{"id":58600,"date":"2019-12-18T23:14:48","date_gmt":"2019-12-18T23:14:48","guid":{"rendered":"https:\/\/eco123.info\/de\/?p=58600"},"modified":"2021-07-11T16:47:13","modified_gmt":"2021-07-11T15:47:13","slug":"helden-fuer-ein-jahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eco123.info\/de\/okologie\/helden-fuer-ein-jahr\/","title":{"rendered":"Helden f\u00fcr ein Jahr &#8230;"},"content":{"rendered":"<p><em>Die Menschheit steckt in einer ihrer gr\u00f6\u00dften Krisen. Der Grund daf\u00fcr ist ein kleines Molek\u00fcl. Kohlendioxyd. Ein Gas, dessen Vorkommen in der Erdatmosph\u00e4re verschwindend gering ist. Aber seine Wirkung ist gewaltig. Wir heizen unseren Planeten damit auf, weil wir permanent Benzin, Diesel, Kohle, Gas und andere fossile Stoffe verbrennen und dabei CO<sub>2<\/sub> aussto\u00dfen, viel zu viel, tonnenweise. ECO123 schreibt heute seine Geschichte zur Klimakrise und betrachtet die Krise als gr\u00f6\u00dfte Herausforderung, eine echte L\u00f6sung zu finden, zu handeln. Wie machen wir das?<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Um diese Frage vorneweg zu beantworten: von 100 Teilnehmern haben sich nach acht Monaten 85 verabschiedet. Vielen fehlt das Durchhalteverm\u00f6gen beim Ausf\u00fcllen. Es gibt auch Teilnehmer, die ihre Zahlen sch\u00f6n schreiben und wiederum andere, die keinen blassen Schimmer haben, was aus dem Auspuff ihres PKWs in die Atmosph\u00e4re gelangt. Vermutlich m\u00fcsste die Autoindustrie gezwungen werden, den Auspuff mit all den Emissionen in die Fahrerkabine zu leiten, um einigen Zeitgenossen <em>auf die Spr\u00fcnge zu helfen\u2026<\/em><\/p>\n<p>Was uns angenehm \u00fcberrascht, sind die verbliebenen Teilnehmer. 15 Personen halten acht Monate durch und befinden sich gegenw\u00e4rtig auf ziemlich gutem Weg zum Ziel. Nach acht Monaten sind bereits zwei Drittel der Strecke durch Zeit und Raum zur\u00fcckgelegt. Diesen 15 Teilnehmern gilt hier und heute unsere volle Aufmerksamkeit. Denn die Frage, die sich uns im Besonderen stellt, lautet:\u00a0 wie realistisch ist es im Jahr 2020, mit einem Guthaben von drei Tonnen CO<sub>2<\/sub>, ein ganzes Jahr auszukommen?\u00a0 Und was genau hie\u00dfe das im Alltag? Von den 15 stellen wir sieben KYOTO Tester \u2013 mit deren Einwilligung &#8211; in dieser Geschichte vor.<\/p>\n<h3>Die Reise durch Zeit und Raum<\/h3>\n<p>In Portugal leben gegenw\u00e4rtig rund 10,3 Millionen Menschen. Durch ihren <em>Lifestyle<\/em> sind sie verantwortlich f\u00fcr die Emission von etwa 54 Mio. Tonnen CO<sub>2<\/sub> in die Atmosph\u00e4re. Das sind neun Prozent weniger Emissionen verglichen mit 2017. Im Durchschnitt emittiert also einE Portugiese\/IN rund f\u00fcnf Tonnen CO<sub>2<\/sub> im Jahr. KYOTO soll auch mithelfen zu kl\u00e4ren, was abstrakte Zahlen ins t\u00e4gliche Leben umgesetzt, bedeuten. F\u00fcnf Tonnen CO<sub>2<\/sub> im Jahr, und nun sollen es auf einmal 40% weniger werden? F\u00fcnf Tonnen CO<sub>2<\/sub> pro Person und Jahr sind doch mindestens zwei Tonnen zu viel, oder nicht? Bis 2030 strebt Europa einen 40% kleineren CO<sub>2<\/sub> Fu\u00dfabdruck aller an. <em>Ob das auch die Politiker selbst betrifft<\/em>, fragen wir uns. F\u00fcr das Jahr 2050 erkl\u00e4ren sie sogar die Emissionsneutralit\u00e4t. Null Emissionen? <em>Wie soll das funktionieren<\/em>, fragen wir uns? Und wie rechnet man das aus? Woher wei\u00df ein jeder von uns, wie viel CO<sub>2<\/sub> \u00fcber den t\u00e4glichen Konsum (Lebensmittel etc.), die Mobilit\u00e4t (Auto etc.) und im Haushalt (Strom etc.), \u00fcber die Verbrennung fossiler Stoffe in die Atmosph\u00e4re gelangen? Deshalb und nur deshalb hat ECO123 KYOTO programmiert und zieht heute nach acht Monaten eine erste Zwischenbilanz.<\/p>\n<h3>Sieben von 15<\/h3>\n<p><strong>Jos\u00e9,<\/strong> 62 Jahre, arbeitet als Selbstst\u00e4ndiger in der IT-Branche und verdient monatlich rund 1.000 Euro. Wie er bereits in einem vorherigen Interview mit ECO123 (Ausgabe 25) sagte, arbeitet er Teilzeit, weil er auch noch ein privates Leben in der Familie habe. <em>Ausrufezeichen.<\/em> Der Rechner KYOTO ist ihm nicht fremd. Jos\u00e9 liest seit f\u00fcnf Jahren ECO123. Wir fragen, wie er sich ern\u00e4hrt und als Antwort kommt, <em>in der Regel drei Mal in der Woche Fleisch und Fisch<\/em>. Und wie kommt er zur Arbeit? Er f\u00e4hrt einen Honda Civic Hybrid, der 109 g CO<sub>2<\/sub> pro gefahrenen km ausst\u00f6\u00dft, den aber benutzt er nicht immer. Er k\u00e4me auf 600 km im Monat, denn immer mehr benutzt er Metro und Bus um zur Arbeit zu gelangen. Seinen Strom bezieht er von Co\u00f3pernico. Wir treffen ihn erstmals in einem H\u00f6rsaal der FCUL in Lissabon, wo ECO123 den Test KYOTO am 9. Februar 2019 der Welt\u00f6ffentlichkeit vorstellt. Jos\u00e9 ist der erste Teilnehmer, der sich einschreibt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-58618\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/josepaulocarraca-1.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"299\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/josepaulocarraca-1.jpg 650w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/josepaulocarraca-1-24x11.jpg 24w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/josepaulocarraca-1-36x17.jpg 36w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/josepaulocarraca-1-95x44.jpg 95w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/p>\n<p><strong>Elisabete<\/strong>, 50 Jahre, Bankkauffrau, lebt von ihrer Pension als Fr\u00fchrentnerin. Sie\u00a0 und ihr Mann wohnen im Norden Lissabons. Bei KYOTO schreibt sie sich ein, weil sie herausfinden will, wie klein ihr CO<sub>2<\/sub> Fu\u00dfabdruck ist. So etwas habe sie noch nie gemacht. Als sie sich Ende Februar daf\u00fcr entscheidet, ist sie die f\u00fcnfte Teilnehmerin. Anmerkung: Elisabete und ihr Mann hatten sich vorgenommen, im September nach Island in den Urlaub zu fliegen. Wie wird sich dieser Flug auf ihre Klimabilanz auswirken?