{"id":57960,"date":"2019-09-27T10:08:17","date_gmt":"2019-09-27T09:08:17","guid":{"rendered":"https:\/\/eco123.info\/de\/?p=57960"},"modified":"2021-07-11T16:46:37","modified_gmt":"2021-07-11T15:46:37","slug":"wie-wir-waldbraende-verhindern-koennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eco123.info\/de\/portugal-de\/interviews\/wie-wir-waldbraende-verhindern-koennen\/","title":{"rendered":"Wie wir Waldbr\u00e4nde verhindern k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-57931\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Prof-D.-Viegas_1x2.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"440\" \/>\u201eIch wurde in Goa, Indien, geboren\u201c erz\u00e4hlt Domingos Xavier Viegas zu Beginn des Gespr\u00e4chs mit ECO123 im Garten des Verlags. \u201eIch bin portugiesischer Staatsb\u00fcrger und kam mit meinen Eltern und drei Br\u00fcdern hier her. Unsere Eltern wollten bessere Bildungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr uns und es war ihnen klar, dass das nicht einfach w\u00e4re, wenn wir in Goa bleiben w\u00fcrden. Mein Vater war Beamter, und wir ahnten bereits, dass Indien Goa annektieren wollte, und so sind wir nach Portugal ausgewandert. Wir haben unser Land 1958 verlassen, das dann 1961 tats\u00e4chlich von der Indischen Union \u00fcbernommen wurde. Danach kamen wir ein paar Mal zur\u00fcck, um den Kontakt nicht zu verlieren. Wir haben Familienangeh\u00f6rige in Indien, Goa und Pakistan zur\u00fcckgelassen. Unsere Familie ist auf der ganzen Welt verteilt.\u201c<\/p>\n<p><strong>Als Kinder tr\u00e4umen wir von unserer Zukunft. War es Ihr Traum, Professor an der Universit\u00e4t von Coimbra und Spezialist f\u00fcr Waldbr\u00e4nde zu werden?<\/strong><br \/>\nNein. Mein Traum als kleiner Junge war es Luftfahrtingenieur zu werden. Die Luftfahrt war meine Leidenschaft und ich h\u00e4tte gerne Maschinen &#8211; in diesem Fall Flugzeuge &#8211; entwickelt. Aber dann musste ich mich nach und nach umorientieren, denn in Portugal gab es daf\u00fcr leider keine Gelegenheit. Ich hatte auch nicht die Absicht auszuwandern, ich dachte wir sollten im Land bleiben und zu dessen Entwicklung beitragen. Ich suchte in meiner akademischen Laufbahn nach einem Bereich, der mir die Freiheit gibt, nicht nur das zu tun, was ich mag, sondern auch das, was ich als wichtig und notwendig erachte.<\/p>\n<p><strong>Wie kamen Sie mit dem Thema Br\u00e4nde in Kontakt?<\/strong><br \/>\nIch bin Maschinenbauingenieur. Mein Spezialgebiet ist Dynamik, und ich habe in den Bereichen Industriedynamik, Windtechnik, industrielle Abwasseranlagen, Fahrzeugdynamik und Windlastauswirkung gearbeitet, habe mich aber auch immer mit gesellschaftlichen Fragen befasst, wie zum Beispiel mit dem Thema Verkehrsunf\u00e4lle und anderen Problemen, die die Gesellschaft direkt betreffen &#8211; dazu geh\u00f6ren eben auch die Waldbr\u00e4nde.<\/p>\n<p><strong>Wann haben Sie diesen inneren Ruf zum ersten Mal gesp\u00fcrt?<\/strong><br \/>\nAls ich jung war, 16 Jahre alt, ereignete sich in Sintra ein Unfall, bei dem 25 Feuerwehrleute starben. Das war 1966. Ich war sehr betroffen \u2013 auch weil ich mich in der N\u00e4he dieser Region aufhielt. Im Jahr 1985, kurz nach meiner Promotion, ereignete sich in Armamar ein Unfall, bei dem 14 Feuerwehrm\u00e4nner der gleichen Organisation starben. In der Zeitung las ich, dass der Wind sich gedreht hatte und diese Bewegungs\u00e4nderung den Tod der Menschen verursachte. Ich dachte: Wir untersuchen die Wirkung des Windes in verschiedenen Bereichen. Warum versuchen wir nicht zu verstehen, was bei Br\u00e4nden passiert, um Menschen zu helfen und solche Unf\u00e4lle zu verhindern?