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Der Funke springt über….

ELF, Incêndio em Superior Lumber. Foto: Roy Milburn

Wer wie wir in Portugal zur Zeit die Rauchfahnen und Stinkbomben der Kanadischen Waldbrände aus Alberta und Saskatchewan zu spüren bekommen weiß, daß Wetter selbst über den Atlantischen Ozean hinweg krasse Auswirkungen in anderen Teilen der Welt haben können. Googeln Sie mal Saskatchewan. Dann sehen Sie, wie weit die Waldbrände von Portugal, von Europa entfernt liegen. Und trotzdem atmen wir die verbrannten Wälder Nordamerikas zur Zeit tagtäglich ein und aus, als wären die Waldbrände in einer Nachbarregion des Alentejo zuhause.

Wir müssen begreifen, daß Waldbrände kein isoliertes lokales Geschehen darstellen, sondern länder- und grenzübergreifend zu sehen und zu begreifen sind und globale Auswirkungen besitzen. Deswegen gilt weltweit nicht nur höchste Alarmbereitschaft, sondern das Ziel der Feuervermeidung sollte im Mittelpunkt jeglicher Politik und Krisenintervention stehen. Wie kann das funktionieren? Feuervermeidung ist keine lokale Aufgabe, aber sie beginnt vor der eigenen Haustür. Wenn ein Waldbrand erst einmal außer Kontrolle gerät, heißt das doch nur, der Mensch, der Zivilschutz, die Feuerwehren, die Politiker haben den Kampf gegen das Feuer aufgegeben, sie haben den Kampf verloren, die Aufgaben sind den staatlichen Institutionen über den Kopf gewachsen.

Wenn Holzhäuser neben Pick-Ups verbrennen, wenn Wälder lichterloh brennen, wenn Löschen nicht mehr ausreicht, um den Waldbrand einzudämmen, dann läuft etwas grundlegend falsch im Leben und bei der Krisenintervention. Wer flüchtet oder evakuiert wird, sollte besser jetzt schon in die Stadt umziehen und der Natur den Rücken kehren. Denn Beton brennt nicht. In der Natur hingegen werden Menschen gebraucht, die unter allen Umständen bereit sind, zu kämpfen und erst dann zufrieden sind, wenn das vierte Naturelement, das Feuer gelöscht ist. Noch besser wäre es allerdings, es würde von Anfang an gar nicht erst brennen. Wie macht man so was?

Die Frage, wodurch entstehen Waldbrände, sei deshalb durchaus erlaubt zu stellen. Die Nummer 1 in der Statistik der Waldbrandursachen ist die Fahrlässigkeit im Umgang mit dem Feuer. Menschen können sich sehr oft sehr schlecht selbst einschätzen. Sie machen ein Feuer, um Reste der Natur zu verbrennen, statt die grünen Reste zu Mulch zu schreddern. Dann kommt Wind auf, das Feuer gewinnt an Kraft, wird angeheizt und gerät außer Kontrolle. Oder ein Eukalyptusbaum schlägt gegen eine Hochspannungsleitung und veursacht Funkenflug. Oder einfach nur eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe verusacht ein Feuer. Sogar schon eine achtlos weggeworfene Flasche aus Weißglas kann wie ein Brennglas einen Waldbrand verursachen. Fahrlässigkeit ist der Feind der Achtsamkeit. Es beginnt mit einer achtsamen Erziehung in der Schule und im Elternhaus. Das Ziel lautet: wie vermeide ich Waldbrände? Möchten Sie uns dazu etwas mitteilen?

Die Nummer 2 in der Statistik der Waldbrandursachen ist der Vorsatz, einen Waldbrand zu legen. Jemand geht mit dem Ziel in den Wald, ihn anzuzünden, ein Feuer zu legen. Wie sollte eine Gesellschaft mit einem potentiellen Brandstifter umgehen? Sind Sie dafür, dass ein Brandstifter eine Mindestfreiheitstrafe von fünf Jahren Gefängnis oder mehr bekommt? Möchten Sie uns dazu etwas mitteilen?

ECO123 wird durch den Sommer 2025 dem Thema Waldbrand besondere Aufmerksamkeit schenken. In Reportagen und Interviews nähern wird uns dem vierten Element, dem Feuer und thematisieren es. Der Wald darf nicht brennen, auch deswegen nicht, weil er CO2 in Sauerstoff umwandelt. Wälder sind lebendige Organismen und brauchen unseren besonderen Schutz. Möchten Sie uns dazu etwas mitteilen?

Schreiben Sie an ECO123 eine Email mit ihren Vorstellungen und Anregungen:

theobald.tiger8550@gmail.com

 

Uwe Heitkamp (65)

ausgebildeter Fernsehjournalist, Buchautor und Hobbybotaniker, Vater von zwei erwachsenen Kindern, kennt Portugal seit 35 Jahren, Gründer von ECO123.
Übersetzer: Dina Adão, John Elliot, Patrícia Lara
Fotos: Roy Milburn , Jeremy Walton

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