<\/p>\n<p><strong>L\u00e9nia<\/strong>, 36 Jahre, Mutter einer kleinen Tochter. Sie arbeitet und verdient monatlich rund 800 Euro plus Witwenrente. L\u00e9nia lebt in der N\u00e4he von Porto und f\u00e4hrt einen Fiat, der 130g CO<sub>2<\/sub> pro gefahrenen km ausst\u00f6\u00dft. Ihren Stromanschluss hat sie bei der EDP. ECO123 liest sie seit vier Jahren und schreibt sich als zehnte Teilnehmerin ein.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-58633\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyotofrauen.jpg\" alt=\"\" width=\"701\" height=\"353\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyotofrauen.jpg 800w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyotofrauen-768x387.jpg 768w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyotofrauen-24x12.jpg 24w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyotofrauen-36x18.jpg 36w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyotofrauen-93x47.jpg 93w\" sizes=\"auto, (max-width: 701px) 100vw, 701px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Karen<\/strong> (48) stammt aus Schottland. Seit acht Jahren leitet sie die Internationale Schule in Aljezur und ist die Nummer 14 bei KYOTO. Sie ist Vegetariarin und f\u00e4hrt einen neuen Renault Clio, der 83 g CO<sub>2<\/sub> pro gefahrenen km ausst\u00f6\u00dft. Zwei Mal im Jahr besucht sie ihre Heimat im Norden Europas und fliegt dort mit dem Flugzeug hin. Was kann sie machen, um nicht mehr als 3.000 kyotos im Jahr zu verbrauchen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Paul<\/strong>, (70) ist Deutscher und lebt in der N\u00e4he von Viseu. Er ist der 35. Teilnehmer. Paul liest ECO123 erst seit wenigen Monaten. Paul, so lernen wir ihn kennen,\u00a0 scheint einer von jenen zu sein, die wissen, wie man auf kleinem Fu\u00df leben kann. Er produziert seinen eigenen Strom aus einer Solaranlage und f\u00e4hrt einen Renault Kangoo ZE., den er nur an der eigenen Steckdose aufl\u00e4dt. Interessant?<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-58621\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-01.jpg\" alt=\"\" width=\"798\" height=\"347\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-01.jpg 800w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-01-768x334.jpg 768w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-01-24x10.jpg 24w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-01-36x16.jpg 36w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-01-95x41.jpg 95w\" sizes=\"auto, (max-width: 798px) 100vw, 798px\" \/><\/p>\n<p><strong>Diana<\/strong> (55), portugiesische Wissenschaftlerin, lebt und arbeitet in Oslo und ist Dozentin an der dortigen Universit\u00e4t. Sie stammt aus Lissabon und fliegt mindestens ein Mal im Jahr nach Hause. Sie ern\u00e4hrt sich jeden Tag von Fisch und Fleisch, wie das so \u00fcblich ist in Norwegen. F\u00fcr ihre Fahrten innerhalb der Stadt und zur Uni benutzt sie die Metro und den Bus. Ob ihr das hilft, einen kleinen Fu\u00dfabdruck zu managen?<\/p>\n<p><strong>Filomena<\/strong> (63) ist Kunsthandwerkerin und lebt in einem kleinen Dorf in der N\u00e4he von Lagos im S\u00fcden Portugals. Sie hat Angst, dass sie mit ihren 3.000 kyotos nicht auskommen wird, weil sie viel mit dem Auto zwischen Lagos und Lissabon hin und her pendelt. Im Laufe des Tests \u00e4ndert sie ihre Strategie und wechselt vom Auto immer \u00f6fter zur Bahn. Sie erw\u00e4gt auch, von einem konventionellen Stromanbieter zu einem nachhaltigen zu wechseln. Ob der Schachzug erfolgreich sein wird, um weniger CO<sub>2<\/sub> zu emittieren, erfahren wir bald in dieser Geschichte \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Happy End?<\/h3>\n<p>Diese Geschichte ist keine Fiktion sondern eine Kurzgeschichte, wie sie bisher noch nie geschrieben wurde: ein lang vorbereitetes Projekt, eine Dokumentation. Wir erinnern uns an Truman Capote? Er hat uns bei ECO123 inspiriert. Denn alle seine Manuskripte basieren auf Dokumenten der Zeitgeschichte: sowohl die Werke <em>Fr\u00fchst\u00fcck bei Tiffany<\/em> als auch <em>Kaltbl\u00fctig<\/em>. Deshalb vorweg: alle sieben TeilnehmerInnen haben ECO123 erlaubt, \u00fcber sie zu schreiben, sie beim Vornamen zu nennen und autorisieren uns, die \u00fcber die Monate hinweg gewonnenen Kenntnisse zu publizieren. Der Test beginnt in der ersten Woche des M\u00e4rz 2019 und jeder Teilnehmer erh\u00e4lt einen personalisierten Zugang zu seinem neuen KYOTO OnlineKonto, auf dem sich jeweils das Guthaben von 3.000 kyotos befindet. Wir haben uns nat\u00fcrlich Gedanken gemacht, ob klimafreundliches Verhalten auch eine Frage des Geldes ist, betont der Klimaforscher Dr. Jo\u00e3o Camargo bei der Vorstellung des Tests in Lissabon. <em>Ist es?<\/em> Es ist eine grunds\u00e4tzliche Frage. <em>Formt das Bewusstsein das Sein oder das Sein das Bewusstsein?<\/em> Wir vertagen die Beantwortung. Die Frage soll sp\u00e4ter, zum Abschluss des Tests diskutiert werden. Interessant ist auch, dass alle sieben Probanden aussagen, sie verf\u00fcgten bereits \u00fcber eine grunds\u00e4tzliche Sensibilit\u00e4t auf den Klimawandel bezogen. Denn am Anfang steht eine Frage beim Ausf\u00fcllen des KYOTO Profils, die vor Testbeginn von jedem Teilnehmer beantwortet werden muss: <em>bist du bereit, deine Welt zu ver\u00e4ndern<\/em>? Was m\u00fcssen die Kyototeilnehmer also machen, um das Protokoll von Kyoto 22 Jahre sp\u00e4ter auf sich selbst anzuwenden? Alle sieben Teilnehmer bezeichnen sich als neugierig, umweltbewusst und lernwillig. Sie wissen am Anfang des Tests, dass Autofahren, Fliegen und Fleisch essen einen hohen Fu\u00dfabdruck hinterlassen. Schauen wir einmal, wie sich diese Geschichte \u00fcber diese ersten acht Monate hinweg entwickelt\u00a0 \u2013 und wie sie dann nach einem Jahr endet, falls sie keine Fortsetzung erf\u00e4hrt.