{"id":66992,"date":"2021-12-10T23:22:49","date_gmt":"2021-12-10T23:22:49","guid":{"rendered":"https:\/\/eco123.info\/de\/?p=66992"},"modified":"2021-12-10T23:22:49","modified_gmt":"2021-12-10T23:22:49","slug":"im-sueden-zu-fuss-unterwegstag-1-der-unerwartet-grosse-durst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eco123.info\/de\/okologie\/im-sueden-zu-fuss-unterwegstag-1-der-unerwartet-grosse-durst\/","title":{"rendered":"Im S\u00fcden: Zu Fu\u00df unterwegs<h5>TAG 1 &#8211; Der unerwartet gro\u00dfe Durst<\/h5>"},"content":{"rendered":"<p><em>In diesem warmen und trockenen Jahr, als der Sommer nicht enden will, ziehe ich an einem Sonntag im Oktober die Haust\u00fcr hinter mir zu, schlie\u00dfe die T\u00fcr ab, schultere den Rucksack und gehe mit meinem Hund zu Fu\u00df \u00fcber Land nach Osten. Ich habe mir eine Woche Zeit genommen: eine Woche keinen Computer und ein Leben ohne Internet. Eigentlich will ich den Feldweg nehmen, der direkt hinter dem Haus beginnt und in die Natur f\u00fchrt oder das, was davon noch nach dem gro\u00dfen Waldbrand von 2018 \u00fcbrig geblieben ist.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/mapageral.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-66985\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/mapageral.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"317\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/mapageral.jpg 1000w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/mapageral-768x375.jpg 768w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/mapageral-24x12.jpg 24w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/mapageral-36x18.jpg 36w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/mapageral-95x47.jpg 95w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Denn nach ein paar Kilometern gibt es diesen versteckten Wasserfall, den nur ganz wenige Menschen kennen und der sein k\u00fchles Na\u00df aus neun Metern H\u00f6he wie eine Dusche in ein Naturbecken gie\u00dft. Dort kann man ungest\u00f6rt schwimmen gehen und sich wie Adam und Eva f\u00fchlen. Flie\u00dft der Bach noch? Der Feldweg f\u00fchrt querfeldein durch T\u00e4ler, die bei uns <em>Barrancos<\/em> genannt werden und wieder hinauf \u00fcber die H\u00fcgel des Vorgebirges. Hinauf, hinunter und drumherum: das sind Fu\u00dfwege, die nur wenige Eingeweihte kennen. Die Barrancos verlaufen geografisch von Nord nach S\u00fcd und in ihnen flie\u00dfen Gebirgsb\u00e4che zu Tal. Aber weil die Wanderung an einem Sonntag im Herbst beginnt, sind dort auch die J\u00e4ger an dem vom Gesetz zul\u00e4ssigen Jagdtag unterwegs. In der Ferne h\u00f6rt man sie seit Sonnenaufgang schiessen: bumm bumm. Als k\u00e4me die Front langsam n\u00e4her. So gehe ich dem Risiko aus dem Weg, mit meinem Hund vor ein mit Bleischrot geladenes Gewehr zu laufen. Wir nehmen von Caldas bis Fornalha den geteerten Weg. Das sind sechs Kilometer.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/02_Dia-1-Cabras-Ze\u0301-Eduardo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-66932 aligncenter\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/02_Dia-1-Cabras-Ze\u0301-Eduardo.jpg\" alt=\"\" width=\"649\" height=\"379\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/02_Dia-1-Cabras-Ze\u0301-Eduardo.jpg 1000w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/02_Dia-1-Cabras-Ze\u0301-Eduardo-768x449.jpg 768w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/02_Dia-1-Cabras-Ze\u0301-Eduardo-24x14.jpg 24w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/02_Dia-1-Cabras-Ze\u0301-Eduardo-36x21.jpg 36w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/02_Dia-1-Cabras-Ze\u0301-Eduardo-80x47.jpg 80w\" sizes=\"auto, (max-width: 649px) 100vw, 649px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p>Schon nach kurzer Zeit treffen wir auf ein paar Ziegen unseres Nachbarn Z\u00e9 Eduardo. Er geht mit seiner bunt zusammengew\u00fcrfelten Herde auch \u00fcber Land und kommt uns mit den Ziegen und ein paar Hunden entgegen. Auch er nimmt den geteerten Weg, an dem die Tiere rechts und links des Wegesrandes genu\u00dfvoll die Kr\u00e4uter zupfen und sich Gr\u00e4ser fressend auf uns zubewegen. Autos? Fehlanzeige. Ein menschenleerer Weg, der von West nach Ost f\u00fchrt vorbei an den letzten bewohnten H\u00e4usern. Manchmal muss ich mich davon \u00fcberzeugen, dass es wirklich noch so etwas wie <em>die Natur<\/em> um mich herum gibt, zu der ich mich zugeh\u00f6rig f\u00fchlen kann. Denn ein Journalist sollte so oft wie m\u00f6glich sein B\u00fcro verlassen, der virtuellen Welt entfliehen und in die Wirklichkeit eintauchen. Das ist \u00fcber viele Jahrzehnte mein Leitsatz in meinem Beruf. Deshalb grabe ich in meiner freien Zeit auch mit den Fingern in der Erde, baue eigene Kartoffeln und eigenes Gem\u00fcse an, betreibe so etwas wie Permakultur. Ich m\u00f6chte mehr k\u00f6nnen als eben <em>nur<\/em> Geschichten schreiben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/dia1mapa.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-66982\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/dia1mapa.