{"id":57626,"date":"2019-07-21T21:49:33","date_gmt":"2019-07-21T20:49:33","guid":{"rendered":"https:\/\/eco123.info\/de\/?p=57626"},"modified":"2019-10-02T22:56:48","modified_gmt":"2019-10-02T21:56:48","slug":"wie-veraendere-ich-meine-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eco123.info\/de\/portugal-de\/interviews\/wie-veraendere-ich-meine-welt\/","title":{"rendered":"Wie ver\u00e4ndere ich meine Welt?"},"content":{"rendered":"<h2>Wenn das Leben an einen Wendepunkt kommt<\/h2>\n<p>Kathi Heusel, Trainerin f\u00fcr ganzheitliches Leben, stammt aus \u00d6sterreich und Bart Delember, Kitesurflehrer, aus Belgien. Beide sind Mitte drei\u00dfig und leben an der Westalgarve. Eines Tages kamen sie an einen Wendepunkt ihres Lebens angesichts der gigantischen Menge Plastik in ihrem t\u00e4glichen Leben. Sie wollten nicht weiter zusehen, wie Berge von M\u00fcll und vor allem Plastik im Meer schwimmen und ihr Leben anders gestalten. Den meisten Menschen geht es wahrscheinlich genauso, sagt Kathi Heusel im Gespr\u00e4ch mit ECO123. Aber was kann eine Person allein schon bewirken, wenn der Rest der Welt den Teufelskreis von Plastik und \u00d6l fortsetzt und weiterhin Plastikprodukte kauft und benutzt? Beide dachten, sie k\u00f6nnten etwas Konstruktiveres tun, indem sie proaktiver sind und Teil der L\u00f6sung werden. Sie begannen, ihren Lebensstil zu \u00e4ndern: Sie vermieden es, in Plastik verpackte Waren zu kaufen. Kunststoff wurde durch Glas, Holz, Leinen und Baumwolle ersetzt. Heute nutzen sie nur noch wiederverwendbare Materialien und konsumieren Bio-Produkte.<\/p>\n<figure id=\"attachment_57614\" aria-describedby=\"caption-attachment-57614\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-57614\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Taylor3_fotoindice_f-e1563729977633.jpg\" alt=\"Taylor Leigh Cannizzaro,\" width=\"400\" height=\"441\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-57614\" class=\"wp-caption-text\">Taylor Leigh Cannizzaro,<\/figcaption><\/figure>\n<p>hr Leben ist im Laufe der Zeit bewusster und weniger kohlenstoffintensiv geworden. Sie begannen, Lebensmittel aus lokalen und regionalen Quellen zu kaufen und vom Mainstream unabh\u00e4ngig zu leben. Beide waren jedoch davon \u00fcberzeugt, dass sie noch mehr tun zu k\u00f6nnen. Dann hatte Kathi eine Idee. Sie diskutierte mit Bart die M\u00f6glichkeit, online einen Event zur Reduzierung der Kohlenstoffemissionen zu organisieren, mit dem Ziel, Wissen und Informationen dar\u00fcber zu verbreiten, wie wir den von unserem Plastikm\u00fcll verursachten Tod von Meerestieren stoppen k\u00f6nnen. Welche L\u00f6sungen gibt es? Wie k\u00f6nnen wir sie finden? Und was k\u00f6nnen wir tats\u00e4chlich konkret tun? All dies f\u00fchrte zu dem Anfang Juni stattfindenden Online-Gipfel &#8222;A Solution to Plastic Pollution &#8211; Der erste internationale Online-Gipfel f\u00fcr eine plastikfreie Welt&#8220;. ECO123 besuchte Kathi Heusel in Pedralva bei Vila do Bispo und sprach \u00fcber ihre Motivation, die Veranstaltung zu organisieren, die in k\u00fcrzester Zeit mehr als 10.000 Beteiligte gewann. Ihr Ziel ist es, noch mehr Menschen auf die Gefahren f\u00fcr unsere Ozeane und unsere Umwelt im Allgemeinen aufmerksam zu machen.