<\/p>\n<p><strong>Ihre Forschungsarbeit ist f\u00fcr deren Genauigkeit bekannt. Sie untersuchen die &#8211; oft ungekl\u00e4rten &#8211; Ursachen von Waldbr\u00e4nden. Ihrem Team gelang es, die Ursache der Waldbr\u00e4nde in Pedrog\u00e3o Grande im Jahr 2017 und in Monchique im Jahr 2018 aufzukl\u00e4ren. Ich las mit gro\u00dfem Interesse den Bericht an das Parlament 2018. Das ist Pionierarbeit. Wie hat das begonnen?<\/strong><br \/>\n1985 startete ich mit meinen Studenten und Kollegen ein kleines Projekt. Nach und nach schlossen sich mehr Menschen an, auch aus anderen Fachgebieten &#8211; niemand in Portugal studierte Waldbr\u00e4nde &#8211; und wir wurden zun\u00e4chst bei kleineren Projekten unterst\u00fctzt, sp\u00e4ter auch bei Projekten der Europ\u00e4ischen Union. So begann die interdisziplin\u00e4re Forschungsarbeit in verschiedenen Bereichen und es entstand ein Forschungsteam mit entsprechenden Arbeitsbedingungen und Strukturen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir schon einiges an Forschungsarbeit geleistet auf deren Grundlage wir unsere Expertise und Hilfe anbieten konnten. Es freut uns, dass wir unser Ziel erreicht haben, das Feuer besser zu verstehen und auf diese Weise zu mehr Sicherheit f\u00fcr die Menschen beizutragen. Und wir konnten einige Verbesserungen am System vornehmen, insbesondere bei der Brandbek\u00e4mpfung. Nun gilt es Systemverbesserungen auch in Bereichen voranzubringen, die die Bev\u00f6lkerung unmittelbar miteinbeziehen.<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-57960 gallery-columns-3 gallery-size-large'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"450\" src=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Ensaios-efeito-de-vento-e-declive-no-LEIFx2.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" \/>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"618\" height=\"410\" src=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Ensaios-de-propagac\u2560\u00baa\u2560\u00e2o-no-tunel-de-vento-no-LEIFx3.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Ensaios-de-propagac\u2560\u00baa\u2560\u00e2o-no-tunel-de-vento-no-LEIFx3.jpg 678w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Ensaios-de-propagac\u2560\u00baa\u2560\u00e2o-no-tunel-de-vento-no-LEIFx3-310x205.jpg 310w\" sizes=\"auto, (max-width: 618px) 100vw, 618px\" \/>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"207\" height=\"450\" src=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Gerador-de-Vo\u2560\u00fcrtices-Verticais-no-LEIFx3.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" \/>\n\t\t\t<\/div><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<p><strong>Sie sind 69 und arbeiten noch?<\/strong><br \/>\nJa, weil es mir Freude macht. Und ich m\u00f6chte auch weitermachen, solange ich die Kraft und die geistigen F\u00e4higkeiten habe und meine Mitarbeit erw\u00fcnscht ist. Ich arbeite nahezu seit 40 Jahren an diesem Thema.<\/p>\n<p><strong>Was erscheint Ihnen im R\u00fcckblick besonders erw\u00e4hnenswert?