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"448\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/dia1mapa.jpg 1000w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/dia1mapa-768x530.jpg 768w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/dia1mapa-110x75.jpg 110w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/dia1mapa-24x17.jpg 24w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/dia1mapa-36x25.jpg 36w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/dia1mapa-68x47.jpg 68w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><\/p>\n<h2>TAG 1<\/h2>\n<h2><strong>Der unerwartet gro\u00dfe Durst <\/strong><\/h2>\n<p><a href=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/03_dia-1_Starting-the-new-nursery-in-2019.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-66935\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/03_dia-1_Starting-the-new-nursery-in-2019.jpg\" alt=\"\" width=\"253\" height=\"392\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/03_dia-1_Starting-the-new-nursery-in-2019.jpg 1000w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/03_dia-1_Starting-the-new-nursery-in-2019-768x1189.jpg 768w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/03_dia-1_Starting-the-new-nursery-in-2019-992x1536.jpg 992w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/03_dia-1_Starting-the-new-nursery-in-2019-16x24.jpg 16w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/03_dia-1_Starting-the-new-nursery-in-2019-23x36.jpg 23w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/03_dia-1_Starting-the-new-nursery-in-2019-30x47.jpg 30w\" sizes=\"auto, (max-width: 253px) 100vw, 253px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Ziegen kommen direkt auf uns zu. Max, Wegbegleiter und Hund, mit dem ich seit sechs Jahren eng befreundet bin, kennt das Prozedere bereits und ich bitte ihn mit einer Handbewegung, sich zu setzen. So bringt er keine Verwirrung in die kleine Herde. Wir beide stehen still am Wegesrand und warten geduldig ab, um zu schauen, wohin die Ziegen nun zu gehen gedenken. Einige kehren um, andere weichen uns aus und ein paar bewegen sich neugierig auf uns zu. Die Herde scheint auseinanderzubrechen. Der Sch\u00e4fer steht im Schatten einer Korkeiche und beendet gerade ein Telefonat. Auch ein Teilzeitsch\u00e4fer hat seine Tiere immer im Blick. Laut Anweisungen gebend, motiviert er seine Tiere, uns zu passieren und so nehmen die Ziegen wieder die Richtung auf, uns irgendwie zu umgehen, um hinter uns zu kommen. Die Hunde helfen ihm beim H\u00fcten der Ziegen. Wir selbst gehen auch weiter.<\/p>\n<p>Neugierig, wie Nachbarn sein k\u00f6nnen, fragt er <em>\u201eund, wohin des Weges?\u201c<\/em> Ich nenne ihm die spanische Grenze als Ziel unseres mehrt\u00e4gigen Fu\u00dfweges, etwas mehr als 180 km. Einige Tage wollen wir gehend das Land durchqueren, die Auswirkungen der D\u00fcrre messen und fotografieren und w\u00e4hrend der Tour Eicheln und andere Samen sammeln f\u00fcr das Pflanzen von neuen B\u00e4umen in unserem nach einem Waldbrand schwer in Mitleidenschaft gezogenen Wald. Der Herbst ist daf\u00fcr die perfekte Jahreszeit. Ich habe zuhause eine kleine Baumschule eingerichtet und viele kleine B\u00e4umchen stehen in P\u00f6tten bereit, im Winter in unserem neuen Waldgarten ausgepflanzt zu werden &#8211; da, wo vorher gro\u00dfe und alte B\u00e4ume im Feuer verbrannten. Einige haben wir retten k\u00f6nnen. Das alles haben wir aufger\u00e4umt und nun kann mit der Bepflanzung von neuen jungen B\u00e4umen begonnen werden. Genetische Vielfalt in die Flora zur\u00fcckzubekommen funktioniert nur, wenn Samen und Eicheln von vielen unterschiedlichen Baumarten aus anderen Regionen an einem Ort wieder zusammengetragen werden und dort wachsen k\u00f6nnen. Dann kommen auch die V\u00f6gel zur\u00fcck und mit ihnen andere Tiere. Sie haben dann Nistpl\u00e4tze und einen sicheren R\u00fcckzugsort. Einer dieser heimischen V\u00f6gel ist bei uns der Bonelli Adler, eine gesch\u00fctzte Greifvogelart. <em>Wenn es nur endlich mal wieder richtig regnen w\u00fcrde!<\/em> Stattdessen scheint die Sonne den lieben, langen Tag und produziert W\u00e4rme und Trockenheit: f\u00fcr die Jahreszeit einfach viel zu warm. B\u00e4ume pflanzen kann man nur in feuchtnasser Erde, damit die Wurzeln Halt, feuchte Nahrung und die darin gel\u00f6sten Mineralien finden k\u00f6nnen. Pflanzzeit ist Dezember und Januar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-66992 gallery-columns-2 gallery-size-medium'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/04_dia1_BotanicalGarden-ECO123-in-Monchique.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"300\" src=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/04_dia1_BotanicalGarden-ECO123-in-Monchique-300x300.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/04_dia1_BotanicalGarden-ECO123-in-Monchique-300x300.jpg 300w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/04_dia1_BotanicalGarden-ECO123-in-Monchique-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/05_dia1_Lizard-4.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"300\" src=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/05_dia1_Lizard-4-300x300.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-66943\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/05_dia1_Lizard-4-300x300.jpg 300w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/05_dia1_Lizard-4-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-66943'>\n\t\t\t\t\u00a9 Henk Hin\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<p>Bis vor Anbruch des n\u00e4chsten Sommers m\u00fcssen die neugepflanzten, kleinen B\u00e4ume die Zeit nutzen, ihre Wurzeln so tief in die Erde zu treiben, da\u00df sie auch in der mehrmonatigen Trockenzeit des Sommers noch feuchte Erde in tieferen Schichten finden. Oder man muss sie den Sommer \u00fcber k\u00fcnstlich bew\u00e4ssern, was andere Risiken und Gefahren mit sich bringt. Es ist jetzt Ende Oktober und die Regenzeit h\u00e4tte l\u00e4ngst schon beginnen m\u00fcssen &#8211; so wie jedes Jahr, aber es will einfach noch kein Regen fallen und so verzeichnet der Kalender seit Mai den sechsten Monat in Folge ohne Niederschl\u00e4ge. Die Sommer werden l\u00e4nger, die Winter k\u00fcrzer. Der Nachbar mit seinen Ziegen w\u00fcnscht uns eine sch\u00f6ne Zeit, nicht ohne anzumerken, da\u00df er gern mitkommen w\u00fcrde. Er habe aber zu viele anderweitige Verpflichtungen in Beruf und Familie, also keine Zeit.