<\/p>\n<p>ECO123 ver\u00f6ffentlicht an dieser Stelle ein ganz besonderes Interview ihres Online-Gipfels. Es handelt sich um das Gespr\u00e4ch mit der Plastik Bank-Pressesprecherin Taylor Leigh Cannizzaro aus Kanada (www.plasticbank.com)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Erkl\u00e4ren sie uns, worum es bei der Plastik-Bank geht? Wann wurde sie gegr\u00fcndet? Wie ist sie entstanden? Was ist ihre Mission? Erz\u00e4hlen Sie uns einfach alles.<br \/>\n<\/strong>Alles gleichzeitig? Nun, wir wurden 2013 gegr\u00fcndet und sind im Grunde genommen die gr\u00f6\u00dfte Handelskette f\u00fcr die \u00c4rmsten. Denn der wahre Grund f\u00fcr Verschmutzung ist doch Armut, oder? Es geht also darum, den Plastikm\u00fcll als Zahlungsmittel f\u00fcr Konsumg\u00fcter aufzuwerten. Die Idee kam David Katz, als er eine Universit\u00e4t besuchte und von der Umwandlung eines St\u00fccks Plastik in etwas ganz anderes inspiriert wurde, das dann das Sieben- bis Zehnfache seines urspr\u00fcnglichen Wertes besa\u00df. Dann \u00fcberlegte er: &#8222;Was ist, wenn das Problem nicht der Kunststoff ist? Was ist, wenn das Problem bei uns selbst und unserem Umgang mit diesem Material und dessen Lagerung liegt?&#8220; Was w\u00e4re, wenn wir diese Gedankeng\u00e4nge nutzen k\u00f6nnten, um den Menschen den Wert von Kunststoff und Abfall aufzuzeigen?\u201c Und so entstand die Plastik-Bank. Wir sind in Gebieten mit extremer Armut t\u00e4tig und ermutigen die Menschen vor Ort, uns ihre Abf\u00e4lle zu bringen, die wir dann pro Kilogramm bezahlen. Sehr oft wird ihr Einkommen dadurch verdoppelt oder sogar verdreifacht. Unser Ziel ist es, die Verschmutzung der Meere durch Plastik zu verringern und zu stoppen und die globale Armut zu lindern, indem eine Milliarde Menschen an diesem Funktionsprinzip beteiligt wird.<\/p>\n<p><strong>Wir m\u00fcssen die Menschen also zusammenbringen. Es beginnt damit, dass Menschen Plastik aufsammeln. Aber das ist nur ein erster Schritt. Also, wie sehen die n\u00e4chsten Schritte dann aus? Die Leute gehen zur Plastik-Bank, sie bekommen etwas f\u00fcr das gesammelte Plastik. Aber das ist doch noch nicht alles, oder?<br \/>\n<\/strong>Da haben Sie recht. Unser Auftrag ist die wirtschaftliche Entwicklung. Wir geben Menschen eine M\u00f6glichkeit, die sie sonst nicht bek\u00e4men. Wenn sie ihren M\u00fcll eintauschen, bekommen sie Bargeld oder einen digitalen Gutschein. Dieser kann dann &#8211; mittels einer Blockchain \u00fcber IBM &#8211; f\u00fcr Schulgeld, Krankenversicherung, WLAN, Strom, Handy-Minuten, Brennstoff zum Kochen oder Solar\u00f6fen eingesetzt werden. Alles, was die Armen wirklich brauchen, k\u00f6nnen sie gegen ihren M\u00fcll eintauschen. Wir nehmen dann diesen Kunststoff, recyceln und arbeiten ihn im selben Land auf, damit der Mehrwert erhalten bleibt, um die lokale Wirtschaft anzukurbeln. Und unser Ziel dabei ist es, etwas zu produzieren, das den Namen Social Plastic verdient.<\/p>\n<p><strong>Was ist das?