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Von der Algarve in die ganze Welt.

Die Organisation “A Rocha” entstand im Jahre 1985 an der Algarve und ist heute in 20 verschiedenen Ländern zuhause (inkl. Großbritannien und USA). Der anglikanische Pastor und Ornithologe Peter Harris verwirklichte damit seinen Traum und zwar in einer Zeit, in der Umwelt und Umweltschutz in Portugal noch sehr kleingeschrieben wurden. Er entschied, die Erhaltung der Natur als missionarisches Ziel in das soziale Pflichtenheft der Kirche einzubinden. „A Rocha“ (der Fels) bleibt seinem Namen treu. Der Gründer und heutige Ehrenpräsident bekräftigt den großen portugiesischen Beitrag an der Projektphilosophie. ECO123 führte mit seinem Direktor Marcial Felgueiras ein Gespräch. Felgueiras ist auch verantwortlich für die Kommentierung von Umweltfragen bei politischen Entscheidungen, die Leitung des Zentrums, die Unterkunft der Studenten und Forscher verschiedenster Nationalitäten und die Leitung eines großen Teams.

“Der anglikanische Pastor Peter Harris wählte seine Gemeinde in England aufgrund der Nähe zum Flußdelta, wo er Vögel beobachten konnte. Wie er selbst sagt, halfen ihm die Vogelbeobachtungen bei Sonnenaufgang, die langen

Mönchsgrasmücke
Mönchsgrasmücke

Arbeitsbesprechungen zu überstehen“, berichtet uns Marcial Felgueiras. „Später stellte er fest, dass die Christen zwar sehr oft über Gott, den Schöpfer, sprachen, sich jedoch wenig um die Schöpfung dieses Gottes kümmerten. Er überlegte sich, wie er die Gläubigen mit der Natur vereinen könnte. Eigentlich hatte er entschieden, als Missionar nach Afrika zu gehen. Die Leidenschaft für die Natur begann zu wachsen und er fragte sich, ob die missionarische Organisation, der er angehörte, diese zwei Komponenten wohl zu verstehen und verbinden vermöge.“

Wiegen und setzen des Ringe
Wiegen und setzen des Ringe

Ornithologie war in den ersten sieben oder acht Jahren der einzige Bereich, in der die Organisation tätig war. Da bis zu diesem Zeitpunkt die Vogelbeobachtung in Portugal unüblich war, ist der Organisation „A Rocha“ eine große Bedeutung zuzumessen, ist sie doch in vier von fünf Fällen offizieller Ansprechpartner. Für die Organisation stand der Umweltaspekt in seiner Gesamtheit immer an erster Stelle. Es wurden Protokolle mit anderen Umweltschutzvereinen ausgearbeitet. Marcial Felgueiras gegenüber ECO123: „In den 90-er Jahren wurden die bestehenden Pflanzen aufgezeichnet, das Programm Natura 2000 ins Leben gerufen, indem Habitate geografisch erfasst und Studien über Käfer durchgeführt wurden, wobei mehr als 200 verschiedene Spezies entdeckt wurden. Mehr als 25% des tierischen Lebens dieses Planeten besteht aus diesen Tieren. Wir wissen nicht, was ohne sie geschehen würde. Ein Forscher erforscht maximal eine Familie. Vor circa 20 Jahren haben wir die Motten untersucht, wobei diese Gattung mehr als 600 Spezies enthält. Wir haben in einer einzigen Nacht gleich zwei neue Spezies innerhalb einer Entfernung von vier km entdeckt“.

Vor kurzem konnten sie die Zerstörung von Habitaten in der Ria de Alvor verhindern, befürchten jedoch deren Zukunft, da anhängige Projekte im Herzen der Ria – der Quinta da Rocha – bestehen. Würde dieses Projekt bewilligt, stiegen die in Rede Natura 2000 (1) integrierten Bewohner auf den 2.500 Hektar von jetzt 85 auf über 400 an: und mit ihnen Autos, Hunde, Fahrräder, Müll, Wasserkonsum, Abwasser etc., sieht man einmal von den Infrastrukturen und Erdbewegungen einmal ab.

Das Zentrum ist jeden Donnerstagmorgen ab 10 Uhr für Interessierte geöffnet (falls es nicht regnet), um der Messung, dem Wiegen und der Beringung von eingefangenen Vögeln innerhalb eines strategischen Netzes auf dem Anwesen beizuwohnen.

Marcial Felgueiras

Marcial Felgueiras

Agronom mit Abschluss an der Uni Évora. Masterarbeit an derselben Uni und in derselben Studienrich- tung, jedoch mit Schwerpunkt auf Umwelt und Bewässerungssyste- me. Zurzeit arbeitet er an der Fer- tigstellung seiner Dissertation über den Einfluss und die Veränderung der Bodennutzung auf die Vögel. Viele publizierte Artikel über die Vogelwelt mit Schwerpunkt auf die Vogelwanderung.

About the author

José Garrancho stammt aus Sines, lebt aber in Portimão, ist 63 Jahre alt, verheiratet, hat einen Sohn. Pensionierter Hoteldirektor, Ausbilder, Journalist und Fotograf.

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