Der drei Hektar große Botanische Waldgarten Esgravatadouro der von der Zeitschrift ECO123 in Caldas de Monchique im Süden Portugals betrieben wird, liegt exakt in der von der EU Kommission deklarierten Zone des Netzwerkes Natura 2000. Er ist die Oase in der Mitte einer Wüste aus Eukalyptusplantagen mitten in dem Naturschutzreservat 0037, das von der Europäischen Kommission bereits im Jahr 1992 proklammiert wurde.
Ich lese „Das Netzwerk Natura 2000 ist das europaweite ökologisches Netzwerk, dessen Ziel es ist, die biologische Vielfalt durch die Erhaltung oder Wiederherstellung natürlicher Lebensräume sowie wildlebender Pflanzen (auch heimischer Baumkulturen) und Tiere in einem günstigen Erhaltungszustand, durch den Schutz, die Bewirtschaftung und die Überwachung von Arten sowie durch die Regulierung ihrer Nutzung zu sichern. Diese Ziele werden unter Berücksichtigung ökologischer, wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und wissenschaftlicher Erfordernisse sowie regionaler und lokaler Besonderheiten umgesetzt…“
So hat es die CCDR (Comissão de Coordenação e Desenvolvimento Regional) in Faro auf ihrer Webseite formuliert. Ein Text ohne Herz und Seele, von Bürokraten verfasst und den Lesern vor die Füße geworfen. Diese Kommission für regionale Koordinierung und Entwicklung der Algarve, I.P., gegründet durch das Gesetzesdekret Nr. 36/2023 vom 26. Mai, ist eine öffentliche Einrichtung mit Sonderstatus, die Teil der indirekten Staatsverwaltung ist. Sie verfügt über administrative und finanzielle Autonomie sowie eigenes Vermögen und unterliegt der Aufsicht und Kontrolle des stellvertretenden Ministers für territoriale Kohäsion, gemäß Artikel 15 des Gesetzesdekrets Nr. 32/2024 vom 10. Mai. Eine Kontrolle durch die BürgerInnen und Bürger ist nicht vorgesehen. Aber ihre Aufgabe ist eine machtvolle. Sie verteilt nämlich die EU Subventionen an der Algarve. Unter einem Netzwerk Natura 2000 kann sich ein portugiesischer Beamter schlecht etwas vorstellen, denn er arbeitet in einem Büro mit Klimaanlage und kommt wenig mit der Natur in Berührung. Was also können wir von der CCDR erwarten?

Die verschiedenen Waldbrände haben in Monchique das Netzwerk Natura 2000 zerstört. ECO123 hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, der Natur etwas zurückzugeben, denn wir haben 12 Jahre lang bedrucktes Papier, also Bäume zu Zeitschriften transformiert, wenn auch das Papier nur Recyclingpapier war, so wurde es immerhin mit Geschichten aus der Wirtschaft und der Ökologie publiziert und das in Farbe. Uns ist sehr genau bewußt, was wir hier und heute machen und wie wir morgen arbeiten möchten. Wir pflanzen in unserem neuen Botanischen Waldgarten einen Mischwald aus heimischen Baumkulturen und – wir erscheinen wöchentlich samstags jetzt online, statt auf Papier gedruckt zu werden. Daran müssen wir uns erst noch gewöhnen. Sie als LeserInn auch und wir als Ihre Journalisten.

Denn der menschgemachte Klimawandel ist eine Tatsache und verändert das Leben auf der Erde. Katastrophen wie Waldbrände sind aufgrund der globalen Erwärmung wahrscheinlicher geworden und lehren uns eine sehr wichtige Lektion: Menschen, Behörden und Unternehmen müssen sich alle an neue Umstände anpassen. Der beste Weg, um Verluste zu vermeiden, ist die Umsetzung wirksamer Präventivmaßnahmen, wie beispielsweise eine robustere Bauweise von Gebäuden und Infrastruktur, auch der Schutz von Wäldern, um Naturkatastrophen besser standhalten zu können. Solche Vorsichtsmaßnahmen können dazu beitragen, auch in Hochrisikogebieten angemessene Versicherungsprämien aufrechtzuerhalten. Und vor allem: Um das zukünftige Risiko zu verringern, sollte in Hochrisikogebieten kein Neubau mehr erlaubt sein. Das sagt Dr. Thomas Blunck, Mitglied des Vorstands der Münchener Rück – einer der drei größten Rückversicherungsgesellschaften weltweit mit Sitz in der Königinstraße 107 in 80802 München, Deutschland.

„Munich Re ist Anbieter von Rückversicherungen, Erstversicherungen und versicherungsbezogenen Risikolösungen. Die Gruppe besteht aus den Geschäftsbereichen Rückversicherung und ERGO sowie der Vermögensverwaltungsgesellschaft MEAG. Munich Re ist weltweit tätig und in allen Sparten des Versicherungsgeschäfts aktiv. Seit ihrer Gründung im Jahr 1880 ist Munich Re für ihre unübertroffene Risikoexpertise und ihre solide Finanzkraft bekannt. Munich Re nutzt ihre Stärken, um die Geschäftsinteressen ihrer Kunden und den technologischen Fortschritt zu fördern. Darüber hinaus entwickelt Munich Re Deckungen für neue Risiken wie Raketenstarts, erneuerbare Energien, Cyberrisiken und künstliche Intelligenz. Im Geschäftsjahr 2024 erzielte Munich Re Versicherungserträge in Höhe von 60,8 Mrd. € und ein Nettoergebnis von 5,7 Mrd. €. Die Munich Re Gruppe beschäftigte zum 31. Dezember 2024 weltweit rund 44.000 Mitarbeiter…“
So beschreibt sich der Rückversicherer selbst. ECO123 beschäftigt sich mit den Folgen des menschgemachten Klimawandels. Wie hoch darf das Risiko werden, das eine Versicherung eingeht, wenn es ein Objekt, zum Beispiel ein Haus in einer Hochrisikozone wie beispielsweise Monchique oder Bordeira, um einmal zwei Orte im Südwesten Europas beim Namen zu nennen, versichert? Und wie haben die Waldbrände von Los Angeles das Leben der Rückversicherer verändert? In einer mehrteiligen Serie, deren einzelne Geschichten jeden Samstagmorgen online erscheinen, beschäftigen wir uns mit den wirtschaftlichen Folgen der Umweltzerstörungen durch den Klimawandel. Bleiben Sie zuversichtlich, denn wir Menschen haben es in unseren Händen, den Anstieg der Temperaturen des Klimas selbst zu bestimmen. Denn unser Verhalten macht den Unterschied. Ob wir genügsame Bäume pflanzen oder wasserintensive Invasoren, dieser kleine Unterschied macht viel aus. Ob wir Monokulturen von Eukalyptus pflanzen oder ein Mix aus Schirmpinien, Korkeichen und Johannisbrotbäumen, macht einen großen Unterschied. Denn während Monokulturen das Grundwasser aus dem Boden saugen, ist der Mix aus heimischen Bäumen die freundliche Alternative. Denn wenn das Wasser im Boden verbleibt, kann der Wald auch mal einen Winter mit weniger Regen überleben. Das Gleiche gilt für die Menschen, denn Grundwasser wollen unsere Kinder und Enkel in der nächsten Generation auch noch benutzen. Es geht also auch darum, sich Gedanken um die Zukunft zu machen. Wie zukunftsfähig sind wir Menschen im Jahr 2025? Fragen, die ECO123 stellt und Antworten, die wir für Sie bei Expertinnen einholen und mit Ihnen an dieser Stelle diskutieren.
Eco123 Revista da Economia e Ecologia