<br \/>\n<\/strong>Social Plastic ist eine neue Art von Kunststoff. Es handelt sich nicht um Neuware, und auch nicht nur um recycelten Kunststoff. Es handelt sich um Social Plastic. Wir verkaufen dies an unsere Kunden, haupts\u00e4chlich SC Johnson. Die sind dabei, eine Windex-Flasche auf den Markt zu bringen, die vollst\u00e4ndig aus Social Plastic hergestellt ist \u2013 Plastik, das ansonsten in den Ozeanen gelandet w\u00e4re. Gleichzeitig verwendet Henkel unser Social Plastic f\u00fcr Produkte in den Bereichen Kosmetik, Haushalt und W\u00e4schepflege. Wir freuen uns sehr \u00fcber unsere Gesch\u00e4ftsbeziehungen zu gro\u00dfen multinationalen Unternehmen, die jetzt die Kreislaufwirtschaft der Kunststoffe vorantreiben. Dies ist die neue Art des Materialmanagements.<\/p>\n<p><strong>Es beteiligen sich daran Gro\u00dfunternehmen?<br \/>\n<\/strong>Ja. Und weitere kommen mit an Bord. Es ist eine spannende Geschichte. David Katz f\u00f6rdert dies schon seit so vielen Jahren und jetzt ist es ungef\u00e4hr so, als w\u00e4ren wir das h\u00fcbscheste, oder sogar das einzige M\u00e4dchen im Tanzsaal und alle m\u00f6chten mit uns tanzen. Es ist wirklich erstaunlich, wie gut wir uns positionieren konnten.<\/p>\n<p><strong>Wir erfahren, was die Leute im Austausch f\u00fcr das gesammelte Plastik bekommen k\u00f6nnen. Da gibt es eine gro\u00dfe Auswahl. Aber deckt das wirklich ihre Grundbed\u00fcrfnisse ab?<br \/>\n<\/strong>J\u00e4hrlich werden mehr als 300 Mio. Tonnen neuer Kunststoff produziert. Circa acht Mio. Tonnen flie\u00dfen j\u00e4hrlich in den Ozean, zus\u00e4tzlich zu den dort bereits vorhandenen 100 Mio. Tonnen. Wir m\u00fcssen die Infrastruktur entwickeln, die wir ben\u00f6tigen, um eine Lieferkette f\u00fcr Recyclingmaterial zu schaffen. Auf welche Art und Weise k\u00f6nnen wir in diese \u00d6kosysteme wertsch\u00f6pfend eingreifen, damit wir es schaffen, die Menschen letztendlich aus der Armut zu befreien und gleichzeitig ein Umweltbewusstsein etablieren? Derzeit verschwenden sie keinen Gedanken an Plastikverschmutzung oder daran, dass ihr weggeworfener M\u00fcll mit dem Regen direkt in den Ozean gesp\u00fclt wird. Wenn die Menschen nicht einmal wissen, wie sie f\u00fcr Nahrung sorgen sollen und am Rande der Gesellschaft ohne jegliche soziale Sicherheiten leben, werden sie sich auch kaum f\u00fcr Recycling interessieren. Aber ihr Verhalten \u00e4ndert sich durch eine andere Herangehensweise: \u201eH\u00f6rt zu &#8211; bringt diesen Kunststoff zu uns\u201c. In einem Social-Franchise-Modell in Haiti, in dem Familien aufgefordert werden, ihren Plastikm\u00fcll zur Schule zu bringen, k\u00f6nnen wir ihn direkt vor Ort gegen Schulunterricht und Kleidung eintauschen.<\/p>\n<div class=\"tie-full-width-img\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-57617\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/plasticbank_06-e1563730446281.jpg\" alt=\"plasticbank\" width=\"999\" height=\"511\" \/><\/div>\n<p><strong>Sie haben Haiti erw\u00e4hnt. Haben Sie schon Pl\u00e4ne in weiteren L\u00e4ndern?<br \/>\n<\/strong>Wir verbringen den gr\u00f6\u00dften Teil unserer Zeit und Energie auf Haiti, den Philippinen und in j\u00fcngster Zeit in Indonesien und Brasilien. Es gibt jedoch noch viel mehr L\u00e4nder, die f\u00fcr den Kunststoff, der in die Ozeane gelangt, verantwortlich sind. Ja, wir m\u00fcssen das tun, was wir in San Diego und New York tun, wenn wir das Problem der Plastikverschmutzung wirklich angehen wollen. Unser Hauptaugenmerk liegt derzeit auf jenen Gemeinden, in denen Plastik direkt in den Ozean gelangt. Wir sehen uns einige L\u00e4nder an, wie zum Beispiel \u00c4gypten und Kolumbien. Wir expandieren weiter, weil unsere Partner immer wieder auf uns zukommen und fragen: &#8222;Okay, wohin k\u00f6nnen wir als n\u00e4chstes gehen?