<\/p>\n<p>Wir machen uns auf den Weg und \u00fcberschauen die tiefer liegenden H\u00fcgel der Algarve. Die Sicht und das Panorama auf den Atlantik sind ein einzigartiges Wanderkino bis zum Horizont. Bis zum Meer sind es noch f\u00fcnf bis sechs Stunden zu Fu\u00df bergab und Silves, das Ziel unseres ersten Tages, versteckt sich hinter einem Geflecht aus H\u00fcgeln vor dem Meer. Es liegt im Binnenland.<\/p>\n<p>Der Mensch geht, wenn er sich normal fortbewegt, mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von drei Kilometern in der Stunde. Wir befinden uns in einem Gel\u00e4nde, das einmal von der EU als Netzwerk Natura 2000 deklariert wurde. Rechts und links des Weges und das Gebirge hinauf, sind Bestandteile gesch\u00fctzter diverser Natur. Rund 80% des Gebirges von Monchique wurde so zum Netzwerk Natura 2000, in dem sich weder Eukalyptus Monokulturen noch invasive Baumarten wie Akazien befinden d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_66944\" aria-describedby=\"caption-attachment-66944\" style=\"width: 651px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/06_Dia-1-Fornalha-Eucalipto-DSC_6989.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-66944\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/06_Dia-1-Fornalha-Eucalipto-DSC_6989.jpg\" alt=\"\" width=\"651\" height=\"432\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/06_Dia-1-Fornalha-Eucalipto-DSC_6989.jpg 1000w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/06_Dia-1-Fornalha-Eucalipto-DSC_6989-768x510.jpg 768w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/06_Dia-1-Fornalha-Eucalipto-DSC_6989-310x205.jpg 310w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/06_Dia-1-Fornalha-Eucalipto-DSC_6989-24x16.jpg 24w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/06_Dia-1-Fornalha-Eucalipto-DSC_6989-36x24.jpg 36w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/06_Dia-1-Fornalha-Eucalipto-DSC_6989-71x47.jpg 71w\" sizes=\"auto, (max-width: 651px) 100vw, 651px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-66944\" class=\"wp-caption-text\">Monocultura de eucalipto em \u00e1rea de Rede Natura 2000<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wer also hat hier die Monokulturen in industrieller Form terassenf\u00f6rmig angepflanzt und diese genehmigt? Soweit das Auge reicht, w\u00e4chst hier nur noch Eukalyptus als einzige Baumart, die alle acht bis neun Jahre gef\u00e4llt wird, um daraus Papier herzustellen, oder auch mal eben abbrennt und viel Zerst\u00f6rung hinterl\u00e4\u00dft. Brennen Eukalpyptus- und Akazienforste lichterloh, kommen beide Baumarten tausendfach schon im n\u00e4chste Jahr wieder und verdr\u00e4ngen dabei andere Baumarten, denn sie schie\u00dfen ihre feuerresistenten Samen bis zu hundert Meter durch die Luft. Das ist die Art, wie sich invasive Gew\u00e4chse fortpflanzen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_66947\" aria-describedby=\"caption-attachment-66947\" style=\"width: 298px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Nature-2000_Screenshot-Monchique.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-66947\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Nature-2000_Screenshot-Monchique.jpg\" alt=\"\" width=\"298\" height=\"239\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Nature-2000_Screenshot-Monchique.jpg 1000w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Nature-2000_Screenshot-Monchique-768x617.jpg 768w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Nature-2000_Screenshot-Monchique-24x19.jpg 24w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Nature-2000_Screenshot-Monchique-36x29.jpg 36w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Nature-2000_Screenshot-Monchique-59x47.jpg 59w\" sizes=\"auto, (max-width: 298px) 100vw, 298px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-66947\" class=\"wp-caption-text\">Screenshot: https:\/\/natura2000.eea.europa.eu (Monchique PTCON0037)<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>\u201eDas Netzwerk Natura 2000 erstreckt sich \u00fcber 18 % der Landfl\u00e4che der Europ\u00e4ischen Union und \u00fcber mehr als acht Prozent ihres Meeresgebiets. Es ist das gr\u00f6\u00dfte koordinierte Netz von Schutzgebieten der Welt. Es bietet einen Zufluchtsort f\u00fcr die wertvollsten und bedrohtesten Arten und Lebensr\u00e4ume Europas,\u201c<\/em> lese ich. Was genau passiert also hier in Monchique? Die Papierindustrie Portugals in Zusammenarbeit mit Beh\u00f6rden und Regierung hat sich speziel hier einen rechtsfreien Raum geschaffen und das Gebiet mit dem SITECODE PTCON0037 klammheimlich \u00fcber viele Jahre in ein Industrieforst f\u00fcr Eukalyptus, aus dem Papier gewonnen wird, transformiert. Der Wald, ein\u00a0 Ressourcenspender?