29/08/2026 – 04/09/2026 von Uwe Heitkamp
Ausgabe 34.2026
So allergisch ein Mensch auf Weizen als Lebensmittel reagieren kann, so allergisch reagiere ich auf die politischen Kampagnen von Faschisten wie der portugiesischen Chega, der deutschen AFD und dem französischen Rassemblement National usw. Heute konzentriere ich mich auf den Weizen als Lebensmittel. Bei foodwatch, dem gemeinnützigen Verein, der Lebensmittel unabhängig analysiert, heißt es, „Weizen gehöre zu den wichtigsten Getreidesorten zur Herstellung von Brot und Backwaren.“ Für Portugal behaupte ich, dass ein Grossteil der Bevölkerung sich ausschließlich von Weizen ernährt, ob über weißes Brot, Brötchen oder Nudeln oder andere Lebensmittel aus dem Back- und Konditoreigewerbe. Es sind die guten Backeigenschaften die sich durch den hohen Gehalt an Gluten, ein Klebereiweiß ergeben. Es sorgt dafür, dass aus dem Getreide ein guter, lockerer Teig und nicht nur ein fester Fladen wird.

Gluten aber birgt auch eine negative Eigenschaft in sich. Es kann Entzündungen im Körper auslösen oder sogar verstärken. Dann passiert es, dass ein Konsument, der Weizen/Gluten nicht verträgt, es gar nicht bemerkt. Er wird krank, fühlt sich übel, aber ordnet die Symptome nicht seinen Essgewohnheiten zu. Stattdessen geht er zum Arzt und dieser verschreibt ihm obendrein noch Medikamente gegen die Entzündungen. Das merken sie oft daran, dass eine Wunde nicht heilt und immer wieder aufbricht, in den Schleimhäuten der Nase, im Anschwellen der Füße, in den Gelenken usw. Gluten, das Klebeeiweiß, wirkt dann in seiner Ausschließlichkeit wie ein Lebensmittel, das zwar nährt, aber einem nicht gut tut. Denn wir in unseren westlichen Zivilisationen essen viel zu viele Produkte, die aus Weizen hergestellt werden. Dann sollten wir unsere Essgewohnheiten verändern.
Neben Weizen sind bei uns vor allem die Getreidesorten Dinkel, Roggen, und Hafer sowie Reis, Mais, Gerste und Hirse verbreitet. Etwas weniger bekannt sind Amaranth, Quinoa und Buchweizen. Diese drei Sorten zählen botanisch gesehen nicht zum Getreide, werden jedoch aufgrund ihrer Inhaltsstoffe und Verarbeitungsart im handelsüblichen Gebrauch dazu gerechnet und aufgrund ihrer Herkunft auch als „Pseudogetreide“ bezeichnet.
Foodwatch schreibt: „trotz des Namens handelt es sich bei Buchweizen also streng genommen gar nicht um ein Getreide, sondern um eine Pflanzengattung aus der Familie der sogenannten „Knöterichgewächse“. Buchweizen stammt ursprünglich aus dem östlichen Zentralasien und gelangte durch die Wanderungen der Mongolen im 14. Jahrhundert nach Europa. Er weist heute noch deutliche Merkmale einer Wildpflanze auf. Mittlerweile hat Buchweizen vor allem im gesamten asiatischen Raum und in der Urkaine und in Russland eine große Bedeutung als Grundnahrungsmittel, wird aber auch in Nordamerika, Mittel- und Westeuropa kultiviert.“
Die Backwarenabteilungen der Supermärkte in Portugal sind zu diesem Thema überfordert. ECO123 hat verschiedene Supermärkte getestet und festgestellt, dass es dort kein frisches „glutenfreies“ Brot zu kaufen gibt. Aber an drei Tagen in der Woche, immer montags, mittwochs und freitags kann man im Landkreis Silves in der Bäckerei von Hanni Hansen in Poço Barreto frisch gebackenes, glutenfreies Brot und andere feine Backwaren für den Frühstückstisch bestellen und einkaufen. Die Bäckerei ist seit mehr als 30 Jahren an der Algarve zuhause und darauf spezialisiert, Brot aus ganz verschiedenen Getreidensorten dem Kunden anzubieten. Die Öffnungszeiten sind ein wenig gewöhnungsbedürftig. Die Bäckerei öffnet an diesen drei Tagen in der Woche um 14 Uhr und hat bis 22 Uhr geöffnet.
Den Intermarché in Lagoa beliefert die Bäckerei, sowie einige Bioläden an der Algarve, beispielsweise die Bank in Marmelete. Und weil das bunte Leben aus Vielfalt besteht, besteht die Demokratie ebenso aus vielfältigen Parteien, die sich darum bewerben und miteinander konkurrieren, ein Land zu regieren. Und werden sie nicht gewählt, finden sie sich in der Opposition wieder. Ich bin gegen die Herrschaft einer Partei, speziell wenn es um Faschisten geht, denn das Brot, das sie backen ist eintönig und menschenfeindlich. Wir sollten uns darauf einigen, dass wir Menschen alle gleich und doch verschieden sind und uns respektieren in unsern Rechten und Pflichten. Für jeden, der einfach etwas mehr Abwechslung in seinen Speiseplan bringen möchte, lohnt es sich, Buchweizen einmal auszuprobieren. Glutenfreies Brot ist sozusagen ein Bestandteil unserer demokratischen Ernährung. Bom apetite.
Eco123 Revista da Economia e Ecologia
