{"id":58056,"date":"2019-09-27T09:46:36","date_gmt":"2019-09-27T08:46:36","guid":{"rendered":"https:\/\/eco123.info\/de\/?p=58056"},"modified":"2020-03-30T22:20:44","modified_gmt":"2020-03-30T21:20:44","slug":"meine-kinder-werden-mit-den-folgen-der-bergbauarbeiten-leben-muessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eco123.info\/de\/portugal-de\/interviews\/meine-kinder-werden-mit-den-folgen-der-bergbauarbeiten-leben-muessen\/","title":{"rendered":"Meine Kinder werden mit den Folgen der Bergbauarbeiten leben m\u00fcssen"},"content":{"rendered":"<p>Covas do Barroso, Chaves. In den letzten Jahren tauschte eine Lehrerin, die aus diesem Ort in Tr\u00e1s-os-Montes nach England ausgewandert ist, ihre portugiesischen und englischen B\u00fccher gegen das Magazin Mining Journal mit Berichten vom Lithium-Markt und Protokollen internationaler Bergbaukonferenzen. Catarina Scarrott, Mutter von zwei Kindern im Alter von zwei und sieben Jahren, k\u00e4mpft leidenschaftlich f\u00fcr ihre Heimat, in der ihre Familie seit \u00fcber zehn Generationen lebt und in die sie gerne zur\u00fcckkehren w\u00fcrde, g\u00e4be es keine Probleme bez\u00fcglich Infrastruktur und Dienstleistungsknappheit. Ihre Heimat, in der das britische Unternehmen Savannah Resources die angeblich gr\u00f6\u00dften Lithiumreserven Europas abbauen will.<\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-58060\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/IMG_20190812_181051x2.jpg\" alt=\"\" width=\"380\" height=\"543\" \/>Was bewegte Sie zum Widerstand gegen die Lithiummine?<br \/>\n<\/strong>Als ich in den 90er Jahren an der Universit\u00e4t studierte, habe ich erfahren, dass dieses Gebiet f\u00fcr Geologen interessant war und es einen Antrag zur Erkundung der Bodensch\u00e4tze gab. Ich wollte mehr wissen. Mir wurde gesagt, es handle sich um wei\u00dfen Granit f\u00fcr die Keramikindustrie. Im Jahr 2003 stie\u00df ich auf Protokolle internationaler Konferenzen, die in Covas do Barroso die gr\u00f6\u00dften Lithiumreserven Europas auswiesen. Vertreter des Nationalen Laboratoriums f\u00fcr Energie und Geologie berichteten \u00fcber ihr wirtschaftliches Potenzial. Sp\u00e4ter erfuhr ich, dass im Jahr 2006 eine Genehmigung zu Sondierungsarbeiten erteilt wurde. Es war die Rede von einem Feldspat- und Quarzsteinbruch mit einer Betriebsfl\u00e4che von 42 Hektar, wie es auch schon andere in der Gegend gab. Der Steinbruch war nicht sehr nahe am Dorf und so gab es deshalb auch keine gro\u00dfe Aufregung. Die Sondierung wurde dann aber nie durchgef\u00fchrt. 2017 erfuhren wir, dass diese Lizenz an die Briten verkauft wurde. Da bef\u00fcrchtete ich, dass wir Opfer von Spekulationen werden. Ihr Interesse galt eindeutig dem Lithium, nicht dem Feldspat. Es wurden weitere Genehmigungen zur Sondierung beantragt und da bereits eine Lizenz erteilt worden war, gab es auch keinerlei Einw\u00e4nde. Die Einwohner kannten sich aber gut in ihrem Gebiet aus. Schlie\u00dflich bemerkten sie, dass die Gesamtfl\u00e4che wirklich riesig war! Bohrungen von drei\u00dfigtausend Metern, \u00fcber 300 Bohrl\u00f6cher und riesige Plattformen. Und so nah an den H\u00e4usern. In den Berichten, die dieses Unternehmen seinen Investoren vorlegte, war sogar die Rede von 542 Hektar! Zuerst sprach man von 7 Millionen, dann 14, und jetzt von 27 bis zu 50 Millionen Tonnen Gestein. Von Mai 2017 bis September letzten Jahres nahmen die Probebohrungen in rasantem Tempo zu, so dass sich die Bev\u00f6lkerung zusammenschloss und fragte: \u201eWas geht hier eigentlich vor?