<\/p>\n<p>Wenn Eukalyptus <em>geerntet<\/em> wird, treiben aus den nackten, abgeschnittenen St\u00fcmpfen nach ein paar Wochen bereits neue Sprossen, die sich in Art und Form eines <em>Perpetue Mobile<\/em> zu einem neuen Stamm mit \u00c4sten und neuen Bl\u00e4ttern entwickeln. Nichts kann den Eukalyptus dabei aufhalten, au\u00dfer man rei\u00dft einen jungen Baum mit den Wurzeln eigenh\u00e4ndig wie Unkraut aus der Erde. Eukalyptus ist die st\u00e4rkste Baumart unter allen bekannten B\u00e4umen in Europa. Sie w\u00e4chst schneller, ihre Tiefwurzeln erreichen das Grundwasser und die saugen die B\u00f6den trocken. Andere, heimische Baumarten kommen da gar nicht erst mit. Sie sind viel langamer und gen\u00fcgsamer. Ich habe mir das viele Jahre lang jeden Tag in der Praxis angeschauen m\u00fcssen. Alles um den gepflanzten Eukalyptus herum bleibt auf der Strecke und vertrocknet im Laufe der n\u00e4chsten Jahre. Keine anderen Baumarten wachsen noch dort, wo bereits Eukalyptus angepflanzt steht &#8211; au\u00dfer \u2013 ja au\u00dfer einer anderen invasiven, einer eingeschleppten afrikanischen Baumart, die Akazie. Sie ist \u00e4hnlich gef\u00e4hrlich f\u00fcr die semitrockene Vegetation der Algarve. Es regnet ja nur im Winter und das Land ist dann monatelang \u00fcber den Sommer trocken.<\/p>\n<p>Das Regenwasser des Winters mu\u00df den ganzen Sommer \u00fcber ausreichen. Also speicherte man fr\u00fcher das Regenwasser des Winters in Zisternen, so das man auch Wasserreserven f\u00fcr die Sommerzeit hatte. Akazien aber sind Tief- und Flachwurzler gleichzeitig und holen sich das letzte Wasser aus allen Erdschichten, wo junge heimische B\u00e4ume, wie Korkeichen, Kastanien und Schirmpinen erst nach Jahren des langsamen Wachstums hinkommen. Akazien holen aus ungeahnten Tiefen des Bodens das Grundwasser zum eigenen Nutzen. Industriegiganten wie The Navigator Company und Altri \u00fcberziehen Portugal mit Eukalyptus, weil das die Masse ist, aus der Papier hergestellt wird. \u00dcber eine Million Hektar Forst hat die Papierindustrie auf diese Weise bereits in Portugal transformiert, autochthone Baumarten gef\u00e4llt und stattdessen Eukalyptus angepflanzt. Eukalyptus aber hat noch eine andere Eigenschaft, die native B\u00e4ume nicht besitzen: es verst\u00e4rkt einen Waldbrand mit seinen \u00e4therischen \u00d6len und brennt wie Benzin.<\/p>\n<figure id=\"attachment_66950\" aria-describedby=\"caption-attachment-66950\" style=\"width: 651px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/07_Dia-1-Fornalha-Eucalipto-e-Acacia-DSC_6992.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-66950\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/07_Dia-1-Fornalha-Eucalipto-e-Acacia-DSC_6992.jpg\" alt=\"\" width=\"651\" height=\"432\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/07_Dia-1-Fornalha-Eucalipto-e-Acacia-DSC_6992.jpg 1000w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/07_Dia-1-Fornalha-Eucalipto-e-Acacia-DSC_6992-768x510.jpg 768w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/07_Dia-1-Fornalha-Eucalipto-e-Acacia-DSC_6992-310x205.jpg 310w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/07_Dia-1-Fornalha-Eucalipto-e-Acacia-DSC_6992-24x16.jpg 24w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/07_Dia-1-Fornalha-Eucalipto-e-Acacia-DSC_6992-36x24.jpg 36w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/07_Dia-1-Fornalha-Eucalipto-e-Acacia-DSC_6992-71x47.jpg 71w\" sizes=\"auto, (max-width: 651px) 100vw, 651px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-66950\" class=\"wp-caption-text\">Ac\u00e1cias e eucaliptos<\/figcaption><\/figure>\n<p>Hat ein Waldbrand erst einmal einen Eukalyptusforst erreicht, ist es mit dem L\u00f6schen meist vorbei. Der Kommandant der Feuerwehren hatte mir das auf einem Publik Hearing 2019 \u00f6ffentlich so erkl\u00e4rt, da\u00df man einen industriellen Eukalyptusforst, der erst einmal Feuer gefangen hat, kaum mehr mit Wasser gel\u00f6scht bekommt. Eukalyptus erstreckt sich \u00fcber viele Quadratkilometer in Monchique.<\/p>\n<p>\u00dcber uns steht der Gipfel des Picota auf 776 H\u00f6henmetern. Manchmal wird er sichtbar, dann versteckt er sich wieder zwischen zwei T\u00e4lern. In einem solchen Barranco entsteht gerade unser Botanischer Waldgarten mit einer Vielfalt von mehreren hundert einheimischen Baumarten. Mit diesem Pilotprojekt bilden wir den heimischen Wald ab, so wie er einmal vor den Waldbr\u00e4nden war, so wie im Netzwerk Natura 2000 beschrieben. Ein Naturmuseum?<\/p>\n<p>Wir gehen von West nach Ost auf 300 H\u00f6henmetern. Bis nach Fornalha sind es immer noch eineinhalb Stunden. Dort gibt es den ersten \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Wasserplatz. Meine Idee ist, von einer Quelle zur anderen zu gehen, damit auch mein Hund genug zu trinken bekommt. Ich selbst habe in meinem Rucksack zwei gro\u00dfe Wasserflaschen, Nahrung f\u00fcr einige Tage und Kleidung zum Wechseln verstaut. Denn es gibt weit und breit kein Lebensmittelgsch\u00e4ft auf unserer Route.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_66953\" aria-describedby=\"caption-attachment-66953\" style=\"width: 649px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/08_Dia-1-Fornalha-DSC_6991.