<\/p>\n<h3>Wissen ist alles, ohne Wissen ist alles nichts<\/h3>\n<p>KYOTO w\u00e4re nicht KYOTO, hielte es nicht auch spielerische Elemente f\u00fcr die Probanden bereit. Denn alle wissen, ein Langzeittest wird mit jeder Woche ein wenig langweiliger und verf\u00fchrt dazu, die eine oder andere Woche auch mal auszulassen. KYOTO fragt seine Teilnehmer immer wieder: <em>Wie geht es Dir? Bist Du gl\u00fccklich? F\u00fchlst Du dich gut? Bist du ein Optimist? Findest du L\u00f6sungen f\u00fcr deine Probleme? <\/em>Und ECO123 pr\u00e4sentiert monatlich ein Quiz, das mit neun Fragen zum Thema Klima seine Teilnehmer befragt. Mit jeder korrekt beantworteten Frage, k\u00f6nnen zehn bereits verlorene kyotos wieder zur\u00fcckgewonnen werden. Im Alltag gibt es so ein Quiz nat\u00fcrlich nicht. Das wissen Miguel Almeida, Vorstandsmitglied der ersten Energiekooperative Portugals Co\u00f3pernico, und Alfredo Cunhal-Sendim von der Herdade Freixo do Meio aus Montemor-O-Novo auch. Sie sind zwei von mehreren Beratern im KYOTO-Beirat und schreiben in ihren Fachgebieten <em>Erneuerbare Energien<\/em> und <em>Biologische Landwirtschaft<\/em> am monatlichen Quiz mit. So k\u00f6nnen auf diese Weise w\u00e4hrend eines vollen Jahres bis zu 1.080 verlorene kyotos zur\u00fcckgewonnen werden, ein Anreiz, der einen Mittelstreckenflug bereits kompensiert und die Klimabilanz verbessert. Und es kommt noch besser.<\/p>\n<p>Im KYOTO Test gibt es auch den Knopf f\u00fcr das Klima-Offset. Wer ihn dr\u00fcckt, hat gute Nachrichten f\u00fcr sich und seinen Planeten. Denn wer mehr erneuerbare Energie erzeugt als er verbraucht und sie ins Netz einspeist, wird daf\u00fcr extra belohnt. F\u00fcr jede \u00fcbersch\u00fcssige Kilowattstunde aus der sauberen Energieproduktion wird ein halber kyoto im Test gutgeschrieben. <em>Und wie viele B\u00e4ume hast du diesen Monat gepflanzt, <\/em>steht im Online-Fragenbogen? F\u00fcr jeden verifizierbaren Baum erh\u00e4lt ein KYOTO-Teilnehmer zehn Kyotos zur\u00fcck\u00fcberwiesen. Auf diese Weise lernen die Teilnehmer alsbald, da\u00df ihr Guthaben schrumpfen aber auch wieder anwachsen kann. Es h\u00e4ngt von ihnen selbst ab, welchen aktuellen Kontostand sie anpeilen. Paul, der <em>Chico Esperto<\/em> im Teilnehmerteam, pflanzt im April 49 und im Oktober 32 B\u00e4ume und gewinnt auf diese Weise einmal 490 und ein zweites Mal 320 kyotos zur\u00fcck. Am Ende des ersten Jahres werden wir ihn fragen, wie viele seiner im April und Oktober gepflanzten B\u00e4ume im folgenden Fr\u00fchling das zweite Lebensjahr erreicht haben. Denn B\u00e4ume pflanzen kann jeder, sie aber zu erhalten, bedarf der kontinuierlichen Pflege.<\/p>\n<p>Und nicht alle Menschen belasten das Klima gleicherma\u00dfen. Daraus stellt sich politisch die Frage, wie sieht ein sozial gerechter Wandel zu mehr Klimafreundlichkeit in Portugal und in Europa aus? Zu einer Antwort an die Politik kommt ECO123, wenn wir Journalisten genau in die Formulare der sieben ausgew\u00e4hlten Teilnehmer schauen und es nicht nur bei der Analyse belassen, sondern Auswege aus der Sackgasse Klimakrise diskutieren. Acht Monate KYOTO geben uns erste wichtige Hinweise darauf, wie wir bei uns selbst beginnen k\u00f6nnten, mehrere Tonnen CO<sub>2<\/sub> im Jahr einzusparen, ohne sofort Systemrelevante \u00c4nderungen vornehmen zu m\u00fcssen. Wir wissen, dass Kohlekraftwerke abgeschaltet werden m\u00fcssen und noch viel mehr in Portugal und Europa passieren muss. Aber in diesem Test geht es nicht nur um Politik, sondern um den Einzelnen, der etwas in sich selbst ver\u00e4ndern kann. Wir wollen unseren j\u00e4hrlichen CO<sub>2<\/sub> Fu\u00dfabdruck auf drei Tonnen CO<sub>2<\/sub> absenken. Nun, wie machen wir das? Womit beginnen wir?<\/p>\n<h3>KYOTO: die 1+1+1=3 Strategie<\/h3>\n<p>Vorweg gesagt, die Mathematik kann helfen, zu verstehen, wohin wir uns bewegen wollen. Das setzt voraus, dass eineR sich nicht nur aktiv am gesellschaftlichen Leben beteiligt, sondern sich auch \u00f6kologische Ziele setzt, um diese Schritt f\u00fcr Schritt zu erreichen. Wenn ich mir selbst f\u00fcr mein <em>Konsumverhalten<\/em> eine Tonne CO<sub>2<\/sub> Emissionen genehmige und bei der <em>Mobilit\u00e4t<\/em> ebenso und auch auf dem <em>Energiesektor<\/em> im eigenen Haus, bin ich \u2013 leicht gesagt \u2013 schon bei drei Tonnen CO<sub>2<\/sub> Emissionen im Jahr angekommen. Wie aber setzt einer diese Theorie in die t\u00e4gliche Praxis um? <em>Karen<\/em>, wir erinnern uns, die schottische Lehrerin aus Aljezur, ist auf einem guten Weg, wenn sie sich vegetarisch ern\u00e4hrt und ihre Eink\u00e4ufe lokal unternimmt. 52 Wochen machen den Unterschied. Fleisch- und Fischesser verursachen allein durch ihre Ern\u00e4hrung einen CO<sub>2<\/sub> Fu\u00dfabdruck zwischen 1,7 und 4,6 Tonnen CO<sub>2<\/sub> im Jahr, Vegetarier liegen bei 1,1 Tonnen. Und kaufen wir unsere Grundnahrungsmittel wie Kartoffeln und Gem\u00fcse \u00fcberwiegend lokal und nicht prozessiert, tiefgek\u00fchlt und eingeschwei\u00dft verpackt, verringert sich unser j\u00e4hrlicher Fu\u00dfabdruck noch um weitere 500 kg CO<sub>2<\/sub>. Beispiel: wer 1kg Pommes Frites aus der Tiefk\u00fchltruhe eines Supermarktes einkauft, ist verantwortlich f\u00fcr die Emissionen von rund f\u00fcnf kg\/CO<sub>2<\/sub>, die beim Transformationsprozess, dem Transport und der K\u00fchlkette eines kg Kartoffeln entstanden sind. Wer hingegen sein kg Kartoffeln auf dem Markt beim Bauern kauft, ist laut Informationen der AEA* f\u00fcr nur 200 Gramm CO<sub>2<\/sub> Emission verantwortlich. Was f\u00fcr ein Unterschied. Ein Vegetarier verursacht also einen wesentlich geringeren Fu\u00dfabdruck, als ein Fleisch- und Fischesser.