&#8220; Beispielsweise sind wir Partner von Henkel bei ihrem Shaping Futures Programm, im Rahmen dessen armen Menschen das Friseurhandwerk beigebracht wird. Das Motto unserer Partnerschaft lautet wie folgt: \u201eRecycling &#8211; der Weg in eine neue Karriere\u201c. Durch die Mitgliedschaft in unserem Recycling-Sammelsystem k\u00f6nnen sie jetzt Friseure werden und erhalten in einem Friseursalon eine Stelle. Wir legen gro\u00dfen Wert darauf, den Menschen zur Unabh\u00e4ngigkeit zu verhelfen. Viele unserer Mitglieder sind Frauen.<\/p>\n<p><strong>K\u00f6nnen Sie uns ein Beispiel geben?<br \/>\n<\/strong>Lise Nasis aus Haiti, die David Katz in seinem TED Talk auf die B\u00fchne brachte. Seit dem Erdbeben im Jahr 2010 ist sie Witwe und kann nun die Ausbildung, den Schulunterricht und die Schuluniformen ihrer Kinder bezahlen. Sie hat jetzt ein Bankkonto. Die meisten dieser Leute haben weder Bankkonto noch Geburtsurkunde. Jetzt haben sie zum ersten Mal tats\u00e4chlich ein Gef\u00fchl der Sicherheit, insbesondere jene Frauen mit sprunghaften Ehem\u00e4nnern, die das Geld ausgeben, um sich zu betrinken oder es ihnen einfach nur wegnehmen. Anstatt das Geld verstecken zu m\u00fcssen, haben diese Frauen jetzt die Sicherheit eines Bankkontos, auf das nur sie zugreifen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es ist ein bisschen so, als l\u00e4gen Diamanten auf der Stra\u00dfe, ohne dass sich Banken oder anderen Intermedi\u00e4re einmischen. So sehen wir das Plastik. Ansonsten w\u00fcrde es einfach nur als wertloser M\u00fcll in der Umwelt enden. Aber jetzt schaffen wir eine Infrastruktur und ein System, in dem es einen Wert bekommt und nicht mehr als M\u00fcll auf den Stra\u00dfen, in den Fl\u00fcssen und dann im Meer landet. Wir \u00e4ndern diese Einstellung mit einer Plastik-Kreislaufwirtschaft, bei der kein Abfall in den Ozean mehr gelangt. Wir bef\u00fcrworten eine Steuer auf neu produzierten Kunststoff. Tats\u00e4chlich sollte kein neuer Kunststoff mehr hergestellt werden. Es gibt mit 8,3 Billionen Kilo Plastik schon genug davon auf unserem Planeten.<\/p>\n<p><strong>Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie viele Nullen das sind &#8230;<br \/>\n<\/strong>Wenn wir davon ausgehen, dass jede Person 62 kg wiegen w\u00fcrde, dann entspr\u00e4che die Menge an Plastik auf der Erde derzeit 130 Milliarden Menschen. Lassen Sie sich diese Zahl nur einmal in Ruhe durch den Kopf gehen. Das ist verr\u00fcckt. Also h\u00f6ren wir auf, noch mehr davon zu produzieren und nehmen wir das, was bereits existiert, um daraus neue Werte zu sch\u00f6pfen und das Geld wieder in die H\u00e4nde der Menschen flie\u00dfen zu lassen.