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-66953\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/08_Dia-1-Fornalha-DSC_6991.jpg\" alt=\"\" width=\"649\" height=\"431\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/08_Dia-1-Fornalha-DSC_6991.jpg 1000w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/08_Dia-1-Fornalha-DSC_6991-768x510.jpg 768w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/08_Dia-1-Fornalha-DSC_6991-310x205.jpg 310w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/08_Dia-1-Fornalha-DSC_6991-24x16.jpg 24w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/08_Dia-1-Fornalha-DSC_6991-36x24.jpg 36w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/08_Dia-1-Fornalha-DSC_6991-71x47.jpg 71w\" sizes=\"auto, (max-width: 649px) 100vw, 649px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-66953\" class=\"wp-caption-text\">Estrada em mau estado<\/figcaption><\/figure>\n<p>Erst am Abend, wenn wir in Silves ankommen, tauchen wir wieder in bewohnte Regionen mit Caf\u00e9s, Restaurants und Lebensmittelgesch\u00e4ften ein. So ein Rucksack f\u00fcr Weitwanderungen hat ganz unterschiedlichen Stauraum: da passen griffbereit zwei Wasserflaschen rechts und links in zwei F\u00e4cher und ganz unten habe ich meinen Schlafsack verpackt. Weiter oben befindet sich eine zweite Hose, mehrere T-shirts und Unterw\u00e4sche, Pullover und eine kleine Wanderapotheke. Statt Shampoo und Duschgel benutze ich Olivenseife, die biologisch abbaubar ist und von einer Seifenmacherin lokal hergestellt wird. Pflaster, Verb\u00e4nde, Mullbinden und Desinfektionssalbe geh\u00f6ren ebenso dazu wie eine Schere und verschiedene Schmerztabletten und eine Wundsalbe aus Calendula.<\/p>\n<p>Es ist ein hei\u00dfer Herbsttag und bis zum Erreichen des Dorfes Fornalha beginnt die Zeit, in der ich endlich in meinen Schrittrhythmus falle, in dem Gehen um ein Vielfaches einfacher wird, wenn es synchron mit der Atmung geht. Der geteerte Weg ist von Schlagl\u00f6chern der letzten Rallye des Vilamoura Casinos gezeichnet, die hier einmal im Jahr mit ihren aufgemotzten Autos durch die Kurven preschen &#8211; und von wildem Eukalyptus und Akazien ges\u00e4umt, der sich nach jedem Waldband unkontrolliert weiter vermehrt und ausbreitet als wolle er das ganze Land besitzen. <em>Artenvielfalt<\/em> des gesch\u00fctzten Netzwerkes Natura 2000 jedenfalls sieht anders aus, brumme ich in meinen Bart. Br\u00fcssel sollte mal einen Inspektor auf Ausflug in die entfernten Provinzen schicken und sich selbst ansehen, wie seine Schutzgebiete in Wirklichkeit aussehen.<\/p>\n<div id='gallery-2' class='gallery galleryid-66992 gallery-columns-2 gallery-size-medium'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/09_Dia-1-Fornalha-DSC_6984.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"300\" src=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/09_Dia-1-Fornalha-DSC_6984-300x300.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/09_Dia-1-Fornalha-DSC_6984-300x300.jpg 300w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/09_Dia-1-Fornalha-DSC_6984-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/10_Dia-1-Fornalha-Fonte-DSC_6981.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"300\" src=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/10_Dia-1-Fornalha-Fonte-DSC_6981-300x300.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/10_Dia-1-Fornalha-Fonte-DSC_6981-300x300.jpg 300w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/10_Dia-1-Fornalha-Fonte-DSC_6981-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<p>Vom fr\u00fcheren Wald und seinem Biotopen keine Spur. Br\u00fcssel ist weit und Papier eben geduldig, denke ich mir. Die Waldbr\u00e4nde, die hier 1991, 2003 und 2018 durchgezogen sind, haben ganze Arbeit geleistet. Sonne und Wind haben danach den Boden erodieren lassen und die fruchtbarsten Erdschichten bereits weggeweht. Die Menschen, die hier fr\u00fcher einmal wohnten, sind seit vielen Jahren in die Stadt weggezogen oder eben auch verstorben und mit ihnen geht wertvolles\u00a0 Wissen verloren, das einer neuen Generation heute fehlt. Die Eigentumsverh\u00e4ltnisse werden mit der Zeit auch immer unklarer, weil sich keiner mehr f\u00fcr das Land verantwortlich f\u00fchlt und langsam verfallen die H\u00e4user und das Unterholz w\u00e4chst in ungeahnte H\u00f6hen: N\u00e4hrboden f\u00fcr weitere Waldbr\u00e4nde. Ein Teufelskreis. Niemand kontrolliert das Gebiet PTCON0037 und niemand will hier noch etwas in eine nachhaltige Entwicklung investieren, da Naturschutz immer wieder mit industrieller Ausbeutung kollidiert.<\/p>\n<p>Am Anfang, also westlich von Fornalha erwartet den <em>Fu\u00dfg\u00e4nger<\/em> eine Sitzbank und ein Wasserhahn im Schatten eines Johannisbrotbaumes. Ein paar Familien teilen sich diesen Flecken. Eine alte ausgemusterte Werkbank mit S\u00e4gewerk, am Stra\u00dfenrand abgestellt, ist jedem Vorbeikommenden ein Zeitzeuge, da\u00df hier fr\u00fcher mal ein Schreiner eine florierende Werkstatt betrieben hat. Und was braucht ein Wanderer mehr als gutes Wasser zum Trinken und eine Bank zur Rast? Ein kleines Schild warnt jedoch vor dem Konsum des Quellwassers. Es sei ungeeignet f\u00fcr den menschlichen Gebrauch. Max ist das egal, was auf dem Schild steht. Er ist so durstig, da\u00df er das Wasser aus dem Becken s\u00e4uft, bis ich ihn davon abhalten kann. Auf dem Weg taucht ein weiterer Wanderer auf. Wir stellen einander vor. Es ist Tom. Er kommt aus England. Da er freundlich zu dem Hund ist und auch Max ihn anwedelt, beschlie\u00dfen wir, uns den Weg zu teilen, zumal wir beide heute noch bis nach Silves kommen wollen. Auch Tom hat zu wenig Wasser mitgenommen und braucht erst einmal frisches Trinkwaser. Er bittet den ersten Menschen im Dorf darum, ihm mit etwas Wasser die Flasche wieder aufzuf\u00fcllen. Eine Frau kommt mit einer gro\u00dfen Plastikflasche aus dem Haus und schenkt ihm ein. Da das Wasser der Quellen des Dorfes seit ein paar Jahren nicht mehr zum Trinken geeignet sei, gibt die Gemeindeverwaltung jedem Einwohner von Fornalha pro Woche eine Wasserflasche, die f\u00fcnf Liter fa\u00dft, \u201ezum menschlichen Verzehr\u201c, wie es der B\u00fcrgermeister in einem Edital ausdr\u00fcckt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/11_Dia-1-Fornalha-DSC_6979.