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Was für einen Wald haben wir denn da?

Wie Pflanzensaft steigen wir hier auf, mit vier Einblicken in die Welt des Waldes: von den Bürokraten der staatlichen Institutionen zu den Experten, die den Wald lieben, von der dantesken Vision des aktuellen ‘Eucaliptugal’ zur dicht belaubten Waldlandschaft, die da kommen soll.   Bodenschicht Sein Name ist Quinta da Fonteireira, man findet ihn in Belas, und er stellt eine der seltenen grünen Lungen in den Vororten entlang der Linha de Sintra dar. Zwischen acht und achtzehn Jahren verbrachte ich dort, im „dunklen Tal“ des Vale Escuro, über hundert Nächte. Es war die Pfadfinderzeit. Wir nutzten das reichlich vorhandene Holz des …

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TAG 6
Salir – Cortelha – Barranco do Velho

TAG 6
Salir – Cortelha – Barranco do Velho

Die ersten hundert Kilometer habe ich nun geschafft. Es fällt mir leichter als ich es mir vorgestellt habe, denn ich gehe ohne jedwedes Training auf Wanderschaft. Der Vorteil, der das fehlende Training kompensiert ist, daß ich den Weg kenne und das ich langsam gehe und so Kondition aufbaue. Die gesamte Strecke der Via Algarviana sind rund 300 Kilometer. Es gibt den ersten, den östlichen Abschnitt von Alcoutim bis Barranco do Velho, die Mitte von Barranco do Velho bis Monchique und den westlichen Teil von Monchique bis ans Südwestkap. Ich packe meinen Rucksack, nehme meinen Wanderstock und mache mich frühzeitig am …

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TAG 5
Von Alte nach Salir. Maurische Brunnen.

TAG 5
Von Alte nach Salir. Maurische Brunnen.

19 km. In der Mitte der Algarve bin ich nun angekommen. Zu Fuß unterwegs sein bedeutet auch, den direkten Kontakt mit Menschen und ihrer Umgebung zu bekommen. Und das ist es doch, was wir Journalisten brauchen und wissen wollen. Wie ticken die Menschen im Land? Was denken sie und wie geht es ihnen? In Alte, ganz am Anfang des fünften Tages meiner Wanderung treffe ich am leeren und ausgetrockneten Ribeira de Alte, einem Bach, in dem früher Fische und viele andere Lebewesen rumschwammen und dessen reiche Artenvielfalt diesen Biotop einst prägte, eine ältere Dame, die ein wenig Reisig sammelt, eine …

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TAG 4
Von Messines nach Alte.

TAG 4
Von Messines nach Alte.

Mein Frühstück bestelle ich nebenan. Es kostet 2 Euro und vierzig Cents und es ist acht Uhr, als ich den Schlüssel an der Rezeption abgebe und rübergehe zu Senhor Jorge. Heißen Milchkaffee und bitte ein Käsebrötchen. Bom dia. Nach zwei Minuten steht alles auf dem Tresen und ich nehme mein Frühstück mit auf die Terasse hinaus. Messines ist bereits erwacht und ich studiere meinen Weg auf der Landkarte. Ich möchte ins Vale Vinagre und beginne alsbald meinen kleinen Aufstieg. Zuerst einmal hinaus und unter der Autobahn durch, die die Algarve mit dem Zentrum des Landes verbindet. Überall gibt es Wege …

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TAG 3
Vom Stausee Funcho bis Messines.

São Bartolomeu de Messines ist die Stadt des Schriftstellers, Pädagogen und Juristen João de Deus Ramos, der hier im Jahr 1830 geboren wurde und damals landesweite Bedeutung mit seinem Bildungsprogramm für Kinder und Erwachsene erringt. Er studiert Recht in Coimbra und stirbt 1896 in Lissabon. Das lese ich bei meiner Ankunft vor dem Casa do Povo, dem Haus des Volkes. Gemeißelt in Stein. Vielleicht täusche ich mich, aber ich habe den Eindruck, daß Messines mehr als nur eine von sieben Gemeinden der alten Hauptstadt der Algarve sein möchte. Wenn ich mich also nicht täusche, wäre Messines gern eine Kreisstadt, unabhängiger …

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TAG 2
Von Silves zum Funcho Stausee.

