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Das Wort zum Schluss

Ein Bündnis aus Liebe zum Baum

Sind wir Portugiesen Feinde des Waldes? Mögen wir keine Bäume? Der große Agrarwissenschaftler Joaquim Vieira Natividade (1899-1968) machte auf unsere Dendroklastie* oder Dendrophobie* aufmerksam und versuchte stattdessen, im Volk die Liebe zum Baum zu kultivieren. Nur wenige haben ihn gehört. Wald, im ökologischen Sinne des Wortes, haben wir eigentlich gar nicht, nur ein paar Überbleibsel. Was gemeinhin als “Wald” bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit eine ungeordnete Ansammlung von Bäumen und Forstgebieten industrieller Natur, eintönig und gefährlich, leicht entflammbar. Sind es Monokulturen? Vielleicht nicht einmal das, denn die meisten von ihnen sind nicht einmal forstwirtschaftlich (wenn auch industriell) genutzt. Sie sind …

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EDEN
Der Botanische Waldgarten in Caldas de Monchique

Wenn das keine gute Nachricht ist! Mitarbeiter, Freunde, Paten, Abonnenten und Anzeigenkunden der Zeitschrift ECO123 pflanzen über eine Dauer von zehn Jahren mehr als 1.000 junge, unterschiedliche Baumarten im Neuen Botanischen Garten von Caldas de Monchique (Portugal). Einen Baum pflanzen beschränkt sich nicht auf das Buddeln eines Loches und das Hineinsetzen eines Baumes. Ein Biotop ist ein komplexes Wesen aus Geben und Nehmen, Warten und Wachsen, ausruhen, neue Kraft schöpfen und interagieren. Im Verlauf dieser Geschichte wird Ihnen davon berichtet, was alles notwendig ist, damit sich ein Baum in seiner Erde auch wohlfühlen kann. Und dazu gehören nicht nur die …

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Reisende oder Touristen?

Der Reisende ist ein geschichtlich interessierter Entdecker, der die Identität eines Volkes erkunden möchte. Er will neue, andere Erfahrungen machen, das Erlebte festhalten und daraus lernen. Der Tourist hingegen konsumiert lediglich ein speziell für ihn entwickeltes Produkt, er ist sozusagen eine „Fast-Food“-Version des Reisenden. Reiseliteratur, die über die Algarve berichtet, ist voller Erzählungen von Reisenden, die das Pulsieren des Landes spüren, die Lebensart seiner Bewohner kennenlernen, und vorurteilslos mit ihnen in Kontakt treten. A. H. Stuart (1) schreibt: „Der englische Tourist kann als eine Person beschrieben werden, die zum Vergnügen reist, oder um Erfahrungen zu machen und Wissen zu vermehren. …

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Das letzte Wort

Gute Nachrichten zum Schluss. António da Encarnação ist 81 Jahre alt, stammt aus Monchique und hat in seinem langen Leben sehr viele Waldbrände miterleben müssen. Im letzten, in 2018 verlor er ein Haus und viele Kastanien und Korkeichen; im vorletzten, in 2016, verlor er ein anderes Haus. Trotzdem verlor er nie seine gute Stimmung. Sein ganzes Leben lang arbeitet er schon als Bauer und versorgte nicht nur sich selbst, sondern viele andere Einwohner mit lokalen Erzeugnissen von seinen Feldern. Die Qualität seiner Erzeugnisse, die er auch im hohen Alter – trotz eines Schlaganfalls – immer noch erntet, ist über die …

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“Wäre das Klima eine Bank, wäre es schon längst gerettet”

Vor fast einem Jahr hörte die damals 15-jährige Greta Thunberg auf zur Schule zu gehen und setzte sich vor das schwedische Parlament. Sie streikte aufgrund fehlender Maßnahmen gegen die Klimakrise. Ihre Initiative verbreitete sich sehr schnell auf der ganzen Welt und erreichte Tausende anderer junger Schüler. Heute gibt es bereits mehr als 4.175 Schülerstreiks – ist auf der Webseite #FridayForFuture zu lesen. Ihre Botschaft ist klar: Sie wollen, dass die Politik den Klimawandel bekämpft, um den jüngeren Generationen eine sichere Zukunft zu garantieren. Dank dieses existenziellen Statements konnte Greta nicht nur Gleichaltrige, sondern alle Generationen mit dem Aufruf zur Bekämpfung …

