sickern, wo er f\u00e4llt, dann w\u00fcrde das Grundwasser steigen &#8211; und h\u00e4tten wir auch in Jahren mit wenig Regen genug Wasser in der Region, um Menschen und Tiere zu versorgen und alles zu produzieren, was sie brauchen.\u201d<\/p>\n<p>Das konventionelle Wassermanagement hat weltweit immer mehr Kritiker. F\u00fcr sie geh\u00f6rt die Konzentration von Wasser in Staud\u00e4mmen und der Transport in andere Wassereinzugsgebiete zu einer l\u00e4ngst \u00fcberkommenen Denk- und Planungsweise. Doch genau diese Denkweise pr\u00e4gt immer noch die Versorgung der D\u00f6rfer des s\u00fcdlichen Portugal. Im September 2009 \u00fcbertrugen die Landkreise des Alentejo die Verantwortung f\u00fcr die Wasserversorgung der Gemeinden an die semi-private Gesellschaft \u00c1guas P\u00fablicas do Alentejo (AgdA). AgdA\u00b4s Strategie ist es, die Trinkwasserversorgung der D\u00f6rfer ganz auf Staud\u00e4mme umzustellen. Seitdem wurde nicht mehr in den Erhalt und die Qualit\u00e4tspr\u00fcfung der lokalen Bohrl\u00f6cher (furros) investiert. S\u00e4mtliche Brunnen (fontan\u00e1rios) in Gemeinden erhielten die Aufschrift: Wasserqualit\u00e4t nicht garantiert (\u201cQualidade de \u00e1gua nao testada\u201d). So sollen sogar Gemeinden wie Colos, die ein reiches Grundwasservorkommen hoher Qualit\u00e4t haben und sich auch im Hochsommer noch bestens versorgen k\u00f6nnen, zuk\u00fcnftig f\u00fcr viel Geld vom Staudamm Monte da Rocha versorgt werden. Denn ist der Versorgungskanal einmal fertiggestellt, wird er sich um so eher rentieren, je mehr Gemeinden ihn nutzen und daf\u00fcr bezahlen. Die B\u00fcrger wurden dazu nicht befragt und vor vollendete Tatsachen gestellt.<\/p>\n<p>Das ist es, was die Vertreter des neuen Wasserparadigmas st\u00f6rt. \u201cStatt immer gr\u00f6\u00dfere Zentralisierung w\u00e4re der umgekehrte Weg besser: die Wasserversorgung in die Verantwortung der Gemeinden zu geben und in nat\u00fcrliches und dezentrales Wassermanagement zu investieren\u201d, sagt M\u00fcller gegen\u00fcber ECO123. Gemeinden w\u00e4ren seiner Meinung nach gut daran beraten, das Regenwasser dezentral durch Retentionsteiche und -gr\u00e4ben in den Erdboden zu leiten, gro\u00dffl\u00e4chig in Mischkulturen aufzuforsten und den Anbau solcher Ackerfr\u00fcchte zu f\u00f6rdern, die an die Region und ihr Wasservorkommen angepasst sind. Das w\u00e4ren dann eher Sonnenblumen als Mais, eher traditioneller Olivenanbau statt bew\u00e4sserter.<\/p>\n<p>M\u00fcller: \u201cErfahrungen in aller Welt haben gezeigt, dass mit diesen einfachen und kosteng\u00fcnstigen Ma\u00dfnahmen der Grundwasserspiegel wieder steigt und die Bohrl\u00f6cher sind nicht mehr im Fr\u00fchsommer ausgepumpt.\u201dDenn eines m\u00fcsse man feststellen: \u201cWir leben nicht in einer trockenen Region. Der j\u00e4hrliche Regendurchschnitt selbst im Alentejo liegt nicht weit unter dem von Berlin. Es gibt gen\u00fcgend Regen, aber der f\u00e4llt haupts\u00e4chlich in einer einzigen Jahreszeit, und wir m\u00fcssen lernen, intelligent damit umzugehen.\u201d<\/p>\n<p>K\u00f6nnte die gegenw\u00e4rtige D\u00fcrre eine Chance f\u00fcr ein Umdenken bieten? Im Moment sieht es noch nicht danach aus. Angesichts der niedrigen Pegelst\u00e4nde der Stauseen hat die AgdA zwar im gesamten Einzugsgebiet eine Umfrage unter Landbesitzern angeregt, um die Bohrl\u00f6cher zu erfassen und die Gemeinden doch dezentral zu versorgen. Doch das ist nur eine \u00dcbergangsl\u00f6sung. Die l\u00e4ngerfristige Planung f\u00fcr die Wasserversorgung hei\u00dft: noch mehr Zentralisierung. Zwar gilt es weltweit als \u00f6kologische S\u00fcnde, Wasser von einem Flusssystem ins n\u00e4chste zu transportieren. Aber im Notfall werden solche Gebote \u00fcbertreten. Das hei\u00dft konkret: Wenn die Sado-Staud\u00e4mme Monte da Rocha und Roxo leer sind, wird Wasser aus dem gro\u00dfen Alqueva-Staudamm nachgepumpt. Die Pl\u00e4ne dazu liegen seit Jahrzehnten in den Schubl\u00e4den, und die Versorgungskan\u00e4le wurden in den letzten zehn Jahren Zug um Zug fertiggestellt. Fast k\u00f6nnte man meinen, man hat auf diesen Notruf des Sado-Beckens gewartet.