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-66962\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/11_Dia-1-Fornalha-DSC_6979.jpg\" alt=\"\" width=\"649\" height=\"431\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/11_Dia-1-Fornalha-DSC_6979.jpg 1000w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/11_Dia-1-Fornalha-DSC_6979-768x510.jpg 768w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/11_Dia-1-Fornalha-DSC_6979-310x205.jpg 310w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/11_Dia-1-Fornalha-DSC_6979-24x16.jpg 24w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/11_Dia-1-Fornalha-DSC_6979-36x24.jpg 36w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/11_Dia-1-Fornalha-DSC_6979-71x47.jpg 71w\" sizes=\"auto, (max-width: 649px) 100vw, 649px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das Wasser der Quelle hingegen verursacht bei Max sofort Durchfall. Bedenklich. Was war hier in Fornalha passiert, da\u00df selbst das pure Quellwasser nun ungenie\u00dfbar ist?<\/p>\n<p>Die meiste Zeit sind wir allein. Kein Einheimischer bewegt sich hier zu Fu\u00df \u00fcber Land. In zwei Stunden kreuzen zwei einsame Autos unseren Weg. Dann sind wir wieder allein. Hoch oben fliegt ein Flugzeug im blauen Himmel und hinterl\u00e4\u00dft ein wei\u00dfes Band. Wegen der baldigen Landung in Faro setzt es zum Sinkflug an. Das \u00e4ndert den Sound der Triebwerke. Das Hinterland der Algarve liegt verlassen vor uns. Mit jedem Kilometer erkennen wir die Dimension des Problems. Landflucht. Nicht einmal ein Tier zeigt sich. Wenn nicht die J\u00e4ger unterwegs sind, dann lauert die n\u00e4chste Gefahr hinter der D\u00fcrre und dem Eukalytus: die Waldbr\u00e4nde. Es ist Mittag geworden. Selten noch gibt es auf diesem Flecken ein bewohntes Haus. Irgendwann ist auch das zu Ende. Die meisten Geb\u00e4ude stehen leer und verfallen. Nur hin und wieder h\u00f6ren wir ein paar Sch\u00fcsse aus der Ferne. Die Herbstsonne scheint durch die eingest\u00fcrzten D\u00e4cher der Ruinen. Die Stra\u00dfe ist ein graues Band, hier und da von L\u00f6chern unterbrochen. Niemand, wirklich niemand geht an diesem Sonntag zu Fu\u00df \u00fcber Land nach Osten, nur zwei seltsame Ausl\u00e4nder mit einem Hund, denkt sich vermutlich die Frau aus Fornalha. Sie aber traut sich das nicht direkt zu sagen, und doch steht es ihr ins Gesicht geschrieben. Wof\u00fcr hat man das Rad erfunden, wenn man die F\u00fc\u00dfe benutzen mu\u00df. Sie sch\u00fcttelt nur den Kopf, als wir sagen, wohin wir heute noch gehen wollen und zu Abend einen Schlafplatz zu suchen gedenken&#8230; Als ob wir nichts Besseres zu tun h\u00e4tten, als \u00fcber Land zu gehen, wo nichts los zu sein scheint. Nur Fliegen und Flugzeuge mit <em>Frischfleisch, ein Begriff f\u00fcr neue Urlauber, <\/em>kreuzen den Weg. Von Fornalha nehmen wir die verlassene Stra\u00dfe nach Laranjeira im S\u00fcden, bis wir in einen Seitenweg abiegen und hinunter auf den Staudamm und den Odelouca-Flu\u00df zuhalten. Der Boden ist steinig und absch\u00fcssig. Und noch immer s\u00e4umen Monokulturen unseren Weg. Monchique endet am Flu\u00df, hier beginnt der Landkeis Silves.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id='gallery-3' class='gallery galleryid-66992 gallery-columns-2 gallery-size-medium'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/12_Dia-1-Monchique-Silves-DSC_6986.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"300\" src=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/12_Dia-1-Monchique-Silves-DSC_6986-300x300.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/12_Dia-1-Monchique-Silves-DSC_6986-300x300.jpg 300w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/12_Dia-1-Monchique-Silves-DSC_6986-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/13_Dia-1-Fornalha-DSC_6999.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"300\" src=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/13_Dia-1-Fornalha-DSC_6999-300x300.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/13_Dia-1-Fornalha-DSC_6999-300x300.jpg 300w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/13_Dia-1-Fornalha-DSC_6999-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<p>Tom ist ein Suchender wie ich. Er arbeitet bei Silves als Wooffer auf einem Bauernhof. Wir reden nicht viel. Er ist vor ein paar Tagen zu Fu\u00df von Silves nach Monchique hoch gestiegen und nun ist er wieder auf dem R\u00fcckweg. Er sucht ein fruchtbares Grundst\u00fcck, denn er hat vor, England den R\u00fccken zu kehren und in Portugal ein Haus zu erwerben. Etwas besseres, als zu Fu\u00df die Landschaft zu durchstreifen und zu betrachten und hier und dort anzuhalten, um die Wassersituation zu pr\u00fcfen, kann ihm gar nicht passieren. Wer hier im <em>wilden Westen<\/em> Europas ein Grundst\u00fcck kauft, braucht Wasser, eine Quelle oder eine Wassermine, denn Wasser ist alles und ohne Wasser ist alles nichts. Zeitgleich verringern sich auch unsere Wasservorr\u00e4te w\u00e4hrend des Fu\u00dfmarsches. Es scheint, als h\u00e4tten wir uns nicht gen\u00fcgend Wasser mitgenommen und bekommen richtigen Durst. Beim \u00dcberqueren der einzigen Br\u00fccke, die es \u00fcber den Odelouca-Flu\u00df hier oben gibt, verlassen wir das Monchique Gebirge. Bis nach Silves sind es noch 15 km, also mindestens f\u00fcnf Stunden \u201espazieren gehen\u201c. Der Anstieg zu einer weiteren H\u00fcgelkette beginnt, dem Vorgebirge. Zu Abend, voraussichtlich kurz nach Eintreten der Dunkelheit werden wir Silves erreichen, falls wir noch irgendwo frisches Wasser auftreiben.