<\/strong><br \/>\nDie Geschichte der Br\u00e4nde in Portugal. Eine Statistik f\u00fcr den Zeitraum der 1940er Jahre zeigt uns die Br\u00e4nde und die dabei verbrannte Fl\u00e4che. Wenn wir die loarithmische statt lineare Skala betrachten, f\u00e4llt uns auf, dass es in den 1940er bis 1970er Jahren Dutzende oder Hunderte von Br\u00e4nden im Land gab. Es kam dann zu einem starken Anstieg in den 80ern und jetzt verzeichnen wir zwischen zwanzig- und drei\u00dfigtausend Vorkommnisse pro Jahr. Das gleiche trifft auch auf die Gr\u00f6\u00dfe der verbrannten Fl\u00e4che zu. Sie wuchs stetig an und erreichte vor allem in den Jahren 2003, 2005 und 2017 katastrophale Ausma\u00dfe.<\/p>\n<p><strong>Wie erkl\u00e4rt sich diese Zunahme?<\/strong><br \/>\nEs gibt viele Faktoren. Erstens wurden in den 1940er Jahren Pinienw\u00e4lder angelegt, die heranwuchsen und in den 60er und 70er Jahren ein gro\u00dfes Volumen an brennbarem Material darstellten. W\u00e4hrend dieser Zeit verlie\u00dfen immer mehr Menschen die l\u00e4ndlichen Regionen und k\u00fcmmerten sich nicht mehr um die Waldgebiete. Wir d\u00fcrfen auch nicht vergessen, dass die Temperatur in diesen Jahren um mindestens zwei Grad gestiegen ist. Das sind einige der Gr\u00fcnde, die seitdem zu diesem Trend beigetragen haben. Nat\u00fcrlich gab es auch andere positive Faktoren \u2013 wie zum Beispiel verbesserte Systeme zur Brandbek\u00e4mpfung &#8211; aber es ist ein sich st\u00e4ndig weiterentwickelnder Prozess, der scheinbar nicht zum Stillstand kommt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-57951\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Ensaios-de-Campox2.jpg\" alt=\"\" width=\"634\" height=\"421\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Ensaios-de-Campox2.jpg 800w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Ensaios-de-Campox2-768x510.jpg 768w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Ensaios-de-Campox2-310x205.jpg 310w\" sizes=\"auto, (max-width: 634px) 100vw, 634px\" \/><\/p>\n<p><strong>Wurden bei Ihrer Arbeit die Auswirkungen des Klimawandels ber\u00fccksichtigt?<\/strong><br \/>\nSeit 2002 k\u00f6nnen wir beobachten, dass es immer weniger regnet. Wir erleben lange Sommer und D\u00fcrreperioden mit Hitzewellen. In diesen Jahren konnten wir aber auch eine Verbesserung der Effektivit\u00e4t im Bereich Brandbek\u00e4mpfung feststellen. Hier konnten in unserem Land die gr\u00f6\u00dften Fortschritte verzeichnet werden. Das f\u00fchrte dann auch dazu, dass von den zwanzig- oder drei\u00dfigtausend Br\u00e4nden nur 20% eine Fl\u00e4che von mehr als einem Hektar betrafen. Das gro\u00dfe Problem ist die Anzahl der Brandvorkommen pro Tag in den f\u00fcnf Jahren von 2003 bis 2007. Es gab Tage, an denen wir es mit \u00fcber 500 Br\u00e4nden zu tun hatten &#8211; und dies im Hochsommer. Im Jahr 2012 hatten wir das gleiche Problem \u2013 es gab Tage, an denen bis zu 600 Br\u00e4nde gemeldet wurden. Je mehr Br\u00e4nde pro Tag zu verzeichnen sind, desto mehr Waldfl\u00e4che verbrennt auch.<br \/>\nSelbst wenn es uns gelungen ist, die Effektivit\u00e4t der Brandbek\u00e4mpfung stark zu verbessern, hoffen wir nat\u00fcrlich, dass es nicht noch einmal zu Sch\u00e4den wie 2017 kommt, bei denen unter widrigen Wetterbedingungen das Risiko besteht, dass riesige Fl\u00e4chen dem Feuer zum Opfer fallen. 2017 brannte es an drei Tagen gleichzeitig im Zentrum und im Norden des Landes \u2013 die Flammen w\u00fcteten vom Meer bis ins Landesinnere. In vielen Gemeinden waren Opfer zu beklagen. Seit 2017 hat unser Team auch die Statistik t\u00f6dlicher Unf\u00e4lle genau verfolgt und musste bisher 120 Todesopfer verzeichnen. Ich habe diese beiden Ereignisse im Detail untersucht und bez\u00fcglich des Brandes in Pedrog\u00e3o festgestellt, dass sich dieser bei sehr hohen Temperaturen sehr schnell entwickelte. Hier an der Algarve wissen die Leute, was Temperaturen von 40 oder gar 42 Grad bedeuten, aber viele Menschen in den St\u00e4dten haben davon keine Vorstellung.