Montag, September 16, 2019
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Schwierig zu wissen, wo ich zuhause bin

Lourdes Picareta | Filmemacher

Lourdes Picareta wurde vor 58 Jahren in Santa Iría, im tiefsten Alentejo geboren. In Almada machte sie ihr Abitur. Sie spricht Portugiesisch, Deutsch, Französisch, Spanisch, Englisch und Griechisch. Zwei Jahre nach der Nelkenrevolution tauschte sie Portugal gegen Deutschland, um in Mainz und München Geschichte, Kunst und Deutsche Philologie zu studieren. Danach begann sie sich für Journalismus zu interessieren und ging zum Deutschen Fernsehen wo sie bis heute für mehrere Sendeanstalten in der ARD arbeitet. Jedes Jahr macht sie drei bis vier lange Dokumentarfilme, von denen viele auch bei ARTE, dem französisch-deutschen Sender und auf 3sat ausgestrahlt werden. Ihre journalistische Reise durchs Leben führte sie zu vielen ökologischen und sozialen Brennpunkten dieser Erde. Für den Film „Gemachte Armut“, wurde sie 2013 für den begehrten deutschen Grimme Preis nominiert. Im vergangenen Jahr veröffentliche sie einen sehr authentischen Film im Deutschen Fernsehen, den sie „Meine Heimat Alentejo“ nannte*. ECO123 besuchte sie während ihres Urlaubs an der Westküste.

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Sie sind Portugiesin. Ihr Ehemann ist Grieche. Sie leben in Deutschland und machen Urlaub im Alentejo. Was machen Sie mit Ihrer Zeit?

Ich erlebe sie. Ich bin immer sehr neugierig. Ich empfinde die Zeit als ein sehr großes Gut. Sie ist wie ein Gefäß. Man kann es füllen oder leerlaufen lassen. Beides hat seinen Wert. Manchmal lohnt es sich, das Gefäß zu füllen. Aber manchmal muss man es auch leerlaufen lassen. Die Zeit genießen und spüren. Einen Beruf in einem Kulturkreis auszuüben, der nicht der eigene ist, ist manchmal kompliziert und nervenzerreißend. Dann muss man wieder zu sich finden und vergegenwärtigen, man ist in Santa Iría geboren, in einem kleinen Dorf mit wenigen Ansprüchen, wo die Menschen überlebt haben. Die Grundlagen dieser ganz einfachen Lebensweise sind wichtig. Der Mensch braucht gute Nahrung, gute Luft, wenig drum herum und das Meer. Die Natur. Ich glaube, ich bin hier und jetzt und in meinem Leben eins mit ihr. So bin ich groß geworden. Wir sind ein Teil der Natur und doch machen wir mit ihr oft Sachen, die man auch als Müll bezeichnen kann.

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