Mittwoch, Juli 17, 2019
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Vegetarische Genüsse aus dem Land des Königs

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Orangefarben ist keineswegs gleichzusetzen mit mandarinenfarben, da letzeres sich exklusiv auf Guimarães bezieht, genauer gesagt auf das vegetarische Restaurant, welches sich nahe der Burg befindet, der „Wiege der Grafschaft Portucalense. Erdacht in Santo Tirso, realisiert in Guimarães, ist dies das einzige vegetarische Restaurant in der ganzen Stadt. Doch auch hier spiegelt sich die kulinarische Geschichte der Region wieder, durch die Verwendung von typischen Kräutern wie Rosmarin und von Räucherwaren, in einem Gericht vereint zu Räuchertofu mit Rosmarinreis. Desgleichen bietet das „Cor de Tangerina“ seine eigene, vegetarische Version der traditionellen Jägersoße, hier augenzwinkernd benannt als „Soße des Jägers, der nicht zur Jagt war“.

Cozinha vegetarianoVor acht Jahren von einer Gruppe von Freunden ins Leben gerufen, wird dieses Restaurant heute von Dinis Mendes, Eduardo Gonçalves und Liliana Duarte geführt, deren Konzept darin besteht, verschiedene kulinarische Richtungen wie die vegane, die rohköstliche und die makrobiotische Ernährungweise zu verschmelzen.

Auf eine gesunde Ernährung wird in gewisser Weise auch bei den Desserts Wert gelegt, zu geniessen am Beispiel einer ausgezeichneten Art von Mousse au Chocolate, hergestellt mit braunem Zucker und dunkler Schokolade. Für die Küche dieses Restaurantes ist die Wahl der Zutaten von essentieller Bedeutung, nicht nur wegen des besonderen Geschmacks. Kulinarische Tradition in Guimarães sowie die Art des Anbaus und des Handels spielen je eine gleichwertige Rolle.

In der Entstehungsphase war „Cor de Tangerina“ ein Geschäft für fair gehandelte Produkte, genannt „Blue Tangerine“, und dieses Konzept ist nach wie vor eine Herzensangelegenheit der verantwortlichen Inhaber. So beziehen Dinis, Liliana und Eduardo ihre Zutaten nicht nur von lokalen Produzenten, sondern organisieren auch einen monatlich stattfindenden Bio-Markt. Auf diese Art fördern sie nicht nur auf ideale Weise in ihrer Region lokale Herstellung und fairen Handel, sondern verbrauchen , der Idee der Nachhaltigkeit entsprechend, auch die typischen Produkte der jeweiligen Saison.

Ihre Haltung zeigt sich auch daran, dass das Restaurant noch weitere Facetten bietet. Insbesondere handelt es sich gleichzeitig um eine Art Genossenschaft und bietet damit eine Möglichkeit zur aktiven Teilnahme an einer nachhaltigen Entwicklung. Ein weiterer Aspekt ist das Bestreben von Dinis, Eduardo und Liliana, das Bewusstsein für Lebensmittel durch kleine, sensibilisierende Aktionen in der Öffentlichkeit zu wecken, z.B. durch Besuche an Schulen, um Beispiele für gesunde Snacks zu geben und gleichzeitig zu informieren über Themen wie die Produktion und die Vermarktung all der guten Dinge, an denen sich die Kinder tagtäglich erfreuen dürfen
IMG_2404Auch wenn Dinis, Eduardo und Liliana zu Beginn einigem Widerstand ausgesetzt waren, aus der Tatsache heraus, dass das Leben in Guimarães sich an konservativen und traditionalistischen Werten orientiert, werden sie inzwischen von den Einwohnern akzeptiert und dürfen auf einen lokalen Kundenstamm zählen, als auch auf zahlreiche Besuche von Touristen.

Hier verschmelzen wahrhaftig authentisch lusitanische Aromen mit aktueller vegetarischer Kochkunst und vereinen somit Tradition und Moderne in einem Mahl.

About the author

Hugo Filipe Lopes:Soziologe, Abschluss in Klinischer Ernährung der Fakultät Ega-Moniz der Uni Lissabon. Mitarbeiter in verschiedenen Online-Publikationen, Ausbilder und Ernährungstherapeut. Auszeichnungen in Wettbewerben des “Casa da Imprensa” und “Lisboa à Letra”.

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