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Schatten spenden, Früchte ernten.

15/08/2026 – 21/08/2026  von Uwe Heitkamp

Ausgabe 32.2026

Was wir in Südeuropa gerade erleben, ist weder Wetter noch einfach Sommer. Ob man dazu Klimawandel, Klimakrise oder schon Klimakatastrophe sagt, ist nicht entscheidend. Entscheidend ist, Hitze und Dürre als das zu erkennen, was sie sind, nämlich eine massive, bedrohliche Veränderung unserer Lebenswelt.

Wenn wir das Klima über ein ganzes Jahr hinweg verfolgen und beurteilen, so beginnt die Katastrophe 2026 mit sehr viel Regen über viele Wochen im Januar und Februar. Wir wissen, warum es Extremwetter bei uns an der Algarve und in Portugal gibt. Die Wärme, die wir mit unserem Lebensstil produzieren, kommt mit Sturm und Gewittern zu uns zurück. Die Gewalt des Wetters ist beträchtlich. Denn wer Wind sät, der erntet Sturm. Die Schäden sind enorm.

Fotos des Sturms in Leiria von Luís Filipe Coito (diarioleiria.pt, 28. Januar 2026)

Was einmal den Auspuff oder den Kamin mit heißen Abgasen verlässt, kann niemand mehr zurückholen und neutralisieren. Brauchen wir also Gesetze, die uns genau vorschreiben, wann unser Fußabdruck reicht? Wann es genug ist? Brauchen wir Gesetze, die uns vorschreiben, wie viel CO2 jeder von uns emittieren darf, weil Mensch von selbst sich nicht freiwillig Grenzen setzt?

Jede Flugreise in den Urlaub, jede Fahrt mit dem Auto, das Benzin oder Diesel verbrennt, jede Klimaanlage, jede KI Anfrage – verbrauchen nicht nur zu viel Energie, das alles macht das Leben heißer, sowohl in der Atmosphäre als auch das Wasser der Ozeane selbst. Die Wassertemperaturen auf den Balearen des Mittelmeers liegen diese Woche bei verrückten 33 Grad Celsius. Jeder Einzelne hat nicht nur zahlreiche Möglichkeiten, seinerseits zur Erderhitzung beizutragen. An die Algarve in den Urlaub zu fliegen?

Nein. Jeder von uns hat auch die Möglichkeit, sich mit einem Wunsch und einer Entscheidung zu einem ausgeglichenem Leben zu verwirklichen. Stellen Sie sich vor, Sie können entscheiden und Sie hätten jede Woche einen Klimawunsch frei, was würden Sie sich wünschen?

Ich gebe Ihnen ein Beispiel. Sie entscheiden sich diese Woche, kein Benzin, kein Diesel, keine Kohle und auch kein Gas mehr zu kaufen. Wo würden Sie beginnen? Bei Ihrem Auto? Oder beim Durchlauferhitzer für warmes Wasser? Oder bei Ihrem Herd? Und womit erhitzen Sie Ihr Duschwasser? Wie fahren Sie zur Arbeit? Womit kochen Sie?

Statt in den Urlaub zu fliegen, nehmen Sie die Bahn. Die Algarve hat schöne Bahnhöfe und die Bahnstrecke wird gerade 100 Prozent elektrifiziert. Endlich!

Ein anderes Beispiel. Sie nehmen eine Eichel (Samen) und pflanzen einen Baum in einen Blumentopf. Diesen Samen im Blumentopf stellen Sie ins Küchenfenster und bewässern ihn jeden Tag und bleiben neugierig, was da eines morgens auf Sie warten wird. Denn wenn Sie das Bewässern nicht vergessen, haben Sie bald einen neuen Freund.

In ein paar Monaten wird es wieder Winter bei uns in Portugal. Sie legen ihr Smartphone zur Seite und nehmen eine Schaufel in die Hand und buddeln bei uns im Botanischen Garten ein Loch. Dort zeigen wir Ihnen einen Platz für Ihren Baum, mit dem Sie sich verewigen können. Sie pflanzen Ihren Baum und gut ist es. Wir sorgen für das Schild. Denn jeder Baum wird einmal zu einem Schattenspender und beschenkt Sie mit Früchten. Denken Sie mal darüber nach …

Uwe Heitkamp (66)

ausgebildeter Fernsehjournalist, Buchautor und Hobbybotaniker, Vater von zwei erwachsenen Kindern, kennt Portugal seit 35 Jahren, Gründer von ECO123.
Übersetzer: Dina Adão, John Elliot

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