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Emissionshandel

Lösungen dürfen die Realität nicht ignorieren

31/10/2026 – 06/11/2026 von Uwe Heitkamp

Ausgabe 43.2026

Diese Kampagne zielt darauf ab, die Wiederaufforstung von mindestens 50 Hektar in verschiedenen Teilen Südeuropas (Portugal, Spanien) zu finanzieren – dort, wo das Land es am dringendsten benötigt. Die Kosten werden auf 15.000 € pro Hektar geschätzt, einschließlich des Waldschutzsystems „WetNet“ (siehe https://www.wetnet.pt/de). Die im Rahmen dieser Kampagne gesammelten Mittel werden für folgende Zwecke eingesetzt:

• Pflanzung: Auswahl der Arten, Vorbereitung der Fläche, zertifiziertes Pflanzgut aus Baumschulen sowie Arbeitsaufwand (45 %),

• Überwachung und Pflege während der ersten fünf Jahre, einschließlich des Ersatzes von Pflanzen, die nicht angewachsen sind (20 %),

• Abschluss von Vereinbarungen mit den Grundeigentümern sowie Zahlungen, die an deren Mitwirkung am Projekt geknüpft sind (15 %),

• Registrierung und Zertifizierung der Projekte bei einem CO2-Emissionsregister (freiwilliger Kohlenstoffmarkt) (10 %)

• Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen durch „WetNet“ (10 %).

Südeuropa verliert Waldflächen. Jeden Sommer breiten sich Brände schneller aus, als die Natur sich aus eigener Kraft regenerieren kann. Mit jedem verbrannten Hektar geht weit mehr als nur der Baumbestand verloren: Es schwinden die biologische Vielfalt, fruchtbarer Boden und die Lebensgrundlage des Landes und ihrer Bewohner.

Aussaat
Bodenvorbereitung
WetNet-System

Dieser Verlust trifft fast immer dieselben Regionen: ländliche Gebiete in Portugal und in Spanien, die zunehmend entvölkert werden. Hier leben immer weniger Menschen, die sich um das Land kümmern könnten – und ein Waldbrand zerstört nicht nur die Landschaft, sondern vertreibt auch jene, die dort noch arbeiten.

Auf den kürzlich verbrannten Flächen wird nicht sofort gehandelt: Jedes Gebiet wird zunächst sorgfältig untersucht, um zu bestimmen, wann und wie ein Eingreifen sinnvoll ist. Dabei wird die natürliche Regenerationszeit des Bodens respektiert, bevor heimische Arten – wie Steineiche, Korkeiche, Kastanie, Erdbeerbaum, Weide und Kiefer – gepflanzt werden. Diese Auswahl zielt darauf ab, die durch das Feuer zerstörte biologische Vielfalt wiederherzustellen: Es entstehen Lebensräume für Wildtiere, Rückzugsorte für Arten, die ihr Zuhause verloren haben, sowie Böden, die wieder als Lebensgrundlage dienen können.

Deshalb verfolgt der neue Waldbesitzer bei jedem Projekt eine dreifache Wirkung: ökologisch, sozial und ökonomisch. Ökologisch, da jeder wiederaufgeforstete Hektar die Artenvielfalt wiederherstellt und Kohlenstoff bindet – unterstützt durch das Sprinklersystem „WetNet“ das gegen neue mögliche Waldbrände einen Schutz bietet. Sozial, da der Grundeigentümer – oft die letzte Person, die sich noch um das Land kümmert – und von Anfang an einbezogen wird. Ein Teil des Ertrags verbleibt zudem im Dorf, in dem die Arbeiten stattfinden; dies schafft einen konkreten wirtschaftlichen Anreiz, vor Ort zu bleiben. Und ökonomisch, da dieses Modell – verteilt auf verschiedene Regionen statt konzentriert an einem einzigen Ort – es dem Eigentümer ermöglicht, mit Unternehmen zusammenzuarbeiten, die sich in mehreren Landesteilen gleichzeitig engagieren möchten. Dies sichert die wirtschaftliche Aktivität, die wiederum die Rückzahlung der Investition ermöglicht.

Crowdinvestment ist stark von den natürlichen Gegebenheiten abhängig. Sollte der neue Wald einem weiteren Brand zum Opfer fallen, löst sich die Investition buchstäblich in Rauch auf. Dies gilt es unbedingt zu vermeiden.

Ein anderer Ansatz wäre, einen Wald mit einer Vielfalt an Baumarten neu anzupflanzen und durch gezielte Pflege einen artenreichen Bestand zu entwickeln. Wir können dies aus eigener Kraft umsetzen – ohne auf Kredite angewiesen zu sein – und tun es schlichtweg aus Leidenschaft. Eine solche Investition in die Zukunft wird von der Natur und dem Klima dankbar angenommen. Wir sollten Projekte dieser Art als Verein oder Genossenschaft organisieren, mit ausreichend Personal, das rund um die Uhr bereitsteht, um die neue Aufforstungsfläche vor neuen Waldbränden zu schützen.

Dafür gibt es über die Europäische Investitionsbank in Luxemburg Zuschüsse: https://www.eib.org/de/ und noch mehr Informationen über https://goparity.com/ …

Uwe Heitkamp

Uwe Heitkamp (66)

Ausgebildeter Fernsehjournalist, Buchautor und Hobbybotaniker, Vater von zwei erwachsenen Kindern, kennt Portugal seit 35 Jahren, Gründer von ECO123.
Übersetzer: Dina Adão, John Elliott

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