<\/p>\n<div class=\"tie-full-width-img\">\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-57620 size-full\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/plasticbank_07-e1563730768191.jpg\" alt=\"UN commits to stop ocean plastic waste\" width=\"1000\" height=\"778\" \/><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Nur sieben bis neun Prozent des Kunststoffs werden recycelt. Viele Leute sagen, es sei sehr schwierig, Plastik zu recyceln, weil wir es einfach nur sammeln und anh\u00e4ufen. Es ist schmutzig und wird nicht gewaschen. Wie muss also vorgegangen werden? Wie steht die Plastik-Bank dazu?<br \/>\n<\/strong>Wir erhalten qualitativ hochwertiges Material, da unsere Mitarbeiter den Prozess \u00fcberwachen und ihre Kenntnisse weitervermitteln. Wir sortieren den Kunststoff nach Farbe und Typ. Wir entfernen Flaschenverschl\u00fcsse, -ringe und -etiketten, um qualitativ hochwertiges Ausgangsmaterial zu erhalten. Dies ist einer der Gr\u00fcnde, warum unsere Partner uns so sch\u00e4tzen. Auch einige der gr\u00f6\u00dften Recyclinggiganten arbeiten mit uns zusammen \u2013 sie verf\u00fcgen \u00fcber die gesamte Infrastruktur, sie haben die Aufbereitungsanlagen und die Maschinerie zur Weiterverarbeitung usw., aber ihnen fehlt die Infrastruktur zur Sammlung des Rohmaterials und da kommen wir ins Spiel. Hochwertiges Material an diese im globalen Norden, in Europa, Kanada und den USA operierenden Firmen zu liefern ist uns sehr wichtig. Was k\u00f6nnen wir tun, um im Bereich der Lieferstr\u00f6me noch effektiver zu werden? Teil unseres Programms ist die Einsetzung global agierender, mit uns zusammenarbeitender Repr\u00e4sentanten.<\/p>\n<p>Das Credo der Plastik-Bank lautet: \u201eWas machen Sie als erstes, wenn die K\u00fcchensp\u00fcle \u00fcberl\u00e4uft? Schnappen Sie sich einen Mopp, eine Saugglocke oder einen Schwamm? Nichts dergleichen, zuerst drehen Sie den Wasserhahn zu, dann erst k\u00fcmmern Sie sich um den Rest! Wenn wir also den Hahn bei der Produktion von neu produziertem Kunststoff schlie\u00dfen, verhindern wir gleichzeitig das Einleiten von Kunststoffen in die Meere. Und dann m\u00fcssen wir nat\u00fcrlich das aufr\u00e4umen, was schon dort ist. Wir sind gro\u00dfe Bef\u00fcrworter des Ocean Clean-up Projects. Wir halten diese Organisation f\u00fcr die Erste, die tats\u00e4chlich versucht, vor Ort etwas zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p>David Katz nennt die Strands\u00e4uberungen liebevoll &#8222;Habitat-Restaurierungs-projekte&#8220;, denn das sind sie in Wirklichkeit auch. Auch die Sammelarbeiten an den Str\u00e4nden sind fantastisch und wir m\u00fcssen sie unter Einbeziehung von immer mehr Menschen fortsetzen und dann das \u00dcbel an der Wurzel packen und die Armut beseitigen.<\/p>\n<p><strong>Sie haben Henkel bereits als eines der Unternehmen erw\u00e4hnt, mit dem Sie zusammenarbeiten. Welche anderen gibt es?<br \/>\n<\/strong>Da sind SC Johnson, mit denen wir unser Projekt in Bali begannen, Fisk und sein gesamtes Team und nat\u00fcrlich Marks &amp; Spencer in Gro\u00dfbritannien. Ocean Bottle ist ein weiterer neuer Partner an Bord. In dem sie unser Social Plastic f\u00fcr ihre Flaschen verwenden, leisten sie aufgrund unserer Kunststoffneutralit\u00e4t einen Beitrag f\u00fcr unser \u00d6kosystem. Dann gibt es noch Eat Natural in Gro\u00dfbritannien und wir haben eine ganze Reihe weiterer Partner. Aldi Nord und Aldi S\u00fcd &#8211; Trader Joe\u2018 s f\u00fcr die Leute in den USA &#8211; sind gerade dazugekommen.