\u201c<\/p>\n<p><strong>Was war passiert?<br \/>\n<\/strong>Die Lizenz f\u00fcr dieses Gebiet aus dem Jahr 2006 wurde 2011 ge\u00e4ndert. Die Bev\u00f6lkerung, das Rathaus und die Gemeindeverwaltung wussten nichts davon. Die Europ\u00e4ische Union hielt die Suche nach Rohstoffen f\u00fcr Batterien f\u00fcr unabdingbar und beschritt den schnellsten Weg, um die Lithium-Exploration voranzutreiben. Die Vorhaben des Unternehmens, die uns inzwischen zu Kenntnis gelangten, sind gewaltig. Wir sprechen \u00fcber mehrere Tagebauminen, eine davon mit einem Durchmesser von 600 Metern und einer Tiefe von 150 Metern und viele Millionen Tonnen Gestein, das klein gemahlen und mit unserem Wasser gewaschen werden soll &#8211; 390.000 Kubikmeter Wasser pro Jahr. Dabei entsteht nat\u00fcrlich auch ein riesiges Volumen an Abwasser. Eines der D\u00f6rfer liegt nur 200 Meter vom Abbaugebiet entfernt. Und das alles, um nach Unternehmensangaben ab 2025 Batterien f\u00fcr 250.000 Autos pro Jahr zu produzieren. Das ist be\u00e4ngstigend!<\/p>\n<p><strong>Welche Risiken und Auswirkungen bef\u00fcrchten Sie?<\/strong><br \/>\nWir wissen nicht, was mit dem Wasser passieren wird. Wir wissen nicht, welche anderen Mineralien existieren, wie hoch ihre Toxizit\u00e4t ist und wie sie sich auf die Gesundheit der Menschen auswirken. Es ist die Rede davon, Fl\u00fcsse umzuleiten &#8230; Es gibt vieles, was wir nicht wissen &#8211; aber was wir wissen, reicht aus, um zu sagen: Nein, das ist zu viel! Tats\u00e4chlich sollen die europ\u00e4ischen und portugiesischen Lithiumreserven winzig sein. Wenn China beschlie\u00dft, den Markt mit billigem Lithium zu \u00fcberschwemmen, besteht ein ernstzunehmendes Risiko, dass sich die von der Regierung geplante Exploration am Ende als Fehlinvestition erweist. Was ist, wenn das Unternehmen in Konkurs geht? Wer ist verantwortlich f\u00fcr die gesetzlich vorgeschriebene Umweltsanierung \u2026 wo bleiben wir dann dabei?<br \/>\nBei der Lithiumveredelung wird der Stein zerkleinert und mit Wasser und Chemikalien gewaschen. Dabei entsteht Lithiumkonzentrat. Danach wird in einem sehr komplexen Prozess Lithiumhydroxid hergestellt, was zurzeit nur in China und Australien geschieht. Um die Wertsch\u00f6pfungskette in Portugal zu halten, m\u00f6chte die Regierung, dass bei uns ein oder zwei Raffinerien entstehen. Im Mining Journal sagten Unternehmen: \u201eJa, wir bauen die Raffinerien, und wir k\u00f6nnen sogar einen Mehrwert schaffen, indem wir Lithiumkonzentrat aus Mali oder Brasilien importieren.\u201c\u2026 Das ist l\u00e4cherlich. Sie m\u00fcssten der Regierung entsprechende Garantien geben, doch stattdessen ist der Export des Lithiumkonzentrats nach China geplant. Wie stark wird die Umwelt dabei belastet? Lohnen sich all diese Batterien, die angeblich zur Dekarbonisierung beitragen sollen? Unser riesiger CO2 Aussto\u00df soll jetzt mit Hilfe von Metallen reduziert werden!<\/p>\n<p><strong>Wie reagierten Sie darauf?<\/strong><br \/>\nUnsere erste Reaktion war \u201eNein! Dies ist unser Land, so geht das doch nicht.\u201c Wir haben dann herausgefunden, dass es diesbez\u00fcglich Gesetze und zu befolgende Schritte gibt, die Regierung jedoch nicht auf unserer Seite ist und ihr diese Gesetze nichts bedeuten. Als Einzelpersonen wurden wir nicht ernstgenommen und deshalb haben wir uns im Verein zum Schutz der Covas do Barroso zusammengeschlossen. Seitens der Regierung und der Firma wurde der Versuch unternommen, die Vorg\u00e4nge zu verbergen. Einer der Vertreter sagte mir: \u201eLithium? Nein, es geht um etwas anderes.