<\/p>\n<p><em>*Ag\u00eancia Europeia do Ambiente, Copenhagen<\/em><\/p>\n<p><strong><em>HALT<\/em><\/strong><strong>,<\/strong> schreibt uns J\u00falia aus Silves im S\u00fcden Portugals, die das nicht akzeptiert und emp\u00f6rt den KYOTO Test beendet und ihr Abo nach sechs Jahren abbestellt. <em>Ihr verallgemeinert und diskreditiert Fleischesser!<\/em> <em>Was ist, wenn ich mein Fleisch selbst nachhaltig produziere oder als J\u00e4ger Wild schie\u00dfe?<\/em> ECO123 k\u00f6nne seine Probanden nicht derart bestrafen. ECO123 antwortet Julia daraufhin, dass sowohl nachhaltige Tierhaltung als auch durch die Jagd get\u00f6tetes Wildtier nicht einmal drei Prozent des Konsums Portugals ausmachen. Dieser Wert wurde bei der Programmierung von KYOTO bereits ber\u00fccksichtigt: und fragt, wie wird die Kommerzialisierung von totem Tier, von Fleisch heute gehandhabt? Ist die Aufzucht in der Massentierhaltung keine Tierqu\u00e4lerei? Noch besser als Vegetarier schneiden \u00fcbrigens nur noch Veganer beim KYOTO Test ab. Von 100 Teilnehmern ern\u00e4hrten sich vier Probanden vegan. Sie geh\u00f6ren zu denjenigen, die neben Julia den Test bereits nach sechs Wochen aufgeben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-58636\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-02.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"453\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-02.jpg 800w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-02-768x435.jpg 768w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-02-24x14.jpg 24w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-02-36x20.jpg 36w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-02-83x47.jpg 83w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p><strong><em>Jos\u00e9<\/em><\/strong><strong>,<\/strong> der mit seiner Familie in Lissabon in einer 50m2\u00a0Wohnung lebt, fliegt grunds\u00e4tzlich nicht und innerhalb Lissabons benutzt er meist den Bus und die Metro. Im Monat Mai verursacht er mit seinem Mobilit\u00e4tsverhalten nur 39,5k (kyotos), im Juni sind es 73,9k und im August 34,9k. Insgesamt kommt <em>Jos\u00e9<\/em> in den ersten acht Monaten mit seiner gelebten Strategie, nicht zu fliegen und sich neben seinem Honda Civic Hybrid, haupts\u00e4chlich mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln fortzubewegen auf ein Ergebnis von 442,3k. Setzt er diese Mobilit\u00e4tsstrategie konsequent fort, wird er weit unter einer Tonne Emissionen im Jahr liegen und sein Gesamtziel vermutlich erreichen. <strong>Ende Oktober besitzt er ein Restguthaben von 1.399,2k.<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-58639\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-03.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"453\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-03.jpg 800w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-03-768x435.jpg 768w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-03-24x14.jpg 24w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-03-36x20.jpg 36w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-03-83x47.jpg 83w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p><strong><em>L\u00e9nia<\/em><\/strong> aus dem Gro\u00dfraum Porto, lebt einfach so weiter, wie bisher. Obwohl sie mit ihrem KYOTO-Guthaben auskommen m\u00f6chte, ver\u00e4ndert sie ihren Lebensstil nicht, jedenfalls nicht sofort. Sie gibt an, dass sie 75% ihres M\u00fclls recycelt. Das sind Glasflaschen ebenso wie Papier und Holz. Der meiste M\u00fcll jedoch ist Verpackungsplastik. Dann aber bleiben jede Woche zwischen drei und sechs Liter Restm\u00fcll \u00fcbrig, mit denen sie nicht wei\u00df, was sie machen soll. Der Restm\u00fcll summiert sich in acht Monaten auf 160k, wobei sie die dritte Woche im Juli und die zweite Woche in September verga\u00df, auszuf\u00fcllen. Das wird im letzten Monat des Jahres dann nachgeholt, versichert sie. Den Fu\u00dfabdruck w\u00f6chentlich zu messen ist Flei\u00dfarbeit und selbst der Newsletter, der regelm\u00e4\u00dfig Woche f\u00fcr Woche auf das Ausf\u00fcllen hinweist, kann qu\u00e4lend werden. Also stellten wir unsere Probanden mal auf die Probe und schickten ihnen ein Mal einen Newsletter ohne jeglichen Text. Wir wollten testen, wie wach sie noch sind. Nur einer einzigen Teilnehmerin schien das aufzufallen. Sie fragte, ob sie den Newsletter zuk\u00fcnftig immer ohne Worte erhalten k\u00f6nne. Die Bilanz des CO<sub>2<\/sub> Fu\u00dfabdrucks bei <em>L\u00e9nias<\/em> Konsum liegt nach acht Monaten schon bei 1.425 Kyotos. Sie \u00fcberschreitet also ihr Guthaben auf diesem Gebiet bereits um fast 50% und k\u00f6nnte, falls sie keinen Restm\u00fcll mehr h\u00e4tte, an dieser Stelle ansetzen, ihren Fu\u00dfabdruck zu verringern. Das bedeutete, weniger im Supermarkt einzukaufen und daf\u00fcr vermehrt auf dem Markt bei lokalen Bauern \u2013 und ohne jegliche Verpackung. Statt drei Mal Fleisch und Fisch in der Woche, w\u00fcrde eine Reduktion auf <em>einmal Fleisch\/Fisch<\/em> ihren Emissionswert verringern. Denn auch die Gewohnheit, vermehrt lokale Produkte der Saison einzukaufen und weniger Fleisch zu essen, verringert den Fu\u00dfabdruck um mehr als die H\u00e4lfte. <strong>Ende Oktober hat sie noch Guthaben von 1.290,4k.<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-58642\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-04.