<\/p>\n<p><strong>Was k\u00f6nnen unsere Zuschauer noch tun, wenn sie Ihr Projekt m\u00f6gen? Was k\u00f6nnen sie beitragen, damit es weiter w\u00e4chst?<br \/>\n<\/strong>Wir sind zurzeit dabei, die entsprechenden Programme zu erarbeiten. Sie k\u00f6nnen also auf jeden Fall unsere Website besuchen und sich uns anschlie\u00dfen. Wir entwickeln unser Freiwilligenprogramm und eine meiner Hauptaufgaben ist die Entwicklung unseres Repr\u00e4sentantenprogramms. Sie k\u00f6nnen sich auch in unser Programm zur Kunststoffneutralit\u00e4t einschreiben. So haben Sie die M\u00f6glichkeit uns als Volont\u00e4r oder Repr\u00e4sentant zu unterst\u00fctzen und gleichzeitig plastikneutral zu sein. Ich sage nicht: \u201eLassen Sie uns \u00fcber Ihren Kunststoffverbrauch sprechen.\u201c Nein. In Wirklichkeit m\u00fcssen Sie wissen, wie Sie &#8211; so lange wir noch in einer Kunststoffwirtschaft stecken &#8211; wirklich dort Einfluss aus\u00fcben k\u00f6nnen, wo es darauf ankommt &#8211; in den \u00d6kosystemen. Wir haben verschiedene Ebenen der Plastikneutralit\u00e4t. Sie k\u00f6nnen plastikneutral, ein Ozeanheld und sogar Ozeanchampion werden. Daher empfehle ich Ihnen einfach, daran teilzunehmen. Das Repr\u00e4sentantenprogramm wird der breiten \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht, und wir verbessern die Ausbildungsm\u00f6glichkeiten und dadurch die Chancen, in Ihrer Gemeinde etwas zu bewirken. Die lokalen Auswirkungen k\u00f6nnen dann auch auf die globale Ebene \u00fcbertragen werden, was diese Initiative zu einer sehr befriedigenden Erfahrung macht.<\/p>\n<p><strong>Unser Gipfel hei\u00dft A Solution to Plastic Pollution, obwohl wir nat\u00fcrlich wissen, dass dieses Problem nicht mit einer einzigen Ma\u00dfnahme zu l\u00f6sen ist. Glauben Sie, dass ein B\u00fcndel unterschiedlicher L\u00f6sungen letztendlich zu einer Welt ohne Einwegkunststoffe f\u00fchren k\u00f6nnte?<br \/>\n<\/strong>Da Plastik und M\u00fcll jede Minute ins Meer gelangen, m\u00fcssen wir JETZT handeln. Die Kunststoffe werden sich nicht einfach aufl\u00f6sen, nicht wahr? Wie k\u00f6nnen wir also die notwendige Infrastruktur f\u00fcr die weltweite Sammlung jeglicher Art von Material schaffen? Wichtig ist auch die Gestaltung des Materials und der Flaschen selbst durch den Hersteller, wie auch die Sammlung von Kunststoffen und die Schaffung dieses Bottle-to-Bottle-Systems in jedem Land. Und wir m\u00fcssen auch den CO2-Fu\u00dfabdruck ber\u00fccksichtigen: Der weltweite Transport dieser Materialien funktioniert nicht. Es geht also wirklich um die Schaffung von Null-Abfall-Kreislaufsystemen in den einzelnen L\u00e4ndern und die weltweite Etablierung dieser Infrastrukturen auf lokaler Ebene.<\/p>\n<p>Vielen Dank.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn das Leben an einen Wendepunkt kommt Kathi Heusel, Trainerin f\u00fcr ganzheitliches Leben, stammt aus \u00d6sterreich und Bart Delember, Kitesurflehrer, aus Belgien. Beide sind Mitte drei\u00dfig und leben an der Westalgarve. Eines Tages kamen sie an einen Wendepunkt ihres Lebens angesichts der gigantischen Menge Plastik in ihrem t\u00e4glichen Leben. 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