\u201c Ich war emp\u00f6rt und sprach mit mehreren Leuten. Ein Abgeordneter der PCP fragte in unserem Namen schlie\u00dflich bei der Generaldirektion f\u00fcr Energie und Geologie nach. Wir versuchen mit allen Mitteln, unsere Rechte geltend zu machen. Es gibt keinen Ausgleich, der die zu erwartenden Sch\u00e4den kompensieren k\u00f6nnte. Es wird schlimm werden, wenn die Mine in Betrieb geht, aber unsere Bef\u00fcrchtungen f\u00fcr die Zeit nach der Schlie\u00dfung der Mine sind noch gr\u00f6sser.<\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-58063\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/IMG_20190812_155938x2.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"533\" \/>Wie f\u00fchlen Sie sich, angesichts dieses Mangels an Transparenz, Zugang zu Informationen und Wahrhaftigkeit?<\/strong><br \/>\nIch lebe im Glauben an unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat. Und ich war geschockt. Die Bev\u00f6lkerung, das Rathaus, die Gemeindeverwaltung &#8211; niemand wurde konsultiert. Es gab einfach einen Lizenzwechsel. Wir erfuhren, dass die Regierung begonnen hatte, portugiesisches Lithium anzupreisen. Es gibt ein Video in englischer Sprache, in dem das Land buchst\u00e4blich verkauft wird: &#8222;Investieren Sie in Portugal, wir verf\u00fcgen \u00fcber Ressourcen und entsprechende M\u00f6glichkeiten\u201c. Wie diese Werbespots &#8222;Kommen Sie in die Karibik&#8220;. Es ist schockierend. In der Zwischenzeit besuchten Abgeordnete die Region und waren \u00fcberrascht von den Sch\u00e4den, die durch die Prospektion entstanden waren. Sie fragten darauf den Umweltminister, warum die Bev\u00f6lkerung nicht einbezogen worden w\u00e4re, woraufhin ihnen gesagt wurde, dass es das Unternehmen sei, das mit der Bev\u00f6lkerung Kontakt aufnehmen und sie informieren m\u00fcsse\u2026! Da wird doch der Bock zum G\u00e4rtner gemacht! Das Unternehmen hat dann sehr interessante Newsletter verteilt &#8230; es wurde berichtet, wer die Geologen sind, was sie tun &#8230; aber es gab keine f\u00fcr uns wirklich relevanten Informationen. Im Juli wurde eine Ausweitung des Gebiets auf weitere 51 Hektar beantragt. Die Investoren wurden \u00fcber einen Vertrag mit einem anderen Unternehmen informiert, das \u00fcber ein nahegelegenes Explorationsgebiet verf\u00fcgt. Nichts davon erschien in diesem Newsletter. Von der urspr\u00fcnglichen Lizenz, die 4% des Gemeindegebiets ausmachte, wurden 2011 bereits 18%, inzwischen sind es 23%! Es scheint, dass die Regierung das Projekt nach den W\u00fcnschen der Betreiberfirma beliebig erweitert. Es gibt keinerlei Kontrolle oder \u00dcberwachung. Nach Willen der Regierung soll die Mine auch als Projekt von potenziellem nationalem Interesse eingestuft werden, um den Prozess zu beschleunigen. Zwar wurde der Antrag dazu in letzter Minute zur\u00fcckgezogen, aber anscheinend soll er noch einmal gestellt werden.<\/p>\n<p><strong>Welche Argumente tragen die Vertreter von Savannah vor?<\/strong><br \/>\nIm Fernsehen haben sie schon davon gesprochen tausend Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen. Aber selbst in den Minen von Panasqueira arbeiten nicht einmal 250 Menschen. Und welche Arbeitspl\u00e4tze sollen das sein? Wir haben keine Geologen, Ingenieure oder Maschinisten. Diese Jobs gingen also nur an Ausw\u00e4rtige, wobei das Leben in unserer Gemeinde nicht dynamisiert wird, weil ihr weiterhin der Zugang zu Dienstleistungen fehlt. Es liegt in der Verantwortung der Regierung und nicht eines Bergbauunternehmens, diese Dienstleistungen bereitzustellen.