TAG 2
Von Silves zum Funcho Stausee.

Aufgewacht. Ich knipse das Licht an und finde mich in einem 45 Euro Zimmer in einer Pension wieder, die meinen Hund akzeptiert: sie verlangt dafür fünf Euro Aufschlag. Auf meine Frage, ob das mit oder ohne Frühstück sei, erhalte ich keine Antwort. Aber das Mitbringen von Haustieren sei generell erlaubt. Gerade stelle ich mit der Fernbedienung den Kameraden an der Ecke dort oben ein, wo sich Wand und Zimmerdecke treffen, um den Wetterbericht abzurufen. Keine Änderung in Sicht. Es bleibt heiß und trocken. Wunderbares Touristenwetter, schlecht für den Wald, für die Landwirtschaft und für das Klima. Avocado- und Orangenbäume, die …

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Nº 123 – Ana Pêgo und das untragbare Gewicht des Meeresmülls

Samstag, der 22. Januar 2022. “Die Leute hören von dem Problem, erschrecken sich über das Problem und wollen etwas ändern, meinen aber, dass das sehr schwierig ist und sie es nicht schaffen werden.” Um genau diesen Gedanken entgegenzuwirken, sensibilisiert die Meeresbiologin Ana Pêgo Menschen für den Schutz der Meere.  Es ist doch so: jeder von uns kann etwas ändern. Indem wir einen Fuß vor den andern setzen, können wir alle Veränderung bewirken. Bekannt für ihre Entschlossenheit, sieht die Biologin im Meeresmüll einen Geschichtenerzähler. Und als Aktivistin nutzt sie ihn, um neue Geschichten zu erzählen. In diesen Stories hat der Protagonist …

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Nº 122 – Emissionsfreies Kochen und Backen: umsonst und draußen

Samstag, der 15. Januar 2022. 2016 und 2018, 2020 und jetzt wieder, in 2022: alle zwei Jahre trifft sich in Faro die Internationale Gemeinschaft der Freunde des solaren Kochens und Backens mit dem Namen CONSOLFOOD: dieses Mal von Montag, dem 24. Januar bis zum Mittwoch, dem 26. Januar und dieses Mal unter Bedingungen einer weltweiten Pandemie online auf www.consolfood.org. Viele Menschen in Entwicklungsländern verbrennen immer noch Holz, Holzkohle oder sogar Müll auf offenen Feuern zum Kochen. Das machen sie deshalb, weil sie keinen Zugang zu Strom oder Gas haben. Die ineffiziente Verbrennung von Holz, Holzkohle, Dung und Pflanzenresten verursacht Gesundheitsprobleme, …

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Nº 121 – Mitgefühl

Samstag, der 8. Januar 2022. Bal Krishna, unser lieber Freund ist von uns gegangen. Bal erreichte gerade noch das neue Jahr. Er starb am ersten Tag des neuen Jahres abends im Krankenhaus in Portimão. Dort hatte er fast drei Wochen verbringen müssen.  Wir trauern um einen großen, sensiblen Menschen mit einem guten Herzen. Wann immer ich ihn besuchte, fühlte ich mich angenommen. Er war einladend, bescheiden und demütig und er erinnerte mich oft an den großen Mahatma Gandhi. Er liebte es, morgens in aller Frühe im Meer des Atlantiks bei Sonnenaufgang schwimmen zu gehen. Er war dann wie eine Stecknadel …

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Epilog – Im Süden: Zu Fuß unterwegs

Eines frühen Morgens auf dem Algarve-Fußweg beschäftigt mich ein Traum, eine Geschichte, die ich hier noch erzählen möchte. In dem Traum geht es darum, daß eine Gruppe junger Menschen in ihrem Dorf am Wegesrand beginnt, einen kleinen Baum zu pflanzen, dann einen zweiten Baum und noch einen und sie verabreden, jeden Tag einen weiteren Baum gemeinsam am Wegesrand zu pflanzen, auf daß ihren Kindern und deren Kindern jene noch jungen Bäume, eines fernen Tages, wenn diese Bäume dann groß und stark geworden sind, Schatten spenden und Früchte schenken. Eine andere Gruppe von Leuten schaut dem Treiben skeptisch zu und versucht, …

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