Samstag, September 21, 2019
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Lura – natürlich lernen

Nur wenige Minuten von Faro entfernt befindet sich die „Lura”, ein Lernbauernhof mit dem Slogan „natürlich lernen”. Dort fördert man Umwelterziehung in Verbindung mit wissenschaftlichen Kenntnissen. ECO123 sprach mit der Gründerin Sara Vitor.

ECO123: Was kann man sich unter dem Projekt Lura vorstellen?

Sara Vitor
Sara Vitor

Sara Vítor: Es begann als Ausweg für eine Lehrerin ohne Anstellung. Es ist der Versuch mit dem Unterrichten fortzufahren, mit Kindern zu arbeiten und dabei dieses mit meiner persönlichen Entwicklung und mit der Rückkehr zu meinen Wurzeln zu verbinden. Daher bin ich nach „Lura” zurückgekommen, dem Zuhause meiner Familie. Ich versuche dieses Stück Land für die biologische Landwirtschaft zurückzugewinnen und meine Arbeit mit Kindern weiterzuführen, dabei Grundsätze, wie Nachhaltigkeit, Schutz der Umwelt und Produktion und Anbau von regionalen Produkten, zu lehren.

War die Gründung und Genehmigung sehr bürokratisch?
Ein wenig, aber glücklicherweise verlief alles immer recht gut. Trotzdem wurden mir gewisse Schranken gesetzt. Alles, was hier gebaut wird, ist von mir oder meiner Familie finanziert worden. Von der Durchführung bis zu den Lizenzen schaffte ich alles in einem akzeptablen Zeitrahmen. Am Ende bekam ich die Information, dass es einfacher gewesen wäre, wenn es sich um ein touristisches Projekt gehandelt hätte. Aber das ist nicht mein Fachgebiet. Was ich gut und kompetent kann, ist das Unterrichten und das Weitergeben von Wissen, von Werten und Grundsätzen an eine neue Generation. Also muss ich das auch tun.
Warum haben Sie sich für dieses Projekt entschieden?
Zum einen war es immer ein Ziel meiner Familie, dieses Land zu nutzen. An zweiter Stelle steht, denke ich, dass ich in der Form als Lehrerin und mit meiner tiefen Verbundenheit zum Landleben, zu diesem Grundstück und zur Geschichte weiter unterrichten und selbst dabei mehr lernen kann. Außerdem war es ein Weg, nicht auswandern zu müssen, denn ich glaube an meine Fähigkeiten und dass ich etwas für mein Land tun kann. Das ist aber sinnlos, wenn ich nicht hier bin.

Sie hatten Unterstützung durch die das portugiesische Crowdfunding PPL. Wie waren Ihre Erfahrungen?
Sehr gut. Freunde vermittelten mich dorthin und erzählten mir von dieser Finanzierungsmöglichkeit. Ich rief dann einen der Verantwortlichen an und eines kam zum anderen. Ich drehte ein Video und stellte mein Projekt vor(1). Überraschenderweise klappte diese Form der Verbreitung an die Öffentlichkeit: obwohl die größte Unterstützung von Seiten meiner Familie kam, hatte ich auch Hilfe von Leuten, die ich nicht kenne. Wir hatten 40 Tage Zeit für die Werbung und erreichten das Ziel, soviel Geld zu sammeln, dass es für eine Behindertentoilette und einen Eselstall reichte. Das waren 5.000 Euro. Ohne diese Hilfe wären diese Bauten und das Voranschreiten des Projektes nicht möglich gewesen.

Haben Sie Ziele und Wünsche für die Zukunft?
Das oberste Ziel ist, Selbstversorger zu werden. Aber wir sind keine Fundamentalisten und behaupten nicht, dass wir nicht mehr in den Supermarkt gehen. Jedoch langfristig gesehen, wollen wir uns so gut wie möglich selber tragen können. Mit kleinen Schritten, wie eine Ameise, schaffe ich hier in Lura eine bessere Welt für unsere Kleinen.

(1) ppl.com.pt/pt/prj/lura

Lura – Aprender Naturalmente
Tel.: (+351) 913 573 832 | 931 617 994 •
Email: aprendernaturalmente@gmail.com
Website: lura-aprendernaturalmente.blogspot.pt
Facebook: www.facebook.com/LuraAprenderNaturalmente/info

About the author

João Gonçalves (31) Stammt aus dem Alentejo. Bachelor in Kommunikation, Marketing und Public- Relations im Bereich Audiovisuelle Medien der Universität der Algarve. Arbeitet als Kamermann, Tonassistent und Cutter. Lebt in Faro.

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