<\/p>\n<p><strong>Was f\u00fchlen Sie pers\u00f6nlich, wenn es um Ihre Heimat geht?<\/strong><br \/>\nIch f\u00fchle eine starke Verbundenheit. Dort ist meine Familie, sind meine Wurzeln. Es ist eine Gemeinschaft mit einem kollektiven Ged\u00e4chtnis: Wenn wir von einem Ereignis in der Vergangenheit, oder von einer Person sprechen, dann wissen wir alle, wovon die Rede ist. Wenn die Gemeinde verschwindet, geht auch all das verloren. Wir haben immer ein nachhaltiges und von der Regierung unabh\u00e4ngiges Leben gef\u00fchrt, ohne irgendeine Unterst\u00fctzung zu erhalten. Seit 1932 gibt es eine Schule, es gab ein Asyl f\u00fcr die Armen, Dinge, die von der Gemeindebev\u00f6lkerung selbst eingerichtet wurden, um sich gegenseitig zu unterst\u00fctzen. Mit der Zeit sind viele Bewohner weggezogen und jetzt gibt es nur noch wenige Menschen im erwerbsf\u00e4higen Alter. F\u00fcr die nachhaltige Art und Weise, wie die Menschen hier mit Landwirtschaft, Tieren und Umwelt umgehen, wurden wir von den Vereinten Nationen als landwirtschaftliches Welterbe eingestuft. All dies ist Teil des kulturellen Erbes. Meine Familie lebt seit mindestens zehn Generationen dort. Die Mine ist eine riesige Bedrohung. Es ist schrecklich, wie sich dadurch die Umwelt, die Gemeinschaft und die Lebensweise ver\u00e4ndern werden. Das Erbe, das ich meinen Kindern hinterlassen werde, ist nicht das, was mir einst vererbt wurde &#8211; es ist das, was die Mine dort hinterl\u00e4sst.<\/p>\n<p><strong>Was raten Sie Menschen, die von Bergbauprojekten in anderen Teilen des Landes betroffen sind?<\/strong><br \/>\nVersuchen Sie, so viel wie m\u00f6glich \u00fcber potenzielle Auswirkungen und Risiken herauszubekommen &#8211; und beziehen Sie Stellung. Lithium ist kein Allheilmittel f\u00fcr die Dekarbonisierung. Die Begr\u00fcndung der Regierung lautet CO2-Neutralit\u00e4t. Mit der Zunahme von Elektrofahrzeugen wird sich auch die Nachfrage nach Elektrizit\u00e4t erh\u00f6hen. Solange unser Strom nicht zu 100% aus erneuerbaren Quellen kommt, ist die Vorstellung, dass Lithium die L\u00f6sung w\u00e4re, v\u00f6llig falsch. Lithium produziert keine Energie, es speichert sie. Und es ist nicht die einzige Komponente, die ben\u00f6tigt wird, um Batterien herzustellen. Unsere Reserven sind sehr klein &#8211; wir gehen ein enormes Risiko f\u00fcr Umwelt, Wirtschaft und auch f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung ein. Der CO2-Fussabdruck eines Elektrofahrzeugs ist enorm. Es gibt den Herstellungsprozess von Lithiumhydroxid und den Aufwand f\u00fcr die Extraktion. Und was passiert mit den Batterien? Sie sind nicht recycelbar und enthalten viele giftige Metalle. Wir setzen das Paradigma des Konsums immer weiter fort. Die Elektrofahrzeuge sind nicht die L\u00f6sung, sondern weniger Autos und reduzierter Verbrauch.<\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-58066\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/IMG_20190812_181259x2.jpg\" alt=\"\" width=\"399\" height=\"299\" \/>Versuchen Sie dieses Anliegen auch in Ihrem Leben umzusetzen?<\/strong><br \/>\nIch bin mit diesem nachhaltigen Leben aufgewachsen. \u201eKaufen und wegwerfen\u201c passt nicht zu mir. Die j\u00fcngere Generation wei\u00df das systembedingt nicht. Lokale Lebensmittelgesch\u00e4fte sind verschwunden, um gro\u00dfen Superm\u00e4rkten Platz zu machen. Alles ist in Plastik verpackt. Ich habe die Angewohnheit, wenn ich etwas kaufe mehr Geld auszugeben, aber f\u00fcr Produkte von einer langen Lebensdauer. Viele Leute nennen uns Heuchler und beschuldigen uns: &#8222;Nur nicht in eurem Garten\u201c. Das eigentliche Problem ist aber nicht das Lithium, sondern die Ma\u00dflosigkeit.