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Ein Topf mit vielen guten Zutaten aus dem eigenen Garten

Unser Ziel ist die Lebensmittelautonomie. Dazu benötigen wir fünf Jahre Zeit. In fünf Schritten erreichen wir unser Ziel. Im ersten Jahr bearbeiten wir den Boden, machen ihn sauber und die Erde fein, nehmen die Steine raus und jäten Unkraut. Gleichzeitig legen wir einen Komposthaufen an und nehmen die Erde dieses Komposthaufens als Dünger für das erste Saatgut im zweiten Jahr: Kartoffeln und Zwiebeln, Erbsen und Bohnen, Tomaten und Paprika und vieles mehr. Ich empfehle Nachahmern einen Permakulturkursus im Vale da Lama bei Lagos. Nahezu alle Zutaten stammen heute aus unserem eigenen Garten. Geerntet habe ich – wir befinden uns im dritten Jahr – grüne Bohnen, Brokkoli, Tomaten, Zwiebeln, Kartoffeln und Süßkartoffeln, Knoblauch und Lorbeerblätter vom Baum: unser Herbstessen an einem beliebigen Tag der Woche.

Dazu schwimmen Erdbeerpflänzchen auf Korkplatten in einem 5 x 2 m großen Wasserbecken für Aquaponik und wir experimentieren jetzt auch schon mit Kräutern. Das hat den Vorteil, dass wir uns die Bewässerung sparen, denn die Pflanzen schwimmen ja im Wasser.

Kommen wir also zu unserem Mittagessen: dazu nehme ich Linsen aus Spanien, die ich im Bioladen kaufe, oder Kichererbsen, die ein alter Bauer uns sonntags im Dorf feilbietet. Wir sind noch nicht so weit, dass die Kichererbsen aus der eigenen Erde stammen: vielleicht aber schon im nächsten Jahr. Fast überall in Portugal gibt es lokale Bauernmärkte. Die benötigen einen Boost und deshalb kaufe ich dort ein Mal die Woche ein: den Honig ebenso wie die Maiskolben oder die eingelegten Oliven, aus denen ich eine Paté zaubere, eine Delikatesse als Vorspeise mit frischem Brot: in Knoblauch-, Zitronen- und Oregano-Tunke eingelegte Oliven entkernen und mit dem Zauberstab zu einer feinen Paste mahlen, etwas eigenes Olivenöl hinzutun, etwas Oregano, je nachdem auch etwas Salz. Schon ist die Vorspeise fertig.

Demnächst, ab November, ernten wir auch wieder Oliven wie jedes Jahr. Da es ein bisher sehr trockenes Jahr ist, wird die Ernte vermutlich sehr karg ausfallen. Im letzten Jahr hatte uns die Mühle aus etwas mehr als 100 kg Oliven rund 10 Liter kaltes Olivenöl gepresst. Das geht jetzt zur Neige. Aber wenn ich mit meiner Glasflasche (5lt) nach Padieiros bei Alferce fahre, kann ich mir die goldene Flüssigkeit abzapfen lassen. Preis: sechs Euro der Liter. Wunderbarer erdiger Geschmack. Eigene frische Oliven lege ich dann auch selbst ein.

Neulich waren wir sonntags zum Brombeerenpflücken in den Bergen unterwegs. Daraus haben wir später Marmelade gemacht. Aus den vielen Tomaten des Spätsommers koche ich während einer langen Woche auf kleiner Flamme eine wunderbare Tomatensoße für die Winterspaghetti. Wir leben nicht vegan, aber essen kein Fleisch mehr. Was wir im Sommer nicht verbrauchen, konservieren wir auf traditionelle Art für den Winter. Kartoffeln aber ernten wir sogar schon vier Mal im Jahr. Jeden Samstag besorge ich ein paar Liter Ziegenmilch von meinem Nachbarn José. Die Eier bekomme ich freitags von António oder Eric. Manchmal kaufe ich einen Ziegenkäse von Peregrina oder Monique. Im Moment trocknen wir Feigen. Später klopfen wir die Mandeln

Und dann beginne ich das Mittagessen vorzubereiten: brate drei mittelgroße Zwiebeln in einem Topf mit Olivenöl an, würze mit Flor de Sal aus Tavira und rotem Pfeffer vom Pfefferbaum aus dem Garten. Und los geht es. Für vier Personen nehme ich einen Liter Wasser, etwas vom veganen Brühwürfel (Achtung: ohne Palmöl!) und lasse die Zwiebeln auf kleiner Flamme im mittelheißen Olivenöl ganz langsam goldbraun werden, das Wasser hinzugeben, die zwei Lorbeerblätter, die Bohnen, den Brokkoli, etwas später die kleinen schon fast trockenen Tomaten, ein Rest vom Sommer und die (Süß) Kartoffeln. Wir können alles verwenden, was wir noch in der Küche übrig haben: Paprika oder Zucchini oder auch Mohrrüben in kleinen Stückchen gewürfelt. Nicht vergessen: die gewaschenen Linsen oder die eine Nacht lang gewässerten Kichererbsen.

 

Rund 45 Minuten lasse ich die bunten Zutaten in der leicht köchelnden Brühe vor sich hin garen. Falls nötig, etwas Wasser hinzugeben. Abschmecken, die Lorbeerblätter entfernen, etwas Orgeano und Olivenöl hinzugeben und auch eine Piri Piri kurz vor Schluss einschneiden und gut verteilen. Das gibt dem Eintopf den richtigen Abschluß.

Kommen wir zum Nachtisch. Heute gibt es einen, veganen Erdnusskuchen, der aus Dinkel- oder glutenfreiem Buchweizenmehl, 50 Gramm Vollrohrzucker, 50 Gramm grob gemahlenes Erdnussmuss und fünf Esslöffeln Johannisbrotpulver und 15 Gramm Backpulver und einem halben Teelöffel Natron, einem Teelöffel Bourbon-Vanille gemacht wird. Es fehlen noch 125 ml Sonnenblumenöl, 225 ml Mandelmilch und 75 ml Honig oder besser, man nehme Agavensirup. Wie wir das mischen und einen guten Kuchen hinbekommen, lesen jetzt online auf

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Guten Appetit.

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