<br \/>\nF\u00fcr die Bek\u00e4mpfung von Waldbr\u00e4nden unter diesen Temperaturbedingungen spielt das Entstehen von starken Winden bei Gewittern eine besondere Rolle. Wie m\u00fcssen Feuerwehrleute vorgehen, wenn sie bei diesen Temperaturen mit einem Feuer konfrontiert werden? Genau das war das Problem in Pedrog\u00e3o. Es handelte sich um eine Mehrzahl von Br\u00e4nden, was dazu f\u00fchrte, dass sich die Feuerwehrm\u00e4nner verteilten. Es gab zwei Brandschwerpunkte. Unser Team hat bei seinen Nachforschungen festgestellt, dass diese Br\u00e4nde durch eine 15-Kilowatt-Stromleitung erst an einem Punkt und dann eine Stunde sp\u00e4ter 3 km weiter entlang derselben Leitung ausgel\u00f6st wurden und sich ausbreiteten. Zuerst wurde das Feuer zur Linken versucht zu l\u00f6schen. Danach konnte der zweite Brandherd aus Mangel an Ressourcen nicht mehr bek\u00e4mpft werden. Es gab einen Camcorder, sogar eine ganze Reihe von Kameras, die den Brandverlauf aufzeichneten.<br \/>\nVielen Menschen ist nicht bekannt, dass sich ein Sturm, eine Gewitterfront, auf das Feuer zubewegte. Dieses Gewitter f\u00fchrte dann zu den Auswirkungen, die wir auf den Fotografien sehen k\u00f6nnen. Zwischen 18 Uhr und 18.15 Uhr wurden die ganzen Bem\u00fchungen zur Bek\u00e4mpfung der Hauptfeuerfront zunichte gemacht und das Feuer breitete sich im gesamten Gebiet aus. Der Brand war bereits vorher schwer zu kontrollieren, was nun g\u00e4nzlich unm\u00f6glich wurde. Die Flammen erreichten die D\u00f6rfer und gef\u00e4hrdeten die Bewohner.<\/p>\n<p><strong>Wie kam es zu derart zahlreichen Todesf\u00e4llen? Wie m\u00fcssen wir uns bei Waldbr\u00e4nden verhalten?<\/strong><br \/>\nAm n\u00e4chsten Morgen war ich am Brandort, um zu untersuchen unter welchen Umst\u00e4nden die Opfer ihr Leben verloren. Ich sprach mit allen \u00dcberlebenden, mit Menschen, denen ich auf der Stra\u00dfe begegnete. Und was ich geh\u00f6rt und daraus gelernt habe, sollte meiner Meinung nach allen Leuten bekannt gemacht werden, um zu versuchen solche Situationen in Zukunft zu vermeiden.<br \/>\nAuf dieser Strecke ist das Gel\u00e4nde rechts der Stra\u00dfe steil abfallend. Von dort fiel eine Pinie quer \u00fcber die Stra\u00dfe. Dadurch wurde die Stra\u00dfe unpassierbar und zehn Fahrzeuge, die sich in diesem Abschnitt befanden, kamen von dort nicht mehr weg. Ich kenne Leute, die wegen dieser Pinie gestorben sind.<br \/>\nWir wissen von Menschen, die noch um acht Uhr abends in ihren H\u00e4usern zu Abend a\u00dfen, beschlossen sich in Sicherheit zu bringen und dann alle um neun Uhr auf der Stra\u00dfe gestorben sind.<br \/>\nIn der Zisterne eines Hauses in Nordeirinho \u00fcberlebten elf oder zw\u00f6lf Menschen. Es ist f\u00fcr die Gemeinden wichtig zu wissen, dass es solche Rettungsm\u00f6glichkeiten gibt. Ganz in der N\u00e4he dieses Dorfes aber starben weitere Menschen. Meine Kollegen gingen drei Monate lang von Haus zu Haus und dokumentierten alle Auswirkungen des Brandes. Diese Befragung ergab, dass die meisten zerst\u00f6rten H\u00e4user durch sekund\u00e4re Brandherde verursacht wurden und die unmittelbare Umgebung dieser H\u00e4user nicht instand gehalten und von brennbaren Materialien befreit worden war.<\/p>\n<p><strong>Reden wir \u00fcber Monchique?