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Lieben Lernen

Ein Beispiel für uns alle

Es gibt keine Dinosaurier mehr Es gibt sie schon lange nicht mehr, dennoch haben sie mich über weite Strecken meines Lebens begleitet. Ich spreche von den vor Millionen von Jahren ausgestorbenen Dinosauriern, die uns allen als Beispiel dienen können. Wenn wir uns anschauen, was in der Vergangenheit mit ihnen passiert ist, erlaubt uns dies in gewisser Weise auch einen Blick in die Zukunft, vor der wir unsere Augen nicht verschließen dürfen. Ich erinnere mich noch genau an den Zauberwürfel, mit dem alle spielten, als ich noch ein Kind war. In dieser Zeit erschien auch ein kleines Wunder mit dem seltsamen …

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Wir sind auf Sendung – live dabei!

Die Atmosphäre, so wie auch die Haut eines jeden Organismus, schützt und nährt diesen lebenden Planeten. Sie schützt vor den Gefahren kosmischer Strahlungen; reguliert die Oberflächentemperatur durch den Treibhauseffekt; erlaubt die Zirkulation von Nährstoffen und anderen natürlichen Elementen; beteiligt sich am Wasserkreislaufsystem; und ist die Schicht, in der wir und viele andere Lebewesen leben, uns entfalten, vermehren und weiterentwickeln. Deshalb ist die Atmosphäre ein Medium, das uns am Leben hält und nicht irgendwas ganz weit oben oder außerhalb von uns, womit wir eigentlich nichts zu tun haben. „Wir gehen draußen spielen“ – ein Satz, den wir von Kindern immer seltener …

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Boden

Das Problem an der Wurzel packen

Schlagen wir im portugiesischen Wörterbuch „Priberam“ unter solo (Boden) nach, so finden wir die folgenden Definitionen „1. Teil der Erdoberfläche (Grund, Erde), 2. Oberfläche, über die man geht (Fußboden, Bodenbelag), 3. Teil der kultivierbaren Planetenoberfläche auf der Pflanzen wachsen, 4. Gelände.“ Als studierter Biologe halte ich den Boden für das Bindegewebe der planetaren Haut. Somit müsste der Definition von totem Boden, wie sie im Priberam Wörterbuch zu finden ist, auch eine Definition von lebendigem Boden gegenübergestellt werden, die ein für alles Leben fundamentales Ökosystem beschreibt, aus dem wir kommen, dass uns ernährt und in das wir zurückkehren werden. Der Boden …

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Lieben Lernen

Lieben Lernen

Wenn die Liebe, der Endzweck des Universums ist, dann sollten wir doch endlich investieren, die Liebe zu lernen. Ja, richtig, Lernen! Sicher stimmt es, dass wir alle mit Herzen geboren wurden, die ein volles Potential zur Liebe besitzen. Aber wir wurden auch mit zehn geschickten Fingern geboren, was uns noch nicht zu Klaviervirtuosen macht. Im Gegenteil: Unsere Liebesfähigkeit wird in Schule und Ausbildung nicht nur nicht gefördert, sie wird uns sogar systematisch abtrainiert, und das beginnt schon im Kindergarten. Meine Geschichte ist nur ein Beispiel. Kindergarten war purer Horror. Auf einmal unter Fremden, weit weg von den eigenen Spielsachen, von …

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Lieben Lernen

Ein letztes Wort

In der Natur zu wandern gehört zu den einfachsten Möglichkeiten der physischen Entspannung. Unsere Muskeln und unser Nervensystem werden unermesslich beruhigt von etwas, das wir als Menschen schon seit langem tun. Wandern ist ein vergessener urzeitlicher Auflockerungsprozess. Als wir uns aufrichteten und zu Zweibeinern wurden, mussten wir uns einige zusätzliche Windungen zulegen, um den gehenden, sprechenden, geselligen Turm vor dem Umfallen zu schützen. Im Vergleich zu Hunden haben wir wesentlich mehr Muskeln, die in unseren Körpern Rotation erzeugen. Die Drehgruppe liebt die rhythmischen Bewegungen beim Wandern und regt unser gesamtes System der Weichteile zum Relaxen an, indem Verspannungen, die wir …

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