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"453\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-04.jpg 800w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-04-768x435.jpg 768w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-04-24x14.jpg 24w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-04-36x20.jpg 36w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-04-83x47.jpg 83w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>Kommen wir noch einmal zur\u00fcck zu <strong><em>Paul<\/em><\/strong> aus dem Distrikt Viseu. Er hat immer einen Taschenrechner zur Hand, wenn es darum geht, sein KYOTO Guthaben zu verwalten. Kyoto Teilnehmer 35 kauft sich ein Elektroauto, einen\u00a0 Kangoo Z.E., den er an seiner eigenen Solaranlage gratis aufl\u00e4dt. Wenn <em>Paul<\/em> also f\u00fcr sein Haus, in dem seine Frau und er gemeinsam leben, mit einer Solaranlage den \u00fcbersch\u00fcssigen Strom von monatlich durchschnittlich 435 kW\/h selbst produziert und ins Netz einspeist und noch zus\u00e4tzlich seinen PKW \u00fcber Solarenergie gratis aufl\u00e4dt, verringert sich sein Guthaben kaum, es w\u00e4chst sogar. Paul gewinnt mit seiner Solarstromproduktion in acht Monaten 868,7k \u00fcber das <em>offset<\/em> hinzu. Aber leider hat Paul eine Schw\u00e4che f\u00fcrs Fliegen. Er besucht zwei Mal im Jahr seine Familie in Nordeuropa; im Sommer und zu Weihnachten. Seine Emissionen schie\u00dfen daf\u00fcr auf dem Gebiet der Mobilit\u00e4t wieder ins Minus. Bisher wurden f\u00fcr den ersten Flug hin und zur\u00fcck 1.040k vom Guthaben abgezogen und alles was <em>Paul<\/em> bei der Mobilit\u00e4t mit seinem Elektroauto in acht Monaten einspart, verliert er in zwei Wochen wieder, weil er fliegt.<\/p>\n<p>Und der Flug zu Weihnachten ist da noch gar nicht bilanziert. Ob er sich dieses Mal durchringen kann, ab Coimbra B mit dem Nachtzug (Sud-Expresso) \u00fcber Spanien und Frankreich nach Deutschland zu fahren? Die Emissionen w\u00fcrden sich auf ein F\u00fcnftel im Vergleich zum Flieger reduzieren. <strong>Zum Ende des Monats Oktober besitzt Paul noch ein Guthaben von 1.648,4k.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-58645\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-05.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"453\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-05.jpg 800w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-05-768x435.jpg 768w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-05-24x14.jpg 24w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-05-36x20.jpg 36w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-05-83x47.jpg 83w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>Betrachten wir nun auch <strong><em>Karen<\/em><\/strong> aus Aljezur. Sie hat sich genau informiert und beabsichtigt, nicht mehr als 250 kyotos pro Monat von ihrem Guthaben auszugeben. Eine interessante Strategie, auf diese Weise in den Test einzusteigen, denn wer 3.000 kyotos im Jahr zur Verf\u00fcgung hat, kann sich sein monatliches Guthaben \u00fcber zw\u00f6lf Monate gut einteilen. Mal schauen, wie die ersten acht Monate verliefen. Als Lehrerin geh\u00f6rt Karen eher zur besser informierten Gruppe der Teilnehmer und sie gewinnt im April und Mai jeweils 80 kyotos beim Quiz (von 90 m\u00f6glichen). Sie ern\u00e4hrt sich haupts\u00e4chlich vegetarisch und isst manchmal Fisch. Im Juni kommt sie in der dritten und vierten Woche und auch im Juli in der ersten Woche nicht dazu, die Frageb\u00f6gen vollst\u00e4ndig auszuf\u00fcllen. Sie wird im kommenden Jahr M\u00e4rz und April mehrere Wochen \u201enachsitzen\u201c m\u00fcssen, denn auch in den Folgemonaten August, September und Oktober l\u00e4sst sie hier und da eine Woche, insgesamt f\u00fcnf Wochen, ausfallen. Trotzdem macht sie tapfer weiter. Ihre Quizergebnisse in diesen Monaten werden schlechter. Von den neun Fragen kann sie durchschnittlich nur noch vier korrekt beantworten. Und zwei Fl\u00fcge im April und Mai mit dem Verlust von 1.048k kratzen an ihren Hoffnungen, mit dem Guthaben doch noch auszukommen. Im August fliegt sie wieder und verliert dabei weitere 780k. Von dem Augenblick an verliert sich ihre Spur, denn eigentlich weilt sie seit August immer noch in Glasgow, denn einen R\u00fcckflug k\u00f6nnen wir in ihrer Bilanz nicht finden. Den Oktober schlie\u00dft sie mit einem Saldo von 353,1k ab. Sie hat nach den ersten acht Monaten bereits knapp 2.753 kyotos verfeuert und braucht einen Dispositionskredit. Die einzige Chance, die Karen noch hat, ihr CO<sub>2<\/sub>-Emissionsergebnis auf energiearme Weise zu verbessern w\u00e4re, wenn sie 200 neue junge B\u00e4ume im kommenden Winter in Monchique pflanzen w\u00fcrde. <strong>Sie verabschiedet sich nach dem achten Monat aus dem Oktober mit einem kleinen Guthaben von noch 247k.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-58648\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-06.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"453\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-06.jpg 800w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-06-768x435.jpg 768w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-06-24x14.jpg 24w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-06-36x20.jpg 36w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-06-83x47.jpg 83w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>Und was macht die Kunsthandwerkin <strong><em>Filomena<\/em>?<\/strong> Unser Augenmerk gilt ihrer Mobilit\u00e4t. Sie f\u00e4hrt einen Suzuki FJ Jimny welcher 162 Gramm CO\/km emittiert. Von ihren 1.000 Euro im Monat investiert sie 200 Euro in den fossilen Kraftstoff Benzin. Ob sie mit ihren Bef\u00fcrchtungen Recht hatte? Im M\u00e4rz verpulvert sie mit ihrem PKW genau 122,4k (950 km) eine der Fahrten teilt sie sich mit einem Mitfahrer. Mit Zugreisen emittiert sie 53,5k (1.215 km). Und auch U-Bahn, Bus und als Anhalterin f\u00e4hrt sie \u00fcber kurze Strecken und emittiert weitere 10,6 k. Von den m\u00f6glichen 250 auszugebenden kyotos raubt ihr die Mobilit\u00e4t bereits 186,4. Blicken wir auf die Seite des Konsums und ihres Energiehaushalts. In beiden Gebieten emittiert sie 188,3k. Beim Quiz gewinnt sie 50k hinzu und am Ende ihres ersten Monats steht sie bei verbrauchten 328k und einem Guthaben von 2.672k. Eine erste Analyse ihres Mobilit\u00e4tsbudgets ergibt nach acht Monaten eine Emission von genau 1.306,1k. Das sind mehr als doppelt so viele Emissionen im Bereich der Mobilit\u00e4t wie von ihr gew\u00fcnscht. <strong>Nach acht Monaten betr\u00e4gt ihr Guthaben noch 415,7k und die m\u00fcssen noch f\u00fcr weitere vier Monate reichen.