Donnerstag, Juli 19, 2018
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Vermittelt Fingerspitzengefühl

Mit der Hand in der Erde hat schon manche Erfolgsgeschichte in der Landwirtschaft begonnen. Auch bei CEARTE, dem portugiesischen Berufsausbildungszentrum für Kunsthandwerk und Kulturerbe (Centro de Formação Profissional para o Artesanato e Património) mit Sitz in Coimbra ist Fingerfertigkeit gefragt. So wird neben traditionellen Kunsthandwerks-formen auch ökologischer Landbau gelehrt.

Anbaumethoden von damals (técnicas de cultivo do antigamente), so beschreibt Ausbilder Joaquim de Silva, (45) die 50 Stunden. Man lernt, wie man ganz ohne Chemie den Boden zur Bestellung vorbereitet, instand und fruchtbar hält und Pflanzen pflegt. Die Teilnehmer erfahren, was es bedeutet, sich artgerecht um Aufzucht, Gesundheit und Wohlergehen von Tieren zu kümmern, sowie Kontroll- und Zertifizierungsverfahren zu handhaben. Im 200-stündigen Kurs lernt der Seminarist weiterführend, wie eineR die Theorie in die Praxis umsetzt. So schnell ist natürlich noch kein Bio-Bauer geboren, doch bei CEARTE wird Neugier geweckt und Fingerspitzengefühl vermittelt. Der nächste Kurs Theorie in ökologischem Landbau findet vom 1. bis 31. August in Sesimbra statt und ist für beruflich aktive Menschen im Alter von 18 bis 65 Jahren sogar umsonst.

Ausbildung zum Bio-Bauern

Die landwirtschaftliche Hochschule von Coimbra (Escola Superior Agrícola de Coimbra – ESAC) ist die einzige Hochschule Portugals, die seit 2005 praxisbezogen ökologische Landwirtschaft lehrt und zudem noch über zwölf Hektar biologisch zertifizierte Produktionsfläche verfügt. In zwei Jahren kann einer dort die Prinzipien des ökologischen Landbaus in Form eines höheren Techniker-Kurses (Técnico Superior Profissional em Produção Agrícola Biológica) erlernen, in weiteren drei Jahren tagsüber und unter der Woche einen Bachelor in ökologischer Landwirtschaft (Licenciatura em Agricultura Biológica) absolvieren und in noch zwei Jahren seinen Master (Mestrado em Agricultura Biológica) im Abendlehrgang oder an Freitagnachmittagen und Samstagen abschließen. Man lernt dort nicht nur, wie man das gelernte Wissen in die Praxis umsetzt, sondern auch, wie eineR andersherum, aus der Praxis in die Theorie, Geschäftsideen entwickelt, durchdenkt und umsetzt.

Bewerben können Sie sich für das Wintersemester 2018/2019 in zweiter Phase noch bis zum 16. Juli und in dritter Phase bis zum 17. September 2018.

In Janas wird nie ausgelernt

Auch in einem der vielen Öko-Dörfer Portugals, wie zum Beispiel in Janas bei Sintra, kann einer als angehender Biobauer noch so einiges dazu lernen. Von Hidromel- und Pilzproduktion, über Apfelwein-Kelterei, ökologischer Herstellung von Düngemitteln, Baumpflege und Permakultur: Portugal wird uns dort als Land der unbegrenzten Land-Wirtschafts-Möglichkeiten vorgestellt. Stetig variierende Kurse werden das ganze Jahr über angeboten und wer Wissen teilen möchte, kann selbst einen Workshop entwerfen und dort anbieten.

Wer passt auf unsere Wälder auf?

Nachdem der Berufsstand des Forstwächters in 2006 unter der Regierung von José Socrates zum Tode verurteilt wurde, ist das Urteil ein Jahrzehnt später nun revidiert worden. Der Forstwächter ist nun in einer neuen Gesetzesverordnung (Decreto-Lei nº247/2015) als offizielle Einrichtung der Kriminalpolizei verankert. Im Januar dieses Jahres, erreichte ECO123 die Information, dass Innenminister Eduardo Cabrita die Rekrutierung 200 neuer Forstwächter beabsichtige. Jedoch wird diese Rekrutierung in erster Phase ausschließlich innerhalb der Nationalgarde (Guarda Nacional Republicana – GNR) erfolgen. Eine öffentliche Stellenausschreibung ist in zweiter Phase vorgesehen, wird jedoch voraussichtlich nicht mehr in 2018 geschehen. *

Wer sich beruflich mit dem Forstschutz auseinandersetzen und damit nicht bis 2019 warten möchte, kann sich beim portugiesischen Wald- und Naturschutzinstitut (Instituto da Conservação da Natureza e das Florestas – ICNF) als Naturwächter (Guardas e Vigilantes da Natureza) auf eine der Stellen in einem der portugiesischen Nationalparks bewerben. In der Rubrik Personalwesen wurden Ende Mai auf der Seite des ICNF 90 Stellen als Naturwächter ausgeschrieben. Offiziell wird für diese Position nur die Mindestzeit schulischer Grundbildung (Escolaridade Mínima Obrigatória) erwartet, jedoch hat ECO123 aus gut unterrichteter Quelle erfahren, dass die letzten zugelassenen Naturwächter größtenteils über einen abgeschlossenen Hochschulabschluss verfügten. Also bleiben Sie am Ball!

Milena Kalte

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