Samstag, August 18, 2018
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Report

Zu verkaufen

Horst ging für sein Leben gern ins Kino. Er hatte nur zu wenig Zeit und noch weniger Geld, um jedes Mal den Eintritt zu bezahlen. Sein Glück war, dass er genau neben dem Kino wohnte. Im ersten Stock über seiner Kneipe befand sich an seiner Wohnzimmerwand ein gerahmtes Bild, das ein Loch in der Wand verdeckte, wie das einer Kamera Obscura. Eines Tages verriet er mir sein Geheimnis. Er nahm das Bild ab und zeigte mir augenzwinkernd, was man durch das Loch alles sehen konnte. So entführte er mich in die weite Welt des Kinos. Umsonst. Denn durch das Loch …

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Das Auslaufmodel Monokultur

Fritjof Capra v. René Descartes Das mechanische Weltbild der Dinge setzt einfaches lineares mathematisches Denken voraus. Grundschule, Mathematikunterricht, dritte Klasse: am Beispiel von hundert Metern mal hundert Metern Fläche, die 10.000 Quadratmeter oder einen Hektar ergeben, erntet ein agroindustrieller Bauer auf diesem einen Hektar Fläche rund zehn Tonnen Früchte. Seither gilt der Wert als der Maßstab aller Werte für einen Businessplan. Man kann seinen Gewinn damit im Voraus berechnen, einfacher an EU Fördermittel kommen oder sogar einen Kredit von der Bank. Die Erwartungen der Investoren an die Rentabilität einer Fruchtplantage mit Monokulturen orientieren sich also an 10.000 kg Früchten pro …

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Zurück zu Mutter Erde

Mein schönster Baum in Lousã. . Ich habe mich mit dem Filmemacher und Kameramann João Pedro Plácido (39)* am Bahnhof von Coimbra verabredet. Wir haben uns vorgenommen, gemeinsam einen Bergwald in der Serra de Lousã zu besteigen. Dort wollen wir nach einer bildhaften Erinnerung suchen, dem schönsten Baum seiner Jugend. Im Alter von 16 Jahren war Plácido während einer Bergtour auf dem Pfad vom Castelo de Lousã über Talasnal (3 km) und Vaqueirinho (2,5 km) hoch nach Catarredor (1,1 km) ins Schieferdorf gewandert. Er befand sich auf der Suche nach Kräutern. Die Dämmerung kam sehr überraschend und verwehrte ihm den …

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Der Fluch des Geldes

Der Fluch des Geldes

Was hat ein nepalesischer Wanderarbeiter im flächengrößten Landkreis des Alentejo, in Odemira, der in einem agroindustriellen Betrieb wie der englisch-belgisch-portugiesischen Vitacress (RAR Gruppe) oder der Deutschen Gemüsering GmbH Stuttgart*(4) – neben vielen anderen multinationalen Agrarkonzernen – mit den portugiesischen Waldbränden zu tun? Man könne meinen, jedenfalls bei einer ersten Betrachtung, rein gar nichts. Es fehlte da der Zusammenhang und wer ihn herstellte, konstruierte ihn möglicherweise böswillig. Doch so einfach ist das nicht in einer global vernetzten Welt, in der das Kapital für Investitionen von einem Land schnell ins andere verschoben werden kann. Schauen wir uns das Ganze doch einmal etwas …

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Regenwasser verlangsamen, verteilen, versickern

Dürre, Hitzewellen, Wüstenbildung, Überschwemmungen: Die Folgen des Klimawandels werden durch einen weltweit aus der Balance geratenen Wasserhaushalt verstärkt. In einigen Teilen der Erde begegnen Bauern, Initiativen, Landbesitzer dieser Herausforderung mit einfachen, lokalen Maßnahmen – mit Erfolg. Sie folgen dabei immer demselben Prinzip: der Regen soll dort in den Boden versickern, wo er fällt. Dezentralisierung statt Zentralisierung. Ein erfolgreiches Beispiel dafür ist Tamera im Landkreis Odemira, Alentejo. Jedes Lebewesen braucht Wasser. Ob eine Landschaft ausreichend Wasser hat oder nicht, bestimmt ihren Wert für alle, die in ihr leben, ob Menschen, Tiere oder Pflanzen. Eine Landschaft mit genügend Wasser hat ökologische und …

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Wie können wir die Waldbrände stoppen?

Wie können wir die Waldbrände stoppen?

