01/08/2026 – 08/08/2026 von Uwe Heitkamp
Ausgabe 30
Apropos Waldbrände. Sie zerstören viel Natur und so manches Haus. Es geht auch ohne Waldbrand. Man muss nur schnell genug sein und sein Haus zu schützen wissen. Das habe ich in Monchique gelernt. Wie geht das?
Nach den desaströsen Waldbränden in und um Monchique des Jahres 2018 hatten nur wenige Haus- und Grundbesitzer die Kraft und das Geld, ihre verbrannten Häuser und Grundstücke aufzuräumen, neue Bäume zu pflanzen, die Ruinen in feuerfeste Häuser umzuwandeln.

Ein Bürgermeister und seine Verwaltung aber haben es in der Hand, zu helfen. Das Rathaus in Monchique, mit dem Bürgermeister Paulo Alves von der PS mit seinem Stadtrat und seiner Verwaltung haben es bisher nicht für wichtig erachtet, die Opfer aus dem Jahr 2018 zu Gewinnern des Jahres 2026 zu machen. Wenn man etwas verliert: Haus, Hab & Gut, müsste die Gemeinde doch Wert darauf legen, dass ein Waldbrandopfer sich gegen zukünftige Waldbrände besser schützt, schon allein deswegen, weil dem Rathaus sonst Steuergelder entgehen. Und um genau diese Investition in den Schutz geht es heute.

Wasser ist alles, ohne Wasser ist alles nichts.
Mindestens muss jedes Haus in Monchique seine eigene Zisterne bekommen, um Regenwasser zu sammeln. Das in einem ersten Schritt. Ein Haus muss feuerfest umgerüstet werden. Wie viele Häuser in Monchique sind feuerfest gebaut, können einen Waldbrand schadlos überstehen? Die Situation ist immer wieder und immer noch die Gleiche wie 2018. Würde morgen wieder ein Feuer über Monchique hereinbrechen, würden sicher wieder mehr als 100 Häuser den Flammen zum Opfer fallen, wie schon in 2018, 2003 und 1991. Nichts hat sich im Jahr 2026 zum Besseren verändert. Das Feuer kommt durch den Dachstuhl in die Häuser, der aus Holz gebaut wird. Türen, Fenster und Läden sind aus Holz oder aus nicht feuerfestem Material. Das ist eine willkommene Einladung an jedes Feuer.
Wir müssen die Waldbrandrisiken in unserem eigenen Häusern senken, durch unbrennbares Material. Beispiel gefällig? Bei der Wärmedämmung nehme ich immer Kork statt Esferovite. Mein Dachstuhl ist aus Stahlbeton.

Fieber in Zeiten von Klimakrisen.
Vor dem Hintergrund des Klimawandels mit seinen sommerlichen Hitzewellen von mehr als 40 Grad Celsius, vor dem Hintergrund der Waldbrände in Spanien, Frankreich und dem restlichen Südeuropa wäre es nicht langsam mal an der Zeit, etwas aus den Erfahrungen der letzten Jahrzehnte mit den Feuern zu lernen? Wer eine Zisterne mit mindestens 50m3 oder mehr sein eigen nennen kann, hat zumindest das Wasser, um rund um das Haus den Garten naß zu machen. Dazu braucht das Haus nur noch Dachrinnen. Das Regenwasser fließt von selbst in die Zisterne. Monchique Architektin könnte jederzeit Dachrinnen an den Häusern vorschreiben. Wer einen Generator besitzt, hätte zumindest ein Notstromaggregat, denn die Stromversorgung fällt immer zuerst aus, weil in Portugal die Stromleitungen inklusive Trafostationen ungeschützt über der Erde angebracht sind und als erstes verschmoren. Wasserpumpen ohne Elektrizität pumpen kein Wasser an den Brandherd.
Kommen wir zu einem Thema, bei dem die Feuerwehr und der Zivilschutz gefragt sind. Häuser, die nicht unmittelbar im Dorf stehen, sondern abseits im Campo, in den Bergen, alleinstehende Gehöfte sollten ein Sprinklersystem montieren, das jeder Hausbesitzer über mehrere Sprinkler bedienen und steuern kann.
Es muss so installiert werden, dass die Sprinkler gegen die Hauptwindrichtung montiert werden und Feuer von Haus & Hof fernhalten. Natürlich geht nichts über gute Wartung und Instandhaltung des Grundstücks. Büsche und andere brennbare Materialien sollten bis zum Sommer geschnitten sein. Invasive Baumarten wie Akazien und Mimosen überwuchern den Südhang vom Picota bis Caldas. Die Politik scheint das Thema vergessen zu haben.
2026 ist nicht klar, wer genau für die Straßenränder verantwortlich ist. Jedes Jahr kam bisher eine Equipe mit Freischneidern, die das manchmal meterhohe Gras gestutzt hat. In diesem Jahr hatte das Rathaus vermutlich kein Geld. Also geht die Verantwortung an den Haus– und Grundbesitzer über, die Grundstücke selbst sauber zu halten. Was, wenn es keinen Besitzer mehr gibt? Viele Grundbesitzer haben nach 2018 Monchique fluchtartig verlassen oder sind verstorben. Es gibt viele herrenlose Grundstücke in Monchique, auf denen das Gras, die Büsche und das Unkraut wuchern und einem Waldbrand gute Nahrung liefern.
Diese Grundstücke mit invasiven Baumarten sind eine Gefahr für die Allgemeinheit. Was schlägt das Rathaus in diesem Fall vor? Wenn ein Grundstück oder eine Waldfläche keine Besitzer mehr hat, das Unterholz wächst und wächst, was passiert dann? Statt sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen und Lösungen zu finden, promotet das Rathaus „Brot & Spiele“ wie im alten Rom. An erster Stelle auf ihrer Webseite bewirbt das Rathaus die „Noites no Mirante“ – zwei Musikkonzerte am 7. und 8. August. Da verschlägt es dem Journalisten die Sprache, besonders deshalb, weil er darauf aufmerksam macht, dass Musikkonzerte keinen journalistischen Wert an sich besitzen. Das Rathaus in Monchique hat uns nun in Kenntnis gesetzt, dass wir keine Informationen mehr aus dem Rathaus zugeschickt bekommen. Ob das die Situation verbessert und die Waldbrände verhindert?
Eco123 Revista da Economia e Ecologia