<\/p>\n<p><strong>Was fehlt in Ihrer Gegend?<\/strong><br \/>\nHier oben sind wir B\u00fcrger zweiter Klasse. Es gibt keine \u00c4rzte, keine Schule, keine Transportmittel &#8230; Der Zugverkehr auf der Douro-Linie wurde eingestellt. Sollen \u00e4ltere Menschen doch sehen wie sie medizinische Hilfe bekommen. Es ist wirklich emp\u00f6rend, dass alle B\u00fcrger Zugang zu einem Minimum an \u00f6ffentlichen Diensten haben, nur wir nicht. Aber auch wir haben ein Recht darauf. Uns wirft man Heuchelei vor, doch der Schaden entsteht direkt vor unserer Haust\u00fcr. Als ob wir nicht schon genug Opfer erbringen, um unsere Steuern zu zahlen und hier \u00fcberleben zu k\u00f6nnen. Das Rathaus von Montalegre brachte angesehene Wissenschaftler mit, um die Bev\u00f6lkerung aufzukl\u00e4ren und kund zu tun, dass das Projekt gar nicht so schlimm werden w\u00fcrde. Das ist ein Affront. Ich brauche keinen Akademiker, der mir sagt, was 30 Millionen Tonnen, 800 Meter Durchmesser und 250 Meter Tiefe vor meiner T\u00fcr bedeuten, und welche Probleme Staub, mit diesem Staub kontaminiertes Wasser und Schlamm verursachen. Diese Diskreditierung unserer Bedenken ist emp\u00f6rend\u2026 Wir sind uns bewusst, dass wir l\u00e4ngst nicht alle Auswirkungen kennen. Aber wir wissen, dass sie schwerwiegend sein werden. Wir haben all diese Ver\u00f6ffentlichungen in englischer Sprache entdeckt, die man uns wohl verheimlichen wollte. Niemand kommt zu uns, um mit uns zu reden. Wir f\u00fchlen uns, als wollten uns Invasoren kolonisieren.<\/p>\n<p>Danke.<\/p>\n<div class=\"box shadow  aligncenter\"><div class=\"box-inner-block\"><i class=\"fa tie-shortcode-boxicon\"><\/i>\n\t\t\t<strong>Das Lithiumfieber f\u00fchrt zu immer st\u00e4rkerem Protest in der Bev\u00f6lkerung<\/strong><\/p>\n<p>Von Covas de Barroso nach Lissabon sind es jeweils 6 Stunden hin und zur\u00fcck. Am 21. September brachen von Bergbauprojekten bedrohte Menschen aus dem Dorf Transmontana und verschiedenen anderen Landesteilen auf, um in Lissabon an der \u201eKundgebung gegen das Bergbaufieber in Portugal\u201c teilzunehmen. Bereits am 24. August versammelten sich Hunderte in Torre, Serra da Estrela, dem h\u00f6chsten Punkt des Landes, um mit k\u00fcnstlerischen Darbietungen gegen die Minen zu protestieren. Zwischen 2016 und 2019 registrierte Quercus 50 Antr\u00e4ge auf Lithium-Prospektionsrechte, die 10% des portugiesischen Territoriums bedrohen: alertalitio.quercus.pt. Fortsetzung folgt in der n\u00e4chsten Ausgabe.\n\t\t\t<\/div><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"clear\"><\/div><div class=\"author-info\"><img decoding=\"async\" class=\"author-img\" src=\"http:\/\/\" alt=\"\" \/><div class=\"author-info-content\"><h3>Francisco Cola\u00e7o Pedro<\/h3>\n\t\t\ttradu\u00e7\u00f5es: Chris Young &amp; Kersten Funck-Knupfer | fotografias: Francisco Cola\u00e7o Pedro\n\t\t\t<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Covas do Barroso, Chaves. In den letzten Jahren tauschte eine Lehrerin, die aus diesem Ort in Tr\u00e1s-os-Montes nach England ausgewandert ist, ihre portugiesischen und englischen B\u00fccher gegen das Magazin Mining Journal mit Berichten vom Lithium-Markt und Protokollen internationaler Bergbaukonferenzen. 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