<\/strong> Aber vielleicht kann Filomena 100 B\u00e4ume im neuen Botanischen Garten in Caldas de Monchique im Winter pflanzen und damit ihr Budget wieder auff\u00fcllen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-58651\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-07.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"453\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-07.jpg 800w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-07-768x435.jpg 768w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-07-24x14.jpg 24w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-07-36x20.jpg 36w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-07-83x47.jpg 83w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p><strong>Diana <\/strong>stammt aus Lissabon und lebt berufsbedingt in Oslo. Sie verdient rund 3.000 Euro im Monat und gesellt sich zu der Gruppe portugiesischer Leser, die wie viele emigriert sind. Ins attraktive Luxemburg, in die Schweiz, nach Frankreich und Deutschland. Au\u00dferhalb Portugals leben noch einmal genau so viele Portugiesen wie in Portugal selbst. Wer f\u00fcr den gleichen Job in Portugal nur 900 Euro verdient, hat eine Niete gezogen. <em>Merken Sie, was in Portugal fehlt, Ant\u00f3nio Costa? <\/em>In ihrem ersten Monat, im M\u00e4rz 2019, verheizt Diana 480,4k, im April fliegt sie von Oslo nach Lissabon (1.404k) und wieder zur\u00fcck und verpulvert damit 1.538k, mehr als die H\u00e4lfte ihres gesamten Jahresbudgets. Im Monat darauf f\u00e4hrt sie viel Fahrrad, benutzt \u00f6ffentliche Verkehrsmittel und geht zu Fu\u00df. Sie schafft es, ihre Emissionen in der Mobilit\u00e4t radikal auf 7,1k zu verringern. In diesem Monat emittiert sie nur 116,6k. In den darauffolgenden Monaten bem\u00fcht sich Diana, ihre Emissionen stetig zu verkleinern und schafft es, ihren Urlaub in Norwegen mit 42k zu verbringen. <strong>Trotzdem landet sie Ende Oktober bei nur 174,0k Guthaben. <\/strong>Mit welcher Strategie will sie ihr Testjahr abschlie\u00dfen? Vielleicht k\u00f6nnten L\u00e9nia oder Jos\u00e9 ihr etwas von ihrem Guthaben leihen, verkaufen oder schenken?<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-58654\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-08.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"453\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-08.jpg 800w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-08-768x435.jpg 768w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-08-24x14.jpg 24w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-08-36x20.jpg 36w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/kyoto_grafico-08-83x47.jpg 83w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>Bleibt <strong>Elisabete<\/strong>. Sie wollte unbedingt die Gletscher schmelzen sehen und fuhr mit ihrem Mann nach Island. Und was sie sah, beunruhigte sie noch mehr. Gletscher aus S\u00fc\u00dfwasser schmelzen und flie\u00dfen als sinnlose Rinnsale ins Meer. Dort werden sie zu Salzwasser. Ob Island oder Nepal, Sibirien oder Gr\u00f6nland. Der Klimawandel ist in vollem Gang. Elisabete f\u00e4hrt einen VW Golf und mit einer Betrugssoftware an Bord (oder auch nicht) emittiert er immerhin noch 114 Gramm CO<sub>2<\/sub>\/km in die Atmosph\u00e4re. In Sachen Mobilit\u00e4t erreicht Elisabete in den meisten Monaten einen stabilen Wert von 100k. Beim Konsum liegt sie dr\u00fcber. Im Durchschnitt emittiert sie 300k pro Monat. Aber mit dem Quiz und vielen richtigen Antworten holt sie sich einen Teil zur\u00fcck, was sie zuvor bereits verpulvert hat. W\u00e4re da nicht der Flug nach Island und zur\u00fcck gewesen, der sch\u00f6nste Urlaub seit Jahren. Er verhagelt ihr die sch\u00f6ne Bilanz mit minus 2.019,2k. <strong>Ende Oktober hat Elisabete ihr gesamtes Pulver (3.000k) bereits verschossen und steht nun mit -1.463,0k im Minus.<\/strong> Und, wie soll es weitergehen?<strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-58658\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/20191104_Iceberg_NL_EN-1.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"922\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/20191104_Iceberg_NL_EN-1.jpg 800w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/20191104_Iceberg_NL_EN-1-768x885.jpg 768w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/20191104_Iceberg_NL_EN-1-21x24.jpg 21w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/20191104_Iceberg_NL_EN-1-31x36.jpg 31w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/20191104_Iceberg_NL_EN-1-41x47.jpg 41w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/>\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><\/p>\n<h3>&#8230;wie \u00fcberzeugt man einen Menschen davon, sein Verhalten zu \u00e4ndern?<\/h3>\n<p>Die beste M\u00f6glichkeit ist: Alles, was der Umwelt schadet, muss teurer werden und alles, was ihr hilft zu regenerieren, billiger. Im Fokus steht zurzeit vor allem ein Preis auf CO<sub>2<\/sub>, zum Beispiel als Steuer. Das ist der Weg, den Europa langfristig beschreiten muss. Experten des <em>Potsdam-Instituts f\u00fcr Klimafolgenforschung<\/em> empfehlen einen Preis von 50 Euro pro Tonne CO<sub>2<\/sub> im Jahr 2020 bis hin zu 130 Euro pro Tonne im Jahr 2030. <em>Fridays for Future<\/em> fordert einen Einstiegspreis von 180 Euro pro Tonne im Jahr\u00a02020, das w\u00e4re auf das Kilo bezogen \u20ac 0,18 CO<sub>2<\/sub>-Steuer. ECO123 fragt, wenn das zentrale politische Thema unserer Tage die Klimapolitik ist und wir echte L\u00f6sungen zeitnah ben\u00f6tigen, sollten wir durch Taten \u00fcberzeugen. Denken wir mal klar und grunds\u00e4tzlich einfach. Sollte nicht f\u00fcr jedes \u2013 \u00fcber 3.000 kg emittierte kg CO<sub>2<\/sub> &#8211; ein Euro CO<sub>2<\/sub> Steuer veranlagt werden? Und dar\u00fcber hinaus k\u00f6nne ein Staat seinen B\u00fcrgern eine Emissionsskala mit auf dem Weg durchs Leben geben: die erste Tonne CO<sub>2<\/sub> (gr\u00f6\u00dfer als drei Tonnen) Emission w\u00fcrde dann 1.000 Euro kosten, f\u00fcr jede weitere emittierte Tonne CO<sub>2<\/sub> k\u00f6nne die Steuer exponentiell ansteigen: \u20ac 1.500, dann \u20ac 2.000, \u20ac 3.000 pro zu viel emittierte Tonne.