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Waldbrände unbedingt vermeiden!

Ein schönes Foto wurde da vom Rathaus für uns angefertigt. Es soll die Protagonisten einer Baumpflanzung zeigen. Was also sehen wir? Den Bürgermeister, den Kommandanten der Feuerwehr, die anderen gewählten Vertreter des Landkreises Monchique und Angestellte des Rathauses, insgesamt sind es acht Personen, die sich vor einem Schild mit dem Text „#Construir o Futuro“ haben ablichten lassen. Es soll beweisen, dass die Damen und Herren etwas für die Zukunft des Landkreises Monchique getan haben: native Bäume pflanzen…

Aber der Fotograf hat zum falschen Zeitpunkt auf den Auslöser gedrückt. Schauen Sie sich die Hände der Protagonisten an. Die junge Frau, die Zweite von rechts, hat eine Hand in der Tasche. Mit der anderen Hand am Oberschenkel hat sie bestimmt keinen Baum gepflanzt. Überhaupt wissen die Dargestellten nicht, wohin mit den Händen. Sie verschränken ihre Arme vor der Brust, oder sie halten etwas in der Hand. Die Person ganz links: das ist Sonia Martinho, die an normalen Tagen im Rathaus für die Natur verantwortlich ist, also für den Wald. Hat sie eine Hacke in der Hand? Nein.

Dann steht auf dem Schild ein Geldbetrag. Nämlich 149.980,39 € ist für was ausgegeben worden? Besser wäre es gewesen, man hätte gar nichts geschrieben. Dann würden auch keine Fragen aufkommen. Für ein paar junge Bäume zahlt kein Mensch einen sechsstelligen Geldbetrag. So eine Eiche kann unmöglich mehr als fünf Euro kosten. Wofür also ist das Geld ausgegeben worden? Mehr Fragen als Antworten.

Kommen wir noch einmal zurück und beschäftigen wir uns mit den Händen der Protagonisten. Wenn jemand einen einzigen Baum pflanzt, sieht man das an den Händen. Die sind dann mit etwas Erde verschmutzt. Der- oder diejenige hat mit den Händen in der Erde gewühlt, hat mit einer Hacke im Boden eine Kuhle ausgehoben, hat Mulch oder Dung hineingeworfen und dann Wasser hinzugegeben und dann wieder etwas Erde darüber gehoben und wieder gemulcht. Manchmal, je nach Alter und Größe des zu pflanzenden Baumes, gibt man dem Baum einen Holzpfahl mit auf dem Weg ins Wachstum, weil er bei Wind & Wetter eine Stütze braucht, die ihn festhält, an die er sich lehnen kann. Hier hat niemand einen Baum gepflanzt. Hier hat jemand für ein Foto das Gesicht in die Kamera gehalten, wahrscheinlich wurde das Foto auch mit einem Smartphone gemacht. Das ist einfacher und geht schneller.

Früher wurden die Menschen bei der Arbeit fotografiert. Man lud die Presse dazu ein, ein Foto zu machen oder zwei, auch einen Bericht zu schreiben. Man sah den Schweiß, der dabei entstand und die Mühen, einen Baum nach den vielen Waldbränden, zu pflanzen. Man hatte immer eine Gießkanne oder einen Eimer mit Wasser dabei, und seit kurzem, wenn wir Bäume pflanzen, installieren wir ein Sprinklersystem zum Schutz des Baumes vor Waldbränden. Dann drückt jemand auf einen Knopf, es öffnet sich ein Wasserhahn und eine potente Pumpe drückt tausende Liter Regenwasser in ein unterirdisch verlegtes Rohr und der Sprinkler spritzt eine Wasserfontaine bis zu 20 Meter gegen das Feuer, um den Waldbrand zu löschen. Der Klimawandel macht nämlich sehr oft jede Baumpflanzung in Portugal zunichte. Entweder trocknet der junge Baum an heißen Sommmertagen völlig aus, oder aber weidende Ziegen fressen die Blätter der jungen Bäume ab. Bäume brauchen in den ersten fünf Jahren so etwas wie eine Bezugsperson, die sich um ihn kümmert. Manchmal übersteht er dann den nächsten Waldbrand, manchmal aber auch nicht. Es wäre wichtig, jedem jungen Baum eine Baumpatenschaft zu schenken, also einen Menschen, der sich kümmert, einen Kümmerer. Dann vielleicht, kann man nach fünf Jahren ein Schild aufstellen und einen Betrag ausweisen, wenn man weiß, wieviel die Natur Wert ist. Denn dann weiß man den Wert der Natur zu schätzen und wird keinen weiteren Waldbrand mehr zulassen. Man nimmt den Leuten die Streichhölzer weg, wenn sie ein Feuer machen wollen. Oder die Zigarettenkippen.

Und ja, es gibt heute auch schon Schreddermaschinen … das aber ist dann bereits eine andere Geschichte. Die CM Monchique verleiht gratis die Schreddermaschinen, um Mulch anzufertigen. Feuer & Waldbrände unbedingt vermeiden!

Uwe Heitkamp (66)

ausgebildeter Fernsehjournalist, Buchautor und Hobbybotaniker, Vater von zwei erwachsenen Kindern, kennt Portugal seit 35 Jahren, Gründer von ECO123.
Übersetzer: Dina Adão, John Elliot

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