Donnerstag, November 21, 2019
pt-ptende
Startseite | Portugal | Leben | Essen und Trinken | Wo sich das Kulturerbe spüren lässt
restaurante museum of cuttlefish

Wo sich das Kulturerbe spüren lässt

Museum des Tintenfisches

Es ist unmöglich, an Tintenfisch zu denken, ohne sich unweigerlich auf die Stadt Setúbal zu besinnen.

Tintefischspiess
Tintefischspiess

Alle Regionen besitzen ihre kulinarischen Spezialitäten, und Setúbal bildet da keine Ausnahme. Lissabon hat die gegrillte Sardine, Porto die Kutteln. Denken wir an Tintenfisch, speziell an gegrillten oder geschmorten, erinnern wir uns an Setúbal. Bisher gab es aber keinen Ort, der den Tintenfisch in der geschichtlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Tradition der Region entsprechend würdigte.

Das Museum des Tintenfisches, das im Sommer 2003 im Herzen von Setúbal, an der Avenida Luísa Todi, eröffnet wurde, möchte die traditionelle Gastronomie am Sado auch in Zukunft leben. Nebst dem Restaurant, gibt es ein Museum mit freiem Eintritt, wo Skulpturen, Fischereiutensilien, Informationstafeln und Fotos gezeigt werden, die die Wichtigkeit und die jahrhundertelange Tradition des Tintenfisches in der Region aufzeigen. Dies ist aber nicht der einzige Grund, warum sich das Museum in die Geschichte des Sados einfügt. Es befindet sich in einem restaurierten Haus am Fluss der Fischerstadt, welches verfallen und unbewohnt war.

Jedes Gericht wird in der zeitgenössischen Küche unter die Lupe genommen

Im Gegensatz zu anderen Museen, beschränkt sich dieses nicht einzig auf die Geschichte. Hier kann die Geschichte mit allen fünf Sinnen nachgelebt werden, indem eine reiche Auswahl an Tintenfischgerichten gekostet werden kann, ohne dabei den geschmorten Tintenfisch, der Setúbal in der ganzen Welt berühmt gemacht hat, zu versuchen. Das Erfolgsgeheimnis dieses Leckerbissens liegt in der Verwendung von frischem Tintenfisch, ein Muss für das Museum des Tintenfisches.

Setúbal und sein Museum leben aber nicht vom geschmorten Tintenfisch allein. Ein anderes typisches Gericht wie der Bohneneintopf mit Tintenfisch steht ebenfalls zur Auswahl. Es gibt nichts Besseres, als ein Essen mit dem Schlemmen von Tintenfisch-Teigtaschen oder Pataniscas zu beginnen. Schließlich ist das Museum diesem Weichtier ganz und gar verfallen.

gefüllter Tintenfisch
gefüllter Tintenfisch

Außerdem können wir zwischen einem Dutzend Variationen von Tintenfisch wählen: Spaghetti oder Reis mit Tintenfisch, Tintenfischspieße oder den klassischen Tintenfisch „à lagareiro“. Das Museum wartet auch mit innovativen Gerichten der typischen Gastronomie der Region auf. Jedes Gericht wird in der zeitgenössischen Küche unter die Lupe genommen, ohne dabei seine Persönlichkeit und seinen Charakter der Sado Region zu verlieren.

Wer nicht unbedingt ein Liebhaber des Tintenfisches ist oder Lust auf ein anderes Gericht hat, kann trotzdem zwischen Fleisch- und Fischgerichten wählen. Der Durchschnittspreis beläuft sich auf zehn Euro. Die Kellner sind wie in jedem anderen Gourmetrestaurant ähnlich, erlesen auch die Dekoration und das Ambiente.

Im Museum des Tintenfisches lebt man wahrhaftig die gastronomische Geschichte Setúbals mit allen fünf Sinnen nach

Die Region Setúbal ist genauso bekannt für seine Gastronomie, wie für seinen Wein. Auch dieses Detail wurde im Restaurant nicht vergessen. Im Museumstrakt des Gebäudes findet sich ein beeindruckender Weinkeller. Und nicht zuletzt kann im Restaurant auch zwischen verschiedenen Nachspeisen gewählt werden. Unter den Süßspeisen hebt sich der schwarze Tintenfisch hervor, der in Wirklichkeit aber nichts weiter als schwarze Schokolade in Form eines Tintenfisches ist.

Avenida Luísa Todi, 49 – Setúbal (Santa Maria da Graça)
TM: 937360061
www.museudochoco.pt
www.facebook.com/museudochoco

About the author

Hugo Filipe Lopes:Soziologe, Abschluss in Klinischer Ernährung der Fakultät Ega-Moniz der Uni Lissabon. Mitarbeiter in verschiedenen Online-Publikationen, Ausbilder und Ernährungstherapeut. Auszeichnungen in Wettbewerben des “Casa da Imprensa” und “Lisboa à Letra”.

KFZ von Lisboa nach Setúbal u.z.: 12,03 kg CO2.

 

Check Also

Vegetarische Genüsse aus dem Land des Königs

Orangefarben ist keineswegs gleichzusetzen mit mandarinenfarben, da letzeres sich exklusiv auf Guimarães bezieht, genauer gesagt …

Hinterlasse eine Antwort

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.