<\/strong><br \/>\nIn Monchique hatte ich mit mehreren Br\u00e4nden zu tun. Der erste war im September 2003, als es ein Opfer gab &#8211; Herr Joao Nunes &#8211; soweit ich wei\u00df, das einzige Todesopfer an der Algarve. Ich war vor Ort, um diesen Fall zu untersuchen.<br \/>\nDann gab es das Feuer 2018, das nach Datenlage im Gebiet von Perna de Negra in unmittelbarer N\u00e4he einer Mittelspannungsleitung (15 kW) ausgel\u00f6st wurde, die entlang des Entstehungsgebiets des Brandes verl\u00e4uft. Insbesondere bei Stromleitungen, die durch mit Eukalyptus bepflanzte Gebiete laufen, sollte aufgrund des raschen H\u00f6henwachstums von Eukalyptusb\u00e4umen \u00e4u\u00dferste Vorsicht walten, da es zu Ber\u00fchrungsentladungen oder sogar zu Besch\u00e4digungen der Stromleitungen kommen kann.<br \/>\nEs herrschte sehr starker Wind. Mir ist bekannt, dass Alferce evakuiert wurde und die Dinge nicht wie von den Beh\u00f6rden beabsichtigt liefen. Es wird inzwischen zunehmend davon ausgegangen, dass es notwendig ist, Personen, die dazu in der Lage sind, vor Ort bleiben zu lassen, um ihren Besitz verteidigen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Was k\u00f6nnen wir tun, um Waldbr\u00e4nden vorzubeugen?<\/strong><br \/>\nWir wissen, dass wir es mit einem komplexen, schwer zu ergr\u00fcndenden Problem zu tun haben. Viele Br\u00e4nde sind auf menschliches Handeln zur\u00fcckzuf\u00fchren &#8211; manche entstehen durch Fahrl\u00e4ssigkeit, andere durch b\u00f6swillige Absicht &#8211; aber wir d\u00fcrfen nicht die Ursachen jener Br\u00e4nde au\u00dfer Acht lassen, die auf eine andere Weise ausgel\u00f6st wurden. Die B\u00fcrgerbeteiligung ist integraler Bestandteil eines dazu entwickelten Programms, und wir m\u00fcssen daran arbeiten, es zu optimieren.<br \/>\nDas Nationale Brandschutzsystem Sistema Nacional de Sa\u00fade \u2013 Defesa contra os Inc\u00eandios basiert auf zwei S\u00e4ulen: Eine besteht aus ICNF (Institut zum Schutz von Natur und Wald), ANPC (Zivilschutzbeh\u00f6rde) und GNR (Nationalgarde). Die andere S\u00e4ule sind wir alle. Alle Aufgaben, die nicht von den drei genannten Institutionen geleistet werden, m\u00fcssen von uns \u00fcbernommen werden. Dabei ist die Rolle der Gemeinden sehr wichtig, in denen zurzeit eine gro\u00dfe Bereitschaft besteht, sich einzubringen. Br\u00e4nde wie in den Jahren 2017 und 2018 werden sich wiederholen. Sie sind passiert und kommen weiterhin vor. Die Konsequenzen d\u00fcrfen aber nie mehr derartige Ausma\u00dfe annehmen.<br \/>\nEin wichtiger Aspekt, den wir bereits angesprochen haben ist, die Lebensqualit\u00e4t der Bewohner in Waldregionen zu verbessern. Wir mussten leider feststellen, dass unser Land jahrelang seine Ressourcen nicht ausgesch\u00f6pft hat. Jetzt gilt es aber auf extreme Brandszenarien vorbereit zu sein, ohne die entsprechenden Brand- und Katastrophenschutzpl\u00e4ne wird das jedoch nicht zu leisten sein.<br \/>\nDie Bev\u00f6lkerung sollte ihre H\u00e4user nur verlassen, wenn der Evakuierungsplan durchgef\u00fchrt werden muss. Wir brauchen medizinische Notfallstationen f\u00fcr den Katastrophenfall sowie mit eigenen Ressourcen ausgestattete Such- und Rettungsstellen.