26/09/2026 – 02/10/2026 Kommentar von Uwe Heitkamp
Ausgabe 38.2026
Das Projekt der Repsol-Stiftung im Barranco de Madriros, Alferce (Monchique) Ein Beitrag aus der Welt der Wälder der Genossenschaft Esgravatadouro, CRL Monchique
Das Wiederaufforstungsprojekt von Repsol soll im Barranco de Madriros stattfinden. Auch ECO 123 hat sich in diesem Sinne engagiert und den Gemeinderat von Alferce um Unterstützung gebeten. Jedenfalls existiert das Projekt (noch) nicht, und niemand vor Ort weiß davon. Weder die Gemeindeverwaltug in Alferce noch das Rathaus in Monchique. Seltsam?
Warum investiert Repsol und ihre Stiftung, deren Hauptgeschäftsmodel es ist, nach Rohöl zu bohren und Benzin zu verkaufen, Geld in die Wiederaufforstung und bemüht sich um Berichterstattung in den Medien? Ist das nur „Greenwashing“? Oder lässt sich mit Zertifikaten auf dem freiwilligen CO₂-Markt auch richtig gut Geld verdienen? (https://mvcarbono.pt/ ID Projeto: PRJMS002U1100102)

Die Strandkiefer (Pinus pinaster), die im Mittelpunkt des Wiederaufforstungsprogramms von Repsol steht, ist eine Art, die Feuer gern mag und gut brennt. Unserer Meinung nach wäre es sinnvoller, verschiedene Baumarten auszuwählen: Erdbeerbaum ja, Olivenbaum, Johannisbrotbaum, Korkeiche und Mandelbaum – Bäume, die jedenfalls schwer entflammbar sind und Vorteile bieten. Zum Beispiel quercus canariensis, die Monchique-Eiche.
Je vielfältiger die Baumarten sind und je nützlicher sie für die alltäglichen Bedürfnisse eines Landwirts oder Försters sind, desto sinnvoller und wertvoller ist eine nachhaltige Wiederaufforstung. Win win.
Oder umgekehrt: Je geringer der Ertrag einer Baumart ist, die zudem leicht entflammbar ist, desto sinnloser ist die Wiederaufforstung. Loose, loose. Daher ist die richtige Auswahl der Baumarten bei der Wiederaufforstung von entscheidender Bedeutung. Es ist außerdem wichtig, den Wasserverbrauch jeder Baumart in dem Gebiet, in der sie gepflanzt wird, zu berücksichtigen.
Wir müssen uns immer wieder fragen: Warum pflanzen wir einen Baum?
Die Wahl der Waldkiefer als Baumart ist eine veraltete, eine überkommende Option. Diese Baumart wurde im letzten Jahrhundert ausgewählt, weil sie das notwendige Holz für den Bau von Fischereibooten lieferte. Der Baum lieferte das Holz für den Schiffbau in den Werften von Portimão und wurde nach zwei Generationen erneut gefällt. (Wir haben bereits einen Kiefernwald direkt vor unserer Haustür, der 1905 gepflanzt wurde und heute 121 Jahre alt ist.)
Wir sollten einen Wald pflanzen, der den aktuellen Herausforderungen des Klimawandels standhalten kann. Wir wissen, dass Waldkiefern ein Risiko für die Ausbreitung von Waldbränden darstellen.
Was die Wiederaufforstung betrifft, ist es unser Ziel, Baumarten auszuwählen, deren Früchte sich für die traditionelle Verarbeitung eignen. Zum Beispiel Olivenbäume, deren Oliven in der Ölmühle von Alferce zu lokalem nativem Olivenöl verarbeitet werden können.
Auch die Johannisbrotbaumfrucht gewinnt zunehmend an Bedeutung, sowohl in der Ernährung als auch in der Kosmetik, und ein Grundstück mit diesen Johannisbrotbäumen gewinnt an Wert. Mit steigendem Wert eines Grundstücks wächst auch das Interesse an dessen Nutzung und Erhaltung.
Waldbrände aktiv verhindern.
Wenn wir im Landkreis von Monchique von Schutz sprechen, meinen wir damit die aktive Bewirtschaftung der Waldgebiete, durch die Arbeitsplätze geschaffen und gesichert werden können. Eine Gruppe von Menschen – sei es eine Familie, ein Unternehmen, ein Verein oder eine Genossenschaft – kümmert sich aktiv um das Waldgebiet. Die Neuanpflanzungen werden nicht einfach nur gepflanzt und ihrem Schicksal überlassen, sondern aktiv vor der Gefahr neuer Waldbrände geschützt, beispielsweise durch eine Sprinkleranlage sowie durch das Auffangen und Speichern von Wasserreserven (Regenwasser) in Zisternen.
Wir betrachten die Wiederaufforstung aus verschiedenen Perspektiven, insbesondere im Hinblick auf den Natur- und Eigentumsschutz, aber auch im Hinblick auf die vielfältigen Möglichkeiten zur Schaffung traditioneller und sinnvoller Arbeitsplätze.
Das Ziel ist es, unbewaldete Flächen in ein neues, widerstandsfähiges Waldgebiet umzuwandeln, wobei eine beträchtliche Menge an CO₂ über zukünftige Generationen hinweg gebunden werden soll (durchschnittlich 14 Tonnen pro Hektar und Jahr). Neben der Kohlenstoffbindung soll das Projekt zur Wiederaufforstung, zum Schutz des Bodens vor Erosion, zur Erhaltung der Artenvielfalt und der Wasserressourcen sowie zur Belebung der lokalen ländlichen Wirtschaft beitragen. Und Schatten ist alles, sonst ist alles nichts. Fazit: Das Wiederaufforstungsprojekt von Repsol darf man getrost ins Archiv verfrachten. Abheften. Bis zum nächsten Waldbrand.
Eco123 Revista da Economia e Ecologia