<\/p>\n<p>Doch das Alqueva-Wasser ist nicht nur teurer als das Sado-Wasser, es hat auch schlechtere Qualit\u00e4t. Der aus Spanien kommende Guadiana, der den gr\u00f6\u00dften k\u00fcnstlichen See Europas speist, kommt bereits aus einer Region mit intensiver Agroindustrie mit entsprechendem chemischen Einsatz und ist stark kontaminiert. Vor 17 Jahren gingen Tausende Umweltsch\u00fctzer gegen den Bau des Alqueva-Staudamms auf die Stra\u00dfe. Doch die Lobby erwies sich als st\u00e4rker und das \u201cSystem Alqueva\u201d soll anscheinend im vollen Umfang in Kraft treten und am Ende den ganzen Alentejo pr\u00e4gen. Im Einzugsgebiet des Stausees selbst wurde die b\u00e4uerliche Landwirtschaft fast ganz durch hochspezialisierte Agrarkonzerne verdr\u00e4ngt, die mit Alqueva-Wasser, Agrarchemie und Billiglohnkr\u00e4ften aus Fernost kurzfristigen Profit absch\u00f6pfen &#8211; mit all dem sozialen und \u00f6kologischen Elend, das im Distrikt bereits zu sp\u00fcren ist.<\/p>\n<p>Soll dieses System nun auch im gesamten Sado-Einzugsgebiet realisiert werden? Selbst wenn das von Anfang an der Plan gewesen sein mag: es wird nicht gelingen. Auch die spanische Agrarindustrie verlangt mehr Wasser und so drosselte Spanien bereits im letzten Jahr das Wasser seiner Fl\u00fcsse, die nach Portugal flie\u00dfen. An diesem Beispiel sehen wir: Eine zentrale L\u00f6sung kann niemals nachhaltig sein. Nur dezentrale L\u00f6sungen werden auch morgen noch ein Leben und eine Produktion erm\u00f6glichen &#8211; im Sado-Gebiet und an allen Fl\u00fcssen der Erde.<\/p>\n<div class=\"tie-full-width-img\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-55482\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/06_rio-triste.jpg\" alt=\"Golfinho no rio sado\" width=\"1280\" height=\"813\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/06_rio-triste.jpg 1280w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/06_rio-triste-768x488.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/div>\n<h2>Fr\u00f6hlicher Fluss<\/h2>\n<p>Im Herbst beschloss eine Gruppe von 20 Menschen, das Flusssystem, den Sado kennenzulernen, und ging auf eine zehnt\u00e4gige Wanderschaft von Tamera bis zur Sado-M\u00fcndung. Sie wanderten entlang an Kan\u00e4len, Stauseen, ausgetrockneten Bachbetten und Flussufern, wateten durch Schlamm, Reisfelder und kniehohes Wasser. Sie schliefen in Turnhallen, Rath\u00e4usern, Gemeindezentrum, sprachen mit B\u00fcrgermeistern, Bauern, Hausfrauen und Managern. Sie wurden Zeugen von Zerst\u00f6rung &#8211; aber immer wieder auch von einer Natur, die sich trotz allem nicht unterkriegen l\u00e4sst. Sie wurden auch Zeugen von Menschen, die sich nicht auf die Globalisierung einlassen, sondern auf ihre ganz eigene Art Widerstand leisten. So gab es in allen D\u00f6rfern alte Leute, die sich ganz einfach weigern, das Wasser aus dem Wasserhahn und damit aus den Stauseen zu trinken. Stattdessen pflegen sie die alten Brunnen (fontan\u00e1rios), ignorieren das Schild \u201cnicht kontrollierte Wasserqualit\u00e4t\u201d und holen sich mit Flaschen und Beh\u00e4ltern das Brunnenwasser, das ihnen einfach besser schmeckt. Auch trafen die Flu\u00dfwanderer an vielen Orten junge und teilweise gut ausgebildete Menschen, die aus den St\u00e4dten oder aus anderen L\u00e4ndern kommen und stillgelegte H\u00f6fe wiederbelebten, die B\u00e4ume pflanzen, G\u00e4rten in Permakultur anlegen und &#8211; manchmal inmitten von Intensivlandwirtschaft auf Alternativen setzen &#8211; zum Beispiel auf biologischen Reisanbau. Auf diese Weise entstehen Treffpunkte, an denen Menschen zusammenkommen und \u00fcber ihren Tellerrand schauen &#8211; auf Perspektiven und Alternativen in der Region.