Beginnen wir diese Geschichte mit einem kurzen Rückblick. Im Jahr 2003 wird Portugal von einer der bisher größten registrierten Hitzewellen getroffen. Das zentrale Portugal von Lissabon über Leiria bis nach Coimbra leidet am stärksten unter der Hitze. Mehr als 30 Grad Celsius, weniger als 30 % Luftfeuchtigkeit, Winde mit einer Geschwindigkeit von mehr als 30 Kilometern bieten ein extremes Gefährdungspotential für Waldbrände. Die Gefahren potenzieren sich in den von Kleinbauern aufgegebenen und nicht mehr bewirtschafteten ländlichen Gebieten. Trockenes Unterholz entwickelt die Eigenschaften eines Pulverfasses. Ein Viertel des historisch gewachsenen Waldes, des Pinhal de Leiria brennt lichterloh. Dabei sterben 21 Menschen. …

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TerraCrua Pemakultur

TERRA CRUA
DIE SAAT DER VERÄNDERUNG

Terra Crua (roher Boden) ist eine etwas andere Firma, die auf der Grundlage von Ökodesign arbeitet und Ingenieurwesen mit Architektur, Landschaftsbau mit Ökologie und den Prinzipien der Permakultur, verbindet. Ein neues Designkonzept, das Prinzipien und Strategien über Nachhaltigkeit hinaus bündelt, und in einem gesamtheitlichen Modell, Innovation, wirtschaftliche Machbarkeit, sowie Sozial- und Umweltverantwortung integriert. Seit der Firmengründung vor zweieinhalb Jahren bietet Terra Crua verschiedene Dienstleistungen an, wie Beratung, Planung und Durchführung von ökologischen und regenerativen Projekten – die Basis dafür wurde jedoch bereits vor neun Jahren geschaffen. „Wir begannen 2009 als informeller Zusammenschluss im Bereich Pädagogik und Ausbildung“, berichtet Nuno Mamede, …

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Zu Fuß unterwegs zur Mandelblüte
Monchique Mountain Marathon 2017

Wie weit gehen wir noch mit dem eigenen Körper auf unseren eigenen Füßen? Monchique Mountain Marathon 2017 ist ein Angebot und bietet Ihnen geführte Spaziergänge und Wanderungen in mehrfacher Hinsicht. Sie können zwischen Weihnachten und Neujahr auf zwölf längeren und kürzeren Pfaden die Bergwelt der Algarve entdecken. Zu Fuß unterwegs sein eröffnet die einzigartige Möglichkeit, Monchique mit den eigenen Sinnen kennen zu lernen: die Natur der Berge mit ihren Bächen, Mühlen und Wasserfällen, die uralten Korkeichen- und Kastanienwälder; die Kultur regionaler Musik, lokale Speisen und Spezialitäten vom Brot, Schinken und Chouriço bis zu landestypischen Früchten, Süßspeisen und Kuchen. Dabei werden …

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Schule in Zeiten der Landflucht

Schule in Zeiten der Landflucht

In abgelegenen Regionen schrumpfen die Schulen, viele werden geschlossen. Die Schüler werden konzentriert, müssen weite Schulwege auf sich nehmen und entfremden sich ihren Familien. Für junge Familien mit Kindern wird das Leben auf dem Land noch unattraktiver. Sie ziehen weg und die Schulen schrumpfen weiter. Was tun? fragen sich Bildungsdezernenten, Direktoren und Eltern. Im Alentejo werden Kinder zu Verwandlungskünstlern. Zum Beispiel der 12jährige José Manuel.* Auf dem Hof seiner Eltern ist er ein Bauernjunge, kompetent bei allen anfallenden Arbeiten, ob bei den Tieren oder auf dem Acker. Innerhalb der Schulmauer aber verwandelt er sich in einen Hiphop-Boy: coole Sprüche, schicke …

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die sieben schönsten portugiesischen Wanderrouten

Apropos Naturtourismus?

Jeder Waldbrand macht unser Land ärmer, viel ärmer als wir es uns vorstellen können. Es setzt eine Lawine an Konsequenzen in Gang. Mehr CO2 in der Atmosphäre lässt die Temperaturen steigen. Hitzewellen, flutartige Regenfälle, Stürme und Bodenerosion sind die Folgen eines Klimawandels, der auch immer wieder und weiter durch Waldbrände angeheizt wird. Mit jedem abgebrannten Haus, steigen die Risiken und somit die Preise für Versicherungspolicen. Die Vielfalt von Flora und Fauna nimmt ab. Land- und Forstwirtschaft werden zerstört, Bienenvölker sterben. Mit jedem Waldbrand reduziert sich das Interesse, eine Region zu bereisen. Wenn nicht jetzt, wann sollten WIR denn aktiv werden? …

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