Mittwoch, Juli 17, 2019
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Hände, die vergangene Schönheiten wiedererwecken.

violineIch kenne Meister Figueiras und seine kleine Werkstatt seit meiner Jugend. 50 Jahre sind seitdem vergangen. Ich liebte es ihm zuzuschauen, wie er Dinge herstellte oder reparierte, geduldig und ohne Eile. Selbst heute noch kehre ich, wann immer ich an seiner Tür vorbeikomme, auf einen Sprung bei ihm ein.
Er führte Restaurierungen für die Reichen und Berühmten durch und festigte Freundschaften zwischen Künstlern und Intellektuellen. Aber in seiner Bescheidenheit drückt er es so aus: „Ich habe im Laufe meines Lebens viele Freundschaften geschlossen.“

ECO123 – Meister Figueiras, wie sind Sie zu diesem Beruf gekommen?
Meister Figueiras – Vor 65 Jahren, ich war damals 13 Jahre alt, begann ich in der Werkstatt von Meister José Pedro Martins die Kunst der Tischlerei zu erlernen. Geld bekam ich dafür nicht. Erst nach Abschluss meiner 4-jährigen Lehrzeit erhielt ich einen Lohn von 50 Escudos pro Tag. Später ging ich nach Lissabon und, da ich mich sehr für Kunst interessierte, widmete ich mich der Schnitzerei und Malerei, Arbeiten, die ich besonders liebe.

Zu dieser Zeit ergab es sich, dass Sie mit wertvollen Hölzern und Werken in Berührung kamen?
So war es. Ich fing an, Kopien von Contadores anzufertigen, das sind Möbelstücke aus dem siebzehnten Jahrhundert, mit Elfenbein zu arbeiten, alte Gegenstände zu restaurieren …

Ich bin im Ausland sogar besser bekannt als in Portugal.

Aber Sie bekamen auch Aufträge aus dem Ausland. Wie kam es zu diesen Kontakten?
Ich bin im Ausland sogar besser bekannt als in Portugal. Ich habe viel für Deutsche und Holländer gearbeitet, in guten Zeiten in vielen Teilen der Welt. Ich wurde weiterempfohlen. Vor vielen Jahren reiste ich für einige Restaurierungsarbeiten nach Deutschland. Ich ging auch nach Paris, blieb dort aber nicht, weil ich einen Auftrag in der Schweiz angenommen hatte…

Sie beschäftigten sich auch mit der Restaurierung von Kirchenkunst?
Das ist richtig. Seit über 50 Jahren arbeite ich, neben anderen Klienten, für die Quinta da Donalda. Ich war derjenige, der dort die Kapelle restauriert hat. Ich bin auch bei anderen Kirchen im ganzen Land gefragt.

Wir wissen, dass Sie sich auch der Bildhauerei widmen und hatten vor vielen Jahren das Privileg, Ihre Sammlung von Christusfiguren zu bewundern.
Diese gibt es nicht mehr. Vor Jahren stellte ich sie in zwei örtlichen Luxushotels aus. Die Stücke wurden erworben, und geblieben sind mir nur die Fotos, die mein Freund Augusto Cabrita (1) in den Ausstellungen machte.

Es ist uns bekannt, dass Sie eine mit Perlmutt verzierte Geige aus Maulbeerbaumholz gefertigt haben. Besitzen Sie dieses Stück noch.
Aber ja! Ich schuf sie, als ich 19 Jahre alt war. Mein Großvater spielte und beschäftigte sich gern mit Violinen. Auch ich liebte sie seit meiner Kindheit. So beschloss ich, mir selbst eine zu bauen, und diese habe ich noch immer.
Es war an der Zeit, das Interview zu beenden und gemeinsam mit ihm und seinem Sohn Miguel, der gerade eine Pause einlegte, eine Tasse grünen Tee zu trinken (dem eine regenerierende Wirkung auf den menschlichen Körper nachgesagt wird). Er hatte daran gearbeitet, einen Kratzer von einem Möbelstück zu entfernen und etliche Stunden damit zugebracht, vorsichtig allen Lack zu entfernen und die Oberfläche zu glätten. Glücklicherweise gibt es einen Nachkommen, der die Arbeit und den mit Portimão verbundenen, in der überschaubaren Welt der Antiquitäten-Restauration weithin bekannten Namen fortführen wird.

José Antonio Figueiras | Rua Nova, 15 – 8500 Portimão
78 Jahre, hat einen Sohn, Miguel, der daran arbeitet, die Kunst seines Vaters noch weiter zu vervollkommnen.

About the author

José Garrancho stammt aus Sines, lebt aber in Portimão, ist 63 Jahre alt, verheiratet, hat einen Sohn. Pensionierter Hoteldirektor, Ausbilder, Journalist und Fotograf.

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