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/14_Dia-1-Monchique-Odelouca-Silves-DSC_6972.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-66971\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/14_Dia-1-Monchique-Odelouca-Silves-DSC_6972.jpg\" alt=\"\" width=\"649\" height=\"431\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/14_Dia-1-Monchique-Odelouca-Silves-DSC_6972.jpg 1000w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/14_Dia-1-Monchique-Odelouca-Silves-DSC_6972-768x510.jpg 768w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/14_Dia-1-Monchique-Odelouca-Silves-DSC_6972-310x205.jpg 310w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/14_Dia-1-Monchique-Odelouca-Silves-DSC_6972-24x16.jpg 24w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/14_Dia-1-Monchique-Odelouca-Silves-DSC_6972-36x24.jpg 36w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/14_Dia-1-Monchique-Odelouca-Silves-DSC_6972-71x47.jpg 71w\" sizes=\"auto, (max-width: 649px) 100vw, 649px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Max, halb Sch\u00e4ferhund, halb Refeiro Alentejano ist ein schlaues Tier. Um seinen Durst unter Kontrolle zu bringen, l\u00e4uft er immer vor mir und wartet dann ein paar Momente im Schatten eines <em>Medronheiro<\/em>-Busches. Das ist ein ernstes Zeichen f\u00fcr seinen Durst. Hunde seiner Art sind immer achtsam unterwegs, h\u00fcten Schafe und besch\u00fctzen den Menschen. Sie sind wie Waldl\u00e4ufer, immer ein paar Schritte voraus, um die Umgebung zu peilen, und wenn die Luft rein ist, kommen sie zur\u00fcck und machen sich wieder auf den Weg nach vorn. Max l\u00e4uft die Strecke, die ich gehe, doppelt. Sind es bei mir am Ende des Tages 25 Kilometer, l\u00e4uft Max mindestens 50, immer hin und her, vor und zur\u00fcck. Wenn Max sich nun Schatten sucht, ist das ein ernsthaftes Zeichen daf\u00fcr, da\u00df er Weg sparen mu\u00df, m\u00fcde und durstig ist. Ich gebe ihm von meinem Wasser, das er gierig trinkt. Dann treffen wir in der Einsamkeit auf ein Haus mit einem wunderbaren Gem\u00fcsegarten und Wasser. Viele \u00e4ltere Einheimische sind wahre Meister in der Subsistenzlandwirtschaft. Sie nehmen den Dung ihres Esels und machen die Erde s\u00e4mig. Sie halten ein paar Ziegen und haben immer Milch und K\u00e4se im Haus. Die H\u00fchner laufen frei herum und d\u00fcngen das Land. Und wieder kommt eine Frau mit einer F\u00fcnfliterflasche aus Plastik und schenkt uns ein. Ich habe einen faltbaren Napf f\u00fcr Max im Rucksack und den gie\u00dft sie randvoll. Durst beginnt sich in eine echte Qual zu verwandeln.<\/p>\n<p>Weiter geht es den Weg der hier auf einen alten Pilgerweg f\u00fchrt, der sich heute Via Algarviana nennt und seit dem vierten Jahrhundert der alte Vinzenzweg ist. Er f\u00fchrt vom spanischen Val\u00eancia durch den ganzen Extremadura bis ins portugisische Mertola, bevor die Pilger \u00fcber Alcoutim und Cachopo, Salir und Alte nach Silves und Monchique gelangen und von dort bis ans Ende der alten Welt nach Sagres und ans S\u00fcdwestkap. Wir gehen den Weg r\u00fcckw\u00e4rts, in entgegengesetzte Richtung, von West nach Ost. Eine solche Fu\u00dfreise dauerte manchmal Wochen und gibt jedem gen\u00fcgend Zeit, in sich zu kehren und w\u00e4hrend des Gehens in den Meditationsmodus zu fallen. Ein Wanderer hat alle Zeit der Welt, sich das Land genauer anzuschauen und alle seine Sinne zu sch\u00e4rfen, die im Trubel einer Stadt abgestumpft werden. Man trifft dabei auf Menschen, die gleiches tun und geht einige Etappen des Wegs gemeinsam. Man trennt sich wieder, wenn einem danach ist und Tom und ich machen genau das jetzt. Wir haben vor, zwei unterschiedliche Routen nach Silves einzuschlagen. Die Sonne geht unter und kurz vor der Dunkelheit kommen zuerst die Windm\u00fchle und dann die schwere Burgmauer von Silves ins Blickfeld. Die erste Kneipe, in der wir Getr\u00e4nke und ein K\u00e4sebr\u00f6tchen bestellen, erreichen wir genau bei Einbruch der Dunkelheit. Bis zur Resid\u00eancial Vila Sodr\u00e9 und Dona Madalena sind es noch eine gute halbe Stunde. Hier hat das Mobiltelefon wieder Empfang und so k\u00fcndige ich uns erst einmal an.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/15_Dia-1-Odelouca-Silves-Eucalipto-DSC_6974.