<\/p>\n<div class=\"tie-full-width-img\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-55485\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/05_rio-triste.jpg\" alt=\"rio alegre\" width=\"1278\" height=\"438\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/05_rio-triste.jpg 1278w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/05_rio-triste-768x263.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1278px) 100vw, 1278px\" \/><\/div>\n<p>Der Landschaftsplaner Duarte Sobral aus Odemira erkl\u00e4rte am Beispiel des Sado das ideale Zusammenspiel der verschiedenen \u00f6kologischen Abschnitte eines Flusslaufes: im oberen Bereich gedeihen Mischw\u00e4lder, hier liegt der Quellbereich, wo m\u00f6glichst wenig in die Natur eingegriffen wird. Er wird gefolgt von extensiver Produktion mit Fruchtb\u00e4umen und Waldweiden &#8211; hier ist der ideale Bereich f\u00fcr den so genannten Montado. Im mittleren Flusslauf mit seinen fruchtbaren Ebenen wird die landwirtschaftliche Produktion intensiver. Das Schwemmland erlaubt einen ertragreichen Anbau und die Lebensmittelversorgung der weiteren Region, aber immer noch in Mischkultur und mit vielen B\u00e4umen: Tiefwurzelnde B\u00e4ume gerade im mittleren Flusslauf halten das Grundwasser und machen es f\u00fcr das ganze \u00d6kosystem verf\u00fcgbar. Und in den Feuchtgebieten im M\u00fcndungsbereich gibt es Salzgewinnung, Fischerei und Sammeln von bestimmten Pflanzen und Muscheln. So wirken alle Zonen eines Flusslaufes optimal zusammen. Es entsteht ein erfolgreiches Miteinander aus Naturschutz, Pflege, Kultur und Produktion.<\/p>\n<p>K\u00f6nnten Menschen nicht durch Freundschaft, Kontakt und Zusammenarbeit ein solches Fluss-B\u00fcndnis schlie\u00dfen und sich gegenseitig in Anbau, Produktion und Handel entsprechend erg\u00e4nzen? Wie gut dies dem Fluss tun w\u00fcrde &#8211; und all seinen tierischen und menschlichen Anwohnern! Ein wenig muss es fr\u00fcher so gewesen sein. In den damals reichen St\u00e4dten Setubal und Alcacer do Sal wurden die Produkte aus Binnenland und Meer umgeschlagen. Der Sado formte eine lebendige Ader, die Meer und Land verband &#8211; mit Wasser, G\u00fctern und Information.<\/p>\n<p>Es ist ein k\u00fchler Tag, als die 20 Wanderer nach vielen Kilometern in Set\u00fabal die F\u00e4hre besteigen, die sie an den letzten Ort ihrer Wanderung bringt, zum Strand von Tr\u00f3ia, zwischen Fluss und Meer. Gerade als sie am Ufer sitzend die letzten Worte wechseln, kommen die Delphine! Dutzende gro\u00dfe T\u00fcmmler schwimmen sehr nahe an sie heran und dann hinaus ins offene Meer. Viele von ihnen springen noch einmal hoch aus dem Wasser wie zum Gru\u00df. Die Weitwanderer nehmen es als einen Abschied und als eine Botschaft: Wie weit auch immer die Zerst\u00f6rung der Erde schon fortgeschritten ist, uns gibt es immer noch! Wenn Menschen miteinder kooperieren, Landbewohner und Wasserbewohner, ist die Heilung eines \u00d6kosystems noch immer m\u00f6glich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist ein Donnerstag im Januar, als ich zum ersten Mal einen B\u00fcrgermeister in einem Dorf im Alentejo weinen sehe. Der Gemeindevorsteher ist ein gestandener Mann, ein Handwerker und seit vielen Jahren im Amt. Doch jetzt wei\u00df er nicht weiter. Seit vergangenem Fr\u00fchsommer sind die Bohrl\u00f6cher im Ort leer. 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