<br \/>\nIn der Diskussion schwingt immer die Frage mit, wen w\u00fcrde eine Steuer auf CO<sub>2<\/sub>, also die Verteuerung umweltsch\u00e4dlichen Verhaltens, besonders treffen? Einige Experten bef\u00fcrchten, dass gerade f\u00fcr Menschen, die ohnehin schon wenig Geld haben, die Kosten zu hoch sein k\u00f6nnten &#8211; und das, obwohl sie ohnehin schon klimafreundlicher leben als die Vielverdiener. In dieser Diskussion wird zumeist mit unlogischen Argumenten gearbeitet. Denn bis zum heutigen Tag wurden die Vorschl\u00e4ge aus dem Kyoto-Protokoll nicht einmal ansatzweise in die Diskussion aufgenommen, geschweige denn umgesetzt. <em>Wer von uns hat jemals das Kyoto Protokoll gelesen?<\/em> Wenn davon auszugehen ist, dass jeder B\u00fcrger die gleiche Emissionssumme am Anfang eines Jahres zugeteilt bek\u00e4me, g\u00e4be es auch keine ungerechten Belastungen mehr zwischen Arm und Reich. Denn das Ziel w\u00e4re f\u00fcr jeden gleich.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-58661\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/125339606.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/125339606.jpg 800w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/125339606-768x512.jpg 768w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/125339606-24x16.jpg 24w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/125339606-36x24.jpg 36w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/125339606-71x47.jpg 71w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>Wenn jedem B\u00fcrger in 2020 nur drei Tonnen Emissionsrechte im Jahr gratis zur Verf\u00fcgung st\u00fcnden und bei einer \u00dcberschreitung dieses Guthabens jedes zus\u00e4tzliche Emissionskilo CO<sub>2<\/sub> einen Euro Steuern kostete, w\u00e4ren auch die Steuereinnahmen f\u00fcr z.B. ein bedingungsloses Grundhalt von \u20ac 500 pro Monat f\u00fcr jeden B\u00fcrger finanzierbar. In diesem Modell zeigt sich, dass das Kaufen eines Flugzeugstickets zuk\u00fcnftig besser durchdacht sein will. Falls klimaschonende Mobilit\u00e4t wirklich politisch gewollt ist, sollten die Preise der Bahntickets f\u00fcr diejenigen, die ihren Emissionspflichten nachkommen, viele Rabatte beinhalten. Individualverkehr und die Verbrennung von Benzin, Diesel und Flugbenzin (Kerosin) sollte also extrem teuer werden und der \u00f6ffentliche Nah- und Fernverkehr besser und billiger.<\/p>\n<p>Nur so kann Klimaschutz auch sozial gerecht werden. Alle haben die gleichen Emissionsrechte und die gleichen Pflichten. Ein Staat kann zudem f\u00f6rdern, in dem er seine Zugflotte wirklich modernisiert, jede Investition in erneuerbare Energien zum prim\u00e4ren Ziel macht und die Produktion von weiterem Plastik verbietet und das Recycling mit einem Pfandsystem f\u00f6rdert. Ein Staat kann in vielf\u00e4ltige Land- und Forstwirtschaft investieren und Monokulturen durch eine Steuer auf Wasserverbrauch\u00a0 ausbremsen. Denn auch hier gilt das Ziel: Ressourcenverbrauch reduzieren, Ressourcen recyceln und wiederverwenden. Was also ist zu tun? Fachleute fordern nicht erst seit gestern die F\u00f6rderung von famili\u00e4ren b\u00e4uerlichen Betrieben, lokal angesiedelt, die eine ganze Palette an landwirtschaftlichen Produkten anbauen. Als eines der besten Beispiele in Portugal gilt die im Alentejo liegende Herdade Freixo-do-Meio, in der \u00fcber 300 unterschiedliche Produkte angebaut und nachhaltig weiterverarbeitet und den Genossenschaftsmitgliedern angeboten werden.<\/p>\n<h3>Zwischenbilanz<\/h3>\n<p>Ein Katalog an Ma\u00dfnahmen aus den Erfahrungen der ersten acht Monate mit KYOTO lautet:<\/p>\n<ul>\n<li>Wenn f\u00fcr <em>Paul<\/em> das Zugticket von Coimbra nach Hamburg weniger kosten w\u00fcrde als der Kauf eines Flugtickets bei einer Fluggesellschaft, die auf ihre hohen CO<sub>2<\/sub> Emissionen eine Kerosin- und CO<sub>2<\/sub>-Steuer an den Staat zu entrichten h\u00e4tte, w\u00e4re seine Reise von nachhaltiger Natur. Das Gleiche gilt f\u00fcr <em>Diana<\/em> und ihren Flug von Oslo nach Lissabon. <em>\u201eWir brauchen klare Gesetze, die bestimmte Dinge regeln&#8220;<\/em>, sagt Dr. Jo\u00e3o Camargo im Gespr\u00e4ch mit ECO123 bei der Vorstellung von KYOTO in der FCUL, <em>&#8222;sonst halten wir uns nicht daran.\u201c<\/em> Es m\u00fcsste generell unattraktiv werden, zu fliegen, auch f\u00fcr Besserverdiener, einen Langstreckenflug in den Urlaub zu buchen. Als Beispiel in der Klimafrage nennt der Wissenschaftler Kurzstreckenfl\u00fcge: <em>\u201eNiemand braucht f\u00fcr eine Reise von Lissabon nach Faro oder Porto in den Flieger zu steigen.&#8220; <\/em>Anstatt also den Kurzstreckenflug ein bisschen teurer, das Zugticket ein bisschen g\u00fcnstiger zu machen, schl\u00e4gt er vor, den Kurzstreckenflug gleich zu\u00a0verbieten.<\/li>\n<li>Jos\u00e9, Kyototeilnehmer der ersten Stunde, lebt mit seiner Familie in einer kleinen Wohnung. Haushalte mit mehreren Personen, profitieren von einer CO<sub>2<\/sub> Steuer, weil dort der Pro-Kopf-Aussto\u00df an CO<sub>2<\/sub> geringer ist als in Haushalten, in denen eine Person f\u00fcr sich allein heizt, ein Auto allein benutzt. Sollte nicht jeder Mensch, der klimafreundlich lebt, ein Anrecht auf kostenlose Bef\u00f6rderung im Nahverkehr haben?