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-66974\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/15_Dia-1-Odelouca-Silves-Eucalipto-DSC_6974.jpg\" alt=\"\" width=\"651\" height=\"432\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/15_Dia-1-Odelouca-Silves-Eucalipto-DSC_6974.jpg 1000w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/15_Dia-1-Odelouca-Silves-Eucalipto-DSC_6974-768x510.jpg 768w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/15_Dia-1-Odelouca-Silves-Eucalipto-DSC_6974-310x205.jpg 310w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/15_Dia-1-Odelouca-Silves-Eucalipto-DSC_6974-24x16.jpg 24w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/15_Dia-1-Odelouca-Silves-Eucalipto-DSC_6974-36x24.jpg 36w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/15_Dia-1-Odelouca-Silves-Eucalipto-DSC_6974-71x47.jpg 71w\" sizes=\"auto, (max-width: 651px) 100vw, 651px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Aber wir werden noch einmal aufgehalten. Die erste Eichel einer <em>\u201equercus canariensis\u201c<\/em> finde ich mit dem letzten Licht des Tages bei Senhor Carlos, einem 75 Jahre alten Bauern auf dem Weg kurz vor Silves. Sein Sohn habe f\u00fcnf B\u00e4ume dieser sehr seltenen Eichenart vor dem Haus seines Vater gepflanzt.\u00a0 Diese f\u00fcnf B\u00e4ume haben keine Wasserprobleme, sie trotzen der D\u00fcrre und spenden dem Garten Schatten. Erst sehe ich eine Eichel am Boden liegen, dann noch eine und immer mehr Eicheln finde ich auf dem Weg im Staub. Diese Baumart und ihre Eicheln sind echte Juwelen. Zum Ende des Tages genie\u00dfe ich die tiefgr\u00fcnen B\u00e4ume mit einem tiefen Seufzer. Gegen\u00fcber dem Haus, sozusagen beim Nachbarn, vertrocknen gerade die Bl\u00e4tter der Orangenb\u00e4ume, fallen die noch nicht reifen, gr\u00fcnen Fr\u00fcchte einfach zu Boden. <em>Wasser?<\/em> Man hat den Zitrusfr\u00fcchten keine Bew\u00e4sserung mehr geben k\u00f6nnen, weil das Bohrloch zu wenig Wasser hergibt. In den Bergen rund um den kleinen Vorort stehen die Eukalyptusb\u00e4ume in Reih und Glied wie Soldaten eines gro\u00dfen Regimentes. Im S\u00fcden Europas wird die Wasserfrage schon bald zu einer echten \u00dcberlebensfrage, wenn nicht bald ein Umdenken beginnt. Mit Bulldozern und Raupen wurden hier die H\u00fcgel terrassiert und den sch\u00e4dlichsten Baum aller B\u00e4ume in Reihen gepflanzt. Ein dreij\u00e4hriger Eukalyptusbaum s\u00e4uft w\u00e4hrend seines Wachstums bis zu 60 Liter pro Tag und w\u00e4chst dann bereits in einer H\u00f6he von sechs bis neun Metern ganz gerade in den Himmel. Die Tonne Holz, des nach neun Jahren gef\u00e4llten Baumes bringt zur Zeit nur noch 16,75 Euro. Ehemals, in den Hochzeiten vor den Krisen, waren es noch 40 Euro. Ich sch\u00fcttele den Kopf. Viele Leute haben hier vermutlich nie Rechnen und Schreiben in der Schule gelernt. Was bringt Eukalyptus, was andere B\u00e4ume nicht einbringen? Schon ein frisch gepflanzter Kirschbaum bringt nach f\u00fcnf Jahren mehr Einnahmen als ein Eukalyptusbaum: auch Kastanien, Johannisbrot- und Feigenb\u00e4ume, die hier heimisch sind. Man kann sich nicht hunderte von Jahren so grundlegend geirrt haben, nur weil jetzt eine Industrie viele Steuern mit der Produktion und dem Export von Papier an den Staat zahlt.<\/p>\n<p>Ich ausl\u00e4ndischer Beobachter, der hier nun l\u00e4nger als 30 Jahre den Leuten beim Leben zuschaut und ihre Sprache verstehen gelernt hat, halte es eher mit langsam wachsenden heimischen B\u00e4umen, mit Johannisbrot-, Oliven-, Maulbeer- Feigenb\u00e4umen und mit Korkeichen. Ein Schirmpinienhain ist auch etwas sehr Sch\u00f6nes, auf jeden Fall Mischwald. Und ganz besondere B\u00e4ume sind jene Eichen mit dem botanischen Namen <em>\u201equercus canariensis\u201c&#8230; <\/em>Ich frage den alten Mann, ob ich ein paar von ihnen aufsammeln darf und bekomme zur Antwort: <em>\u201eNimm dir soviel du willst, du wirst sie in Monchique brauchen\u201c<\/em>. So sammele ich f\u00fcnf Eicheln einer jeden Monchique-Eiche f\u00fcr unsere Baumschule auf. Der Tag zu Fu\u00df hat ein <em>Happy End<\/em>. Die Stadt Silves und die Zivilisation k\u00fcndigen sich in Form einer Tankstelle aus dem Nichts an. Die Dunkelheit weicht der Leuchtreklame: ich kaufe uns dort eine T\u00fcte Kartoffelchips und eine gro\u00dfe Flasche Wasser. Dann checken wir ein und freuen uns auf unser karges Nachtmahl.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/carvalhodemonchiquex.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-66978\" src=\"http:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/carvalhodemonchiquex.jpg\" alt=\"\" width=\"651\" height=\"183\" srcset=\"https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/carvalhodemonchiquex.jpg 1000w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/carvalhodemonchiquex-768x216.jpg 768w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/carvalhodemonchiquex-24x7.jpg 24w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/carvalhodemonchiquex-36x10.jpg 36w, https:\/\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/carvalhodemonchiquex-95x27.jpg 95w\" sizes=\"auto, (max-width: 651px) 100vw, 651px\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"clear\"><\/div><div class=\"author-info\"><img decoding=\"async\" class=\"author-img\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/eco123.info\/wp-content\/uploads\/Uwe-Heitkamp.png?w=618\" alt=\"\" \/><div class=\"author-info-content\"><h3>Uwe Heitkamp (60)<\/h3>\n\t\t\tausgebildeter Fernsehjournalist, Buchautor und Hobby-Botaniker, Vater zweier erwachsener Kinder, kennt sei 30 Jahren Portugal, Gr\u00fcnder von ECO123.<br \/>\n\u00dcbersetzungen : Fernando Medronho &amp; Kathleen Becker<br \/>\nFotos: Uwe Heitkamp, Henk Hin\n\t\t\t<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem warmen und trockenen Jahr, als der Sommer nicht enden will, ziehe ich an einem Sonntag im Oktober die Haust\u00fcr hinter mir zu, schlie\u00dfe die T\u00fcr ab, schultere den Rucksack und gehe mit meinem Hund zu Fu\u00df \u00fcber Land nach Osten. 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