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Der neue aktive Wald und der Fundo Ambiental.

Besser als gar nichts?

Subventionen. Manchmal wird eine Entscheidung getroffen, die geht in die richtige Richtung und trotzdem ist sie nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wenn ein Staat vier Millionen Euro zu vergeben hat und diese Summe durch 650 Euro pro Hektar teilt, kommt man auf rund 6.154 Hektar Waldfläche, die gefördert werden soll. Es hängt davon ab, was gefördert werden soll. Soll man nun das ganze Programm deshalb infrage stellen, oder sich eher über einen Anfang freuen und sich positiv darüber äußern? Denn mit diesen vier Millionen ist erstmals in Portugal ein Anfang in die richtige Richtung gemacht, obwohl rund 6.000 Hektar künftiges Waldland eine verschwindend geringe Summe sein wird. Denn allein beim Waldbrand 2018 von Monchique verbrannten mehr als 27.000 Hektar Wald, davon 16.700 Hektar in Monchique selbst und erst jetzt werden vier Millionen Euro im gesamten Portugal zur Verfügung gestellt, die ein Waldbesitzer in einem umständlichen, bürokratischen Online- Antragstellungsverfahren über den ICNF auf den Weg bringen kann.

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

Wir wissen, in Portugal ist alles in der Bürokratie des öffentlichen Dienstes kompliziert geordnet, wo es eigentlich auch einfach ginge. Aber hinter jeder Tür und jedem Fenster wird Betrug oder Diebstahl vermutet. In Portugal basiert so gut wie nichts auf dem hohen Wert des Vertrauens, zumal von den vier Millionen Euro erst einmal nur 50%, also zwei Millionen Euro vorab ausgzahlt werden sollen und die restlichen zwei Millionen erst nach drei Jahren, wenn die Anträge vollständig und richtig ausgefüllt worden sind und der Wald gepflanzt ist…

Das hat den Grund, daß der ICNF abwarten will, was nach drei Jahren des Programms an neu gepflanzten Bäumen angewachsen ist, ausgenommen Eukalyptus. Welches Baum- und Buschwerk wird anerkannt? Auf einer Informationsveranstaltung in der Kooperative in Monchique erläutern zwei aus Lissabon angereiste Ingenieure namens Leonor Lopes und António Cláudio Heítor von CONFAGRI den aktiven zukünftigen neuen Wald: Medronheiro, Korkeichen, Johannisbrotbäume, Mandelbäume und andere heimische Gewächse wie zum Beispiel Feigenbäume, Kastanien und so weiter. Fotos sollen den Prozess dokumentieren, also als Anlage mit hochgeladen werden.

Und im Gebirge von Monchique soll am Besten ein ganz neuer Mischwald entstehen, in dem das Risiko der Waldbrände minimiert wird. Guter Ansatz. So ein Wald benötigt natürlich Vorarbeiten an den Hängen des Gebirges. Um Regen aufzufangen und den Bäumen im Winter größtmögliche Wasserreserven zukommen zu lassen, müssen Terrassen gebaut – von Planierraupen und mit Baggern geschoben werden, damit das Wasser einsickern kann und nicht in Sturzbächen den Hang hinunterläuft und in Bächen und Flüssen ins Meer entschwindet. Rund 50 Teilnehmer*innen sind anwesend und hören sich die Vorträge rund eine Stunde lang an. Dann beginnt die Fragestunde zum Thema aktiver Mischwald und dabei wird geklärt, daß die Spezie „Eukalyptus“ im aktiven Wald keine Rolle spielen wird. Eukalyptus wird nicht gefördert und der neue Wald muss bis 2027 gepflanzt (PEPAC 2023 – 2027) sein und das Gelände vorher sorgfältig präpariert werden…

Wer sich mit seinen nächsten Nachbarn zusammentut und diesen neuen Typus von Wald pflanzen möchte, kann statt 650 Euro pro Hektar, sogar bis zu 850 Euro Zuschuss beantragen (als Kollektiv)…

Ach ja, es gibt eine Frist und die sollte unbedingt beachtet werden: Anträge müssen bis zum 1. August 2025 (also vor dem 1. August) eingereicht werden. Bis dahin muss man sich entschieden haben, mitzumachen und dann muss der Antrag auch gestellt worden sein. Gehen Sie auf die Webseite von www.confagri.pt und/oder vom ICNF und falls Sie in Monchique leben und Fragen haben sollten, kontaktieren Sie vorher Herrn Americo Telo in der Landwirtschaftlichen Genossenschaft in Monchique. (Telefon: 282 912 424) Da wird Sie (Ihnen) geholfen, in portugiesischer Sprache bitte.

Uwe Heitkamp (65)

ausgebildeter Fernsehjournalist, Buchautor und Hobbybotaniker, Vater von zwei erwachsenen Kindern, kennt Portugal seit 35 Jahren, Gründer von ECO123.
Übersetzer: Dina Adão, John Elliot, Patrícia Lara

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