Home | Short Stories (page 11)

Short Stories

Nº 33 – Über die unerträgliche Leichtigkeit des Seins

Samstag, der 16. Mai 2020 Heute erhielt ich einen LeserInnenbrief aus Tavira. In diesem stand folgender Satz: Raus aus dem Facebook Account und rein in den Garten. Danke. Genau das mache ich seit dem 17. März: arbeite im Garten, pflanze Kartoffeln, Salat, Tomaten, Zucchini, Zwiebeln, Kräuter und ernähre mich davon. Eine schöne Erfahrung, dieses Angebot der Natur annehmen zu können. Ich muß gestehen, daß ich noch zu jener eher stillen Zweidrittel-Mehrheit der Menschheit gehöre, die kein Facebook Konto besitzt. Als Journalist kann man sich sowas eigentlich gar nicht mehr leisten. Ich sage es aber klar, ich leiste mir diesen anderen …

Read More »

Nº 32 – Ein entscheidender Moment für die solare Zukunft

Mittwoch, der 13. Mai 2020 von Siddharth Sareen Brüche verschärfen die Auseinandersetzung und kollektive Anstrengungen fördern die Solidarität. Aus den gesellschaftlichen Reaktionen auf die COVID-19 Pandemie ergeben sich Folgen, die derzeit nicht vollständig absehbar sind. Inmitten der Tragödie kommt es einerseits zu unzähligen Heldentaten im Gesundheits- und Pflegebereich – wobei viele nicht öffentlich wahrgenommen werden, andererseits gibt es Versuche, die Situation zu nutzen, um die öffentliche Hand gezielt zu schröpfen. Sowohl die portugiesische Regierung als auch die Zivilgesellschaft haben bewundernswerte Entschlossenheit und Standhaftigkeit gezeigt und in einem von Zusammengehörigkeit geprägten Geist besonnen reagiert. Ich verfolge das aus Bergen in Norwegen, …

Read More »

Nº 31 – Die Bedeutung einer Geschichte

Samstag, der 9. Mai 2020 Überlegungen von Dina Adão Es ist neun Uhr morgens. Meine Tochter sitzt perfekt geschminkt und angezogen, als würde sie ausgehen, vor dem Computer und starrt fluchend auf den Monitor. Sie sieht traurig aus – Einsamkeit steht ihr ins Gesicht geschrieben. Die Bücher liegen verstreut auf dem Boden und sie schaut sichtlich verärgert auf ihre Uhr. Der Router funktioniert mal wieder nicht. Wir leben auf dem Land und unser Ort wird nur von einem Kommunikations- und Multimedia-Unternehmen versorgt: Meo. Der Service, der nie gut war und gerade mal das halbe Haus einigermaßen abdeckte, läuft jetzt per …

Read More »

Nº 30 – Im Zeitalter der Solidarität

Mittwoch, der 6. Mai 2020 von Leila Dregger Jetzt hat mich die Krise doppelt gepackt: Ich liege mit einer Nervenentzündung und Fieber im Bett und bin ziemlich stillgelegt. Immer noch melde mich bei Menschen, von denen ich länger nichts gehört habe. Einer von ihnen erzählte mir etwas sehr Erstaunliches: Im letzten Jahr besuchte er den Stamm der Kogi in Nord-Kolumbien. Sie leben im Hochland noch weitgehend ungestört nach ihren Traditionen und nennen sich unsere “Großen Brüder”. Denn sie verfügen über ein Wissen im Zusammenleben mit der Natur, das sie uns, ihren “kleinen Brüdern”, nach und nach beibringen müssen, damit die …

Read More »

Nº 29 – Fortsetzung, Teil 2 der Kurzgeschichte von gestern
„Was sind die Gemeingüter unserer Erde“?

Sonntag, der 3. Mai 2020 Von Alfredo Cunhal Sendim Die Gemeingüter selbst sind der Planet, das soziokulturell-ökologische Erbe, urbane und digitale Körperschaften… Die Bürger verwalten diese Güter in selbstbestimmten Genossenschaften und etablieren Verfahrensweisen und ein Regelwerk, um die Teilhabe aller zu gewährleisten und so zu verhindern, dass nur einige Wenige davon profitieren. Daraus entsteht eine auf einem Netzwerk von Kooperationspartnern basierende Regierungsform, in der die Bedürfnisse der Gemeinden und unseres Planeten berücksichtigt werden. So wird auch ein politischer Prozess eingeleitet, der uns dazu anhält, über die tradierten Dogmen des freien Marktes und des modernen Staates hinauszudenken und entsprechend zu handeln. …