<\/li>\n<li>Ebenfalls Einigkeit besteht darin, dass energetische Sanierungen von Wohnungen und H\u00e4usern steuerlich gef\u00f6rdert werden m\u00fcssen. Wenn eine solche steuerliche F\u00f6rderung besondere Anreize f\u00fcr Vermieter bietet, dann k\u00f6nnten davon auch L\u00e9nia im Norden und Jos\u00e9 im Zentrum davon\u00a0profitieren. Strikte Regeln sind daher ein besserer Weg zum Ziel. Zum einen, weil sie Reich und Arm gleicherma\u00dfen treffen. \u201eUnd zum anderen, weil sie wirkungsvoller seien\u201c, betont Jo\u00e3o Camargo. <em>Das Rauchen in \u00f6ffentlichen R\u00e4umen habe schlie\u00dflich auch nicht aufgeh\u00f6rt, weil Zigaretten zu teuer waren. Sondern weil es verboten wurde.<\/em><\/li>\n<li>Es fehlt eine klare Gesetzgebung zugunsten der F\u00f6rderung von erneuerbaren Energien gegen\u00fcber einer Elektrizit\u00e4t die durch fossile Brennstoffe hergestellt wird. <em>&#8222;Das w\u00fcrde nat\u00fcrlich die ganze Art und Weise, wie wir heute noch arbeiten und leben, in Frage stellen&#8220;,<\/em> sagt er, der als Soziologe und Buchautor viel auf Lesungen in Portugal und Europa unterwegs ist.<\/li>\n<li>Klimaschutz ist immer auch eine Frage von Wissen und Bildung. Schlie\u00dfen wir den Kreis. Klimaschutz sollte sofort als Schulfach von der ersten Klasse an in allen Schulen Portugals unterrichtet werden. In Italien wird Klimaschutz gerade als Fach eingef\u00fchrt. Der KYOTO Test, als Spiel konzipiert, k\u00f6nnte dabei eine wichtige Hilfe f\u00fcr alle Sch\u00fcler werden, Wissen zu erlangen, best\u00e4tigt Diana aus Oslo: <em>\u201cKYOTO hat mir geholfen zu verstehen, welche Auswirkungen Reisen, Ern\u00e4hrung und unser Konsumverhalten besitzen. Ich lebe jetzt viel bewusster hinsichtlich der Probleme, die z.B. Flugreisen verursachen. Ich fliege jetzt weniger, fahre mehr mit dem Zug oder bleibe einfach zuhause\u2026 Aktiv verringere ich meine Reisen und bin mir jedes Mal mehr meiner Emissionen des t\u00e4glichen Lebens bewusst\u2026\u201c<\/em><\/li>\n<li>Wichtig sei au\u00dferdem, Ma\u00dfnahmen besser auf bestimmte Gruppen zuschneiden, sagt wiederum Dr. Jo\u00e3o Camargo. In der Tat sei zum Beispiel ein Leben ohne Auto auf dem Land schwer. <em>&#8222;Dann sagen wir doch: Wenigstens die St\u00e4dte m\u00fcssen autofrei sein.&#8220;<\/em> Das erfordert einiges an Planung &#8211; doch man w\u00fcrde sich dann eben auf Menschen wie Jos\u00e9, Diana, L\u00e9nia und Elisabete aus der Gro\u00dfstadt und auf Karen, Filomena und Paul im Hinterland konzentrieren, denn um der Landflucht zu begegnen, braucht das Hinterland einen <em>Marshallplan<\/em> f\u00fcr eine bessere Versorgung in Bildung, Gesundheit und anderen \u00f6ffentlichen Dienstleistungen. Dazu geh\u00f6re auch ein flexibleres \u00f6ffentliches Nahverkehrssystem mit Bussen und Bahn.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und am Ende dieser Geschichte stellt sich nicht zuletzt die Frage, welche Rolle die Wirtschaft in all dem spielt. Daran arbeitet KYOTO gegenw\u00e4rtig: am Online-Programm, welches den Fu\u00dfabdruck von Unternehmen und Veranstaltungen messen kann. <strong>Der Klima- und Naturschutz m\u00fcsse in die Verfassung Portugals aufgenommen werden<\/strong>, fordert Alfredo Sendim-Cunhal vom KYOTO Beirat. Deshalb m\u00fcssen Unternehmen der Nachhaltigkeit verpflichtet sein und nicht nur <em>Greenwashing<\/em> betreiben, weil es eine Modeerscheinung ist. Konkreter Klimaschutz ist eine Aufgabe f\u00fcr alle. Deswegen ist Klimaschutz immer auch an die soziale Frage gebunden, was kann Bildung im Menschen Gutes tun.<\/p>\n<p><strong>Methodik<\/strong><\/p>\n<p>Unsere sieben ausgew\u00e4hlten Testpersonen sind nicht repr\u00e4sentativ f\u00fcr Portugal oder Europa. Die meisten Werte haben wir auf der Grundlage der von uns getroffenen Annahmen (zum Beispiel: Entfernung vom Arbeitsplatz, Flugstunden und Bahnfahrten von Lissabon nach Oslo und Hamburg usw.) selbst ermittelt. Den CO<sub>2<\/sub> Aussto\u00df beim Konsum inkl. M\u00fcll und Recycling von Ressourcen,\u00a0 bei den CO<sub>2<\/sub>-Emissionen durch Mobilit\u00e4t und bei der Stromproduktion von erneuerbaren und fossilen Brennstoffen\u00a0 haben uns verschiedene Wissenschaftler von der Universit\u00e4t Lissabon und Stuttgart in Zusammenarbeit mit Universit\u00e4ten weltweit und dem PIK berechnet. Auf dieser Basis wurde KYOTO programmiert und wird KYOTO j\u00e4hrlich aktualisiert.<\/p>\n<div class=\"clear\"><\/div><div class=\"author-info\"><img decoding=\"async\" class=\"author-img\" src=\"http:\/\/\" alt=\"\" \/><div class=\"author-info-content\"><h3>Uwe Heitkamp <\/h3>\n\t\t\ttradu\u00e7\u00f5es: Fernando Medronho &amp; Chris Young | fotografias: dpa, Uwe Heitkamp | cartoon: Carlos Abafa\n\t\t\t<\/div><\/div>\n<figure id=\"attachment_65132\" aria-describedby=\"caption-attachment-65132\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/cmm_anu\u0301ncio_eco123x.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65132 \" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/cmm_anu\u0301ncio_eco123x.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"462\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/cmm_anu\u0301ncio_eco123x.jpg 1000w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/cmm_anu\u0301ncio_eco123x-768x546.jpg 768w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/cmm_anu\u0301ncio_eco123x-24x17.jpg 24w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/cmm_anu\u0301ncio_eco123x-36x26.jpg 36w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/cmm_anu\u0301ncio_eco123x-66x47.jpg 66w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-65132\" class=\"wp-caption-text\">Publicidade<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Menschheit steckt in einer ihrer gr\u00f6\u00dften Krisen. 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