<br \/>\nIn vielen Gebieten wurden eigene Schutzorganisationen gegr\u00fcndet. Das sind keine Feuerwehren, aber Menschen, die \u00fcber entsprechendes Training, Ausr\u00fcstung und Fahrzeuge verf\u00fcgen. Im Jahr 2016 besuchten wir einen Ort bei Funchal auf Madeira an dem ein Brand gew\u00fctet hatte. Dabei fiel uns ein Haus auf, eines der gef\u00e4hrdetsten in dieser Gegend, das jedoch v\u00f6llig unbesch\u00e4digt blieb. Es war intakt geblieben, obwohl sich die Flammen aus allen Richtungen n\u00e4herten, weil seine Bewohner sich mit entsprechenden Ma\u00dfnahmen auf die Brandabwehr vorbereitet hatten.<br \/>\nMit unserer Forschungsarbeit versuchen wir, L\u00f6sungen zu entwickeln. Wenn es ein Verteidigungssystem um H\u00e4user und D\u00f6rfer g\u00e4be, w\u00fcrden die Bewohner sicherer leben und Zerst\u00f6rungen k\u00f6nnten verhindert werden.<br \/>\nDas sind die Konsequenzen, die wir aufgrund unserer Erfahrungen ziehen m\u00fcssen. Wir m\u00fcssen uns mit der Brandproblematik auseinandersetzen, unsere Kenntnisse \u00fcber das Wesen der Br\u00e4nde st\u00e4ndig verbessern, auch wenn wir wissen, dass deren Bek\u00e4mpfung fast immer unsere M\u00f6glichkeiten \u00fcbersteigt. Die Gesellschaft muss sich darauf vorbereiten, immer wieder mit solchen Situationen konfrontiert zu werden. Wir m\u00fcssen hinnehmen, dass Menschen in vielen Situationen derart bedroht werden, dass die Evakuierung unumg\u00e4nglich ist, dies aber nicht immer so sein muss.<br \/>\nWir sollten in Zusammenarbeit mit den Kommunen Risiken identifizieren, die Menge an brennbarem Material verringern und das Emissionsniveau senken. Es muss ein Fr\u00fchwarnsystem geschaffen werden. Wir m\u00fcssen die Gemeinden darauf vorbereiten, dem Feuer auch ohne fremde Hilfe zu trotzen.<br \/>\nEin \u00dcberlebender der Br\u00e4nde, der zwei Familienangeh\u00f6rige verlor, die vor dem Feuer fliehen wollten, sagte uns: &#8222;Auch wenn ich 100 Jahre alt werden w\u00fcrde, werde ich w\u00e4hrend eines Brandes nicht von zuhause weglaufen.&#8220;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-57962\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/1_Public-Hearing_20190803_124121x2.jpg\" alt=\"\" width=\"501\" height=\"289\" \/><\/p>\n<p>Vielen Dank f\u00fcr Ihren Besuch in Monchique.<\/p>\n<div class=\"clear\"><\/div><div class=\"author-info\"><img decoding=\"async\" class=\"author-img\" src=\"\" alt=\"\" \/><div class=\"author-info-content\"><h3>Uwe Heitkamp<\/h3>\n\t\t\t\n\t\t\t<\/div><\/div>\n<figure id=\"attachment_65132\" aria-describedby=\"caption-attachment-65132\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/cmm_anu\u0301ncio_eco123x.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65132 \" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/cmm_anu\u0301ncio_eco123x.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"462\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/cmm_anu\u0301ncio_eco123x.jpg 1000w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/cmm_anu\u0301ncio_eco123x-768x546.jpg 768w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/cmm_anu\u0301ncio_eco123x-24x17.jpg 24w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/cmm_anu\u0301ncio_eco123x-36x26.jpg 36w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/cmm_anu\u0301ncio_eco123x-66x47.jpg 66w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-65132\" class=\"wp-caption-text\">Publicidade<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIch wurde in Goa, Indien, geboren\u201c erz\u00e4hlt Domingos Xavier Viegas zu Beginn des Gespr\u00e4chs mit ECO123 im Garten des Verlags. \u201eIch bin portugiesischer Staatsb\u00fcrger und kam mit meinen Eltern und drei Br\u00fcdern hier her. 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