Read More »

Nº 28 – Die Gemeingüter unserer Erde

Samstag, der 2. Mai 2020 von Alfredo Cunhal Sendim Seit drei Monaten wird an den Bushaltestellen in Lissabon die „Generation ohne Grenzen“ durch eine Werbekampagne eines international agierenden Marketing Netzwerks beworben. Also lassen Sie uns doch gemeinsam und – wie der portugiesische Philosoph der Neuzeit, Agostinho da Silva sagte, ohne Limit – über einen an seine Grenzen kommenden Planeten mit schon acht Milliarden Menschen nachdenken. Denn das grenzenlose Leben wird so kein Happy End haben. Die Frage, die sich stellt, ist ganz einfach. Wer legt für wen die Grenzen fest? Aber bevor wir uns hier bei der Suche nach einer …

Read More »

Nº 27 – Wie blind kann man nur sein?
Die richtigen Schlüsse aus der Geschichte ziehen.

Freitag, der 1. Mai 2020 Der Erste Weltkrieg wurde durch die Spanische Grippe 1918 beendet. Dieser Satz – so wie er da steht – stand so in noch keinem Geschichtsbuch. Warum eigentlich nicht? Diese Epidemie soll die Zahl der im Felde Gefallenen um mehr als das Dreifache überstiegen haben. Die Spanische Grippe hat nichts mit Spanien zu tun. Wußten Sie das? Die Spanische Grippe wurde aus den USA nach Europa eingeschleppt. Die Mutter aller Pandemien, wie sie auch genannt wird, begann, als ein Virus in der Massentierhaltung eines Hühnerstalls im Bundesstaat Kansas, genauer gesagt im Haskell County, im Frühjahr 1918 …

Read More »

Nº 26 – Hieße ich António Costa, …

Donnerstag, der 30. Abril 2020 Ein Essay von Theobald Tiger  …würden einige Entscheidungen völlig anders getroffen werden. Lange habe ich darüber nachgedacht, ob ich meine Geschichte auf diese Weise beginnen soll, ob ich Ihnen diese Geschichte überhaupt erzählen soll. Ich kann nämlich auch ganz anders. Also fange ich besser noch mal von vorn an und beschränke mich auf 600 Worte. Wäre ich kein Journalist sondern ein verantwortungsvoller Premierminister, würde ich in diesen Tagen intensiv darüber nachdenken, ob ich zu diesem Zeitpunkt überhaupt staatliche Finanzhilfen an kranke Firmen verteilen würde. Das ist eine Grundsatzfrage. Alle haben Probleme und so viel Geld …

Read More »

Nº 25 – Verzweifelung, Hoffnung, Gemeinschaft

Mittwoch, der 29. Abril 2020 von Leila Dregger Madonna nannte angesichts des Todes eines Schauspieler-Kollegen das Virus den “großen Gleichmacher”. Das Gegenteil stimmt: Die Corona-Krise verschärft Ungleichheiten. Internationale Beobachter schätzen, dass im globalen Süden mehr Menschen an Hunger und staatlicher Gewalt zur Durchsetzung der Maßnahmen sterben als an Covid-19. Doch aus einigen Orten erreichen uns hoffnungsvolle Nachrichten: Menschen in Slums und Armutsvierteln helfen sich gegenseitig. Es ist die große Stunde des Nachhaltigkeits- und Gemeinschafts-Wissens. Lichtblicke gibt es immer dort, wo die Menschen in Armutsvierteln schon vor der Pandemie ihr Schicksal in die eigene Hand genommen haben. Ein Beispiel aus Kenia: …

Read More »

Nº 24 – Portugal, Covid-19 und ich

Dienstag, der 28. Abril 2020 Flaschenpost von Stefanie Kreutzer Heute feiere ich ein ganz besonderes Fest. Vor genau 25 Jahren kam ich nach Portugal. Hier fühle ich mich zuhause und sehr wohl. Früher fragten mich Freunde, warum denn ausgerechnet Portugal und nicht Spanien, Frankreich oder Italien? Die Antwort war damals wie heute sehr einfach. Portugal ist ein farbenfrohes, Frieden liebendes Land. Die lange Zeit der Diktatur gehört der Vergangenheit an. Portugal ist seit 45 Jahren eine starke Demokratie. Sollte die Wirtschaft mal kollabieren, dann werde ich Selbstversorgerin, baue Kartoffeln,Tomaten und vieles mehr in meinem Garten an. Lebensmittel wachsen hier das …

Read More »